Im Gespräch mit den Autorinnen Beate Teresa & Susanne Hanika

Sonntag, 30. September 2012 1 Kommentar

Ich freue mich immer sehr, wenn sich Autoren und Verlage die Zeit nehmen und auf einen gemütlichenKaffee oder Tee im virtuellen Bücherkaffee vorbeischauen.

Heute zu Gast im Bücherkaffee sind … Beate Teresa & Susanne Hanika alias Kristy Spencer and Tabita Lee Spencer

Zuerst natürlich einmal ein Herzliches Willkommen und vielen Dank für Euren Besuch im Bücherkaffee, über den ich mich als ganz großer „Dark Angels“ – Fan ganz besonders freue!

Auch für Euch gibt es gleich mal eine neugierige Frage vorab:
Mit welchem Getränk kann man Euch größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus?

Wir lieben beide Kaffee in allen Varianten, Milchkaffee, Cappuccino, Latte macchiato .. Espresso...
Stellt Euch doch bitte kurz den Lesern vor.

Wer ist Beate Teresa Hanika alias Kristy Spencer?

Fotografin, Ballettsüchtig, irgendwann habe ich zu viele Pferde, bald habe ich so viele Sommersprossen wie Susanne, Leibspeise: Schnitzel&Pasta, wenn ich nicht geschrieben habe, bin ich schlecht gelaunt

Wer ist Susanne Hanika alias Tabita Lee Spencer?

Verhaltensbiologin, sommersprossig, reisesüchtig, Kaffeeabhängig, ohne Schwimmen geht gar nix, Leibspeise: Sushi, Kaiserschmarrn, Wiener Schnitzel und Kartoffelsalat. Wenn ich nicht geschrieben habe, bin ich schlecht gelaunt

Wie seid ihr – jeder für sich selbst - zum Schreiben gekommen und seit wann schreibt ihr? Wer oder was beeinflusste Euch in der Wahl Eures Berufes als Autorin?

Wir schreiben, seit wir schreiben können. Das ist ein unerklärliches Phänomen, es steckt einfach in uns drin und macht uns ganz verrückt, wenn wirs nicht machen. Vermutlich hat uns Konfuzius bei unserer Berufswahl beeinflusst: Wähle einen Beruf, den du liebst,und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten. Leider stimmt das nicht ganz, weil es bei jeder Arbeit doch Aspekte gibt, die man als Arbeit empfindet ...

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript:
Wie sieht Euer (gemeinsamer) Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltet Ihr das Schreiben?
Skizzen und Notizen samt Post-it-Sammlung oder alles ordentlich mit System am PC? Habt Ihr eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen – oder könnt Ihr Euch da gegenseitig darüber hinweg helfen?

Am liebsten schreiben wir jeden Tag, dann sind wir ausgeglichen und nett. Bevor wir schreiben, treffen wir uns zum Plotten. Oft sitzen wir dabei in unserem Lieblingscafe oder beim Sushi-Essen, meist reiten wir zusammen aus und sprechen erst einmal über dies und das, bevor die Ideen anfangen zu sprudeln. Susanne schreibt gerne alles auf unordentliche Zettel, meist die Rückseite alter Druckfahnen, und Beate hat alles im Kopf. Oder auch nicht. Schreibblockaden gab es noch nicht, manchmal können wir eine Szene nicht schreiben, das liegt aber daran, dass das, was wir besprochen haben, so nicht passiert. Dann besprechen wir noch einmal, und finden den Haken.


Folgt Ihr bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.


Wir haben keine Rituale beim Schreiben. Wir sitzen beide gerne vor dem prasselnden Feuer, Susanne sitzt aber meist vor ihrem PC, der auf dem Schreibtisch steht. Vormittags mit einer Tasse Kaffee neben sich. Nachmittags wird nie geschrieben – da hat unser reales Leben Vorrang – aber oft geht es dann am Abend weiter.

Wie ergänzt Ihr euch denn gegenseitig beim Schreiben? Habt ihr feste zugeteilte Aufgaben?
Ich stelle es mir unglaublich schwierig vor, die Gedanken, die Ihr euch einzeln zur Geschichte macht, zu einem Gemeinsamen zusammenzufügen, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Beate schreibt die atmosphärischen Szenen, die Susanne gerne ihr überlässt.
Und Susanne schreibt unglaublich gerne Action-Szenen. Jede tippt ihre eigenen Szenen, wir korrigieren beim anderen grundsätzlich nur Tipp- oder Kommafehler.
Und Gott sei Dank ist es für uns sehr einfach, daraus eine gemeinsame Geschichte zu machen – es ist manchmal richtig unheimlich, wie sich alles zusammenfügt!

Was bereitet Euch mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Eurer Bücher?

Susanne schreibt ungern den Anfang, das übernimmt immer Beate, auch wenn Susanne dann noch ein Kapitel davorsetzt ;-). Richtige Schwierigkeiten hat uns eigentlich bis jetzt noch nichts gemacht „dreimalaufHolzgeklopft“.

