Monatsrückblick - Ja oder Nein ???

Donnerstag, 31. Januar 2013 10 Kommentare



Wir müssen doch jetzt mal ganz konkret hier in die Runde fragen:

Monatsrückblick - Ja oder Nein ???
Bisher hat es diesen auf unserem Blog nicht gegeben. Warum nicht? Weil wir persönlich es bisher eigentlich für Überflüssig hielten, uns nicht so recht damit anfreunden konnten. Auch waren wir der Meinung, es würde euch Leser wohl eher nicht soooo sehr interessieren. 
Nun sind wir aber doch neugierig geworden, weil wir auch feststellen, dass unsere Bilderposts bei Facebook über unsere neuen Bücher sehr gerne gesehen werden. Daher würden wir von euch sehr gerne wissen, ob ihr gerne einen Bücherkaffee-Monatsrückblick lesen möchtet - und wenn ja, wie soll dieser aussehen?

Was sollte der Monatsrückblick beinhalten, was interessiert euch ???

  • Bilder unserer Neuzugänge?
  • Texte / Inhaltsangaben zu den Büchern?
  • Links zu den Büchern?
  • unsere Lesefavoriten des Monats?
  • Gelesenes + Bewertung?
  • ...
    Weitere Vorschläge ???
Wenn wir einen Rückblick gestalten, dann soll er euch auch vollkommen ansprechen. Daher freuen wir uns wirklich sehr, wenn ihr kräftig kommentiert und uns eure Meinung dazu mitteilt. Sagt uns, was ihr im Monatsrückblick gerne lesen und sehen möchtet (... und was eher nicht).
Wir sind auf eure Meinungen und Kommentare gespannt!

Liebe Grüße und habt noch einen schönen Tag!

Kinderbuch-Rezension | Gespensterfenster

Mittwoch, 30. Januar 2013 41 Kommentare

Gespensterfenster
Von: Christoph Marzi, Monika Parciak

Verlag: Arena Verlag
Genre: Kinderbuch
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahre
Erscheinungsdatum: 28.02.2012
Ausstattung: Gebunden, 104 Seiten, mit farbigen Illustrationen
ISBN13: 978-3-401-06708-7

Mia und Jonah: der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft und ein schaurig-schönes Abenteuer voller Überraschungen.

Inhalt:

Jonah hat es schwer mit seinen beiden Brüdern. Beide sind älter als er - und auch schon viel größer und stärker. Jonah dagegen ist noch recht klein und dünn und muss daher die ständigen Hänseleien und Streiche seiner Brüder erdulden.
Aber Jonas hat eine große Vorliebe. Er mag Comic´s und wenn das Wetter schön ist, verzieht er sich mit diesen auf die Veranda des alten, verlassenen Nachbarhauses. Hier hat er seine Ruhe, denn ein jeder gruselt sich vor diesem Haus, dass aussieht wie ein Gespensterhaus. Doch plötzlich ändert sich alles, als Jonah einen Möbelwagen vor dem Haus entdeckt. Wer da wohl einziehen mag? Nachts flimmerten plötzlich bunte Lichter hinter den Fenstern ... richtige Gespensterfenster sind das! Und dann schwebt plötzlich ein Mädchen vor seinem Fenster...

"Du kannst mich sehen?", fragte das Gespenst verwundert. "Ich kann dich auch hören" Seite 30/31


Handlung & Charaktere:

Wer Christoph Marzi kennt, der ahnt bestimmt schon, dass sich auch hier wieder eine wunderbare Wortgewandtheit durch das Buch ziehen wird, so wie man es von seinen anderen Werke gewohnt ist (s.a. "Die Uralte Metropole"-Reihe, "Malfuria"-Trilogie u.v.m.[1] ) Und so ist es auch! Nicht nur Kinder werden davon begeistert sein, nein, auch den Erwachsenen zaubert diese fantastische Geschichte ein dauerhaftes Lächeln aufs Gesicht. Voller Fantasie und Ideenreichtum präsentiert der Autor eine Geschichte, die Mut macht, die begeistert, die in ein großes Abenteuer entführt. Freundschaft ist das große Stichwort!

