Rezension: Vampir mit Vergangenheit

Sonntag, 29. Juli 2012 0 Kommentare

Vampir mit Vergangenheit
von Charlaine Harris


Verlag: dtv Verlag
Originaltitel: Dead Reckoning
Übersetzung: Britta Mümmler
Ausstattung: Taschenbuch, 416 Seiten
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-423-21386-8
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2012
Preis: 8,95 €

LeseprobeKLICK!




Inhalt: 
Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin erfährt so einiges über Ihre Herkunft und eher durch Zufall fällt ihr ein elfischer Gegenstand ihrer Großmutter - ein Cluviel Dor, das für sie bestimmt war - in die Hände. Dieses Cluviel Dor soll angeblich genau einen Wunsch erfüllen. Es hat so große magische Kräfte, dass es nicht nur die Zukunft, sondern somit auch die Vergangenheit verändern kann. Sookie weiß nicht genau, was und wie sie dieses Cluviel Dor einsetzen soll und verwahrt es in einem Geheimversteck auf. Nachdem eine Brandbombe in Sams Merlottes Bar einschlägt, fängt der Ärger erst richtig an. Sam und Sookie versuchen rauszubekommen, ob ein Gestaltenwandler hinter diesem Anschlag steckt. Was Sookie noch nicht weiß, dass eine ihr bekannte Person es wieder auf sie abgesehen hat. Auch die Vampire Eric und Pam schmieden nebenher noch ungeahnte mörderische Pläne um Ihren Meister Victor aus dem Weg zu räumen, von denen Sookie anfänglich noch nichts weiß. Kann Sookie diesmal dem Unheil entkommen?

Handlung/Charaktere:
Charlaine Harris besitzt das Talent, ihre Leser schnell in den Bann zu ziehen. Obwohl man ja bei einer Reihenfolge davon ausgeht, dass Wiederholungen unvermeidbar sind und das Einlesen in so eine Geschichte eher unvorstellbar ist, hat mich die Autorin durch den spannenden Aufbau der Handlung und die Darstellung der einzelnen Charaktere überzeugt. Sie stellt das Zusammenleben der Gestaltenwandler, Vampire, Elfen und Menschen so überzeugt dar, das man es als normal empfindet. Selbst als Neueinsteiger gibt man sich der fantastischen Erzählung hin. Empfindet es nicht als Surreal. Trotz der leichten, lockeren Schreibweise baut sie immer wieder komplexe Bausteine ein, um den Leser zu verwirren, was ihr sehr gut gelingt. Man lässt sich leicht hinters Licht führen und wenn man glaubt, die Vorgehensweise oder die Gedankengänge der Protagonistin durchschaut zu haben, wird man immer wieder aufs Neue über den Verlauf überrascht. Welche Geheimnisse hinter ihrer elfischen Herkunft oder den geheimnisvollen Plänen ihres Freundes Eric, dem Vampir stecken, lassen sich nicht so einfach erkennen, wie eigentlich vermutet. Sookie Stackhouse wird als selbstbewusste Frau dargestellt, mit einem besonderen Touch an Naivität was sie unfreiwillig komisch wirken lässt. Obwohl man bei einer Vampirgeschichte von vorne herein immer bösartige Kreaturen erwartet, sind diese im Buch dargestellten Charaktere nicht vollkommen in eine Schublade zu stecken. Sie besitzen oft Eigenschaften, die sie geradezu menschlich erscheinen lassen und natürlich mit dem gewünschten Maß an Attraktivität.

Meine persönliche Meinung:
Ich wurde ja bereits vor dem Lesen von einigen Sookie Fans vorgewarnt, die Reihenfolge zu befolgen, denn dieses Buch ist bereits das 11. Band aus der Sookie Stackhouse Reihe. Nichts desto trotz konnte ich während dem Lesen von Kapitel zu Kapitel, die ein odere andere Sache aus den Vorgeschichten erfahren und somit fiel es mir ganz und garnicht schwer, mich in die Geschichte einzulesen. Diese Reihe lässt sich leicht lesen. Es wird eine gute Mischung aus Komik, Liebe, Leidenschaft und Fantasy geboten und ich werde mir definitv von Zeit zu Zeit noch die anderen Bände zu Gemüte führen. Auch ich bin jetzt von Sookie Stackhouse gefangen und möchte ihre ganze Vorgeschichte kennenlernen. Eine lockere Leselektüre ohne große Komplexität, die Freude macht zu lesen.

Rezensiert von Aygen 


Über die Autorin:   
Charlaine Harris wurde am 25. November 1951 in Tunica, Mississippi geboren. Schon als Teenager schrieb sie Gedichte über Geister und später, am College, verfasste sie einige Theaterstücke. Nachdem sie einige Zeit als Schriftsetzerin für mehrere Tageszeitungen tätig war, konzentrierte sie sich schließlich gänzlich aufs Schreiben. Heute lebt sie in Arkansas - gemeinsam mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, zwei Hunden, zwei Frettchen und einer Ente. Sie ist eine unersättliche Leserin, gemäßigte Cineastin und gelegentliche Gewichtheberin. Charlaine Harris hat zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht. Ihre Vampirromane wurden nicht nur mit dem begehrten Anthony Award, sondern auch mit dem Sapphire Award für SF Romance sowie dem französischen »Les Romantiques« für die beste Heldin ausgezeichnet und kamen in die Endauswahl u. a. für den Agatha Award und den Compton Crook Prize. Charlaine Harris ist eine der international erfolgreichsten Autorinnen des Vampirgenres.

Quelle Text & Bild: © Sigrid Estrada 2010 / http://www.charlaineharris.com


Hier findet ihr eine Auflistung aller bei Amazon gehandelten Bücher: -->  Bücher von Charlaine Harris



Rezension: Wir beide, irgendwann

3 Kommentare

Wir beide, irgendwann

Verlag: cbt Verlag
Originaltitel: The Future of Us
Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Knut Krüger
Genre: Jugendroman
Erscheindungsdatum: 27. August 2012
Ausstattung: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 400 Seiten
Vom Verlag empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
ISBN-13: 978-3-570-16151-7


Inhalt:

Mai 1996 - Emma bekommt von ihrem Vater zum sechzehnten Geburtstag einen brandneuen Computer geschenkt, der sogar schon Windows 95 kann. Emma ist begeistert, denn nun kann auch sie endlich mal das Internet testen, von dem gerade alle reden. Von Josh, ihrem Nachbarn und besten Kumpel, erhält sie zudem eine begehrte AOL-CDRom mit 150 Freiminuten und so legt Emma sich sofort eine eigene Mail-Adresse an und wartet auf den Aufbau der Internet-Seite. Was sie da allerdings zu sehen bekommt, verwundert sie sehr: Eine Seite baut sich Bild um Bild auf, die sich Facebook nennt. "Was soll das sein?" fragt sich Emma. "Noch nie gehört ..."

Und warum sieht sie Bilder einer Frau, die auch noch den gleichen Namen trägt wie sie, die laut den Beiträgen die gleiche Schule besucht hat, die gleichen Freunde hat, die gleiche Halskette trägt... - Moment! Emma stellt erschrocken fest: Das ist sie selbst in 15 Jahren! Es gibt keinen Zweifel. Doch leider scheint ihre Zukunft nicht so rosig zu sein. Die ihres Kumpels Josh dagegen um so mehr, wie sie feststellt. Denn auch er besitzt eine solche Facebook-Seite. Emma und Josh beschließen, niemandem von dieser merkwürdigen Seite aus der Zukunft zu erzählen. Doch an Emma nagt es - und als sie feststellt, das sie mit ihrem Tun in der Gegenwart die Zukunft beeinflussen kann, beginnt sie ein gefährliches Spiel mit fatalen Folgen ...

