Rezension - Mutterliebst

Montag, 9. Januar 2012 1 Kommentar



Mutterliebst
ANTOINETTE VAN HEUGTEN

Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-89941-939-9
Taschenbuch
432 Seiten
8,99 EUR [D]9,30 EUR [AT]13,50 sFr [Ch]
auch als eBook erhältlich




Inhalt: 
Danielle Parkmann - eines sehr erfolgreiche New Yorker Anwältin - ist alleinerziehende Mutter von dem 16-jährigen Max, der unter Autismus/Asperger Syndrom leidet.
Bislang haben die beiden die Situation mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen ganz gut gemeistert, aber dann entdeckt Danielle unter dem Bett ihres Sohnes dessen Tagebuch. Da Max ihr gegenüber erst kürzlich eine gewalttätige Seite zeigte, ist sie so besorgt, dass sie dieses Tagebuch heimlich liest - und sie ist vollkommen geschockt darüber, dass ihr Sohn darin seinen Selbstmord geplant hat. 
Da sie keinen anderen Ausweg weiß, sucht sie mit Max sie psychatrische Maitland-Klinik in Iowa auf, eine Privatklinik mit hervorragendem Ruf. Danielle hadert mit ihrer Entscheidung, denn sie hat wahnsinnig Angst, was die Ärzte bei Max feststellen und welche Folgen dies haben wird. 
Sie freundet sich mit Marianne, der Mutter des ebenfalls psychotischen Jungen Jonas an. Ihre Söhne kamen am selben Tag auf die Station. Die zwei Mütter verbringen viel Zeit miteinander und unterstützen sich gegenseitig, geben sich gegenseitig Kraft. 
Aber schon einige Tage später stellt Danielle fest, dass Max ständig aggressiver und abweisender wird. Auch die Berichte der Ärzte erschrecken sie zunehmend. Sie erkennt ihren Sohn kaum wieder. Auch gegen Jonas wird max gewalttätig, so dass dieser sogar ärztlich behandelt werden muss.
Die abschließende Diagnose der Tests ist letztenendes so niederschmetternd für Danielle und auch völlig abwegig. Sie mag und wird das Ergebnis so nicht hinnehmen. Danielle kommen massive Zweifel an der Kompetenz der behandelnden Ärzte und der Klinik und die möchte ihren Sohn sofort mit nach Hause nehmen. 
Als sie Max endlich findet, bricht für sie jedoch eine Welt zusammen. Denn dieser liegt ohnmächtig neben einer Leiche, vollkommen mit dem Blut des Toten beschmiert - und in seiner Hand befindet sich die Tatwaffe...
Was ist hier nur passiert? 
In einem Punkt ist sich Danielle felsenfest sicher: Ihr Max ist kein Mörder - und sie wird es beweisen, mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen! 
Ein harter Kampf beginnt...

Handlung / Charaktere:
Antoinette van Heugten legt mit dem Roman "Mutterliebst" einen Psychothriller der Extraklasse vor. Zu Beginn weiß man nicht recht, was einen erwarten wird. Die Geschichte startet recht düster und aufgrund der Thematik sind die ersten Seiten, in denen wir Max und Danielle ausführlich kennenlernen, recht beklemmend. 
Doch dann gewinnt die Geschichte an Fahrt und die Spannung steigt zunehmend. Die überraschenden Wendungen steigern den Spannungsbogen noch mehr bis hin zu einem großen Finale, bei dem ich tatsächlich mit Herzklopfen weitergelesen habe, so habe ich mit Danielle und ihrem sympathischen Rechtsanwalt Tony Sevillas mitgefiebert. 
Es ist Frau van Heugten wunderbar gelungen, die Spannung auf sehr hohem Niveau zu halten. Es war lange nicht abzusehen, wer nun tatsächlich hinter dieser grausamen Tat steckt. Im späteren Verlauf der Geschichte kann man auch gut nachvollziehen, warum das Buch mit der sehr ausführlichen Beschreibung der Protagonisten Max und Danielle beginnt. Denn das Mutter-Sohn-Verhältnis ist sehr ausschlaggebend für Danielles teils sehr impulsiven Aktionen, mit denen sie versucht, ihren max zu retten. Sie wächst regelrecht übe sich und ihre Ängste hinaus und begibt sich mehr als einmal mit ihren Taten in die allergrößte Gefahr, im Gefängnis zu landen. Aber nichts und niemand kann sie aufhalten, nicht mal eine elektronische Fußfessel. Sie kämpft mit allen Mitteln - und was sie letztenendes findet, ist so schockierend und unfassbar, dass es ihr fast den Atem raubt. 
Danielle wird von dem Anwalt Tony Sevillas unterstützt, der für die schon mehr als nur ihr Anwalt ist. Es entwickeln sich zarte Gefühle und vielleicht gerade aus diesem Grund fällt er immer aus allen Wolken, wenn er wieder von einer ihrer mutigen, aber auch gefährlichen Aktionen erfährt. Etwas hilfreicher und einsichtiger ist da schon der etwas verschrobene, pensionierte Detecive John Doaks. Der immerwährend fluchende, launische und auch sehr direkte Doaks kann ihr wichtige Informationen besorgen und setzt sich für sie ein; nicht zuletzt, weil er Danielle für den "Mumm in ihren Knochen" bewundert? Auch wenn er noch so viel über "diese Frauen" flucht, die ihm den letzten Nerv rauben. Er hat halt doch einen weichen Kern, der Doaks :-)
Danielle, Tony und Doaks bilden ein gutes Team und es macht Spaß zu lesen, wie sie zusammen ermitteln, auch wenn dabei an Flüchen und Verwünschungen nicht gespart wird. Die im Grunde recht düstere und beklemmende Thematik wird dadurch sehr aufgelockert, ohne ihr den nötigen Ernst zu nehmen. 

Fazit:
Ein absolut empfehlenswerter Psychothriller, der unter die Haut geht!
Man darf sich nicht von dem etwas trüben Beginn abschrecken lassen, man wird definitiv mit einer spannungsgeladenen und vor allem unvorhersehbaren Geschichte belohnt. 
Zartbesaitete Gemüter sollten vielleicht besser die Finger davon lassen, denn dieses Besuch beschert neben der hohen Spannung auch eine Achterbahn der Gefühle - von schockierend bis mitfühlend bis regelrecht erschütternd. 
Von mir bekommt "Mutterliebst" definitiv eine "Daumenhoch" !!! Einfach lesenswert!


Eure B_Jones


1 Kommentar:

  1. Schöne Rezi, ich fand das Buch auch richtig klasse.
    LG Isabel

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