Rezension {Aygen} - Der letzte Engel

Dienstag, 20. November 2012 2 Kommentare


Der letzte Engel
von Zoran Drvenkar

Verlag: cbj Verlag
Alter: ab 14 Jahre
Genre: Jugendbuch, Fantasythriller
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2012
Ausstattung: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 432 Seiten
ISBN13: 978-3-570-15459-5
Preis: 16,99€ [D]

Leseprobe: KLICK
Buchtrailer: KLICK




Inhalt:

Der 16-jährige Markus „Motte“ beschließt, das Wochenende allein zu Hause zu verbringen und an seinem Referat zu arbeiten. Alles läuft wie gewünscht, bis ihn eine eMail erreicht.


 Sorry für die schlechte Nachricht
Aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein
Wir wollten nur, dass du das weißt
Du bist nicht allein
Sei mutig und stark (Zitat Seite 19)

Motte glaubt an einen Streich seiner Freunde und beschließt, die ganze Sache nicht weiter ernst zu nehmen. Schnell merkt er jedoch, dass ihm das keine Ruhe lässt und nimmt sich fest vor nicht einzuschlafen. Wider erwarten überkommt ihn die Müdigkeit und Motte schläft ein. Dies bleibt natürlich nicht ohne Folgen.

Die Erkenntnis traf mich mit voller Wucht. Ich drückte mir eine Hand aufs Herz,
Nichts.
Ich suchte meinen Puls,
              Nichts. (Klappentext)

Handlung & Charaktere:
Dem Autor ist es gelungen, Gegenwart und Vergangenheit gut zu verbinden, indem er geschichtliche Ereignisse, die zu dieser Verfolgungsjagd von Motte führen, gut umzusetzen. Er beschreibt mehrere Gruppen und Personen. Die Bruderschaft von 1820, die dabei sind, ihr Ziel zu erreichen und sämtliche Engel auf dieser Erde auszulöschen um somit das Ende der Menschheit herbeizuführen, sowie Mona, das unscheinbar wirkende 10jährige Mädchen, mit der besonderen Fähigkeit, durch Berührung Erinnerungen hervorzurufen. Die verschiedenen Handlungsorte erscheinen anfänglich erst verwirrend aber setzen sich von Kapitel zu Kapitel zusammen und lassen den Leser immer tiefer in die Geschichte eintauchen. Man reist vom irischen Land nach Edinburgh und findet sich dann in Berlin. Die Mischung aus Fantasy und Realität gibt diesem Buch das besondere Etwas. Die Charaktere sind nicht nur durch ihre Namensgebung besonders gewählt, sondern auch durch ihre Beschreibung und ihr Auftreten. Man lernt selbst im schlechtesten Wesen dieser Geschichte eine weiche, sensible und verletzliche Seite kennen. Besonders gelungen sind die Passagen, in denen Zoran Drvenkar den Protagonisten Motto beschreibt, wie er sich selber beobachtet. Seinen leblosen Körper, auf dem Bett liegend. Seinen Vater, der ihn versucht zu wecken und Motto, wie er erstaunt über die zwei Flügel ist, die sich auf seinem Rücken befinden. Gänsehautfaktor garantiert. Eine rasanter und magischer Roman, mit dem richtigen Maß an Fantasie. Bestimmt hätte es Mona in dem Moment geholfen, wenn sie gewusst hätte, dass Vergangenheit ein Gewebe der Zeit ist, das sich aus Erinnerungen zusammensetzt.

  Bestimmt hätte es Mona in dem Moment geholfen, wenn sie gewusst hätte, 
dass Vergangenheit ein Gewebe der Zeit ist, das sich aus Erinnerungen zusammensetzt. 
(Zitat Seite 43)


Mein persönliches Fazit:
Ich habe bereits „Sorry“ und „Du“ von Zoran Drvenkar gelesen und beide haben mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich auch so gespannt auf „Der letzte Engel“. Es ist etwas ganz anderes, mystisch, surreal und packend. Der Klappentext klingt ja schon sehr einladend, aber was mich wirklich gereizt hat, war die ausführliche Leseprobe, die ich vorab schon lesen konnte und natürlich das Video mit dem Kurzinterview des Autors. Er beschreibt ja bereits in diesem Interview, dass es zwar um Engel geht, aber nichts mit Religion zu tun hat und ich finde, er hat es sehr gut umgesetzt. Die Assoziation des Engels ist eben in unseren Köpfen fest verankert und da ist es nicht einfach, umzuschalten und wirklich an etwas anderes als einen göttlichen Boten zu denken. Zoran Drvenkar hat etwas Neues geschaffen und mich von diesem Gedanken gelöst und mich mitreisen lassen. Zwischen Berlin und Edinburgh auf der Flucht vor der Bruderschaft, erlebt der Leser hier eine Mischung aus Geschichte, Märchen, Fantasy, Thriller und auch den ein oder anderen stillen Moment, der Gänsehaut auslöst.



© Rezension: Aygen

Über den Autor:


© by Corinna Bernburg

Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 20 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller. Zoran schreibt Romane, Gedichte und Theaterstücke über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lebt heute in einer alten Kornmühle in der Nähe von Berlin.





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Quelle Vita Autor + Coverbild:
Website © cbj Verlag, mit freundlicher Genehmigung des cbj Verlages und des Autors
Foto Autor:
© by Corinna Bernburg, by Zoran Drvenkar
Buch-Zitate:
Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat. 
© by Zoran Drvenkar

Kommentare:

  1. Spannend. Und verdammt gut ausgewählte Kommentare, allein die, ohne deine Beschreibung, macht Lust auf mehr.
    Hört sich definitiv interessant an.

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