Handlung & Charaktere:

Das Autoren-Duo Jay Asher und Carolyn Mackler haben in Zusammenarbeit einen Roman erschaffen, der den Leser durch seine Frische und Leichtigkeit in den Bann zieht. Die Geschichte spielt sich im Jahr 1996 ab - doch das Thema des Buches ist Brandaktuell! Mit Facebook kann sich heute ein jeder identifizieren. Heute gehört man schon eher zur Minderheit, wenn man keinen eigenen Account besitzt. Facebook ist in unserem Leben so normal und alltäglich geworden wie telefonieren oder Fernsehen schauen. Und gerade hier liegt die Faszination: Der Roman entführt uns in eine Zeit vor Facebook. In eine Zeit, in der gerade erst das Internet populär wurde. Facebook existierte zu dieser Zeit noch nicht - außer bei Emma und Josh auf dem Bildschirm. Zukunftsmusik sozusagen - und wir als Leser müssen immer und immer wieder lächeln über die Entdeckungen, die die beiden mit dieser Seite machen. Den Autoren ist eine perfekte Verknüpfung von Vergangenheit und Zukunft (also unserer heutigen Gegenwart) gelungen. Viele Leser können sich gut mit den beiden Protagonisten identifizieren - so auch ich selbst. Emma war 1996 nur ein wenig jünger als ich selbst und so vieles kam mir bekannt und so vertraut vor wie zum Beispiel die Musik, die sie in ihrem Discman oder in ihrem Kasettenplayer (!) im Auto hört. Es werden definitiv nostalgische Gefühle in den Lesern geweckt. Und daher kann man "Wir beide, irgendwann" ganz getrost der Kategorie "All Ager" zuordnen. Denn dieses Buch wird jung und alt begeistern!

Der Schreibstil ist zudem sehr locker und leicht und unglaublich fließend zu lesen. Die Kapitel, die zudem sehr kurz gehalten sind, rauschen nur so dahin und man liest das Buch trotz der 395 Seiten quasi am Stück durch. Das Buch ist unterteilt in zwei Handlungsstränge, die sich Kapitel für Kapitel abwechseln. Der erste Handlungsstrang handelt von Emma, der zweite von Josh - beide werden aus der "Ich"-Perspektive erzählt und lassen viel Einblick in die Gedankenwelt der beiden zu. Emma, eher impulsiv, nachdenklich und auch störrisch-dickköpfig, entwickelt sehr schnell eine gewisse Besessenheit, was Facebook betrifft. Geleitet von ihrer vermeintlichen Entdeckung, in der Zukunft eher unglücklich zu sein, lässt sie nichts unversucht, dies zu ändern. Sie verbeisst sich da regelrecht und vergisst dabei vollends, in der Gegenwart zu leben und diese zu genießen. Ständig grübelt sie darüber, was für Auswirkungen ihr Tun auf ihre Zukunft haben könnte.

Josh ist eher besonnen und skeptisch - und auch vernünftig. Natürlich ist er sehr angetan davon, dass seine Zukunft Tolles für ihn bereit hält, aber er weiß auch, dass er nicht bewusst Dinge herbeiführen darf. Er merkt sehr schnell, dass Emmas Spiel sehr gefährlich ist und nicht abzuschätzende Kettenreaktionen in Gang setzt. Das Augenmerk ist auch eindeutig auf die beiden - Emma und Josh - gerichtet und die anderen Darsteller werden eher oberfachlich dargestellt. So ist der Leser auch nicht vom Hauptgeschehen abgelenkt.

Mein persönliches Fazit:

"Wir beide, irgendwann" hat mich persönlich unglaublich fasziniert. Das Buch, oder besser gesagt, das Thema ist unglaublich frisch und vor allem noch neu. Oftmals zieht man ja bei bestimmten Themen unbewusst einen Vergleich zu schon gelesenen Büchern mit ähnlichen Themen. Dies blieb bei diesem Buch vollends aus, weil ich nichts ähnliches kannte. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und mich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen können. Vor allem in Emma - denn ihre Reaktion ist fast schon ein wenig verständlich, wenn ich darüber nachdenke. Was wäre, wenn ich heute einen kleinen Einblick in meine Zukunft bekäme und nicht zufrieden wäre damit??? Ich könnte nicht sagen, wie ich tatsächlich reagieren würde.
Jay Asher und Carolyn Macker möchten uns eine Botschaft vermitteln: Wir sollen JETZT leben und unsere Zeit genießen, Freunde treffen, das Leben auskosten und die Zukunft auf uns zukommen lassen. Kurzum: Einfach das beste aus unserem Leben machen. Ein wahrlich rundum gelungenes Jugendbuch, dass eindeutig als "All Ager" auch Erwachsene begeistern wird. Es ist witzig, spritzig und frisch geschrieben, kurzweilig geschrieben und lädt ein zum Lachen, zum Träumen und zum Mitfiebern, aber auch immer wieder zum Nachdenken.

© Rezension: Alexandra 

[alexandra]

Im Gespräch mit Autorin Gabriella Engelmann

Samstag, 28. Juli 2012 5 Kommentare

Liebe Gabriella, zuerst natürlich einmal herzlich Willkommen und vielen Dank für Deinen Besuch im BücherKaffee und dass Du Dir Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten.


Gleich mal eine neugierige Frage vorab: 
Mit welchem Getränk kann man Dir größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus?


Da gibt es für mich kein entweder – oder, sondern ein klares sowohl – als auch! Nur morgens im Bett MUSS es ein großes Glas mit einem „Gabriella-Spezial“-Kaffee sein. Der besteht aus Classico Arabica-Espresso, Milch, Wasser und ayurvedischem Zucker. Später geht es mit grünem Tee weiter. Auch bezüglich der Locations habe ich keine besonderen Vorlieben, weil ich beides mag. Unschlagbar allerdings: Das Café Paris in Hamburg. Für mich der tollste Ort überhaupt!


Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor. Wer ist Gabriella Engelmann?


Gabriella Engelmann ist eine lebenslustige Person, die seit sie denken kann, Bücher liebt. Nach dem Selberlesen kam irgendwann das Selberschreiben und damit all die Auf und Abs, die mit diesem Beruf verbunden sind.


Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? 
Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen?


Ich schreibe seit mittlerweile acht Jahren als sogenannte „Freie Autorin“. Schuld daran war ein Traum: Ich saß vor einem Computer und schrieb ein Buch. Am nächsten Morgen dachte ich: „Gabriella, du bist irre!“ Eine Woche später standen die ersten zwanzig Seiten meines Debüts „Die Promijägerin“. Nach der Veröffentlichung des zweiten Romans habe ich meinen Verlagsjob gekündigt und den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Neben dem eigenen Schreiben betreue ich eine kleine, feine Anzahl von Autoren als Literaturscout.


Der Weg ist das Ziel: Von einer Idee zum fertigen Manuskript: 
Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? 
Skizzen und Notizen samt Post-it-Sammlung oder alles ordentlich mit System am PC? Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen?


Ich arbeite mit einem Mix aus Systematik, Disziplin, Struktur – und Chaos ;-) Es gibt Konzepte im PC, die ich dann vergesse und tatsächlich Unmengen von Notizen auf allem, was ich gerade zur Hand habe, wenn mir eine Idee kommt. Das alles muss natürlich irgendwann sortiert und in Form gebracht werden. Erfahrungsgemäß erst, wenn das Buch abgegeben ist – und ich DANN sehe, was ich alles notiert und verbaselt habe ;-)


Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.)


Es gibt zwei Faktoren, die wichtig sind, damit ich gut schreiben kann: Das sind mein Schreibtisch mitsamt Laptop – und absolute Ruhe! Dann wird das Telefon ausgeschaltet und ich gehe mitsamt Tee oder Kaffee auf Tauchstation.


Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? 
Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun?


Meine Helden sind immer eine Mischung aus mir selbst und dem, was ich in meiner Umgebung beobachte. Das können Menschen im Supermarkt sein, aber auch Figuren aus Filmen, anderen Büchern, kleine Geschichten, die ich in der Presse finde, oder Begegnungen auf der Straße.


Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?


Definitiv der Anfang! Und damit meine ich den tatsächlichen Anfang, also das Exposé. Ich bin eine intuitive Schreiberin, keine Strategin. Ich brauche leider immer sehr lange, um mich „warm zu schreiben“, aber irgendwann bricht der Damm und es „flutscht“. Danach wende ich meist viel Zeit darauf, die Schwächen der ersten Seiten zu korrigieren oder Figurenprofile anzupassen. Im Laufe der Geschichte verändern meine Helden nämlich ihren Charakter und das sollte dann schon alles am Ende hinhauen ;-)

Welchen Einfluss hast Du als Autorin auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung Deines Buches?

