Rezension: Smalltown Girls 1. Der Tod kommt selten allein

Donnerstag, 6. September 2012 0 Kommentare

Smalltown Girls 1. Der Tod kommt selten allein

Von: Josephine Mint
Genre: Jugendroman
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
Erscheinungsdatum : 1. Auflage 2012
Ausstattung: Hardcover, 254 Seiten
ISBN13: 978 3 407 81106 6


Inhalt:

Charlie und Lu sind Freundinnen seit dem Sandkasten und - oder gerade weil - sie so verschieden sind, ergänzen sie sich in ihrer Freundschaft perfekt. Aufgewachsen sind sie in einer kleinen, unscheinbaren Stadt, in der der freitag-abendliche Treff in der Bierbörse schon ein wahres Highlight ist. Sie spielen zusammen in einer Band, Lu's ganzer Traum, und alles scheint normal - bis plötzlich Lu's heiss geliebter Bruder Jakob bei einem Autounfall ums Leben kommt. Seither ist nichts mehr, wie es einmal war. 
Charlie beichtet Lu, dass sie ein Geheimniss vor ihr hatte, was ihren Bruder betraf. Dass sie wusste, dass Jakob zwei Monate vor seinem Unfall einen unfassbaren Traum hatte... 

Doch zum ersten Mal glaubt ihre Freundin ihr nicht. Und der angebahnte Streit eskaliert, als Charlie vor lauter Verliebtheit zu Linus Lu zu einem für sie äusserst wichtigen Zeitpunkt versetzt. Charlie leidet unter dem Freundschaftsbruch, doch es sind die Erlebnisse auf einer verhängnisvollen Zugfahrt, der die Mädchen geradezu in einen Albtraum rasen lässt.
Eine furchtbare Prophezeiung lässt ihnen fast das Blut in den Adern gefrieren - werden auch sie sterben, so wie Jakob ???

[...]"Ich schaue fasziniert aus dem Fenster, wieder ein Blitz, so hell, gleißendes Licht, auf einmal verdunkelt sich der Himmel und eine dichte graue Wolke schwebt neben dem Zug her, das sieht schön aus, denke ich noch, wie Rauch, und genau in diesem Moment spüre ich einen heftigen Schlag auf meinen Kopf."
Seite 75

Handlung & Charaktere:

"Smalltown Girls" startet mit einem Prolog, der in drei kurze Parts mit je 4-6 Seiten unterteilt ist. In diesem Prolog erwartet uns ein Rückblick, der uns auf das folgende Geschehen vorbereitet und die Spannung aufbaut.  (Vor sieben Monaten , Vor neun Monaten , Zwei Wochen nach Jakobs Tod) 
Auf Seite 23 befinden wir uns wieder in der Gegenwart und das Geschehen nimmt seinen Lauf. Denn wie die Überschrift schon sagt: "Der Tod kommt selten allein" 

Erzählt wird diese spannende Geschichte von der 16-jährigen Charlie aus der Sicht der "ich"-Erzählerin. Die Sprache ist dementsprechend jugendlich-frisch und auch in der Ausdrucksweise dem Alter der Protagonisten angepasst, mal frech, mal lapidar, mal umgangssprachlich.  Auch der Schreibstil ist leicht und sehr angenehm zu lesen. Die Kapitel sind nicht zu lange, was ich persönlich für ein Jugendbuch sehr wichtig finde. Denn gerade zu lange Kapitel schrecken junge Leser oftmals vor dem weiterlesen ab, da sie sich einem gewissen Lesezwang ausgesetzt fühlen. Kurze Kapitel ermöglichen Lesepausen und erleichtern das Lesen. 

Charlies Schilderungen zu folgen, macht Freude, denn die legt einen wahrlich jugendlich-spritzigen Sarkasmus an den Tag, der immer wieder für Schmunzler sorgt. Aber sie lasst uns auch an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben. Eine wahre Achterbahnfahrt - denn so viele Ereignisse brechen gerade über die Mädchen herein, die verarbeitet sein wollen. Und da Charlie sich Hals über Kopf in den undurchsichtigen Linus verliebt, gewährt sie uns auch viel Einblick in ihr Herz. 

Die drei Mädchen selbst sind sehr schön in ihrer Charakteristik beschrieben, denn die drei scheinen fast nichts gemeinsam zu haben. Aber vielleicht ergänzen sie sich gerade aufgrund Dessen so perfekt? Und alle drei haben auf ihre ganz eigene Weise etwas Liebenswertes an sich.  Aus Linus wird man nicht schlau, ihn kann man in keiner Weise einschätzen - seinen wahren Charakter werden wir wohl erst in einem Folgeband kennenlernen, hier dürfen wir gespannt sein. Genau wie die wahre Rolle von Charlies geheimnisvoller Nachbarin Frau Rose, sie bleibt erst einmal ein Rätsel. So wie zuletzt das ganze Geschehen ein großes Rätsel bleibt - denn dieses Buch endet mit einem wahren Aufhänger. Über das ganze Buch wird eine große Spannung aufgebaut und man grübelt nach, was hinter der ganzen Sache stecken könnte und plötzlich ist man auf der letzten Seite angelangt. Und dann sitzt man da und denkt: "Wie jetzt? Wie geht es weiter???"  Tja, da müssen wir uns nun auf Teil 2 der Smalltown Girls gedulden.

Mein persönliches Fazit :

"Josephine Mint" - hinter dessen Pseudonym sich ein Autorinnen-Trio verbirgt - hat mit dem ersten Teil der "Smalltown Girls" einen gelungenen Auftakt zu einer neuen Jugendbuch-Serie geschaffen, die sich zu Recht im Jugendthriller-Genre ansiedelt und dem es aber auch nicht an Witz und Humor fehlt.
Die Geschichte ist absolut Altersgerecht geschrieben und auch an Spannung mangelt es keinen Moment. Ich persönlich bin jedoch kein großer Freund davon, wie das Buch endet. Einerseits macht es zwar viel Spannung auf den Folgeband, aber ich fühle mich so auch sehr unter Druck gesetzt, unbedingt weiterlesen zu müssen. Denn dieses Buch ist in keiner Weise abgeschlossen, alles ist offen und auch die Richtung ist noch nicht wirklich erkennbar. Aber dies ist eine persönliche Empfindung. Andere mögen gerade dadurch eine große Vorfreude empfinden und dem Erscheinungstermin entgegen fiebern.

© Rezension, Alexandra



Über die Autorinnen:

Hinter "Josephine Mint" verbergen sich die Autorinnen Jeanette Wagner, Miriam Sachs und Ulrike Molsen, die seit Jahren miteinander befreundet sind. Genau wie die Heldinnen oder Smalltown Girls kommen zwei von ihnen vom Land und eine aus der Stadt. genau wie die Heldinnen könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Und genau wie bei den Heldinnen ist ihre Freundschaft eine echte Achterbahnfahrt. 
Jeanette Wagner, 1968 in Wiesloch geboren, ist Filmressigeurin und Drehbuchautorin, nicht besonders groß und liebt es zu staubsaugen. 
Miriam Sachs wuchs in einer Reihenhausssiedlung in Nuekeferloh auf. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet als Schauspielerin und Autorin. Wäre sie im 18.ten Jahrhundert geboren, hätte sie sich in Heinrich von Kleist verliebt. 
Ulrike Molsen, geboren 1973 in Berlin, ist Drehbuchautorin geworden, nachdem sie feststellen müsste, dass Punk Lieder kein Beruf ist. Sie liebt amerikanische Fernsehserien und bittet Jeanette oft, bei ihr zu staubsaugen.

[alexandra]

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