Rezension {Aygen} - Maria sucht Josef

Mittwoch, 7. November 2012 0 Kommentare

Maria sucht Josef
von Nicole Joens
 

Verlag: Piper Taschenbuch
Genre: Roman, Liebesroman, Weihnachten
Erscheinungsdatum: November 2012
Ausstattung: Kartoniert, 352 Seiten
ISBN13: 978-3492259583
Preis: 8,95€ [D]

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Inhalt:


Miriam ist Anfang 40 als Ihre Schwester und Ihr Schwager, beide Musiker, bei einem Autounfall ums Leben kommen. Sie übernimmt das Sorgerecht für ihre Nichte Anna-Sophie und ihren Neffen Bene. Miriam wird zudem von ihrem Partner Schwanger sitzengelassen und zieht ohne Job von Dresden nach München, um die Kinder nicht aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen. Inzwischen ist sie Hochschwanger und verschuldet. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie die Wohnung verlieren und das Jugendamt vor der Tür steht. Völlig verzweifelt und kurz vor der Entbindung kündigt ihr noch die Krankenkasse und ihre Ärztin will sie nicht behandeln. Durch eine nette Arzthelferin aus der Praxis erfährt Miriam von einer Hebamme, die auch unentgeltlich behandelt, doch um dort hinzukommen, müssen die Drei quer durch die Stadt und das mit 80 Cent in der Tasche. Kurzerhand hecken die Drei aus Verzweiflung den Plan aus, in ein Taxi zu steigen und sich eine Geschichte einfallen zu lassen um kostenfrei zu dieser Hebamme zu kommen. Joe der Taxifahrer, ein Hobby Country Musiker, nimmt seine Fahrgäste wie gewohnt auf, ungeahnt welchen Lauf diese Taxifahrt für ihn noch nehmen wird. 

Miriams innerer Garten, einst eine beschützte Laube mit Apfelbäumen, Rittersporn und duftendem Jasmin, ist gänzlich verschwunden. Zitat Seite 9

Handlung & Charaktere:

Nicole Joens wählt für Ihren besonderen Roman "Maria sucht Josef" einen kalten, vorweihnachtlichen Schneetag in München. Während alle in froher Stimmung über den Weihnachtsmarkt schlendern und die Zeit genießen, fokussiert die Autorin vier besondere Menschen in all diesem bunten und lustigen Treiben. Die Charaktere beschreibt Nicole Joens treffend zur Lebenssituation. Die zwei kleinen Kinder sind auf ihre ganz besondere Art und Weise, quirlig, klug, gerissen und zugleich voller Trauer. Die Autorin stellt die missliche Lage der Protagonistin im Kampf gegen die Behörden mit einer menschlichen Kälte dar, wie man sie sich kaum vorstellen mag. Der Alltag einer verzweifelten jungen, hochschwangeren Frau mit zwei Ziehkindern, alleingelassen vom Staat, im Kampf um Ihre Familie wird so bedrückend beschrieben, dass man die Verzweiflung in jeder Zeile lesen kann. Auch Josef, genannt Joe, wirkt zwar bodenständig und trotz seiner derben, bayrischen Art dennoch so warmherzig. 

Das Cover hingegen ist zwar nicht wirklich passend zum Inhalt gewählt, aber wunderschön weihnachtlich und fröhlich gestaltet, so dass es den Leser direkt anspricht.
Sein Kuss ist das Versprechen, da zu sein und sein Bestes zu geben, um Miriam zu halten, und zu teilen, was das Leben ihnen noch schenken wird. Zitat Seite 351

Mein persönliches Fazit:

Eine wunderschöne und zugleich traurige Weihnachtsgeschichte. 

Wer noch an Weihnachtswunder glaubt, dem wird es beim Lesen ganz warm ums Herz. Eine zugleich herzzerreißende Geschichte über Mut, Kraft und Familiensinn. Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen. Perfekt, um mich auf die kommende Weihnachtszeit einzustimmen. Idealerweise habe ich das Buch auch noch am ersten Schneetag im Oktober begonnen und konnte mir beim Lesen, die Kälte, den Schneematsch und das wilde Gewusel in den Straßen besonders gut vorstellen. Dieses Buch hat mich daran erinnert, dass uns ganz besonders im stressigen Alltag oft der Blick und die Sensibilität im Umgang mit unseren Mitmenschen fehlen. Unabhängig welche Jahreszeit ist, verfallen wir oft in das Schema viele in eine Schublade zu stecken ohne uns zu fragen, ob dieser Mensch an seiner Misere selber Schuld ist oder einen harten Schicksalsschlag erlitten hat. Sollten wir nicht lernen nicht über andere zu urteilen? Wie möchten wir gesehen und behandelt werden in der Not? Ich möchte nicht damit sagen, dass mein grundsätzlich mitleidig mit bedürftigen Menschen umgeht, den oft nutzen auch Menschen einfach die Gutgläubigkeit aus, sondern einfach vorsichtiger mit unserem Urteil über Andere. Bewusster leben, sehen und beobachten. Meines Erachtens ein wirklich gelungener Debüt Roman und garantiert ein Lesegenuss.




© Rezension: Aygen


© Christine Paxmann
Über die Autorin:

Nicole Joens, geboren 1961in München, wanderte nach dem Abitur ohne einen Penny für sieben Lehrjahre nach New York aus und kehrte 1990 zurück, um in ihrer Muttersprache zu schreiben, zunächst viele Drehbücher. Ab 1995 glückliche Mutter von Zwillingen, aber unglückliche Ehefrau, danach viel zu lange allein erziehend, doch seit 2006 endlich glücklich verheiratet und entspannt erziehend. Innerlich liegt sie deshalb jedem Josef dieser Welt zu Füßen. Sie lebt und schreibt in München und im Chiemgau. Maria sucht Josef ist ihr erster Roman.

 

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Quelle Vita Autorin + Coverbild:
Website © Piper Taschenbuch Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Piper Taschenbuch Verlags und der Autorin
Foto Autorin: © by Christine Paxmann © by Nicole Joens, von der Autorin persönlich zur Verfügung gestellt.
Buch-Zitate:
Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat. 

© by Nicole Joens und Piper Taschenbuch Verlag

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