Laut Vertrag gar keinen. Da ich mit meinen Verlagen aber auf sehr vertrauensvoller Basis zusammenarbeite, sind alle darum bemüht eine Version zu finden, die uns allen gefällt. Das musste ich mir allerdings erst erarbeiten, meine beiden ersten Bücher waren in dieser Hinsicht ein Totalausfall!


Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?


Da gibt es so einige … :-)

„Licht“ von Christoph Meckel gehört dazu, „Schlafes Bruder“, „Nachtzug nach Lissabon“, aber auch Romane wie „Eat, pray, love“ oder „Der Duft von Apfelkernen“.
Ach was, ich höre lieber auf, es gibt so viele wundervolle Bücher!

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?

Das Genre „Querbeet“. Ich kann anhand der Buchtitel gut ablesen, in welchen Phasen und Stimmungen in mich befinde, bzw. befunden habe. Da steht wirklich „schwere, literarische Kost“ neben Sachbuch, Bildbänden über die Provence oder Kinderbuch. Da ich früher Bilderbücher gesammelt habe, gibt’s da auch einiges zu bestaunen.
Ex-Buchhändlerin und Buch-Junkie halt ;-)

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen?

Mit Scarlett O´Hara von Margret Mitchell. Ich wüsste immer noch gern, ob es mit Rhett Butler geklappt hat ;-)

Buchmessen und Lesungen, vor allem LiveStream-Lesungen werden immer beliebter. Auf welcher Buchmesse werden wir Dich als Nächstes treffen können? Führst Du gerne Öffentlichkeitsarbeit / Lesungen oder ist das Lampenfieber groß?

Als nächstes steht auf alle Fälle die Frankfurter Buchmesse auf dem Programm, wo es vermutlich eine kleine Talk-Runde zum Thema Märchen geben wird. Und natürlich eine Signierstunde. Generell habe ich ziemliche Angst vor Lesungen und finde auch nicht, dass sie zu meinen Stärken gehören. Am Kontakt mit meinen Lesern und anderen „Buchmenschen“ habe ich hingegen riesige Freude. Ich werde übrigens auch gern interviewt.
Der Talk bei den „Glimmerfeen“ oder der Auftritt im Fernsehen bei „Hamburg 1“ haben mir großen Spaß gemacht – UND DIESES INTERVIEW AUCH! Ich bin halt eine echte Quatschtante ;-)


Da ich selbst blogge, interessiert mich dies besonders:
Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autorin und deren Fans viel intensiver geworden. Fluch oder Segen?
Wie stehst Du persönlich dazu?


Was für eine schwere Frage! Sagen wir es mal so: Hätte mein Tag 48 Stunden und würde dieser Kontakt mich nicht vom Schreiben ablenken, könnte das durchaus gern mehr sein. Leider bin ich aber so gepolt, dass ich fast jede persönliche Information aufsauge wie ein Schwamm und dann mit mir herumtrage. Wenn ich also auf faceboook lese, dass jemand krank ist oder es ihm nicht gut geht, würde ich gern helfen. Oder zumindest eine nette Karte schicken. Bislang habe ich mir die Zeit auch immer genommen, aber sie fehlt mir natürlich beim Schreiben.
Seit ich mich auf FB angemeldet habe, hat meine Arbeitswoche ungefähr zehn Stunden mehr. Allerdings macht mir der Kontakt so viel Spaß dass ich es mir auch nicht anders vorstellen könnte. Mal sehen, wie ich das in Zukunft handhabe.


Du schreibst ja zum einen Frauenromane, zum anderen aber auch Jugendromane, wie die allseits sehr beliebten modernen Märchenbücher. 
Fällt es dir leicht, dich wieder auf das jeweils aktuelle Genre umzustellen? Du hast ja gerade vor kurzem erst einen weiteren Jugend-Märchenroman abgeschlossen und arbeitest nun wieder an einem neuen Frauenroman. 
Ist die Umstellung nicht sehr schwierig?


Eigentlich nicht. Die Lebenswelten der Figuren sind zwar unterschiedlich, aber die Emotionen bleiben weitestgehend dieselben. Die Unsicherheit einer Heldin um die vierzig äußert sich zwar anders als die eines Teenies, aber das Gefühl ist und bleibt dasselbe: es ist einfach nervig! ;-)

Eine Frage, die auch mich sehr interessiert: Welches Märchen hat dir selbst in Deiner Kindheit am besten gefallen? Und welcher Märchen-Bösewicht jagte Dir den größten Schrecken ein?

Ich mochte eigentlich nur das romantische DORNRÖSCHEN. Alle anderen haben mir ausnahmslos Angst gemacht und viele schlaflose Nächte bereitet.


Hattest Du während des Schreibens von „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid“ je mit einem solchen Erfolg der modernen Märchen gerechnet?


Nein, ganz bestimmt nicht! Die Idee zu den modernen Märchen stammte ja vom Arena-Verlag und ich habe sie für mich anfangs als kleines „Experiment“ betrachtet. Schließlich waren ja auch nur zwei Titel geplant. Und um ehrlich zu sein: Der Start war alles andere als erfolgreich. Jetzt bin ich immer noch überrascht von der tollen Resonanz – und vom Grimms Jubiläum, das einfach so ungeplant dazwischenkam. Das ist aber auch das tolle an diesem Beruf: Man weiß nie, was passiert ;-)

Gabriella Engelmann steht für wunderschöne Sylt-Romane und für moderne Märchen – Rebecca Fischer schreibt herzerwärmende Liebesromane. In welchem Genre fühlst Du Dich selbst am wohlsten? Oder ist gerade die Abwechslung das Erfrischende am Schreiben?

Ich selbst sehe gar keinen so großen Unterschied zwischen all diesen Büchern. Das Setting ist jedes Mal ein anderes. Aber es geht in allen Büchern um Freundschaft, Liebe, Beruf und die persönliche Weiterentwicklung der Figuren. Und eine Prise Humor oder Albernheit gibt es in allen.

Du warst zuvor als Buchhändlerin, als Lektorin und sogar als Verlagsleiterin tätig. Welcher berufliche Bereich hat dir am meisten Erfahrung für Deinen schriftstellerischen Weg mitgegeben?

Ich würde sagen alles zu gleichen Teilen. In allen Positionen hatte ich eine wunderbares Sicht darauf, was Leser mögen – und was nicht. Allerdings weiß ich durch meine Verlagstätigkeit Entscheidungen von Verlagen besser einzuschätzen als manche Kollegen das können, die mich deshalb auch immer mal wieder um Rat fragen, denn einfach ist diese Branche nicht!


Am 1. August 2012 erscheint Dein fünftes und auch letztes modernes Märchen beim Arena Verlag: "Goldmarie auf Wolke 7" - eine moderne Fassung der allseits bekannten "Frau Holle" 
Warum ist Deine Wahl gerade auf das Märchen Frau Holle gefallen?


Ich habe lange überlegt, welches Märchen ich zuletzt wählen sollte. Ursprünglich hatte ich die Idee, Rapunzel zu nehmen und in einem ähnlichen Setting wie „Schneewittchen“ anzusiedeln. Das hätte den Vorteil gehabt, dass man die von meinen Lesern heiß geliebten sieben Zwerge verstärkt hätte „auftreten“ lassen können. Doch dann bin ich eines Tages per Zufall über ein Buch zum Thema „Raunächte“ gestolpert, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat. So kam mir die Idee, als Abschluss der Reihe ein magisches Wintermärchen zu schreiben. Und welche Figur verbindet man am meisten mit WINTER und SCHNEE? Frau Holle natürlich ;-) Anfangs habe ich mich beim Schreiben ein bisschen schwer getan, da die Geschichte der verfeindeten Stiefschwestern Goldmarie und Pechmarie im Grimm-Märchen nahezu identisch erzählt wird, was mir persönlich zu langweilig erschien. Es dauerte eine Weile, bis ich die Erzählform gefunden hatte, von der ich glaube, dass sie passt und spannend ist. Die magische Parallelebene um Frau Holle alias Feenkönigin Nives Hulda zu schreiben, hat mir allerdings noch größeren Spaß gemacht. Seit „Küss den Wolf“ habe ich plötzlich ein Faible für Magie entdeckt, das mir bislang völlig fremd war. Und so konnte ich mich hier richtig austoben und zu meiner eigenen Überraschung sogar einen Dämonen einführen …

Was für ein Gefühl war es beim Schreiben zu wissen, dass dieses Buch das letzte von insgesamt fünf modernen Märchen sein wird?

