Rezension: Finding Sky, Die Macht der Seelen 1

Sonntag, 27. Mai 2012 2 Kommentare



Verlag: dtv Hardcover
Übersetzung: Aus dem Englischen von Michaela Kolodziejcok
Ausstattung: Hardcover, 464 Seiten
Veröffentlichung: 1. Auflage, Mai 2012 Deutsche Erstausgabe
Alter: Ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-423-76047-8


Zwei Seelen - für immer verbunden, doch in höchster Gefahr!

Inhalt:

Sky hat in ihrer Kindheit schreckliche Dinge erlebt; mit sechs Jahren wurde sie auf einem Rastplatz ausgesetzt und - geprägt von den Erlebnissen - hat sie vieles, sogar ihren eigenen Namen vergessen. Es dauerte ganze vier Jahre, bis sie wieder das Reden anfing. Im Alter von 10 Jahren wurde sie schließlich von einem Künstler-Ehepaar adoptiert, die ihr auch den Namen "Sky" gaben (ohne dabei jedoch wirklich an den Nachnamen "Bright" zu denken...) 

Als Sky 16 wird, zieht sie mit ihren Adoptiveltern für ein Jahr von England nach Colorado in den USA. An der Wrickenridge High erwartet Sky viel Neues, und sie findet trotz ihrer Schüchternheit schnell eine gute Freundin - "Obi"-Tina steht ihr immer mit Rat und Tat zur Seite. Aber da gibt es auch einen Jungen, der eine gewisse Anziehung auf Sky ausübt. Ausgerechnet der Schul-Rowdy und Mädchenschwarm Zed Benedict geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Allerdings scheint dies nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen, so ruppig, wie er sich ihr gegenüber verhält. 
Bis Sky plötzlich eines Tages seine Stimme in Ihrem Kopf hört. Hat sie geträumt?  Aber warum ist Zed plötzlich wie ausgewechselt und so besorgt um sie? Er scheint überhaupt nicht mehr von ihrer Seite zu weichen. Als Zed ihr mitteilt, sie sei - genau wie er - ein Savant und zudem noch sein Seelenspiegel, versteht Sky die Welt nicht mehr. Eine Welt, die für sie plötzlich sehr gefährlich wird ...

Handlung & Charaktere:

Joss Stirling hat mit dem Jugendroman "Finding Sky" eine schöne Mischung aus leichter Fantasy und Teenagerromanze zusammengestellt, die genau der Alters-Zielgruppe entspricht. Die richtigen Themen, die das jugendliche Leserherz höher schlagen lassen - aber dabei kann das Buch sehr gut als All-Ager durchgehen. Man sollte sich jedoch immer vor Augen halten, dass es eben ein Jugendbuch ist. 

Das Buch sorgt für Entspannung pur, man kann sich fallen lassen und einfach die Leichtigkeit der Geschichte genießen. Dementsprechend finde ich den Schreibstil sehr passend. Locker-flockig und sehr flüssig geschrieben und mit einer großen Portion Humor durchzogen, wird der Leser sofort in den Bann der Geschichte gezogen. Auch die Fantasy-Elemente des Buches überzeugen. Nicht zu dick aufgetragen und doch ist der paranormale Touch vorhanden. Das Thema "Savant" und die dazugehörigen Elemente wie Telepathie, das "Sehen" von Ereignissen, das "Bewegen von Gegenständen" ist sehr schön und ansprechend ausgearbeitet, vor allem die Darstellung des "Seelenspiegels" ist sehr gut gelungen. Es fließt sozusagen in das normale Leben mit ein und ist nicht das beherrschende Element des Buches. Denn gleichzeitig findet hier eine wunderschön dargestellte zarte Jugendromanze statt, die den Leser einfach berühren muss. 
Die Geschichte wird aus der Sicht der 16-jährigen Sky Bright erzählt, was dem Leser eine Menge Einblick in ihre doch sehr durcheinandergeratene Gefühlswelt zulässt. Trotz der vielen negativen Erfahrungen, die sie in ihrem jungen Leben machen musste, hat sie sich einen gehörigen Teil Humor und Ironie beibehalten können. Diese Eigenschaften, gepaart mit ihrer Schüchternheit und ihrer Sensibilität, machen sie zu einer sehr liebenswürdigen Protagonistin. Man möchte sie manchmal einfach nur drücken. 

