Rezension: Das bisschen Kuchen - (K)ein Diät-Roman

Montag, 26. November 2012 2 Kommentare

Das bisschen Kuchen
(K)ein Diät-Roman
Von: Ellen Berg

Verlag: Aufbau Verlag
Genre: Unterhaltung, Frauen, Humor
Erscheinungsdatum: 1. Auflage 2012
Ausstattung: Broschur, 285 Seiten
ISBN13: 978-3€-7466-2827-1


Inhalt:
Eigentlich ist Niki ganz zufrieden mit sich und ihrem Leben, denkt sie, als sie an ihrem Hochzeitstag mit der Kreditkarte ihres Mannes Wolfgang zum einkaufen geht. Ein Mann, der sie liebt, so wie sie ist. Gut, sie ist mag etwas zu dick sein, aber Wolfgang scheint das nicht zu stören. Und die Verkäuferin in der Boutique, das "Klappergestell" hat halt einfach keine Ahnung von gutem Essen. Einen sündigen Café-Besuch später wird Niki jedoch mit Tatsache konfrontiert, dass der Schein trügt. Denn wer läuft da Hand in Hand mit einer Schönheit in Kleidergröße 34? Niemand anders als ihr Gatte Wolfgang - und er küsst diese Frau auch noch! Niki fällt aus allen Wolken und flüchtet ins "traute Heim", wo sie zum ersten Mal seit länger Zeit auf eine Waage steigt. 98 kg, wie konnte das nur passieren? Hier muss dringend was passieren. Spontan bucht sie sich mit Wolfgangs Kreditkarte in ein Fastenhotel in der Schweiz ein und sitzt schon kurz darauf im Flieger. Glaubersalz zum Frühstück, ständige Schlemmergedanken, Sporteinheiten bis zum Umfallen und ein äußerst begnadeter Shiatsu-Masseur bringen Niki fast um den Verstand. Aber die Fasten-Klinik hält auch einige freudige Überraschungen für Niki bereit. Sollte Fasten womöglich der neue Sex sein?

"Fasten ist der neue Sex, dachte sie. Mehr davon!" Seite 176

Handlung & Charaktere:
Ellen Berg befasst sich in ihrem Roman "das bisschen Kuchen" mit den alltäglichen Problemen und Sorgen von Übergewichtigen, die sich zum Ziel gesetzt haben, endlich abzunehmen. Niki wird von ihrem Ehemann hintergangen und Grund dafür ist eine hübsche Frau, die zweimal in die Hosen von Niki passen würde. Niki hat sich über die 25 gemeinsamen Ehejahre sehr gehen lassen und ihrem Laster Essen immer wieder nachgegeben. Essen ist ihr Lebensinhalt. Mit Essen hat sie ihren unbewussten Frust "gekillt". Und sie glaubt die ganze Zeit, dass Wolfgang (der im Gegensatz schlank und sportlich daher kommt) ihr immer zur Seite stehen wird, egal wie sehr sie zunimmt. Gegessen wurde nicht mehr in Maßen, sondern in Massen.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Niki in der dritten Person.Wer Bücher von Ellen Berg kennt, weiß, dass die Autorin nicht mit spritzigem, bissigem Humor spart und ihre Bücher mit einer gewaltigen Portion Ironie würzt. Auch ist klar, dass ihre Bücher auf jeden Fall humorvoll aufzufassen sind und für entspannte Lesemomente mit vielen Lachern sorgen sollen.

Zu Beginn ist das auch bei diesem Roman der Fall und ich amüsierte mich über den zum Teil recht bissigen Humor der Protagonistin, bis ... Ja, bis sie dann tatsächlich in diesem Fastenhotel in der Schweiz eintrifft. Ich muss gestehen, ab diesem Moment habe ich den Lesespass am Buch zum Teil verloren, weil es einfach zu viel des Guten wurde. Hier häuften sich nun in zu großem Maße die Klischees - angefangen von der "Puffmutter", die etwas vulgäre ( und für meinen Teil sehr abstoßende) Wallküre Walburga über die graumäusige Servicedame, dem verbitterten, spindeldürren Chefarzt Dr. Mannheimer bis hin zum muskelbepackten Sportlehrer. Aber kopfschüttelnd ließ mich zuletzt tatsächlich der Shiatsu-Masseur Mario zurück, der meines Erachtens den negativsten Eindruck hinterließ. Ein großer, etwas dürr geratener Bursche, der die Kurgäste - einschliesslich Niki - durch seine sehr speziellen "Wurzeltschakka-Künste" zu orgasmischen Höhepunkten bringt, ihnen den Sex wieder näher bringt? Das war für mich dann doch eindeutig zu viel des Guten. Der Verlauf der Geschichte entwickelt sich leider sehr unglaubhaft. Auch wenn es ein humorvoller, nicht ernst gemeinter Roman ist, sollten doch die Geschehnisse nicht zu sehr abdriften, wie sie es in diesem Fall tun. Immer wieder gab es Momente, in denen ich dachte, jetzt bekommt die Grundgeschichte wieder Fahrt. Zum Beispiel ist das Aufleben der innigen Freundschaft zwischen den Frauen ein schöner Ansatz oder auch noch das vorsichtige Aufkeimen der Gefühle für den Kurgast Leo.

"Man sollte für das kämpfen, was man liebt" [...] "Aber man kann nicht darum kämpfen, geliebt zu werden." Seite 160

Aber leider überwiegen zuletzt die klischeelastigen Szenen. Alleine das Monstermenü, dass Niki ohne das Zutun der anderen in etwa einer Stunde zubereitet haben soll ...
Der plötzlich aggressiv auftretende Ehemann. Walburga, die "mal eben" nach Deutschland fliegt, um mit ihren Puff-Türstehern diesem Ehemann einen nicht sehr freundlich gesinnten Besuch abzustatten. Auch das Ende des Romans reiht sich in dieses Muster mit ein und konnte mir leider kein Lachen mehr entlocken.Die Charaktere werden einfach zu klischeehaft, zu oberflächlich dargestellt, und die Geschichte wird doch sehr seicht und büßt seinen Humor dadurch zuletzt ein.

Mein persönliches Fazit :
Ellen Berg's Roman "Das bisschen Kuchen" beginnt humorvoll und lässt spaßiges Lesevergnügen vermuten. Leider wurde ich nach dem ersten Drittel der Geschichte eines Besseren belehrt und konnte mich nicht mehr so recht begeistern. Die Ansätze für ein schönes Lesevergnügen waren definitiv gegeben, aber zuletzt wurden einfach zu viele Klischees in die Geschichte verpackt, die mich ab und an nur kopfschüttelnd zurückließen.
Ich habe lange über die Bewertung dieses Buches nachgedacht und werde natürlich mit einberechnen, dass es meinen ganz persönlichen Lesegeschmack nicht getroffen hat. Aber mich konnte es einfach auch im Aufbau nicht recht überzeugen und es ist immer wieder überzogen. Ich kann hierfür nicht mehr als drei Punkte vergeben

 © Rezension: Alexandra

[alexandra]

Kommentare:

  1. Der flüssig geschriebene und unterhaltsame Roman ist einfach zum Schlapplachen und strapaziert die Lachmuskeln!

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  2. Hallöchen,
    ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezension auf meinem Blog verlinkt habe. Du kannst dir das HIER anschauen.

    Alles Liebe, Nelly

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