Ein ganz, ganz komisches. Zum einen war ich bislang noch nie in der Situation eine ganze Reihe zu Papier gebracht zu haben, auch wenn das Ganze von vornherein gar nicht als solche geplant war. Zum anderen habe ich noch eine so lange Zeit an einem Stück an derselben Thematik gearbeitet. Zweieinhalb Jahre „nur“ Märchen, das war schon ein bisschen surreal, aber zugleich eine Zeit, die ich keinesfalls missen möchte. Ich brauchte eine Weile, um mich in diese Welten einzufinden, zu wissen was mögen die Leser, was nicht. Ein Gespür dafür zu entwickeln, wie viel Interpretationsspielrum ich habe, bzw. mir nehmen kann. Darüber hinaus hat mich diese Arbeit wieder zurück in meine Kindheit geführt und mich an Situationen oder Gefühle erinnert, die längst irgendwo „verbuddelt“ waren. Gerade diese psychologische Auseinandersetzung mit den familiären Themen, die in allen fünf Märchen eine starke Rolle spielen, hat mich zuweilen an meine Grenzen gebracht, auch wenn ich eine schöne Kindheit hatte. So flossen beim Schreiben immer mal wieder Tränen und ich fragte mich verwundert: Huch? Wieso denn gerade bei dieser Szene? Nun bin ich ein bisschen melancholisch, weil viele Leser schon fragen: „Wird es wirklich das letzte Märchen sein?“ und ich würde am liebsten sagen“ NEIN, natürlich nicht.“ Aber ich muss auch an die Leser denken, die viel zu lange auf ein „Erwachsenenbuch“ von mir warten mussten und nun auch zu ihrem Recht kommen sollen. Und ob es so klug ist, zwei Jahre später noch mal mit einem Märchen „um die Ecke“ zu kommen? Wohl eher nicht.
Man soll die Party ja bekanntlich verlassen, wenn´s am schönsten ist ;-)


Woran arbeitest Du gerade? Auf was dürfen wir uns als nächstes freuen? Kannst und magst Du den Lesern schon etwas vorab verraten?


Momentan schreibe ich gerade an einer Fortsetzung meines Sylt-Romans „Inselzauber“ und danach wird es einen weiteren Roman für Erwachsene geben. Das Jugendbuch muss also leider eine Weile pausieren ….


Was macht Gabriella Engelmann, wenn sie gerade nicht hinter dem Schreibtisch sitzt?


Mit Freunden treffen, in der Wanne liegen, tanzen, kochen, ins Kino gehen, auf der Terrasse herumwerkeln, lange schlafen, lesen, in eine Ausstellung gehen …

Was ist das Verrückteste oder Lustigste, was Du je erlebt hast?

Ehrlich gesagt mein Beruf. Der hält mich auf Trab – und in Atem!


Wer oder was macht Dich besonders glücklich?


Wenn es den Menschen, die mir am Herzen liegen, gutgeht.

… und was stimmt Dich eher nachdenklich?

Nachrichten. Ich finde wir leben in einer ganz, ganz merkwürdigen Zeit des Umbruchs, die ich als anstrengend und streckenweise beängstigend empfinde. Ich versuche allerdings so viele gute Gedanken (und wenn möglich auch Taten) dagegen zu setzen.

Verrätst Du uns Dein ganz persönliches Rezept für gute Laune?

Ich habe da ein Ritual, das mir seit Jahren hilft, halbwegs in emotionaler Balance zu bleiben: Ich erinnere mich abends kurz vor dem Einschlafen an alles, was mir am Tag Schönes widerfahren ist, egal wie „klein“ oder „groß“.
Morgens beim Kaffeetrinken im Bett sage ich mir dann vor, worauf ich mich an dem vor mir liegenden Tag freue. Funktioniert nicht immer, aber meistens ;-)

Interview © 2012, Alexandra Zylenas



Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann dies unter folgenden Links tun:
  • Gabriella Engelmanns Website: KLICK
  • Gabriella Engelmann auf Facebook: KLICK
[alexandra]

Rezension: Goldmarie auf Wolke 7

Freitag, 27. Juli 2012 7 Kommentare

Goldmarie auf Wolke 7
Eine himmlische Liebesgeschichte
von Gabriella Engelmann

Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: Augugst 2012
Ausstattung: Broschiert, 256 Seiten
Genre: Jugendbuch, modernes Märchen
Altersempfehlung: 12 - 15 Jahre
ISBN: 978-3401067261
Preis: 9,99 €


Inhalt:
Die fast siebzehn-jährige Marie Goldt lebt mit ihrer Stiefmutter Kathrin und ihrer Stiefschwester Lykke Pechstein in einer kleinen Wohnung auf dem Hamburger Kiez. Ihre leibliche Mutter Roxy verschwand eines Tages einfach spurlos und ihr geliebter Vater starb an einem plötzlichen Herzanfall. Mit Lykke versteht sich Marie so gar nicht. Sie wurden nie richtig warm miteinander, was für die Stimmung im Hause Pechstein nicht sonderlich förderlich ist. Zudem ist Kathrin beruflich nicht gut gestellt, was dazu führt, dass Marie neben der Schule jobbt, um Geld beisteuern zu können. Der Job in Ludmilla Drach´s Biobäckerei war allerings die Hölle und Marie kann ihr Glück kaum fassen, als sie eines Tages mehr durch Zufall (oder war es Schicksal???) einen neuen Job im schönen Bettenladen "Traumzeit" angeboten bekommt. Zudem verspricht ihr Nives, die etwas geheimnisvolle Ladenbesitzerin, auch noch ein höheres Gehalt! Da kann sie natürlich nicht "Nein" sagen. Kaum mit der neuen Arbeit begonnen, begegnet Marie im Laden dem irischen "Dreamboy" Dylan O`Noonan - und ist sofort hin und weg. Und als dieser sie auch noch auf ein selbstgekochtes Essen einlädt, ist es um sie geschehen. Eine turbulente Achterbahn der Gefühle rollt auf Marie zu.
Als Marie von ihrem Therapeuten auf die anstehenden "Rauhnächte" aufmerksam gemacht wird, befasst sie sich etwas ausführlicher damit. Haben hier etwa höhere Mächte ihre Finger im Spiel?
Denn auch die ständig griesgrämige Lykke scheint nicht mehr dauerhaft vom Pech verfolgt zu sein und verliebt sich sogar! Es scheint gerade so, als würde hier jemand goldene Schicksalsfäden spinnen....

Handlung & Charaktere:
Und wieder einmal überrascht die Autorin Gabriella Engelmann mit einer fast himmlischen Umsetzung eines "Grimm Märchens", denn diesmal gibt sie dem Märchen "Frau Holle" ein neues, modernes Gewandt. Schauplatz des Geschehens ist - wie könnte es anders sein - wieder die schöne Stadt Hamburg. Eine Stadt, die der Autorin sehr am Herzen liegt, wie sie uns in allen ihrer modernen Märchen immer wieder aufs Neue beweist.

Die Geschichte besteht aus drei Handlungssträngen, die geschickt ineinander verlaufen. Kapitelweise springen wir zwischen diesen Handlungssträngen hin und her. In einem nehmen wir an Marie´s Leben Teil, im anderen an Frau Holle´s Leben und im dritten Strang haben wir Einblick in Lyyke´s Tagebuch. Aber alle haben eines gemeinsam: Alle werden aus der "ich"-Perspektive erzählt, was uns Lesern viel Einblick in die Gedankenwelt der Protagonisten zulässt. Und zum Ende hin verschmelzen alle Handlungen zu einer, das Schicksal hat die Fäden miteinander versponnen.

