Rezension {Alexandra} - Pinguinwetter

Montag, 17. September 2012 0 Kommentare

Pinguinwetter
Von Britta Sabbag, Peter Frommann

Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Genre: Roman, Belletristik, Chick-Lit
Erscheinungsdatum: 22.06.2012
Ausstattung: Taschenbuc, 254 Seiten
ISBN13: 978-3-404-16652-7
Preis: € 8,99 [D]

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"Es ist nicht wichtig, was uns passiert,
sondern welche Entscheidungen wir treffen"
Inhalt:
Charlotte Sander, eine junge und ambitionierte Lektorin, hofft auf die lang ersehnte Beförderung. Befördert wird sie tatsächlich - allerdings nicht in ganz ihrem Sinne. Auf die Strasse wird sie befördert, nach all den Jahren harter Arbeit! Aufgrund einer schlechten Auftragslage wird das ganze Segment "freche Frauen" einfach gestrichen, und Charlotte ist somit überflüssig geworden.
Am Boden zerstört ist sie richtig, als sie feststellen muss, dass es bei ihren beiden besten Freundinnen im Gegensatz zu ihr einfach blendend zu laufen scheint. Und just in diesem Moment sendet ihre etwas spleenige Mutter Renate auch noch eine SMS, dass sie gerade in Grönland die grosse Liebe gefunden hat.
Als ihr dann noch Marc, ihr stets zuverlässiger Gelegenheitslover, mitteilt, dass er nun heiraten möchte ( und das auch noch eine wahre Sauberfrau), ist es um ihre Fassung geschehen und sie verkrümelt sich mit Bifi, Chips und Schokolade und natürlich ihrer Lieblings-Schlabberhose in ihrer Wohnung.
"Na fein, es sind wirklich alle liiert und/oder schwanger. Selbst der streunende Wolf hier hat sich zur Ruhe gesetzt. Alle sind sie schwanger und glücklich, alle haben jemanden – außer mir. Ich habe niemanden. Außer einer Mutter, die mit einem Eisbrecherkapitän durchgebrannt ist und ein manipulierendes Patenkind, das mir den letzten Nerv raubt."
Seite 98
Einzig Trine schafft es, sie aus ihrer Lethargie zu reißen, indem sie Charlotte kurzerhand als Babysitter für ihren "Terrorkind" Finn bestimmt.
Damit Finn nicht ihre ganze Wohnung auf den Kopf stellt, geht sie mit ihm in den Zoo. Eine Entscheidung, die auch noch den letzten Rest ihres Lebens auf den Kopf stellen wird. Denn dort trifft sie auf den äußerst charmanten Eric und dessen süsse Tochter Maya. Eric steht ihr mit Finn geschickt zur Seite und Charlotte findet grossen Gefallen an ihm. Um Eric zu imponieren, verstrickt sie sich jedoch in eine haarsträubende Lügengeschichte und das Chaos nimmt seinen Lauf...

