Rezension: Couchgeflüster

Dienstag, 29. Mai 2012 0 Kommentare


Couchgeflüster
von Mira Becker

Verlag: rororo
Genre: Belletristik, Unterhaltung
Ausstatttung: Taschenbuch, 304 Seiten
Erscheinungstermin: 01.07.2010
ISBN: 978-3-499-25386-7
auch als eBook erhältlich


Inhalt

Die sonst so lebenslustige Yogalehrerin Nelly steht mit ihren 29 Jahren nun vor einer kleinen Krise, die ihr etwas zu schaffen macht: Ihrem mit Herzblut geführten Yogastudio laufen die Kunden davon - aber warum? Liegt es etwa doch an diesem unpersönlichen neuen Fitness-Studio, dass im gleichen Ortsteil eröffnet hat?

Finanziell sieht es daher auch alles andere als rosig aus, die Miete für Wohnung und Studio ist im Rückstand, der Kühlschrank gähnend leer und die ungeöffnete Post sieht verdächtig nach weiteren Rechnungen aus. Welch Glück hat die verträumte Nelly, eine so bodenständige Freundin wie Britta zu haben, die sie kurzerhand bei sich aufnimmt. Als ihr dann plötzlich Ben - der Traumman schlechthin - über den Weg läuft, glaubt sie, wenigstens in Sachen Liebe Erfolg zu haben - doch leider erinnert sich Ben bei ihrer nächsten Begegnung nicht mehr an sie! Wie kann das sein? Sie waren doch zusammen essen!

Das Rätsel löst sich, als Ben plötzlich in der renommierten Psychologiepraxis ihrer Mutter erscheint und sie sich dort wieder über den Weg laufen. Nelly erfährt, dass Ben unter einer retrograden Amnesie leidet und sich daher an die letzte Woche nicht erinnern kann.
Nelly packt die Gelegenheit am Schopf und gibt sich spontan als ihre Mutter Ella Nitsche aus - mit äußerst chaotischen Folgen...

Handlung & Charaktere:

Mira Becker hat mit "Couchgeflüster" einen locker-flockig und leichten Unterhaltungsroman erschaffen, der bestens geeignet ist für unbeschwerte, entspannte Lesestunden. Fließend leicht geschrieben und angenehm zu lesen - eine perfekte Urlaubs-Strand-Lektüre, die immer wieder für Schmunzler sorgt. 

Denn schon die Protagonistin Nelly ist ein echtes Unikat. Mit ihren 29 Jahren ist sie so verträumt und naiv wie eine sechzehnjährige, die rosarote Brille trägt sie beinahe dauerhaft und in ihrem Kopf spucken allerlei "krause" Gedanken - so kraus, wie auch ihr lockiger, widerspenstiger Haarschopf ist. Bodenständigkeit ist ein wahres Fremdwort für Nelly, sie lebt lieber von einem Tag in den nächsten. Und wenn es zu chaotisch um sie herum wird, dann ist es eben wieder dringend Zeit für einen Kopfstand. Man könnte Nelly auch als das personifizierte Chaos bezeichnen. Ein trotzdem sehr liebenswertes Chaos :)

Ihre beste Freundin Britta hingegen ist bodenständig, beruflich erfolgreich und sehr realitätsnah. Ohne ihre klugen Ratschläge und beherzten Unterstützungen wäre Nelly an mancher Situation wohl zuletzt verzweifelt.
Nelly Mutter Ella Nitsche wird meines Erachtens etwas zu klischeehaft dargestellt. Die unnahbare, akkurate, ja beinahe perfekte Psychologin - in allen Beziehungen das krasse Gegenstück zu ihrer Tochter Nelly. Zudem erscheint sie sehr unsympathisch und auch oberflächlich und sie scheint auch nicht so den rechten Draht zu ihren Kindern zu haben.

Die Art und Weise, wie Nelly letzten Endes die Sache in die Hand nimmt und versucht, Ben zu heilen und seinen Erinnerungen wieder auf die Sprünge zu helfen, gestaltet sich - natürlich, wie könnte es anders sein - sehr chaotisch und kurzzeitig auch sehr verwirrend. Ständig kommen neue Faktoren hinzu, was schon bei der fremden Frau anfängt, die vorgibt, Bens Verlobte zu sein...

Mein persönliches Fazit:

Meines Erachtens ist es ein Roman, der super geeignet ist für den nächsten Urlaub, denn man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen und dabei entspannen.
Tiefgang sollte man hier nicht erwarten - dafür viele, viele schöne "rosarote" Momente voller Liebe, Romantik, Eifersucht. etwas Kitsch und ganz, ganz viel Chaos.
In der Lösung des Ganzen wurde jedoch meiner Meinung nach eine Spur zu dick aufgetragen. Aber ich sehe bewusst darüber hinweg, da dieses Buch trotzdem für viele Lacher und amüsante Lesestunden gesorgt hat und werde das Buch schlichtweg als das bewerten, was es ist: Eine locker, leichte, lustige Frühlingslektüre.

(c) Rezension, Alexandra

[alexandra]

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