Rezension - Whisper Island / Sturmwarnung

Mittwoch, 30. November 2011 2 Kommentare

Whisper Island – Sturmwarnung
Band 1
 
Autor: Elizabeth George
Ausstattung: Hardcover, 444 Seiten
Verlag: EGMONT INK
ISBN: 978-3-86396-001-8
Preis: € 19,99


Inhalt: 
Hannah Armstrong,  fast 15 Jahre alt, hat eine besondere Gabe, die für sie allerdings zum Verhängnis wird. Sie kann Gedanken anderer Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung in Form eines Flüsterns hören.
So hört sie leider auch die Gedanken Ihres angehenden Stiefvaters Jeff (den sie auch nicht besonders gut leiden kann) und erfährt so, dass dieser einen Mord ein einem Geschäftspartner begangen hat. Als Hannah diese Gedankenfetzen hört, erschrickt sie so sehr, dass es auch Jeff nicht verborgen bleibt und er nun weiß, dass Hannah sein schmutziges Geheimnis kennt. 

Sie vertraut sich ihrer Mutter an und gemeinsam flüchten sie. Denn zur Polizei können sie nicht gehen, wer würde Hannah denn schon glauben?  Ihre Mutter Laurel bringt Hannah zu einer zu einer abgelegenen Insel namens Whidbey Island. Hier soll sich Hannah mit neuem Aussehen und neuer Identität bei einer ehemaligen guten Freundin von Laurel versteckt halten, bis sie eine neue Bleibe für sich und ihre Tochter gefunden hat, an dem sie Jeff nicht finden kann. So wurd aus Hannah Armstrong Becca King.

Für den großen Notfall gibt sie Becca ein Wegwerf-Handy mit einer einzigen Rufnummer mit. Sie schickt Becca auf die Fähre, die sie zur Insel bringen soll. Dort angekommen, muß Becca feststellen, dass die Freundin gerade einem Herzinfarkt erlegen ist. Was nun? Wohin soll sie gehen. Sie kennt keinen Menschen und hat keinen Bleibe. Ihre Mutter ist auch nicht über das Notfall-Handy erreichbar. Becca ist plötzlich ganz auf sich allein gestellt und sie fragt sich: "Wo bin ich hier gelandet?" Denn auch diese Whidbey Island birgt Geheimnisse und ehe sie sich versieht, steckt sie mittendrin....

Über die Handlung:
Elisabeth George, eine renommierte Krimi-Autorin, eröffnet mit Whisper Island - Sturmwarnung eine neue Buch-Serie Bereich Jugendbuch. Auch dieses Buch gehört zur Gruppe der momentan sehr populären "allager". Das Buch gehört zwar in die Kategorie Jugendbuch, wird aber gerne von allen Altersgruppen gelesen. 
Whisper Island gehört meines Erachtens komplett in das Genre Jugend-Krimi, mit einem Hauch des Paranormalen. Aber dies tritt eigentlich nur nebensächlich in Erscheinung, denn der Großteil des Buches dreht sich um den Kriminalfall auf der Insel. Hierzu muß man sagen, dass der Klappentext zu diesem Buch sehr irreführend ist. Man erwartet definitiv eine andere Art von Geschichte, dass Beccas Gabe mehr im Vordergrund steht. 
Auch hat man ein bisschen das Gefühl, das die Geschichte in zwei Schienen auseinanderläuft. Das Buch beginnt recht spannend und vielversprechend, aber sobald Becca auf der Insel eintrifft, ändert sich die Geschichte komplett. Beccas Steifvater Jeff und der Mord an seinem Geschäftspartner wird nur noch mal hier und da am Rande erwähnt. Auf Whidbey Island dreht sich alles nur noch um den Unfall ihres neuen Freundes Derrik. War es ein Unfall oder nicht? Was passierte in den Saratoga Woods am jenem Tag, als Derrik so schwer stürzte, dass er in s Koma fiel? Das ist n plötzlich das Hauptthema des Buches und ich muss zugeben, das hat mich sehr verwirrt. 