Handlung & Charaktere:
Britta Sabbag hat mit "Pinguinwetter" ihr Debüt vorgelegt - ein locker-leichter Chick-Lit-Roman, der alle typischen Facetten dieses Genres bestens bedient.
Der Schreibstil ist ungezwungen und flüssig zu lesen, die Sprache frisch und jugendlich-frech, mit einer grossen Portion Humor und auch Sarkasmus.
Erzählt wird die Geschichte aus Charlottes Sicht in Form des "ich"-Erzählers und so bekommt der Leser einen großen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Diese Gedanken werden zudem immer in kursiver Schrift dargestellt.
Charlotte ist eine junge Frau, die gerade ihren Job verloren hat und seither irgendwie von einem Chaos in das nächste gerät. Eigentlich verkörpert sie mit ihrem ganzen Auftreten eine Protagonistin, mit der ich persönlich nicht unbedingt Freund werden kann, aber trotz allem musste auch ich immer wieder schmunzeln.
Sie erscheint ziemlich zickig und suhlt sich sehr in ihrem Selbstmitleid. Letzteres ist schon fast grenzwertig und nervt schlussendlich auch. Gerne hätte ich mich das eine oder andere Mal ihrer Freundinnen angeschlossen und wollte sie mal so richtig kräftig schütteln, damit sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kommt. Sie lässt sich schon sehr gehen und ihre ausgeprägte Lethargie zeugt nicht gerade von Stärke.
Doch trotzdem konnte man sich mit der ein oder anderen aus dem Leben herausgegriffenen Situation selbst identifizieren. Wer hat zum Beispiel noch nicht ein großes Frustessen mit Bergen von Süsskram veranstaltet? Und vermutlich gibt es in jedem weiblichen Kleiderschrank eine Schlabberhosen-Sünde, von der wir beten und hoffen, dass sie niemals jemand entdecken würde - die aber an den wirklich schlechten Tagen wie ein guter Freund sein kann und deshalb gehütet wird wie ein Schatz.
Charlotte ist wahrlich keine Sauberfrau, über die sie in grossem Stil herzieht. Oftmals nervt sie, ist stressig, etwas verweichlicht und chaotisch - und vielleicht aus diesem Grund bis zu einem gewissen Grad schon wieder richtig liebenswert!
Einen großen Respekt an ihre Freundinnen, die so viel Geduld mit ihr haben :-) 
Und vor allem am Eric. Ein Mann, wie es ihn wohl mehr als nur selten geben kann. Was er alles über sich ergehen lässt und über was er alles hinwegsieht, ist schon bemerkenswert. Man denke nur an die Nummer der betrunkenen, schmuddeligen, kinderliedersingenden Charlotte in der Bar ... Würde da nicht ein jeder eher Reißaus nehmen?
Nun ja, man könnte sagen, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, wenn man staunend mitliest, in welche Hals-über-Kopf-Abenteuer sich ihre Mutter Renate immer wieder stürzt :)
Sehr nett finde ich den Anhang, ein Einblick in Charlotte's "Charlottexikon". Da sie sich so viele Fragen stellt und mit Antworten von Seiten ihrer Mutter nur selten bis gar nicht zu rechnen ist ( weil mal wieder kein Antwortwetter ist ) , hat sich Charlotte im Laufe der Zeit sehr gut mit Wikipedia angefreundet und hilft sich nun mit diesem neuen Freuden selbst :-)

Mein persönliches Fazit:
Britta Sabbag erfindet das Rad des Chick-Lit's nicht neu und bedient sich einiger typischer Klischees, auch sind die Zufälle teilweise etwas zu sehr Zufall. Tiefgang sollte man nicht erwarten und auch gegen die Zickenhaftigkeit der Protagonistin sollte man etwas abgebrüht sein, aber alles in allem ist es trotzdem ein sehr schöner leicht-lockerer Sommerurlaubsroman, den man einfach lesen und genießen und nicht zu viel hineininterpretieren sollte.
Etwas Witz, etwas Humor, eine grosse Portion Gefühle und Liebe, gewürzt mit viel Sarkasmus und Ironie - einfach lesen und abschalten.
Die perfekte Urlaubslektüre für den Strand oder für den Liegestuhl - oder wenn halt einfach mal wieder Pinguinwetter ist :)
»Meinst du, es ist alles zu spät?«, fragte ich sie traurig.
Sie schüttelte lächelnd den Kopf. »Es ist nie zu spät, um neu anzufangen. Und das wirst du, Charly.«
»Hmpf"
Seite 363

Rezensiert von Alexandra


Über die Autorin: 
C: Jurate Jablonskyte
Britta Sabbag, geboren 1978 in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaft, Psychologie und Pädagogik in Bonn. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete sie sechs Jahre als Personalerin in mehreren großen Firmen. Als die Krise zuschlug, nutzte sie die Chance, um das zu tun, was sie schon immer wollte: schreiben. Heute schreibt und lebt sie immer noch in Bonn.
www.brittasabbag.de





 

Wir freuen uns sehr, dass Britta Sabbag im Bücherkaffee Platz genommen hat und uns für einige viele Fragen "Rede &Antwort " stand.
Macht es euch daher mit einer großen Tasse Kaffee oder Tee gemütlich und geniesst das schöne Interview mit der liebenswerten Britta Sabbag!

Zum Interview: KLICK 

Und aufgepasst!
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Viel Spass beim Lesen & viel Erfolg!


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