Zed stellt den coolen Schul-Rowdy und Mädchenschwarm dar und versucht, sich so etwas von allem zu distanzieren. Später erfährt der Leser auch, warum das so ist. Denn in Wahrheit ist Zed eher liebevoll, fürsorglich und sehr hilfsbereit.  Etwas abrupt erscheint hier seine plötzliche Wandlung, die praktisch mit dem Umblättern einer Seite kam. Dies ging vielleicht etwas zu schnell und überfordert den Leser kurzfristig, auch wenn sich die Ursache dessen recht schnell aufklärt. 

Die Romanze zwischen Sky und Zed, das vorsichtige Herantasten an die jugendliche Liebe und die dazugehörigen Gefühle ist sehr berührend und harmonisch. Es zaubert immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht.  Auch schön gelungen sind Sky´s Zweifel an der ganzen "Savant-Sache" Das sie nicht einfach hinnimmt, was man ihr so plötzlich vor die Füße wirft, sondern dass sie versucht, erst einmal realistisch zu bleiben und nicht gleich alles Hals über Kopf glaubt, was ihr Zed und später auch die ganze Familie Benedict erzählt. sie tastet sich langsam an die Sache heran.
Ein kleiner Wehrmutstropfen hinterlässt die Darstellung der Geschehnisse in Vegas. Hier wird alles zu hektisch, und man hat das Gefühl, die zeit wird knapp und das Thema muss nun schnell, schnell beendet werden. Hier hätte ich mir eine etwas schönere Ausarbeitung gewünscht.

Mein persönliches Fazit:

Ein sehr gelungener Jugend-Fantasyroman mit einer bezaubernden Teenie-Romanze und einer äußerst humorvollen Protagonistin. Einige Leser kritisieren den fehlenden Tiefgang - aber ganz ehrlich: Man sollte das Buch als solches betrachten, dass es ganz schlicht und einfach ist: Ein Jugendbuch, dass für entspannte Lesestunden sorgen soll. Ich denke, dass Jugendliche neben dem großen Berg an Hausaufgaben und Lernmaterial mit solch einem schönen Buch ganz wundervoll entspannen und vom Schul-Alltag abschalten können - und sich nicht auch noch hier zusätzlich mit schwerer Literatur abplagen müssen.  Denn brauchen wir das nicht alle mal - einfach ein Buch zum Entspannen und Abschalten? 

© Rezension, Alexandra



Zur Autorin Joss Stirling 

Joss Stirling studierte Anglistik in Cambridge und war schon immer von der Vorstellung fasziniert, dass es im Leben mehr gibt, als man mit bloßem Auge sehen kann. Um für den Roman ›Finding Sky‹ zu recherchieren, unternahm sie eine ausgedehnte USA-Reise von den Rocky Mountains bis nach Las Vegas.  Ein paar Fotos ihrer Reise, die sie zu dieser Story inspiriert haben, findest du auf ihrer (englischsprachigen) Website www.jossstirling.com
Auf Twitter postet Joss Stirling übrigens regelmäßig Neuigkeiten unter twitter.com/#!/jossstirling.

[alexandra]

Kommentare:

  1. Eine wirklich schöne Rezension :) Hab das Buch auch vor kurzem gelesen und fand es super!

    LG
    Monika
    www.suechtignachbuechern.blogspot.de

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  2. Sehr schön geschrieben und jetzt wo ich es bei Dir lese .. das hatte ich ganz vergessen in meiner Rezi .. ich mußte auch immer lächeln, wenn die zwei sich näher kamen. Das kommt davon, wenn man eine Rezi 2 Tage aufschiebt, was ich normal nicht mache und noch ein Buch liest.

    Sehr schöne Rezi!

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