Elisabeth George hat hier mehr Wert auf Emotionen als auf Spannung gelegt. Einerseits ist es schön, die einzelnen Charaktere der Inselbewohner aus verschiedenen Sichten kennen zu lernen, aber für meinen teil wurde dies ein bisschen zu ausführlich praktiziert. Der komplette mittlere Teil des Buches beschäftigt sich mit den einzelnen Charakteren und Emotionen der Protagonisten und die Spannung flaut komplett ab. Teilweise ist das Weiterlesen sehr ermüdend. Man wartet ständig darauf, dass etwas besonderes passiert, dieSpannung wider ansteigt. Diese vermisste Spannung tritt aber erst gegen Ende des Buches wieder ein. Denn hier löst sich der Kriminalfall um Derrik auf (leider auf eine sehr unspektakuläre, fast banale Weise) Und als Cliffhanger für den 2. Band taucht auch plötzlich der in die Nebenrolle geratene Steifvater Jeff wieder auf. 

Elisabeth George verfügt über einen sehr angenehmen Schreibstil, der für ein flüssiges Lesen sorgt. Hier erkennt man die langjährige Erfahrung der Autorin, dass man trotz der Schwächen das Buch recht flüssig weiterlesen kann. Die einzelnen Charaktere werden sehr schön beschrieben, nur die Protagonistin Becca finde ich nicht so gut gelungen.
Bei ihr erscheint alles sehr gekünstelt und auch einiges recht unglaubwürdig. Beccas Verhalten entspricht meines Erachten nicht ihrem Alter. Sie findet sich viel zu rasch mit ihrer neuen Situation ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein 14-jähriges Mädchen so "gelassen" reagiert wie Becca, nachdem sie gerade Familie, Freunde und Bleibe verloren hat. Von Hysterie etc. keine Spur... Auch dass niemand Fragen stellt, egal wo sie hinkommt, ist total unglaubwürdig. Ein 14-jähriges Mädchen reist alleine ohne ihre Eltern, hat keine Adresse, kein Zuhause - und trotzdem kann sie zur Schule gehen, ohne dass es Fragen aufwirft. Auch Debbie fragt sie nicht nach ihren Eltern und nimmt Becca kommentarlos bei sich auf. 

Mein Fazit: 
An sich hat die Geschichte ein gutes Thema, dass leider etwas zu kurz kommt und noch viel Potenzial zum ausbauen hätte. Mit dem Begriff "Sturmwarnung" konnte ich trotz langem Grübeln noch nichts anfangen. Ich konnte den Zusammenhang zur Geschichte nicht herstellen.  Die Geschichte selbst weist einige Schwachstellen auf, die durch schreiberischen Können der Autorin teilweise wieder ausgeglichen werden. Aber ich wünsche mir eindeutig mehr Spannung für den zweiten Teil. Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall lesen, weil ich nun schon wissen möchte, wie es mit Becca, Laurel und Jeff weitergeht - denn dies blieb ja nun immer noch offen. 

© Alexandra Zylenas


Über die Autorin: 
Die Bestsellerautorin Elizabeth George beweist auch in ihrem ersten Jugendbuch tiefe Menschenkenntnis und ein feines Gespür für Charaktere und Details. Einfühlsam beschreibt sie die Träume und Ängste ihrer jungen Protagonisten. Zum ersten Mal lässt sie die wildromantische Schönheit ihrer eigenen Heimat zur Kulisse eines Romans werden. „Sturmwarnung“ ist der erste Teil einer achtbändigen Serie.

Kommentare:

  1. Hi, hab hier was für dich ^^
    http://hannaslovelybooks.blogspot.com/2011/12/awards-nummero-19-und-20-oo.html
    Liebe Grüße Hanna :*

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  2. Gerade habe ich den ersten Band ausgelesen und bin begeistert. Wenn man sich emotional in Becca hineinversetzt, dann macht das Lesen riesigen Spaß. Am liebsten würde ich direkt mit dem zweiten Band fortfahren, aber leider muss ich noch warten. Schade, dass bei dir zwischendrin Langeweile aufkam.

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