Der Schreibstil ist sehr leicht und frisch und altersgemäß auch jugendlich-frech. Oft erwartet uns ein umgangssprachlicher, sehr moderner Jugendton und ist daher sehr "Hip". Dies ist auch notwendig, denn das Geschehen findet zu einer sehr aktuellen Zeit im Winter 2011 /2012 statt. Die Sprache ist dem Alter der Protagonisten gut angepasst.
Im Gegenzug dazu finden wir die Textpassagen der Frau Holle in einer gewählteren, zeitloseren Sprache vor. Diese Passagen sind zudem in einer kursiven, geschwungenen Schrift dargestellt, die sehr schön einer Märchenerzählung entspricht. 
Der Aufbau  der einzelnen Charaktere, vor allem der Hauptcharaktere ist wunderbar vielfältig und sehr gut gelungen. Gerade das ungleiche Geschwisterpaar wird sehr ausführlich in ihren Eigenschaften dargestellt. 

Marie Goldt - die Goldmarie - ist sehr feinfühlig,  klug und intelligent, aber auch unendlich traurig und nachdenklich. Sie sehnt sich nach Liebe und Geborgenheit in ihrem Leben. Ihre Güte strahlt sie durch eine gold schimmernde Aura aus, die sofort von Frau Holle wahrgenommen wird.
Lykke Pechstein - die Pechmarie -  ist fast 18 Jahre alt und sehr mürrisch und launig. Sie zieht sich am liebsten in ihr Zimmer zurück und fühlt sich ungeliebt, ausgegrenzt und verlassen. Sie fühlt sich dauerhaft  vom Pech verfolgt und ihre Aura ist im Gegensatz zur der von Marie dunkel gefärbt vor Zorn und schlechte Gedanken.
[...] "Diese beiden waren wie Feuer und Wasser, Tag und Nacht, Sonne und Mond - kein Geschwisterpaar hätte unterschiedlicher sein können. "
Seite 23
Das Einbringen der Thematik rund um die Rauhnächte und die Erklärungen dazu runden das Märchen sehr schön ab. Die Gedanken und Taten der Frau Holle und ihrer treuen Helferin und zuletzt das Auftauchen von Dämonen verleihen der Geschichte die wahrlich märchenhafte Würze.

Zu Beginn erwartet uns wie immer ein sehr hilfreiches Personenregister. Hier wurden alle Charaktere auf witzige Weise zusammengefasst und so muss man keine Bedenken haben, das man sich eventuell nicht alle Namen merken kann. 
Und zum Schluss läuft einem dann  nochmal glatt das Wasser im Mund zusammen: Hier wartet ein besonderes Rezept der Frau Holle auf uns: "Apfel-Holunder-Suppe mit Schneeflöckchen" - klingt das nicht einfach himmlisch???

Mein persönliches Fazit:

Ich bin zugegebenermaßen etwas traurig, denn nach dem Zuschlagen dieses wunderschönen Buches ist mir erst so richtig bewusst geworden, dass dies nun das letzte moderne Märchen aus der Feder der Gabriella Engelmann ist. 
Aber es ist ein wundervolles Märchen, das mich wieder komplett überzeugt hat. Ich habe traumhafte Lesestunden mit diesem Buch zugebracht, die durchzogen waren von den verschiedensten Gefühlen und Emotionen. Ich habe mit Marie´s Liebeskummer mitgelitten und mich über die fürchterliche Bäckersfrau aufgeregt, mich mit Lykke über ihr plötzliches Glück gefreut und nachdenklich Frau Holle´s Gedanken verfolgt. Auf den Punkt gebracht: ich habe mich verzaubern lassen von diesem modernen Märchen :) 
UND ich habe mich ganz besonders über das Auftreten von einigen liebenswerten Charakteren aus den vorherigen Märchen gefreut. Sie haben nur kleine Nebenrollen, aber sie entlocken doch gleich ein Lächeln, weil man sich sofort an sie erinnert. Am meisten freute es mich, meinen Liebling Guido Hansen alias "JamieTim" aus der Zwergen-WG wieder zu treffen. Wie schön!
Meine Meinung: Ein absoluter Lesegenuss für Junge und Junggebliebene.

Rezensiert von Alexandra


Zur Autorin

Die gebürtige Münchnerin Gabriella Engelmann entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin. Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern. Märchen stand sie bisher skeptisch gegenüber - was sich mit "Weiß wie Schnee, rot wie Blut und grün vor Neid" schlagartig geändert hat. "Goldmarie auf Wolke 7" ist ihr fünfter Jugendroman im Arena Verlag.

Rezension {Aygen} - Goldmarie auf Wolke 7

Mittwoch, 25. Juli 2012 6 Kommentare


Goldmarie auf Wolke 7
Eine himmlische Liebesgeschichte
von Gabriella Engelmann


Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: Augugst 2012
Ausstattung: Broschiert, 256 Seiten
Genre: Jugendbuch, modernes Märchen
Altersempfehlung: 12 - 15 Jahre
ISBN 13: 978-3401067261
Preis: 9,99 €





Inhalt:
Die 17 jährige Marie Goldt lebt mit Ihrer Stiefschwester Lykke und deren Mutter Kathrin Pechstein nach dem Tod Ihres Vaters, dem Gitarristen Claas, in Hamburg. Marie Goldt ist ein außergewöhnliches Mädchen, das zu häufigen Ohnmachtsanfällen neigt. Als Marie endlich von ihrer alten Chefin, der Drachenlady Ludmilla wegkommt und einen Traumjob in dem Geschäft "Traumzeit" ergattert, wird ihr Leben noch turbulenter. Vor allem, als sie den Iren Dylan O`Noonan kennenlernt, der ihre neue Chefin, die liebenswürdige und geheimnisvolle ältere Dame Nives Hulda, regelmäßig besucht. Marie erlebt eine außergewöhnliche Wandlung in ihrem Leben, was wohl auf eine ganz besondere Fügung des Schicksals zurück zu führen ist ...

Handlung/Charaktere:
Die Autorin Gabriella Engelmann schafft durch Ihren Schreibstil die perfekte Verknüpfung von Alt und Neu. Das Märchen erscheint durch ihre Kreativität und ihren besonderen Schreibstil in einem ganz neuen Glanz, wie wir es bisher nicht aus Märchen kannten.
Der Aufbau und die Vorstellung der einzelnen Charaktere, sowie der Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin Marie Goldt fesseln einen von der ersten Seite an. Der Wechsel zwischen Maries und Frau Holles Welt wird durch eine andere, kursive Schriftart hervorgehoben und teilweise durch Zitate und kleine Verse zu einer zauberhaften eigenständigen Geschichte verarbeitet. So wird es dem Leser ermöglicht, sich auch neben Marie in die Rolle der Frau Holle zu denken. Man lernt die Hintergründe der besonderen Ereignisse in Maries Leben kennen und begleitet ihren Weg aus einer ganz anderen Sichtweise durch die Geschichte.
Zufällige Ereignisse oder neue Menschen in Maries Leben bekommen von Seite zu Seite die passende Vergangenheit zugeschrieben und erhalten somit einen besonderen Charme. Der Sprung von der heutigen in die alte und poetische Sprache und Darstellung der Geschichte ist der Autorin sehr gut gelungen, so dass einem der Wechsel des Sprachstils keine Schwierigkeiten bereitet. Ganz im Gegenteil es wertet die Erzählung noch um Einiges auf und verleiht ihr dadurch die Besonderheit, vor allem in Verbindung mit dem bezaubernden Charme der Stadt Hamburg.
Den Höhepunkt bildet die Zusammenführung beider Welten zum Ende hin und selbst ein "Frau Holle" - Kenner wird positiv vom Ausgang der Geschichte überrascht.