Freundschaft und Zusammenhalt - denn gemeinsam kann man einfach mehr erreichen. Zusammen fühlt man sich stark und man ist sich gegenseitig eine große Stütze. Man kann sich untereinander Ängste und Sorgen anvertrauen und gemeinsam einen Weg finden, diese Ängste zu bezwingen. Denn ein jeder hat seine Stärken und mit einem wahren Freund oder einer wahren Freundin an der Seite kann man diese auch viel leichter herausfinden.

Mia und Jonah sind solch tolle Freunde geworden und zusammen bestreiten sie ein tolles Abenteuer, dass beiden Mut macht und ihre Freundschaft noch enger bindet. Die Art und Weise, wie Christoph Marzi diese Geschichte geschrieben hat, fesselt die jungen Leser regelrecht an dieses Buch. Das besondere Format (man muss das Buch auch ab und an drehen) und die gekonnte Art, die Wörter - und ganz besonders die Betonungen - der Situation angepasst hervorzuheben oder sie zu verkleinern, ja teilweise regelrecht zu verbiegen, machen das Buch zu etwas ganz Besonderem. Dies für sich ist ja schon ein optischer Blickfänger und toller Lesespaß, aber auch für einen Vorleser ist das wundervoll, denn man erkennt sofort, wo man leiser oder lauter reden sollte, wo es besonders spannend ist und welche Betonungen für mehr Aufregung und Begeisterung sorgen, damit die kleinen Zuhörer toll mitfiebern können.

Sehr zu betonen sind natürlich auch die absolut gelungenen und ansprechenden Illustrationen von Monika Parciak. Einfach zum Verlieben schön gestaltet, harmonieren die Illustrationen perfekt mit der Geschichte und lassen Kinderherzen sicher höher schlagen.

Mein persönliches Fazit :

Christoph Marzi und Monika Parciak haben mit diesem Kinderbuch "Gespensterfenster" eine wunderbare illustrierte Geschichte erschaffen, die die Fantasie anregt, die den Leser mit auf eine spannende Abenteuerreise nimmt und die zudem Werte wie Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt vermittelt.
Ich persönlich finde, dass die angegebene Altersgrenze etwas hoch angesetzt ist. Nach meiner persönlichen Einschätzung würde ich dieses Buch schon ab 6 Jahren empfehlen. Zwar lernt man hier eine ganze Anzahl an verschiedener Gespenster kennen, aber die Kleinen Leser lernen damit ja auch, dass es überhaupt nichts ausmacht, noch klein zu sein. Und das Gespenster nicht immer unbedingt gruselig sein müssen. Ich würde den Eltern empfehlen, vorab einen Blick in das Buch zu werfen, denn selbst kann man das eigene Kind am besten einschätzen.
Meine absolute Leseempfehlung! Ich bin vollkommen begeistert und dieses Buch wanderte auf meine "Liste toller Buchgeschenke" ganz nach oben.

© Rezension: Alexandra


Über die Illustratorin:
Monika Parciak, 1976 geboren, arbeitete als Grafikerin in Werbeagenturen, bevor sie ein Design-Studium an der FH Düsseldorf absolvierte

 Über den Autor:
Christoph Marzi wuchs in der Eifel auf. Er begann im Alter von fünfzehn Jahren zu schreiben. Nachdem er mehrere Kurzgeschichten verfasst hatte, erschien 2004 sein Romandebüt Lycidas. 2005 wurde Marzi der Deutsche Phantastik-Preis für das beste Roman-Debüt verliehen. Seine Malfuria-Trilogie für jüngere Leser wurde auf Anhieb zum Bestseller. Christoph Marzi arbeitet als Lehrer und lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Saarbrücken.

