Rezension - Schweinskopf al dente

Sonntag, 8. Januar 2012 0 Kommentare

Ein Provinskrimi
von Rita Falk

Verlag: dtv premium
Originalausgabe Dezember 2011
240 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-423-24892-1
€ 14,90 [D] 15,40 [A]  SFR 21,90
 Auch erhältlich als:

Es ist angerichtet - Der dritte Fall für den Eberhofer Franz!

Inhalt:
Zum 3.ten Mal in gut 14 Monaten tritt Franz Eberhofer als Polizist im verschlafenen bayrischen Dörfchen Niederkaltenkirchen auf - und das gleich mit Pauken und Trompeten!
Denn Franzl wurde befördert - zum Kommisar!
Darauf ist er dann nun auch nicht wenig stolz, denn der neue silberne Sternmacht schon was her auf der sonst so miesen erbsengrünen Uniform. Nur schad´, dass es fast keinem auffällt...
Dafür muss sich der Eberhofer aber nun um einen neuen, ganz sonderbaren Fall kümmern.
Denn Richter Moratschek wird bedroht. Eben dieser hat gerade erst dafür gesorgt, dass der Psychopath Köstner für viele Jahre hinter Gittern wandert. Nur leider nutzt dieser seine Gelegenheit und bricht aus. Und kurz darauf findet der Moratschek einen abgetrennten, blutigen Schweinskopf in seinem Bett - eine regelrechte Schweinerei sozusagen!
Un eh´sich der Franz versieht, zieht der nun zu recht verängstigte Richter mit Sack und Pack bei ihm Zuhause ein und wird quasi Papas bester Kumpel bei Beatles, Stones, Joints und gutem Rotwein.
Letzteres scheint den beiden Herren weniger zu bekommen, denn beide kommen mit allerfeinster Magenverstimmung ins Krankenhaus. Merkwürdig ist, dass am kommenden Tag das halbe Dorf ebenfalls dort landet, ausgerechten nach dem Verzehr von Omas berühmten Rotweinkuchen!
Da ist was faul, das weiss auch der Franz.
Da kann doch nur der Köstner dahinterstecken. Also fängt Eberhofer an, zu ermitteln. Ist halt schon ein Sch...stress bei der Polizei.
Und dann kündigt sich auch noch sein unliebsamer Bruder Leopold mit seiner Famailie an und verkündet einen 2-wöchigen Bauernhofurlaub! "Nur über meine Leiche" sagt sich der Franzl.
Als er dann auch noch erfährt, dass sein ehemaliges Mädl - die Susi - Probleme in ihrer neuen Wahlheimat Italien hat, ist dem Franz dann auch der Köstner-Fall egal und er fährt an den Gardasee. Was soll dem Moratschek schon groß passieren, denn der ist ja schließlich mit im Gepäck, wie auch die Oma, der Papa und - oh Schreck - auch der Flötzinger samt dem Simmerl!
Wo soll das denn nur hinführen??!?

Handlung / Charaktere:
Auch der dritte Fall des Eberhofer Franz hat mich wieder zum lachen gebracht, wenn auch nicht ganz so sehr wie die zwei Vorgänger "Winterkartoffelknödel" und "Dampfnudelblues".
Der Krimi selbst kommt um einiges zu kurz, es dreht sich eigentlich mehr um das Dorfleben im Allgemeinen und um die zwischenmenschlichen Beziehungen der Einwohner im Speziellen.
Die Charaktere sind ja alle aus den Vorgängern schon sehr bekannt und finden auch alle erfreulicherweise wieder einen Platz in dieser Geschichte. Eberhofer nimmt, wie gewohnt, kein Blatt vor den Mund und sagt, was er gerade so denkt. Ob das nun passend ist oder nicht.  Und sagen lässt er sich erst recht nichts und von niemandem. Sein Charakter hat sich etwas mehr zum Negativen verändert, ist er doch mittlerweile zu sehr chauvinistisch geworden.
Auch das Einbringen der geplanten türkischen Hochzeit samt dem Verschwinden der Brautfinde ich etwas deplatziert. Dieser Part sieht einfach etwas "reingepflanzt" aus und hat mich eigentlich nur irritiert, weil ich immer den Bezug zur Geschichte gesucht habe. Ich denke, hier sollte einfach nur ein weiteres Klischee verarbeitet werden.
Die einzelnen Charaktere werden liebevoll-amüsant, wenn auch sehr klischeehaft beschrieben. Dies sollte man aber nicht allzu erst nehmen, sondern sich einfach über die herrlich-skurrilen Beschreibungen amüsieren. 
Natürlich gibt es auch in diesem Buch wieder ein Glossar mit Übersetzungen diverser bayrischer Begriffe und einen  Auszug aus Oma´s besten Rezepten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Fazit:
Eine sehr entspannende, leichte Lektüre für den langen, gemütlichen Winterabend oder einfach zum Abschalten nach dem langen Arbeitstag. Dieses Buch wird definitiv einige viele Lacher entlocken. Und eingefleischte Eberhofer-Fans werden auch diesen Teil lieben!
Wer das Buch lesen möchte, weil er einen spannend-verzwickten Kriminalfall erwartet, ist allerdingt nicht ganz so gut bedient.
Aber die urkomisch-skurrile Gemeinde Niederkaltenkirchens wertet dies wieder etwas auf :-)
Und wie wir auch diesem Buchende entnehmen dürfen, schlittert Herr Kommisar Franz Eberhofer geradewegs in seinen vierten Fall!
Wir dürfen gespannt sein, ob dieser Fall kriminologisch an Spannung gewinnt!?!

Für den Krimi an sich




Für die urkomisch-skurrile Gemeinde Niederkaltenkirchens :-) 







Eure B_Jones

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