Meine persönliche Meinung:
Goldmarie - also Frau Holle ist schon immer eines meiner Lieblingsmärchen gewesen. Deshalb ist dieses Buch von Gabriella Engelmann für mich ein absolutes Lese-Highlight.
Goldmarie hat mich schon als Kind immer begeistert. Das Mädchen, das von einem Fettnäpfchen ins andere  und von einem Trauermoment in den nächsten torkelt und dann irgendwann voller Glück im Goldregen steht. Das Urmärchen der Grimms Brüder war so fern von Realität und der heutigen Zeit. Gabriella Engelmann hat diesem - meinem Lieblingsmärchen - ein ganz neues, modernes und außergewöhnlich schönes neues Kleid geschneidert. Ihre Art der Geschichte hat mich in nur knapp zwei Nächten wieder das Träumen gelernt. Ich war so tief in der Geschichte, dass ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Ich war ein Teil dieser Geschichte und habe mich wie Marie gefühlt. Ein weiteres und absolut gelungenes Lesevergnüngen aus Gabriellas Engelmanns Feder, begleitet von Zitaten und Sprüchen aus dem Urmärchen der Grimms Brüder, welche mir selbst nach Jahren Dank der Autorin wieder einfielen. Ein besonderes Buch voller Überraschungen und dem richtigen Maß an Magie und Verliebtheit. Nicht nur für die kleinen und jungen Leser sondern auch für uns Erwachsene, die noch immer den Glauben an das Fantastische haben und sich von Märchen verzaubern lassen können.
Den Ungläubigen unter Euch sei gesagt...

"Am Ende wird alles gut! Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende."
Oscar Wilde
Rezensiert von Aygen



Über die Autorin:

Die gebürtige Münchnerin Gabriella Engelmann entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin. Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern. Märchen stand sie bisher skeptisch gegenüber - was sich mit "Weiß wie Schnee, rot wie Blut und grün vor Neid" schlagartig geändert hat. "Goldmarie auf Wolke 7" ist ihr fünfter Jugendroman im Arena Verlag.





Alle modernen Märchen von Gabriella Engelmann auf einen Blick:

 





Rezension: Düsteres Verlangen

Sonntag, 22. Juli 2012 1 Kommentar

Düsteres Verlangen
Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein

Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
Originaltitel: This Dark Endeavour. The Apprenticeship of Victor Frankenstein
Übersetzung: Aus dem Englischen von Gerold Anrich und Martina Instinsky-Anrich
Ausgabe: 1. Auflage 2012
Genre: Jugend-Roman, Fantasy
Alter: ab 12 Jahre
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, 384 Seiten
ISBN-13: 978-3-407-81121-9


Inhalt:

die fünfzehnjährigen Zwillingsbrüder Victor und Konrad Frankenstein wachsen zur Zeit der französischen Revolution in der Nähe des Genfer Sees auf und die beiden verbindet eine sehr innige brüderliche Liebe. Nichts scheint diese Verbundenheit zu trüben, die brüderlichen Bande scheinen fest und unzerreißbar. Und doch ziehen dunkle Wolken auf... Die hübsche und mutige Cousine Elisabeth, die nach dem Verlust ihrer Eltern schon in jungen Jahren wie eine Schwester mit den Zwillingen lebt und aufwächst, erweckt plötzlich ungeahnte Gefühle der Liebe in den Brüdern. Sehr zum Leidwesen von Victor fühlt sich Elisabeth mehr zu dem besonnen und ruhigen Konrad hingezogen. Sein hitziges Temperament kann damit nicht umgehen und er will es auch nicht akzeptieren.

Bevor es jedoch zu einer groben Auseinandersetzung zwischen den Brüdern kommt, erkrankt Konrad plötzlich schwer und ringt mit dem Leben. Victor ist verzweifelt und erinnert sich an die geheimnisvolle Bibliothek, die in einem Geheimgang des Schlosses Frankenstein verborgen liegt. Eine Bibliothek voller Bücher über die praktische Anwendung der Alchemie, die zu dieser Zeit jedoch per Gesetz verboten war. Ein Rezept zur Herstellung des "Elixiers des Lebens" erweckt Viktor´s Aufmerksamkeit. Mit dem Ziel, dieses Elixier zu beschaffen und damit seinen Bruder zu retten, begibt er sich mit Elisabeth und seinem Freund Henry in ein mutiges, aber äußerst gefährliches Abenteuer.

Handlung & Charaktere:

Kenneth Oppel hat sich mit diesem Roman "Düsteres Verlangen" an die allseits bekannte Geschichte des monsterschaffenden Victor Frankensteins herangewagt und sozusagen eine Vorgeschichte zu dieser Person erschaffen. Die Geschichte wird auch in der "Ich"-Form erzählt und gibt dem Leser einen tiefen Einblick in Viktor´s Gedankenwelt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und fesselnd und das Lesen geht daher sehr leicht von der Hand. Man fühlt sich unbewusst als Teil der Geschichte und begleitet die Abenteuerer bei ihren wagemutigen Erlebnissen und ehe man sich versieht, ist das Buch zu Ende. Die gefährlichen Abenteuer, die Victor mit seinen Gefährten auf der Suche nach den Zutaten für das "Elixier des Lebens" bestehen muss, sind zwar nicht äußerst detailreich, aber dafür sehr temporeich beschrieben, was automatisch zum Mitfiebern einlädt. Gerade dieses Tempo und die recht kurz gehaltenen Kapitel fesseln an das Buch und man mag es nicht beiseite legen, bis nicht auch die letzte Seite umgeschlagen ist. 

Die Ausarbeitung der Charaktere ist - was die Gefühle, die Emotionen, die Gedanken und die Charaktereigenschaften betrifft - wunderbar gelungen, vor allem bei den Zwillingsbrüdern. 
Brüder, die charakteristisch nicht unterschiedlicher sein könnten und sich wohl gerade aus diesem Grund wunderbar ergänzen. Zumindest, bis die Liebe ins Spiel kommt...
Zum Einen ist hier Konrad, der Besonnene, der Ruhige und Nachdenkliche. Er ist 2 Minuten älter als sein Bruder und aus Victors Sicht auch der erfolgreichere, geliebtere Bruder. Ihm scheint alles gut von der Hand zu gehen und auf Anhieb zu gelingen. Das Lernen fällt ihm leicht und auch das zwischenmenschliche Miteinander, zum Beispiel die Gespräche mit den Angestellten, geht ihm leichter von der Hand.
Victor hingegen muss sich alles hart erarbeiten und trainieren. Er ist sehr mutig, tapfer und unglaublich neugierig, aber auch sehr störrisch und dickköpfig, hitzig und sehr temperamentvoll. Niederlagen duldet er nicht, am liebsten wäre es ihm, alles würde nach seinem Kopf gehen.
Trotz der innigen Verbundenheit und Liebe zu seinem Zwillingsbruder ist immer ein gewisser Missmut vorhanden, wenn Konrad wieder einen Erfolg erzielt hat, ohne sich großartig dafür anzustrengen. Dass die mutige und durchaus auch sehr hitzköpfige Elisabeth ausgerechnet Konrads Gefühle erwidert und ihn - Victor - zurückweist, nagt sehr an ihm und schafft Nährboden für äußerst negative Gedanken. Plötzlich wächst Victors dunkle und düstere Seite und er tut nicht viel, dies zu verhindern. Sein innerer Kampf wird sehr gut dargestellt.  Victor erscheint dem Leser nicht gerade sympathisch mit seiner Selbstsucht, aber er verkörpert gerade dadurch perfekt DEN Victor Frankenstein, zu dem er später einmal wird. Eine wunderbare Vorarbeit.
Und man fragt sich während des Lesens immer wieder: Wie weit wird Victor gehen, für die Liebe zu seinem Bruder, für die Liebe zu Elisabeth ... und für die Liebe zu sich selbst, zu seinem Ego? 
 Die äußerliche Beschreibung der einzelnen Charaktere und auch des Schlosses Frankenstein hätten im Gegenzug gerne etwas ausführlicher, etwas bildreicher sein dürfen. 

Der Leser bekommt einen kleinen, aber feinen Einblick in die damalige Welt, den damaligen Wissenstand der Medizin (was in unserer heutigen Zeit schon fast erschreckend wirkt ) und der Einstellung der Menschen zu alternativen Methoden wie zum Beispiel der Alchemie. Konrads behandelnder Arzt befasste sich mit der Behandlung von Konrads Blut. zur damaligen Zeit erschien es den Menschen undenkbar, dass man auf diese Weise jemanden heilen kann und stand dieser "modernen" Medizin fast ebenso skeptisch gegenüber wie der Alchemie.


