Rezension: Dark Love von Lia Habel

Samstag, 7. Januar 2012 2 Kommentare

Dark Love
von Lia Habel

Verlag: Piper Verlag
Genre: Fantasy,  Dystopie
Erschienen: November 2011
Aus dem Englischen übersetzt von: Diana Bürgel
Originaltitel: Dearly, Departed
Ausstattung: 512 Seiten Klappenbroschur
ISBN: 9783492702195

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Aus dem Klappentext:
"Wir sind die Kinder eines neuen, goldenen Zeitalters. Feuer und Eis haben die Welt verheert. Doch uns gibt es immer noch. Unser Volk hat sich zum Überleben entschlossen." Mein Name ist Nora Dearly und ich wurde dazu ausersehen, die Menschheit vor einer dunklen Bedrohung zu retten. Doch ich habe mich entschlossen, die Seite zu wechseln...

Inhalt:
Es ist das Jahr 2195: Die Welt wurde von vielen Katastrophen heimgesucht, aber die Spezies Mensch konnte überleben. Es entsteht das Neu-Viktorianische Volk, dass alte Werte und Regeln mit Technologie verbindet. Sie tragen Kleidung im viktorianischen Stil (sittsam und streng) und legen große Wert auf Benehmen, Ausbildung und Etikette. Die Technologie ist fortschrittlich, aber verpackt im altem Design, wie zum Beispiel die motorisierten Fahrzeuge, die das Ausehen von Kutschen haben. Hologram-Technik oder das Äthernet gehören genauso zum Alltag. Aber es gibt auch Gegner dieser neuen Lebensweise, die Punks. Separatisten, die sich der Moderne verweigern. Sie möchten die alten Fehler nicht wiederholen, die die vielen Katastrophen herbeiführte, die über die Welt einbrachen. Aufgrund der unterschiedlichen Meinungen führen die Punks und Neu-Viktorianer schon über viele Jahre Krieg.

Nora Dearly, fast 17 Jahre, lebt in den Neu-Viktorianischen "Elysischen Gefielden", einer gehobenen, unterirdischen Stadt. Sie besucht zusammen mit ihrer Freundin Pamela ein Internat, wo sie in Anstand und Etikette, aber auch in Fächern wie zB. Waffenführung ausgebildet werden. Mit dem letzten Schultag vor den Ferien endet auch Noras Trauerjahr um ihren verstorbenen Vater, einem Mann, den Nora sehr achtete und bewunderte. Da auch ihre Mutter schon in frühen Jahren verstarb, war Nora vom Tode ihres Vaters besonders mitgenommen.

Da ihr Vater bei der Armee beschäftigt war, interessierte auch Nora sich schon seit Kindheit an mehr für Waffen und Kriegsberichte als für "Mädchenkram". Ihre Ferien vom Internat verbring Nora bei Ihrer Tante in den Elysischen Gefielden. Zusammen wohnen sie in dem Haus, welches ihr Vater Nora hinterlies. Allerdings verstehen sie sich nicht besonders gut, denn Nora stäubt sich gegen die gesellschaftlichen Verpflichtungen , die ihre Tante so gerne pflegt.

Abends zieht sich Nora gerne in das Zimmer ihres Vaters zurück - und erschrickt eines Nachts, als sie plötzlich Geräusche hört. Einbrecher? Nora zieht den Vorhang vom Fenster weg und blickt in das furchterregende Gesicht eines ... Zombies !!??! Kann das wahr sein? Sie flüchtet auf das Dach des Hauses, geradewegs Brams Arme. Sie wird betäubt.

Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich auf einem geheimen Stützpunkt der Armee und muß schreckliche Neuigkeiten erfahren. Denn Nora ist plötzlich von untoten Soldaten umgeben. Deren Anführer Bram übt eine gewisse - und doch so absurde - Anziehungskraft auf sie aus. Er gewinnt Noras Vertrauen. Aber was geht hier vor sich? Für Nora beginnt hier ein Abenteuer, dass weit über ihre bisherige Vorstellungskraft hinausreicht.