[1] Mehr zu den Werken von Christoph Marzi: http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Marzi

[alexandra]

Rezension {Gitta} - 100 kleine Häkelideen

Montag, 28. Januar 2013 3 Kommentare

100 KLEINE HÄKELIDEEN 
Topp 6590 – frechverlag
Von: Andrea Biegel , Stephanie Göhr, Eveline Hetty-Burkart

Verlag: Topp Verlag, frechverlag
Genre: Hobby, Freizeit, Handarbeiten
Erscheinungsdatum: 2011
Ausstattung: Hardcover, 120 Seitem
ISBN13: 9783772465901
Preis Printausgabe: € 12,99 [D]

Leseprobe: KLICK
(Monster für Halloween häkeln)






Freche kleine Häkelideen - schöne Geschenke und Mitbringsel selbstgemacht
Aus dem Vorwort:

"Erfrischende kleine Häkelideen zum Dekorieren, Spielen und Verschenken findet man in diesem Buch. Passend zur jeweiligen Einrichtung und Ihrem persönlichen Geschmack können Sie mit wenig Arbeitsaufwand die hier gezeigten Modelle nacharbeiten.
Ob Sie nun Ihren Kleiderschrank mit selbstgemachten Herzen zum Duften bringen wollen oder den heißgeliebten Kaufladen der Kinder mit „frischem“ Obst und Gemüse bestücken möchten. Von ganz einfach bis anspruchsvoll findet sich auf den folgenden Seiten bestimmt das eine oder andere Modell, das Sie unbedingt häkeln wollen. Als entzückendes Geschenk, süßes Mitbringsel für Freunde und Verwandte, deren Kinder oder fürs eigene kleine Glück bieten diese tollen Häkelideen eine herrliche Möglichkeit, aus Wollresten kleine Freudenbringen zu arbeiten."

Zum Buch selbst:

Beim Stöbern nach neuen Häkelideen habe ich dieses Buch entdeckt.
Es hat 120 Seiten und ist in verschiedene Kategorien aufgeteilt:
  • schönes Wohnen 
  • Kinder, Kinder 
  • Mein kleiner Kaufladen 
  • Geschenkideen 
  • Ganz schön praktisch 
  • Außerdem befindet sich am Ende des Buches eine kurze Grundanleitung zum Häkeln.
     
Es sind wirklich schöne und auch nützliche Modelle, besonders als Geschenkideen oder Mitbringsel. Die Abbildungen sind ansprechend und sehr gut gemacht und machen Lust auf´s Häkeln. Die Anleitungen befinden sich auch immer direkt bei den jeweiligen Abbildungen und erspart somit mühsames Hin- und Herblättern . Die Anleitungen sind leicht verständlich beschrieben und in 3 Schwierigkeitsgrade aufgeteilt:
  • 1 Wollknäuel = einfach
  • 2 Wollknäuel = etwas schwieriger
  • 3 Wollknäuel = anspruchsvoll
Wenn man bei den einfacheren Sachen anfängt und sich dann steigert, sollten auch Häkel-Anfänger recht gut damit klarkommen. Für Anfänger gibt es zudem eine kurze Grundanleitung am Ende des Buches.
Ich habe mir drei Teile ausgesucht und nach den angegeben Anleitungen nachgearbeitet. Die Ergebnisse meiner Handarbeiten könnt Ihr auf den nachfolgenden Fotos sehen: 
Jonglierfrosch von Seite 26 = Schwierigkeitsgrad 2 Wollknäuel
geschälte Banane von Seite 57 = Schwierigkeitsgrad 1 Wollknäuel
Eierwärmer von Seite 12 = Schwierigkeitsgrad 1 Wollknäuel
 

Jonglierfrosch von Seite 26 = Schwierigkeitsgrad 2 Wollknäuel
geschälte Banane von Seite 57 = Schwierigkeitsgrad 1 Wollknäuel
Eierwärmer von Seite 12 = Schwierigkeitsgrad 1 Wollknäuel

Mein persönliches Fazit:

Ein wirklich tolles und liebevoll gestaltetes Handarbeitsbuch, das die Herzen von Häkelfans garantiert höher schlagen lässt. Ganz besonders Kinder werden an vielen Sachen ihren Spaß haben und man findet immer kleine Geschenkideen.
Für die Aufmachung, die leicht verständlichen Anleitungen sowie für den Gesamteindruck des Buches vergebe ich volle Punktzahl.
 © Rezension + Fotografien: Gitta
Gastrezensentin im Bücherkaffee