Mein persönliches Fazit:

"Düsteres Verlangen" ist der erste Roman, den ich von Kenneth Oppel gelesen habe und daher war ich noch unbeeinflusst, was die Arbeit des Autors betraf. Aber ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Buch sehr gerne gelesen habe. Eine gelungene Komposition aus Freundschaft, Brüderlichkeit und Liebe, aber auch Groll, Stolz und Eifersucht. 
Bis auf einige Kleinigkeiten hat mir der Aufbau, die Gestaltung und die Thematik sehr gut zugesagt. Wie schon erwähnt, fehlt mir etwas die bildreiche äußere Darstellung der Protagonisten und auch des Frankenstein´schen Schlosses. Eigentlich eine wunderbare Kulisse, die aber - bis auf die geheime Bibliothek - groß keiner Beschreibung gewürdigt wird. 
Gerne hätte ich mir auch mehr Aspekte und Szenen im alchemistischen Bereich gewünscht, hoffe hier jedoch sehr auf den Folgeband, denn dies scheint ja der Weg zu sein, den Victor weiter einschlagen wird. 
Mit hat das Buch sehr gut gefallen. Ein Happy End bleibt aus und der Schluss des Buches bereitet den Leser auf eine düstere Fortsetzung vor, von der ich hoffe, dass es noch eine geben wird. Leider kann ich nicht mit Gewissheit sagen, ob hier noch ein Band angeknüpft wird, bevor wir wieder auf die bekannte Frankenstein-Geschichte stoßen.

© Rezension, Alexandra 


Über den Autor:

Kenneth Oppel wurde am 31. August 1967 in British Columbia geboren. Er studierte an der University of Toronto in Ontario und lebt heute mit seiner Frau Philippa Shepphard in Cornerbrook, Neufundland. Seine liebsten Freizeitbeschäftigungen: Lesen, Filme schauen, lange Spaziergänge und Reisen.

[alexandra]


Vorankündigung - Märchenhafte Buchzeiten im Bücherkaffee

Freitag, 20. Juli 2012 2 Kommentare

Die Katze ist aus dem Sack!

Wie Gabriella Engelmann heute Früh schon auf Facebook verkündet hat, präsentieren wir euch in der kommenden Woche:


Die allseits beliebten modernen Märchen der lieben Autorin Gabriella Engelmann  gehen in die finale Runde! 
Am 1.ten August wird der 5.te Band  der Märchen-Reihe "Goldmarie auf Wolke 7" im Arena Verlag erscheinen und wir freuen uns sehr, euch mitzuteilen, dass es in der kommenden Woche eine tolle Gewinnspiel-Aktion zu diesem wahrlich schönen Buch geben wird!


 Märchenhafte

im


Eine gemeinsame Blogaktion von Fabella´s Blog BuchZeiten
und unserem virtuellen Bücherkaffee wartet bald auf euch! 



Also nicht verpassen! 
Haltet ab Mittwoch, den 25. Juli die Augen auf - und mit etwas Glück könnt ihr die Goldmarie pünktlich zum Erscheinungstermin gewinnen !!!

Die Preise möchten wir euch natürlich schon einmal vorstellen. Damit ihr wisst, auf was ihr euch freuen dürft - Mitmachen lohnt sich auf jeden Fall :-)

 1. Preis
- Buch "Goldmarie auf Wolke 7"  SIGNIERT & Autogrammkarte & eine  märchenhafte Überraschung von Gabriella Engelmann

 2. Preis
- Buch "Küss den Wolf " SIGNIERT & Autogrammkarte

 3. Preis
- Hörbuch "Hundert Jahre ungeküsst" SIGNIERT & Autogrammkarte

 4. Preis
- Autogrammkarte & einer märchenhafte Überraschung von Gabriella Engelmann

 

Wir freuen uns jetzt schon auf euch!

Rezension: Leyla und Linda feiern Ramadan

Donnerstag, 19. Juli 2012 0 Kommentare


Leyla und Linda feiern Ramadan
von Arzu Gürz Abay (Autorin) / Sibel Demirtas (Illustrationen)

Originaltitel: Leyla ve Linda Ramazani kutluyorlar
Erscheinungstermin: August 2011
Ausstattung:  Gebundene Ausgabe 34 Seiten 
Sprache. Türkisch / Deutsch
Genre: 2-sprachiges Kinderbuch
empfohlenes Alter: 5-8 Jahre
ISBN:  978-3-939619-09-3
 

Inhalt:
Leyla und Linda zwei Freundinnen aus Köln verbringen gemeinsam mit Ihren Familien  den Sommerurlaub an der türkischen Ägäis in einem kleinen Ort Namens Ayvalik gegenüber der griechischen Insel Lesbos. Dort hat Linda durch Ihre Freundin Leyla und deren Familie die wunderbare Möglichkeit in eine ganz fremde Kultur zu tauchen. Nicht nur das Land, die Leute sondern auch die Traditionen, die mit dem muslimischen Glauben verbunden sind, kennenzulernen. 

Handlung / Charaktere:
Dieses Buch ist farbenfroh und kindgerecht illustriert und bietet sowohl Kindern als auch deren Eltern einen kleinen Einblick in exotische bzw. in diesem Fall orientalische Bräuche und Traditionen. Es wird hier nicht nur der religiöse Hintergrund, wie im Titel beschrieben erläutert, sondern man lernt durch die zwei kleinen Mädchen auch den Alltag des Volkes kennen und hat somit meines Erachtens auch mal einen ganz anderen Blick auf die Türkei und das Leben Vorort. Diese besondere Freundschaft zeigt ganz deutlich, wie unvoreingenommen und offen Kinder mit unterschiedlichen Kulturen umgehen. Sie empfinden keine Angst vor Fremdem und sind neugieriger als Erwachsener. Auch für Eltern, deren Kinder bereits heutzutage schon sehr früh an andere Sprachen heran geführt werden, wie zum Beispiel Englisch ist dieses Buch wirklich eine tolle Lektüre. Somit haben Kinder und Eltern zweisprachiger Familien, ob in türkischer oder englischer Sprache die Gelegenheit Ihre vielleicht neu erlernten Sprachkenntnisse oder gar die Muttersprache auf eine leichte und altersentsprechende Art zu erlernen. Die Covergestaltung mit dem Mix aus kindgerechten Bildern und den Olivenzweigen auf der Rückseite ist passend zu beiden Orten, je in der Türkei und auch in Griechenland perfekt gewählt und rundet die Aufmachung ab.

Meine persönliche Meinung:
Ein wunderbares Buch, das Einblick in die muslimischen Bräuche bietet. Kindgerecht erklärt, wunderschön bunt und mit Liebe zum Detail illustriert von Arzu Gürz Abay geschrieben und illustriert von Sibel Demirtas. Für mich ist das besondere an diesem Buch auch der Ort Ayvalik an dem die Geschichte spielt, weil es ein sehr kleines Fischerörtchen an der türkischen Ägäis ist aus dem  meine Mutter ursprünglich stammt. Ich persönlich bin Zweisprachig erzogen worden und finde es besonders wichtig dem Kind auch die Muttersprache und die deutsche Sprache gleichmaßen zu vermitteln. Dieses Buch bietet, wie ich finde den perfekten Einstieg und vorallem eine einfach Lernweise sowohl die Sprache betreffend als auch kulturelle Einblicke zu gewähren. "Leyla und Linda feiern Ramadan" ist sowohl in Türkisch/Deutsch als auch in Englisch/Deutsch erhältlich und somit nicht nur für türkischstämmige Kinder ein reines Lesevergnügen das sich über 34 Seiten erstreckt. Da diesen Monat am 20. die Fastenzeit Ramadan beginnt und einen Monat später mit einem besonderen Fest endet, wo auch Kinder das ein oder andere Geschenk erhalten, wäre das mal ein ganz besonderes Geschenk, dass nicht zwingend nur aus Süßigkeiten besteht, sondern auch den perfekten Abschluss dieses besonderen Monats bildet.


