Rezension {Alexandra} - Inselmelodie

Samstag, 23. Juni 2012 1 Kommentar

von Katrin Jäger


Ausstattung: Flexibler Einband, 176 Seiten
Erscheinungstermin: 18.05.2012
Alter: Ab 15 Jahren
Genre: Jugendroman, Liebe
ISBN: 978-3-522-20146-9
Preis: 9,95 €





 Eine schicksalhafte Begegnung

Inhalt:
Die neunzehn-jährige Gara findet ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter einen Brief von ihr, in dem sie ihr etwas über ihren Vater mitteilt, den sie nie kennenlernte. Auf der Aussteiger-Insel La Gomera soll er leben. Gara, die kurz vor dem Beginn ihres Medizin-Studiums steht, beschließt kurzerhand eine kleine Auszeit und ehe sie sich versieht, sitzt sie im Flugzeug Richtung La Gomera. 
Sie erwartet nicht viel, möchte einfach nur mal ihren Vater kennenlernen. Sie weiß, dass er als Yogalehrer tätig ist und bucht sich in einen seiner Kurse ein - ohne ihm jedoch mitzuteilen, dass sie seine Tochter ist. 
Doch die Reise entwickelt sich für Gara zu einer neuen Lebenserfahrung, denn die Menschen, die sie während ihres Aufenthaltes kennenlernt und der besondere Flair der Insel ziehen sie in ihren Bann. Und sie lernt den Aussteiger Milan kennen, der einen ganz besonderen Reiz auf sie ausübt. Und dann ist da ja auch noch der junge Arzt Felix ...
Gara findet auf dieser bedeutenden Reise nicht nur ihren Vater, sondern zuletzt auch sich selbst - denn die Legende der Insel - die Legende um Garajonay - öffnet ihr einen neuen Blickwinkel auf Geschehenes und lässt Gara die Welt mit anderen Augen sehen...

Handlung & Charaktere:
Die Autorin Katrin Jäger - vielen ursprünglich als Krimi-Autorin bekannt - legt mit "Inselmelodie" ein überaus  gelungenes Debüt im Jugendbuch-Bereich vor. Sie nimmt ihre Leser mit auf eine sommerlich-frische Reise zur faszinierenden Insel La Gomera, auf der man nach dem Zuschlagen des Buches auch sehr, sehr gerne verweilen möchte.
Ihr Schreibstil ist sehr angenehm, die Sätze oft kurz und prägnant gewählt und die Sprache ist jugendlich-leicht und sehr altersgemäß. Der Roman ist aus der Sicht des Erzählers geschrieben und auch die Länge der einzelnen Kapitel sind gut gewählt - nicht zu lang und nicht zu kurz. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet, wobei man feststellen wird, dass man mit Gara wirklich erst "warm" werden muss. 
Ihre zurückhaltende, etwas verbissene und tröge Art mag zu Beginn etwas abschreckend wirken, aber man bekommt im Laufe der Geschichte ein Gespür dafür, warum sie so dargestellt wurde. Gara, die schon sehr früh erwachsen werden musste, die partout nicht so ausgeflippt wie ihre Mutter werden wollte, die bewusst bodenständig sein wollte und dann zuletzt mit dem Verlust der Mutter klarkommen musste. Dies alles prägt Gara sehr und sie muss tatsächlich erst lernen, einfach mal loszulassen, einfach mal nicht nachzudenken und abzuwägen. Ihre Reise auf die Insel war für sie eine weise und vor allem lebensbeeinflussende Entscheidung, die ihrem Selbstbewusstsein sehr gut tut und die ihr wieder wahres Leben einhaucht.
Wir begleiten Gara auf eine gedanklich-emotionale Reise einer Jugendlichen, die die Liebe neu - und vor allem bewusst - kennenlernt. Der Aussteiger Milan entfacht ungeahnte Gefühle in ihr und die geheimnisvolle Legende "Garajonay" öffnet ihr in vielerlei Hinsicht die Augen. Eine Legende um das schöne Mädchen Gara und ihren Freund Jonay, nach der auch ein beinahe verzaubert wirkender Waldabschnitt benannt wurde. Eine Legende, die Gara vieles über ihre eigene Mutter offenbart. Gara hatte sich in der Vergangenheit oft über ihre Mutter geärgert, allein schon wegen der Namenswahl. Im Wald Garajonay lernt sie eine ganz neue Seite ihrer Mutter kennen und sie versteht einiges. Leider kann sie es ihr nicht mehr sagen. 
Aber wir erfahren auch einiges über den Hippie-Vater, den Yoga-Guru von La Gomera. Warum er seine Tochter nie kennenlernte, warum er auf Gomera lebt und Andrea - Garas Mutter - nie heiratete.


Mein persönliches Fazit:
Katrin Jäger´s Jugendroman "Inselmelodie"  lockte mich auf eine leichte und entspannte Lesereise auf die sommerliche Insel La Gomera. Ein altersentsprechender Jugendroman, dem es trotz der Kürze an nichts fehlt: Eine Brise Sommer, ein Hauch Abenteuer, etwas jugendliche Dramatik und ganz viel Romantik. Am liebsten hätte ich sofort meine Koffer packen und zum Flughafen eilen wollen. Eine sehr schöne sommerleichte Lektüre, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe. 
Einzig das leicht kitschig wirkende Ende hat mich etwas gestört, aber dies ist eindeutig eine persönliche Empfindung. Für die angegebene Alterziel-Gruppe erscheint es mir jedoch sehr passend und ansprechend. Auch die Covergestaltung ist sehr gelungen und durchaus sehr ansprechend. Alleine das Bild des Mädchens, dass durch den Sand läuft, lädt schon zum Urlaubs-Träumen ein.
Absolut empfehlenswert für den nächsten Reisekoffer oder für einen schöne lesezeit im Liegestuhl - Urlaubsfeeling inklusive :)

Rezension von Alexandra

Zur Autorin
Katrin Jäger
Katrin Jäger (Jg. 1970) ist in einem Dorf bei Münster aufgewachsen. Sie studierte Publizistik, schrieb für die Lokalzeitung und volontierte danach an der Berliner Journalisten-Schule. Für die B.Z., Berlins größte Zeitung, besuchte sie Ur-Big-Brother Zlatko, wohnte nach dem Türkei-Erdbeben im Zelt eines Opfers, streichelte eine zahme Wölfin namens Ingrid und schrieb alles auf. Vor ein paar Jahren verließ sie Berlin und ging - der Liebe wegen - in ihr Heimatdorf zurück. Dort wohnt sie mit ihrem Mann und den beiden Söhnen mitten auf einer Wiese und arbeitet als freie Autorin.

1 Kommentar:

  1. Sehr schöne Rezension!
    Das Buch hat mich jetzt nicht unbedingt angesprochen - werde mal weitere Rezensionen verfolgen!

    LG Anni

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