Welchen Einfluss habt ihr als Autorinnen auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung, gerade auch bei den „Dark Angel“ - Bänden?

Der Buchtitel war von uns – aber eigentlich hat da der Verlag das letzte Wort. Normalerweise hat man auf die Covergestaltung keinen großen Einfluss, aber wir wurden von unseren netten Arena-Leuten mit eingebunden.
Ich habe „Dark Angels Summer“, kurz DAS im Januar diesen Jahres gelesen und konnte es kaum erwarten, bis das düstere Abenteuer der Schwestern Indie und Dawna auf Whistling Wing weitergeht. Nun ist im August der zweite Band „Dark Angels Fall“ (DAF) erschienen und ich habe nach den ersten paar Seiten das Gefühl gehabt, es hätte nie eine Wartezeit gegeben – ich war sofort wieder im Geschehen.

Ihr schafft eine unglaubliche Atmosphäre in diesen Bänden, die den Leser quasi mitreißen.So wie ich bei DAS immer diese Hitze spüren konnte, ich Durst hatte beim Lesen hatte – so fröstelte ich nun bei DAF und war absolut in herbstlicher Stimmung. Dieses Phänomen habe ich selten bis gar nicht verspürt bei anderen Büchern
Was ist euer Geheimnis?
Wie wichtig ist euch dieses Empfinden?

Es ist sehr schön, wenn man hört, dass man das, was man sich vorgenommen hat, auch geschafft hat: Den Leser komplett mit in die Geschichte hineinzuziehen! Dieses Empfinden ist uns unglaublich wichtig, und unser Ziel! Was dabei das Geheimnis ist, wissen wir nicht genau. Aber wir schreiben unsere Szenen erst, wenn wir wirklich voll und ganz in die Atmosphäre eingetaucht sind – manchmal fehlt nur eine Kleinigkeit, und man kann es nicht schreiben. Bevor man nicht die Hitze visualisiert hat, den Geruch des trockenen Heus, und die flirrende Luft über dem staubtrockenen Boden, braucht man gar nicht zu schreiben anfangen!
Indie und Dawna sind wahrlich faszinierende Persönlichkeiten. Als Leser versucht man ständig, sich mit den Schwestern zu identifizieren. Versucht herauszufinden, welcher Charakter eher dem Eigenen entspricht.


Wie ist das bei Euch? Wer verkörpert wen? Wer von Euch hat Indie´s Dickköpfigkeit, Mut und Tapferkeit, Dawna´s Weitblick, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft. Inwieweit sind die Schwestern Dawna & Indie Euer Spiegelbild?


Vermutlich steckt in jedem von uns ein klein wenig von Dawna und auch von Indie. Sie sind nicht unser Spiegelbild, aber es sind Mädchen, die wir uns für uns, unsere Töchter und Enkelinnen ;-), als Identifikationsfiguren wünschen! Junge Frauen, die ihren Weg suchen und auch finden, die Mut und Stärke besitzen und sich nicht aufhalten

Ihr schreibt den weiblichen Protagonisten eine weibliche Stärke zu, die sehr imponiert. Eine typische Rollenverteilung sucht man in euren Bänden vergebens. Alleine schon die Tapferkeit der Schwestern, die immer wieder (vor allem in DAF) die männliche Hilfe abweisen oder auch die immer noch etwas undurchsichtige Comtesse, die immer mit Ihrer Winchester Whistling Wing bewacht.
Ist dies beabsichtigt? Möchtet ihr den Lesern – oder vielleicht auch speziell den Leserinnen – hier eine Botschaft mitgeben?

Ja, definitiv! Wir denken, dass Mädchen und Frauen auch heute noch starke Vorbilder brauchen! Frauen, die sich Ziele setzen und diese auch verfolgen. Die unbequem sein können, aber auch liebevoll, die aber nie darauf warten, dass jemand anderer ihnen die Ziele vorgibt, die sich immer bewusst sind, dass es kein „ich bin zu klein“, „Ich bin zu schwach“, „ich bin zu dumm“, gibt!
Mädels, ihr schafft das alles!
Ihr verbreitet eine unglaubliche düster-mystische Stimmung, ohne aber den Leser damit zu beschweren, belasten.

Wie schaut eure Recherche zu den Dark Angels – Bänden aus? Beschäftigt Ihr euch außerhalb des Schreibens mit der Engel-Thematik oder recherchiert ihr speziell dafür?
Woher bekommt Ihr Eure Informationen zum „channeln“ etc.

Susanne beschäftigt sich mit dem Thema nur wegen der Dark Angels Reihe und liest dazu Bücher. Aber da sie während des Schreibens ständig Eingebungen hat, ist sie vermutlich in ihrem früheren Leben ein Medium gewesen ;-). Beate interessiert sich in ihrem realen Leben sehr dafür und hat auch schon erfolgreich gechannelt, und zwar Tante Maggie. ;-)
„Dark Angels Winter“ ist natürlich DAS Buch, auf dass alle Fans – unter anderem ich - nun als nächstes ganz gespannt warten. Ich muss gestehen, ich würde ja gerne SOFORT wissen, wie es weitergeht auf Whistling Wing. Ich bin sehr neugierig und gespannt.

