Rezension: Flavia de Luce. Vorhang auf für eine Leiche

Montag, 17. Dezember 2012 0 Kommentare

Flavia de Luce 4
Vorhang auf für eine Leiche
Von: Alan Bradley

Verlag: Penhaligon Verlag
Originaltitel: I am Half-Sick of Shadows
Originalverlag: Delacorte Press, New York 2011
Übersetzung: Aus dem Englischen von Gerald Jung, Katharina Orgaß
Genre: Jugendbuch Krimi
Erscheinungsdatum : Deutsche Erstausgabe 22. Oktober 2012
Ausstattung: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3098-3

Inhalt:

Um das Anwesen Buckshaw steht es nicht gut. Der drohende finanzielle Ruin treibt die de Luce's dazu, äußerst ungewohnte Maßnahmen zu ergreifen, um in ihrem geliebten Zuhause bleiben du können. Eine Londoner Filmcrew möchte das Anwesen als Kulisse für einen neuen Film nutzen und die Familie stimmt zu. Sehr zum Leidwesen von Flavia de Luce, denn die Filmcrew möchte ausgerechnet über Weihnachten drehen und sich daher mit Sack und Pack und allen Schauspielern auf Buckshaw einquartieren! Das kommt Flavia äußert ungelegen, hat sie doch zu Weihnachten ein großes Projekt geplant, bei dem sie sich nun doch sehr gestört fühlt. Denn Flavia möchte nun endgültig herausfinden, was an dieser "Weihnachtsmannsache" tatsächlich dran ist. Und um das herauszufinden, bedient sie sich mal wieder an ihrem selbst beigebrachten Wissen im Bereich der Chemie und tüftelt in ihrem Labor. Trotz starkem Schneegestöber trifft die Crew und auch die berühmte Diva Phillys Wyvern auf Buckshaw ein, die sich - weihnachtlich gestimmt - bereit erklärt, für die Bewohner des Dorfes eine kleine Sondervorstellung zu geben. Es kommt, wie es kommen musste und Buckshaw schneit ein. Und im Haus voller Menschen macht Flavia zuletzt eine bestürzende Entdeckung: Sie findet eine Leiche!!!
Die Hobbydetektivin Flavia ist sich sicher: der oder die Mörderin muss sich noch unter den Gästen befinden! Und sie beginnt eifrig, zu ermitteln ...

Handlung & Charaktere:

Flavia de Luce ist zurück! Und sie begeistert nun schon zum vierten Male ihre Leser. Alan Bradley hat es geschafft, den Zauber um diese junge, 11-jährige Hobbydetektivin auch in diesem vierten Teil aufrecht zu erhalten. Es ist aufs Neue eine wahre Freude, ein wahrer Lesegenuss.   Die chemiebesessene Flavia entführt uns erneut ins England der 50er Jahre, auf das diesmal fast im Schnee versinkende Familienanwesen Buckshaw. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr ansprechend und klar, die Sprache wunderschön der Zeit der Geschichte angepasst. Erzählt werden die Geschenisse natürlich wieder aus Flavia's Sicht, was dem Leser wieder sehr viel Einblick in ihre zum Teil etwas skurrilen, aber durchaus faszinierenden Gedanken gewährt. Es ist eine wahre Freude, ihren Gedankengängen zu folgen, ihren englischen Humor, ihre Ironie und ihren ganz persönlichen, mittlerweile sehr liebgewonnenen Charme erneut zu erleben und mitzuverfolgen

Flavia ist ein äußerst aufgewecktes und vor allem sehr cleveres Mädchen mit einer nahezu genialen Auffassungsgabe. Logisches Denken liegt ihr einfach, was ihr als Hobbydetektivin natürlich äußert gelegen kommt. Ihre Begeisterung für die Chemie wirkt auch in diesem Band wieder beinahe ansteckend und es macht Spass, ihren chemischen Erläuterungen, die sich auch im vierten Teil wieder durch die ganze Geschichte ziehen, zu folgen. Auch wenn man nicht immer alle chemischen Erklärungen verstehen, spürt man dich Flavia's Faszination für ihr liebstes Hobby und muss immer wieder lächeln. Sie denkt viel über die Dinge nach, die um sie herum passieren und philosophiert doch auch mal gerne darüber, und wenn es nur um ihre Faszination und Begeisterung für Schneeflocken geht.

Ihre kriminalistische Spürnase lässt sie natürlich auch diesmal nicht im Stich. Obwohl hier anzumerken sei, dass man als Leser diesmal nicht immer so leicht ihre Gedankengängen und Schlussfolgerungen im Bezug auf das Verbrechen folgen kann. Es kommt einem fast so vor, als wurde das Aufschreiben einiger dieser Gedankengänge geradezu vergessen. Und so sitzt man doch kurz da und grübelt, wie sie denn nun zu eben dieser Schlussfolgerung kommen konnte. Was die Auflösung des Kriminalfalls betrifft, wären ein paar ausladendere Informationen erwünschenswert gewesen. Aber abgesehen davon ist auch diesmal der Aufbau der Geschichte durchaus gelungen. Es wird viel Vorgeschichte geliefert, bis das eigentliche Verbrechen dann tatsächlich passiert. Aber dies hebt auch die Spannung, denn man wartet ja schon geradezu auf die Tat. Wann wird es passieren? Wer wird ermordet? Alan Bradley spannt in diesem Fall seine Leser ganz schön auf die Folter! :)

Natürlich erlebt man auch hier wieder Einiges aus dem Familienleben der de Luce's. Denn das Verhältnis zwischen den Geschwistern hat sich nicht sehr gebessert. Immer noch piesacken sich die drei unaufhörlich. Feely versucht mit allen Mitteln, die Aufmerksamkeit der Filmcrew auf sich zu ziehen, was ihr durchaus gelingt und Daffy verkriecht sich wie gewohnt bei jeder Gelegenheit in ihrer Bibliothek.

Und Flavia's Vater? Er ist so unnahbar wie eh und je. Seine Briefmarken halten ihn fest im Griff. Er lässt sich da auch nicht von eine Leiche in seinem Haus beirren. Daher ist Flavia dankbar um die Mithilfe und Unterstützung des treuen Hausmeisters und Familienfreundes Dogger. Auf ihn ist halt immer wieder Verlass.

Mein persönliches Fazit :

Alan Bradley's "Flavia de Luce" konnte mich auch diesmal wieder voll und ganz überzeugen. Ich wurde erneut schon nach dem Lesen der ersten Seiten und die Geschichte hineingezogen und nach Buckshaw zurückversetzt. Ein wundervoller, diesmal sehr weihnachtlich gestimmter Krimi, der auch so passend zur Weihnachtszeit erschienen ist. Der alte englische Miss Marple - Charme begeisterte mich aufs Neue und ich bin in der Tat völlig vernarrt in Flavia de Luce - ein unglaubliches Mädchen mit unglaublichen Talenten, die man einfach nur liebgewinnen muss! Herr Bradley, ich hoffe doch sehr, dass wir noch viele weitere Momente auf Buckshaw mit der bezaubernden Flavia erleben dürfen! Fortsetzung dringend erwünscht!

© Rezension: Alexandra

Über den Autor:

Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker, die schließlich in der Position des Direktors für Fernsehtechnik am Zentrum für Neue Medien der Universität von Saskatchewan in Saskatoon gipfelte, hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. »Mord im Gurkenbeet« ist sein erster Roman und der in England, USA und Kanada bereits viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.

[alexandra]

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