Rezension - Social Network. Die Bibliothek des Schicksals

Freitag, 9. Dezember 2011 0 Kommentare

Social Network
Die Bibliothek des Schicksals
 
Autor: Chris M. Wagner
Verlag:Acabus Spannung
Erscheinungdatum: 04. November 2011
Ausstattung: 292 Seiten, Paperback
Preis: 13,90 EURO
ISBN: 978-3-86282-015-3


  

Das Netz kennt dich. Es weiß, was du willst und es gibt dir, was du brauchst.  
Es spielt mit dir, wie mit einer Marionette.
Und ohne dass du es bemerkst, spielt es auch mit deinem Leben. 

Inhalt: (Klappentext)
Schicksal? Ein Leben besteht aus einer Kette von Ereignissen, ein einzelnes Ereignis aus Ursache und Wirkung. Alle Ereignisse dieser Welt können zu einem großen Flechtwerk zusammengefasst werden - Wirkung des einen ist die Ursache des Nächsten.
Was wäre, wenn man in dieses Netz eingreifen und es nach belieben formen könnte?
Rosemarie von Wards wird bewusstlos im Heizungskeller ihres Strandhauses aufgefunden. Trotz notärztlicher Behandlung verstirbt sie noch im Krankenhaus. Doch warum war der Keller verschlossen? Ist es Zufall, dass sich die lebensnotwendige Infusion lockerte?
Dies alles ist ein schwerer Schock für Rosemaries Verlobten, Daniel Lang. Er möchte das Erlebte am liebsten hinter sich lassen und beginnt ein neues Leben in München. Der Job bei einem Unternehmen mit dem Namen FaTec ist ihm so gut wie sicher.
Da holen ihn die Ereignisse ein. Er wird in einen Unfall verwickelt, der Taxifahrer wird erschossen, und niemand glaubt Daniel, als er von dem mysteriösen Priester mit dem schwarzen Kollarkragen spricht - bis auf seine scheinbar geistesgestörte Nachbarin Grace Owen aus dem dritten Stock.
Was Daniel nicht weiß: Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich bereits in den Klauen der Hüter des Schicksals. 

Handlung / Charaktere:
Chris M. Wagner legt mit diesem Mysterythriller "Social Network. Die Bibliothek des Schicksals" sein Debüt als Autor vor. 
Das Thema ist sehr interessant und natürlich in gewissem Sinne auch sehr modern, da wir ja in der heutigen Zeit sehr viel Zeit in und mit den social networks verbringen. 
Es kommt einen dann auch hin und wieder der Gedanke, was man eigentlich über sich selbst in den networks preisgibt, spätestens als Ingo die Struktur des "trees" bei FaTec erklärt.

Im ersten Teil des Buches baut sich die Geschichte auf, man macht Sprünge von einer Szene - oder besser: von einem Schicksalsschlag - zur nächsten. Dies ist zuerst etwas verwirrend und man weiß nicht so recht, wo das hinführen soll. In jedem Kapile geht es um eine andere Person, die aber doch irgendwie mit einer Person aus einem vorigen Kapitel verknüpft ist. 
Erst im zweiten Teil werden einem aber die Zusammenhänge erst richtig bewusst und man versteht die Geschichte besser. 
Sprachlich ist es sehr schön geschrieben, die Gedanken der einzelnen Charaktere werden oft als Zwischensegmente mit eingeworfen (in Form von Satzunterbrechungen, immer in kursiv geschrieben). Diese Gedanken sind auch oft in einer eher umgangssprachlichen Form geschrieben, so wie man es tatsächlich auch im Kopf hat. Denn ehrlich: Keiner achtet in seinem Kopf auf eine gute Form :-) 
Ein Beispiel: Wenn Daniel sich über Grace ärgert, erscheint einem dies in erster Linie etwas plump und hart ausgedrückt. Aber so erscheint es realistischer. 
Die Schreibweise und die vielen Sprünge zwischen den einzelnen Szenen / Schicksalshandlungen sorgen dafür, dass man schon genauer aufpassen muß. man braucht Ruhe und auch Zeit zum Lesen, um sich auf die Geschichte konzentrieren zu können. 
Ich habe teilweise sogar die Musik abgeschalten, die ich gerne mal leise im Hintergrund laufen habe. 
Es ist daher auch definitiv kein Buch für die Handtasche, um unterwegs zu lesen (ich spreche aus Erfahrung...)
Die Charaktere Daniel ist meines Erachtens etwas zu flach dargestellt, ich konnte zu ihm keine richtigen Draht finden. Grace hingegen ist sehr schön dargestellt, ihre Gedanken und die Stimme, die ihr Leben beherrscht. Und die Veränderungen, die Daniel in ihr hervorruft. 

Die Bibliothekare sind interessant gestaltet. Mir gefällt, wie sie genannt werden (EINER VON IHNEN, JEDER VON IHNEN...), denn eigentlich sind sie nichts manifestiertes, sie erscheinen einem jedem anders, jeder sieht sie anders. Ob als Priester oder als schwarzer Mann oder als Marionettenspieler...

Cover
Das Buchcover ist wirklich gut gelungen. Auf den schnellen Blick könnte man glauben, es ein Ledergebunden.  Als Hardcover mit strukturierter Oberfläche wäre es perfekt :-)
Das Auge, umschlungen mit dem endlosen Seil sieht sehr gut aus. Einen großen Pluspunkt gibt es, weil die Gestaltung des Buches hervorragend in die Geschichte passt, wie man im  vor allem in den letzten Kapiteln feststellen wird.

Fazit:
Ein schon gut gelungener Mysteryroman mit noch kleinen Kanten und Ecken. Nicht die leichteste Kost, aber auch aufgrund des interessanten Themas zu empfehlen. Die Geschichte regt zum Nach- und Mitdenken an. Ein bisschen mehr Spannung hätte es noch sein dürfen, aber trotzdem lesens- und empfehlenswert!

Kein Buch für Zwischendurch, aber toll für den Schlechtwetter-Tag, wenn man viel Zeit zum lesen hat!
B_Jones


Der Autor Chris M. Wagner


"Im Leben dreht sich alles darum Spuren zu hinterlassen;
sei es durch wundervolle Kinder,
durch gute Arbeit,
vielleicht auch durch schöne Erinnerungen
oder aber durch eine interessante Geschichte."

Chris M. Wagner, Jahrgang 1972, versinkt gerne in Büchern über unheimliche Gegebenheiten an fantastischen Orten. Vielleicht fing er aus diesem Grund mit 33 Jahren an, selbst solche Texte zu verfassen. In ruhigen Momenten zeichnet er Bleistiftskizzen. Und gelegentlich spielt er ein Stück auf seiner verstaubten Gitarre.
Er lebt mit seiner Ehefrau und zwei bezaubernden Töchtern in einem Vorort von München, wo er bereits an dem nächsten mystischen Roman arbeitet.

"Social Network - Die Bibliothek des Schicksals" ist seine erste Veröffentlichung.

Quelle: Acabus Verlag


Ein großes Dankeschön an den Acabus Verlag, 
der mir dieses Rezensionesexempar zur Verfügung gestellt hat! 


 



 

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