Wird dieser dritte Band wieder der Jahreszeit angepasst – so wie DAF - erscheinen?

Nein, der dritte Band erscheint vermutlich im Juni/Juli 2013, also absolut unpassend für den „Dark Angels Winter“ ;-), aber bestimmt sind alle Fans froh, dass der Verlag nicht auf die Jahreszeiten Rücksicht nimmt :-)

Gibt es noch ein weiteres Buchprojekt, an dem Ihr arbeitet, eventuell auch getrennt?
Oder möchtet ihr künftig immer gemeinsam schreiben?

Ja, wir schreiben noch getrennt. Beate schreibt an einem belletristischen Werk, Susanne schreibt ihren 4. Lisa-Wild Krimi.

Buchmessen und Lesungen, vor allem LiveStream-Lesungen werden immer beliebter. Auf welcher Buchmesse werden wir Euch als Nächstes treffen können?
Führt Ihr gerne Öffentlichkeitsarbeit / Lesungen oder ist das Lampenfieber eher groß?

Susanne: Ihr könnt uns in Frankfurt sowohl am Donnerstag als auch am Sonntag treffen. Unser Lampenfieber ist nicht groß, schließlich kennen wir euch ja alle schon ;-)

Beate: also ich habe schon Lampenfieber...ich kann mich nicht so recht an die Lesungssituation gewöhnen.

Da ich selbst blogge, interessiert mich dies besonders:
Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autoren und deren Fans viel intensiver geworden. Fluch oder Segen?
Wie steht Ihr persönlich dazu?

Es macht großen Spaß mit euch in Kontakt zu sein, in euren Rezensionen zu schmökern, eure Posts auf unserer FB Seite zu lesen und eure persönlichen Nachrichten zu beantworten … es gibt uns das Gefühl, dass wir mit unserem Buch alles richtig gemacht zu haben!

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Euch hinterlassen und ist aus Euren Bücherregalen nicht mehr wegzudenken? Habt ihr eigentlich ein gemeinsames Bücherregal für Eure Buchschätze oder geht Euer eigener Lesegeschmack eher in getrennte Richtungen?

Susanne: „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, „Wer die Nachtigall stört“ „Die rote Zora“, „Michel von Lönneberga“, „Pippi Langstrumpf“,
Susanne liest auch sehr gerne alle möglichen Krimis, wenn sie nicht zu blutig sind, lustige Krimis wie von Janet Evanovich.

Beate: Ich lese nicht mehr so viel wie früher, aber wenn wir in wenigen Tagen :-) DAW beendet haben, freue ich mich wirklich wieder aufs Lesen. Im Grunde lesen wir schon ähnliche Bücher, wobei ich zur Entspannung gerne Sachbücher lese. Eines der besten Bücher im letzten Jahr war „Portnoys Beschwerden“

Mit welcher literarischen Figur würdet Ihr gerne einmal einen Tag verbringen?

Susanne: Holly Golightly aus „Frühstück bei Tiffany“.

Beate: Alexander Portnoy oder Isadora Wing

Was macht Ihr, wenn Ihr gerade nicht hinter dem Schreibtisch sitzt?

Susanne: Schwimmen. Lesen. Latein-Vokabeln abfragen, Kochen, Wohnung aufräumen

Beate: Reiten, Ballett, in der Sonne liegen.

Was ist das Verrückteste oder Lustigste, was Ihr je erlebt habt?

Susanne: Ich habe einmal eine Lesung gehalten, da saß die Großmutter der Protagonistin meiner Bayernkrimis im Publikum.

Beate: Als ich mit dem toten Huhn(Hühner sterben ab und zu einfach so), das mein Mann auf unser Autodach gelegt und dort vergessen hatte, bis zum Kindergarten und wieder zurück gefahren bin und mich gewundert habe, warum die Leute alle so komisch gucken(...die abgedrehte Schriftstellerin halt wieder...)

Wer oder was macht Euch besonders glücklich?

Schreiben :-) Viel Schreiben :-), Noch mehr Schreiben ;-)

… und was stimmt Euch eher nachdenklich?

Gewalt, Krieg, Vergänglichkeit, Umweltverschmutzung, die Buchbranche...

Verratet Ihr uns Euer ganz persönliches Rezept für gute Laune?

Susanne: Nicht zu wenig essen ;-), sich bewegen, negative Gedanken nicht Überhand nehmen lassen, Freunde treffen, zu anderen nett sein,

Beate: Ballett


Wenn ihr mehr über die sympathischen Autorinnen erfahren möchtet, dann besucht doch einfach mal die folgenden Seiten!


© Interview, 2012 Alexandra Zylenas
[alexandra]

1 Kommentar:

  1. Ein wahrer Genuss ... daher komme ich so gern ins Bücherkaffee.

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