Rezension: Schlafende Geister

Sonntag, 1. Juli 2012 0 Kommentare


Schlafende Geister

von Kevin Brooks 
Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch verlag
Übersetzung: aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
Ausstattung: Taschenbuch, 400 Seiten
Grenre: Kriminalroman
ISBN:  978-3-423-21329-5
Erscheinungsdatum: November 2012


Inhalt

Der Privatermittler John Craine ist nie über die Ermordung seiner Frau hinweggekommen. Zumal er derjenige war, der sie im gemeinsamen Schlafzimmer förmlich abgeschlachtet vorgefunden hat. Er ist seitdem Kettenraucher und trinkt sich jede Nacht in den Schlaf. Als er dann einen neuen Auftrag bekommt, ein verschwundenes Mädchen Namens Anna Gerrish zu finden, ahnt er noch nicht, auf wen er treffen wird und das er wieder aufs Neue mit seiner Vergangenheit und dem Tot seiner Frau konfrontiert wird.

Handlung/Charaktere:

Kevin Brooks Thriller „Schlafende Geister“ schafft es, durch die schnell steigende Spannung den Leser zu fesseln. Der Aufbau der Story ist gut durchdacht. Trotz den uns bereits bekannten Thriller-Bausteinen bekommen seine Charaktere durch seine Darstellung besondere Züge. Selbst der Protagonist John Craine, der eigentlich einen ziemlich chaotischen und verlebten Eindruck macht, hat viel Sympathie und auch die Beschreibung seiner Trauer und Wut lässt ihn menschlicher und emotionaler erscheinen, als anfänglich erwartet. Auch die Hervorhebung seiner Gedanken bzw. Erlebnisse an der Ermordung seiner Frau durch eine andere und kleinere Schriftart, ist perfekt gewählt. 

Kevin Brooks beschreibt auf ehrliche und brutale Weise, die Geschehnisse, die John Craine auf der Suche nach Anna Gerrish erlebt. Als bereits zu Anfang bekannt wird, dass das verschwundene Mädchen nicht, wie durch ihre Familie beschrieben, gut behütet aufgewachsen ist und sogar nach John Crains Vermutung sexuellen Missbrauch erleben musste, gewinnt die Geschichte zunehmend an Fahrt. John erkennt durch das Zusammentreffen mit dem leitendenden Detective Chief Inspector Mick Bishop, das hinter dem Verschwinden des Mädchens ganz andere Machenschaften laufen. Bishop ist ein korrupter und brutaler Mann, der nicht davor zurückschreckt seine Macht zu missbrauchen. Er wird gekonnt als der perfekte Bösewicht dargestellt, der versucht John´s Ermittlungen zu sabotieren. Kevin Brooks schafft es, die so von Grund auf verschiedenen Charaktere perfekt miteinander zu verbinden und der Geschichte somit den überaus gelungen Verlauf und Abschluss zu verleihen. 

Trotz offenem Ende ist man nicht enttäuscht. Durch seine Art und Weise, wie er die Geschichte abschließt, weckt er Hoffnung auf eine Fortsetzung.

Meine persönliches Fazit:

Ich kenne die Jugendromane von Kevin Brooks noch nicht, deshalb hatte ich auch an sein erstes Erwachsenenbuch keine Erwartungen. Mir persönlich haben die Handlung, der Aufbau und insbesondere der Schreibstil, mit einer Prise britischem Humor sehr gefallen. Auch der Handlungsort England war, wie ich finde, sehr gut gewählt. Es werden zwar alle üblichen Thriller-Klischees, angefangen vom psychisch angeschlagenen, ehemaligen Drogensüchtigen und jetzt trinkenden Protagonisten John Craine bis über den korrupten DCI Bishop erfüllt, jedoch wird man sehr schnell vom Schreibstil und des intelligenten und spannenden Aufbaus der Story gefesselt. Man darf weitaus mehr erwarten, als im Klappentext angegeben ist und auch das Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

(c) Rezension von Aygen

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