Handlung / Charaktere:

Lia Habel ist mit dieser Dystopie ein ungewöhnlicher Roman gelungen, der zwar in der Zukunft spielt, aber viele viktorianische Züge annimmt.
Es ist wirklich sehr beeindruckend und fesselnd, wie diese neu-viktorianische Gesellschaft samt ihrer Lebensweise und ihrer Umgebung dargestellt wird. Es ist so ausführlich beschrieben, dass man es während des Lesens immer als Bild vor Augen sieht. Das Buch zieht einen sofort in den Bann, da einen hier nicht die typischen Zukunftsdarstellungen erwarten, sondern man hier mit einem faszinierenden Mix aus modernen und historischen Elementen konfrontiert wird. Das Erscheinen der Zombies wirkt keinesfalls abschreckend, sondern setzt der Geschichte sozusagen das i-Tüpfelchen auf. Da ich wenige gute Zombie-Geschichten gelesen habe, vergebe ich hier für die sehr gute Umsetzung Extrapunkte. Es erwartet einen eine angemessene Portion "Zombie-Grusel" (der meines Erachtens aber nichts als ekelhaft oder abstoßend bezeichnet werden kann), aber auch überraschend viele Emotionen.

Die "guten" Zombies fühlen, können sich normal bewegen und wissen sich zu erhalten. Sie versuchen, ein halbwegs menschliches Leben zu führen.Die Zombie-Charaktere, zuvorderst natürlich Captain Abraham Griswold, werden wunderbar beschrieben. Bram, der versucht, das Beste aus seiner Situation zu machen, der seinen toten Körper sorgsam hegt und pflegt und sein Gehirn trainiert. Seine Gedanken, seine Worte, seine Ängste, aber auch seine Gefühle der aufkeimenden Liebe zu Nora machen ihn zu einer tatsächlich liebenswürdigen Charaktere.

Nora ist ein taffes Mädchen, eigensinnig, stark und rational denkend. Sie hat Mut, den sie im Laufe der Geschichte auch immer wieder mehr als benötigt. Ihre auf den Kopf gestellte Gefühlswelt nach all den Erfahrungen wird sehr schön beschrieben.

Der Schreibstil des Romans ist in der Ich-Perspektive geschrieben und sehr angenehm zu lesen. Es wird immer wieder aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben. mal aus Noras, mal aus Brams Sicht, aber auch immer mal wieder aus der Sicht der weiteren Charaktere wie zB. Noras Freundin Pamela oder Noras Vater. Das hält die Geschichte lebendig und spannend. Die Spannung baut sich ab der Mitte immer weiter auf und fesselt einen regelrecht an das Buch.


Cover:

Das Cover ist sehr schön gestaltet. Außen in schwarz-silber und wenn man es aufschlägt (komplette Innenklappe vorn als auch hinten) wiederholt sich das Design in rot-silber.
Nachteil --- Das Silber färbt ab an den Stellen, an denen man das Buch die ganze Zeit hält!
An diesen Stellen geht das Silber dann teils komplett weg, was dann auch sehr unschön aussieht. Den Titel auf dem Buchrücken kann ich nur noch zum Teil lesen...


Fazit:

Ein absolut empfehlenswertes Buch! Man sollte sich keinesfalls davon abschrecken lassen, dass es sich um Zombies handelt. Von mir gibt es volle Punktzahl und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung. Wobei aber anzumerken wäre, dass "Dark Love" auch ein wunderbares "stand alone" Werk ist.


© Rezension: Alexandra Zylenas

[alexandra]


Kommentare:

  1. Eine schöne Rezi, ich fand das Buch auch klasse. Vor allem, da die Zombies doch ziemlich realistisch dargestellt waren und irgendwie doch überhaupt nicht ecklig.
    LG Isabel

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  2. Huch, ich hab mir gerade die Videobotschaft, die du von der autorin eingebunden hast, noch angeschaut. Die Frau hat ja vielleicht eine hohe Piepsstimme ^^ Aber "Dark Love" war wirklich nicht schlecht - ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

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