Rezensiert von Aygen


Zur Autorin:
Arzu Gürz Abay ist 1972 als Tochter eines türkischen Diplomaten in Berlin geboren.  Seit ihrer Kindheit beschäftigt sie sich mit interkulturellem Verständnis, vor allem weil sie selber in anderen Kulturen gelebt hat und sehr gerne reist.  Sie hat ihren Bachelor an der Mount Holyoke College in den USA erworben und hat, u.a. an der Ludwig Maximilians Universität in München und an der Universität Koeln weiter studiert.  Frau Gürz Abay arbeitet seit mehr als 10 Jahren als zertifizierte SAP Beraterin und spricht fließend deutsch, englisch und türkisch.  Sie lebt in Kölln mit ihrem Mann und zwei Töchtern.  Die Idee für das Buch "Leyla und Linda feiern Ramadan" entstand aus dem Wunsch, ihren eigenen Kindern ihre türkische Kultur in den deutschen Alltag zu bringen. 

Rezension: Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern

Sonntag, 15. Juli 2012 4 Kommentare



"Der Zirkus kommt überraschend. Es gibt keine Ankündigung, keine Reklametafeln oder Plakate an Litfaßsäulen, keine Artikel und Zeitungsanzeigen, Plötzlich ist er da, wie aus dem Nichts."  Seite 7

Der Nachtzirkus
von Erin Morgenstern
 
Originaltitel: The Night Circus
Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit
Erschienen: 15.03.12
Genre: Jugend-Roman, Fantasy
Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, 464 Seiten
ISBN-13: 9783550088742


Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Mutter wächst die kleine Celia bei ihrem für sie bis dahin unbekannten Vater - dem Magier Prospero - auf. Als Prospero herausfindet, dass Celia seine Gabe geerbt hat, ruft er seinen Kontrahenten, den Magier Alexander im Jahre 1873 zu einem Spiel der besonderen Art auf. Sie lassen zwei Schüler gegeneinander antreten. Zwei Schüler, die sie selber ausbilden und vorbereiten. Prospero schickt, ohne zu zögern, seine Tochter ins Rennen, denn er ist fest davon überzeugt, dass sie siegen wird. Alexander entscheidet sich für den Waisen Marco. Beide durchlaufen ihre Ausbildung auf unterschiedlichste Art, ohne einander zu kennen. Auch ahnen sie nichts vom hohen Einsatz des Spiels - denn es ist ein Spiel, dass nur mit dem Tod beendet werden kann ...

Austragungsort ist der Cirque des Rêves, ein wahrlich magischer Zirkus, der von dem bekannten Chandresh Christophe Lefevre ins Leben gerufen wurde. Ein Zirkus der ganz besonderen Art. Ein Zirkus, eigens für das Spiel geschaffen. Ein Zirkus in schwarz-weiß, der nur Nachts geöffnet hat. 
Hier treffen Celia und Marco bewusst aufeinander und es geschieht etwas, dass im "Spielplan" nicht vorgesehen war. Sie verlieben sich...
Aber sie wurden von ihren Vätern nahezu unlösbar an den Zirkus und somit an den tödlichen Wettstreit gebunden. Werden sie einen Weg für ihre Liebe finden, ohne die traumhafte Welt des Cirque des Rêves zu zerstören?

Handlung & Charaktere:

Erin Morgenstern hat mit diesem Debütroman ein faszinierendes Werk geschaffen, dass mitnimmt auf eine unvergessliche Reise in die Welt der Magie. Eine Reise, die definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlässt, die einen regelrecht gefangen nimmt. 

Ihr Schreibstil ist komplex und trotzdem sehr angenehm zu lesen. Man muss sich aber auch die Zeit und Muße zum Lesen nehmen. Dieses Buch kann man nicht eben schnell verschlingen, sondern man muss sich fallen lassen können, um alle Eindrücke in sich aufnehmen zu können. Bewusst wird der Leser zur Aufmerksamkeit gefordert. Viele Zeitsprünge und ständiger Wechsel der Charaktere fordern ein wachsames Lesen. Die Autorin erzählt die Geschichte um den faszinierenden Cirque des Rêves mit einer unglaublichen Wortgewandtheit, die man schon als Elegant bezeichnen kann. Es ist ein wahrer Genuss, die bildreichen Beschreibungen des Zirkus in sich aufzunehmen und somit die eigene Fantasie anzuregen. Wunderbare Bilder entstehen im Kopf während des Lesens und zaubern mehr als einmal ein Lächeln aufs Gesicht. Und ehe man sich versieht, beschleicht einen das Gefühl, selbst inmitten dieser Traumwelt zu stehen. Mann kann beinahe die leckeren Düfte riechen, die der Zirkus verströmt, kann das Leuchten der meterhohen weißen Flamme sehen und man möchte sich so gerne auf die weißen Wolken fallen lassen oder auch einfach nur ein Kerze anzünden und einen Wunsch an den Wunschbaum hängen. 

Die Beschreibung der einzelnen Protagonisten ist äußerst gut gelungen. Den Figuren wurde ganz individuell Leben eingehaucht. Viele kleine, bewusste Details bauen den Charakter eines jeden Einzelnen auf. Nicht nur auf die Hauptcharaktere Celia und Marco wird eingegangen, sondern auch die vielen weiteren Beteiligten wie zum Beispiel die Gründergruppe, die sich immer zum legendären Mitternachts-Dinner im Hause Chandresh Christophe Lefevre trifft, werden beachtet. Sondern auch die liebenswürdigen Zwillinge und Bailey, um die sich ein weiterer Handlungstrang der Geschichte windet. Zum großen Finale laufen alle Handlungsstänge zusammen und aus den vielen Puzzleteilen wird ein komplexes Ganzes. Mehr möchte ich gar nicht zur Handlung schreiben. Dieses Buch muss man lesen und die Magie selbst in sich aufnehmen.

Eine Anmerkung zur Gestaltung: Über das Cover und die Ausstattung gibt es nicht mehr viel Neues zu sagen - es ist einfach durchweg gelungen. Was mir persönlich sehr gut gefällt, sind die Textpassagen zwischen den Kapiteln, in denen man die einzelnen Zeltbeschreibungen lesen kann - denn schon allein diese sind schlichtweg bezaubernd. 

Mein persönliches Fazit:

Ich war völlig überrascht, als ich zuletzt las, dass "Der Nachtzirkus" ein Debütroman der Autorin Erin Morgenstern war. Umso mehr fasziniert mich, was ich da gelesen habe. Selten hat ein Buch mich so Gefangen genommen und mich eigentlich fast durchweg lächeln lassen. Ich kam mir selbst schon vor wie ein "Reveurs" Ich fühlte mich nach kürzester Zeit schon süchtig nach dem Zirkus. Ich war regelrecht traurig, als das Buch zu Ende ging und ich die letzte Seite umblätterte. Ich könnte ewig weiter lesen, mich immer wieder aufs neue überraschen lassen, welch wunderbares neues Zelt mich in der kommenden Nacht wohl erwarten wird. Auch habe ich ein faszinierendes Bild der großen Eingangsuhr vor Augen. 

Dieses Buch strotzt nicht unbedingt vor Spannung, noch ist es eine ausschließliche Liebesgeschichte. Dieses Buch ist schlichtweg dem Zirkus gewidmet und überzeugt durch Sprache und Wortgewandtheit. Auch möchte ich hier ein ganz großes Lob an die erstklassige Arbeit der Übersetzerin Brigitte Jakobeit aussprechen, denn diese schöne Sprache verdanken wir natürlich auch ihr. Ich bin sehr gespannt auf weitere Werke dieser Autorin. Und ich muss es sagen - ich bin verliebt in den Cirque des Rêves!

Rezension: Alexandra Zylenas



Über die Autorin: 

Erin Morgenstern ist bildende Künstlerin und Autorin. Sie lebt mit ihren zwei Katzen in Salem, Massachusetts. Der Nachtzirkus ist ihr erster Roman. 
Mehr Informationen zur Autorin und ihrem Werk gibt es hier: www.erinmorgenstern.com

[alexandra]