Rezension: WestEnd Blues

Sonntag, 11. März 2012 0 Kommentare

Erschienen in der Reihe Sutton Krimi
Verlag. Sutton
Ausstattung: Taschenbuch, 384 Seiten
Erscheinungstermin : September 2009 
Auflage: 1. Auflage 01.09.2009
ISBN : 978-3-86680-484-5 


Inhalt:

Die Halbasiatin Katharina Klein arbeitet als erfolgreiche Hauptkommissarin bei der Frankfurter Kriminalpolizei. 100 % Aufklärungsquote spricht für sich. Auch wenn sie aufgrund ihrer robusten Art und Weise von vielen nur noch die Killer-Queen genannt wird, lässt sie sich nicht beirren und bringt verbissen Fall für Fall zu einem positiven Ende. Leider ist ihr Stursinn und ihre spezielle Ermittlungsart einigen Kollegen ein Dorn im Auge.
Einzig ihr Vorgesetzter Polanski und ihr Partner Thomas scheinen sie zu akzeptieren und lassen sie gewähren.

Doch dann kommt gerade Thomas bei einer missratenen Undercover-Aktion ums Leben und Katharina erschießt, ohne zu zögern, die zwei Geiselnehmer, denen Thomas zum Opfer fiel. Leider versuchen ihre unliebsamen Kollegen, Katharina aus dieser Aktion, die eigentlich allen weiteren Geiseln das Leben rettete, einen Strick zu drehen und sie wird kurzerhand erst einmal vom Dienst suspendiert. Zuhause angekommen, findet sie die vier-jährige Tochter ihrer Nachbarin im Treppenhaus vor, die ihre Mutter vermisst. Alarmiert dringt Katharina in Melanies Wohnung vor und findet diese tot auf dem Boden liegend vor. Ein Haushaltsunfall? Katharina kann das nicht glauben. Kurzerhand nimmt sie Laura bei sich auf und beginnt, trotz Suspendierung zu ermitteln. Unerwartete Hilfe und Unterstützung bekommt Sie vom - ebenfalls suspendierten- Gerichtsmediziner Andreas Arnedt ... und natürlich von ihrem etwas berüchtigtem, aber stets bestens informiertem Onkel Antonio Kurtz. Während sich Katharina auf ihre eigene Anhörung vorbereitet, versuchen Sie, den Mörder von Lauras Mutter zu finden. Denn dass Melanie ermordet wurde, ist für Katharina mittlerweile sonnenklar...

Handlung & Charaktere:


Helmut Barz ist mit dem ersten Band "WestEnd Blues" ein gelungener Start in eine spannende und fesselnde Krimi-Reihe gelungen. Eine rasante Geschichte, die in Frankfurt am Main spielt und die alles hergibt, was ein guter Krimi bieten muss: Die Spannung beginnt gleich zu Beginn der Geschichte und kann über das ganze Buch gehalten werden. Trotz vieler kriminologischer Details, kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Mit viel erfrischendem Humor und Unterhaltung wird der Leser gefesselt und nimmt so an den Ermittlungen teil. Der Schreibstil ist locker und leicht und daher recht angenehm zu lesen. Es laufen mehrere Handlungsstänge ineinander, aber es fällt nicht schwer, den einzelnen Geschehnissen zu folgen. Manches wird etwas zu sehr herausgearbeitet, so zum Beispiel die sexuellen Neigungen einiger Protagonisten, haben diese doch wenig bis gar nichts mit dem Krimi zu tun und verwirren daher den Leser eher. 

Die Hauptcharaktere Katharina Klein ist so untypisch "Kommissaren-like", das es zwar eine Freude ist, ihren nicht so ganz üblichen Ermittlungsmethoden zu folgen, aber ab und an beschleicht einen doch der Gedanke, ob hier nicht ein klein wenig zu dick aufgetragen wurde.
Eine Frau mit Temperament und Elan, die sich von nichts und niemanden unterkriegen lässt und die Dinge im Alleingang erledigt. Eine Frau, die trotz ihres Jobs an illegalen Pokerspielen teilnimmt, und meines Erachtend doch ein bisschen zu sehr das Bild einer in Kampfsport bestens ausgebildeten, schwarzes Leder tragenden Amazone verkörpert. Einzig ihre ständig wiederkehrenden Ohnmachtsanfälle können dieses Bild wieder etwas schwächen. Und natürlich ihre Fürsorge Laura gegenüber.

Laura ist ein etwas neunmalkluges, vierjähriges Mädchen, das man aufgrund ihrer offenen und vertrauensseligen Art sofort ins Herz schließen mag. Sie schafft es, die großen, starken Männer mit ihrem Lieblingsfilm "Bambi" zum weinen zu bringen und vereint alle am Tisch für eine gemeinsame Runde Mensch-Ädere-Dich-Nicht.

Andreas Arendt erscheint als ruhiger, sehr zurückhaltendender Typ, der sich auf recht unscheinbare Art um Katharina und Laura sorgt. Er bekocht sie, er ist stets in ihrer Nähe und birgt doch so viele Geheimnisse. Seine wahre Identität und sein großes Geheimnis bleiben bis zum Ende ein spannendes Rätsel. Aber auch die weiteren Nebendarsteller wie zum Beispiel Katharinas Bodyguards Hans und Lutz oder der Vorgesetzte Polanski sind sehr sympathisch und liebevoll dargestellt.
Dr. Henthen wird gleich zu Beginn die Rolle des erfolgsbesessenen Arztes zugeteilt, der voll und ganz in seiner Gentechnik aufgeht und dessen oberstes Ziel es ist, durch Manipulation der Gene das perfekte Kind schlechthin zu erschaffen. Er bekommt den gewollt unsympathischen Stempel aufgedrückt , den er allemal verdient.

Fazit:


WestEnd Blues ist ein gelungener, leichter Krimi, der genügend Spannung für den Leser bereithält, um ihn an das Buch zu fesseln. Manchmal werden zu viele Klischees aufgearbeitet und die Protagonistin wird in der Darstellung ihren Eigenschaften und ihrem Charakter etwas zu sehr aufgebauscht, dass man fast das Bild einer Lara Craft vor Augen hat.
Nichtsdestotrotz bereitete mir das Lesen dieses deutschen Krimis sehr viel Spaß und ich kann dieses Buch getrost an Krimi-Liebhaber weiterempfehlen. Ich bin nun sehr gespannt auf Katharina Klein´s zweiten Fall in "African Boogie"

(c) Rezension, Alexandra

[alexandra]

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