Quelle Coverbild (Amazon): © Topp Verlag


Kinderbuch-Rezension: Die freche Ampel

Sonntag, 27. Januar 2013 1 Kommentar


von Aytül Akal
zweisprachiges Bilderbuch

Verlag / editorial : Talisa Kinderbuch Verlag
Originaltitel: Yaramaz trafik lambasi
Übersetzung ins Deutsche/ traducción al algo : Pervin Tongay
Übersetzung ins Spanische / traducción al español: Ramona Wolff
Illustration / ilustración: Serap Deliorman
Herausgeberin / editora: Aylin Keller
empfohlenes Alter: ab 3 Jahre / de 3 años
Erscheinungsdatum/ publicarse: 1. Auflage / edición 2008
Ausstattung: Paperback, 16 Seiten
ISBN-13: 978-3-939619-07-9



Stehen oder gehen?

Unser Straßenverkehr wird vor allem in den Innenstädten von Ampeln geregelt. Eine Ampel ist ein technisches Hilfsmittel und kann von daher kein Eigenleben haben, sie kann demnach nicht frech sein. Doch dieses schmale Bilderbuch „Die freche Ampel" von der türkischen Autorin Aytül Akal erzählt von einer Ampel, die eigenständig denken und handeln kann.

Die Geschichte beginnt mit dem Aufzeigen der Aufgabe einer Ampel, nämlich durch bestimmte Signalsendung den Verkehr zu regeln. Diese Aufgabe hat sie Tag für Tag zu erfüllen. Da die Verkehrssteuerung an einer Kreuzung ihre einzige Aufgabe ist, wird der Ampel in Clownsgewand langweilig und so überlegt sie, was Geschehen würde, wenn Fußgänger und Autofahrer zur selben Zeit ein rotes Signal bekämen. Bald darauf beschließt die lustig aussehende Ampel diese Überlegung in die Tat umzusetzen. Alle Verkehrsteilnehmer bleiben stehen und warten darauf, dass sie endlich das Signal bekommen, weiterfahren oder weitergehen zu dürfen. Nachdem die herbeigerufenen Techniker vergeblich nach einem Fehler suchen, kommt die Ampel ihrer Aufgabe wieder nach. Doch bald darauf ist ihr wieder langweilig. Dieses Mal schaltet sie für alle ein grünes Licht und es entsteht Chaos. Die Verkehrsteilnehmer sind wieder verärgert und rufen die Techniker. Nun stehen die Techniker vor einem Rätsel, denn sie können auch dieses Mal keinen Fehler finden. Sie überlegen, ob sie diese Ampel abmontieren sollen. Als die Ampel dies hört, erschreckt sie darüber, denn in irgendeinem kalt-modrigen Keller zu versauern, ist keine schöne Vorstellung. Die Techniker beschließen, ihr noch eine Chance zu geben. Die Ampel atmet erleichtert auf.

Die Gedankenspiele „was würde geschehen, wenn …" gehen weiter durch ihren Kopf. Wird diese Ampel weitere Experimente durchführen?
Dieser Band, der 1997 erstmalig in der Türkei herausgegeben wurde, zeigt dreijährigen und älteren Kindern auf, welche Aufgabe eine Ampel hat, was die einzelnen Signale bedeuten und wie sich die Verkehrsteilnehmer zu verhalten haben. Zur Verkehrserziehung also bestens geeignet.

Schon wenn man das Heft aufschlägt, sieht man eine Ampel, die auf der einen Seite die Farben grün, gelb-orange und rot ohne weitere Symbolik, auf der anderen Seite grün mit einem gehenden und rot mit einem stehenden Menschen zeigt. Schon allein die Tatsache, dass die Ampel einmal zwei und einmal drei Farben hat, wirft für Kinder Fragen auf und schon ist man mit dem Kind im Gespräch über Verkehrsregelung. Natürlich wird diese Ampel nicht ganz nüchtern dargestellt, sondern auf der Ampel ist ein lachendes Clownsgesicht mit einer pinken Nase und sie hat zwei Arme, die jeweils rot – blau geringelt sind.

Die Illustrationen von Serap Deliorman sind für Kinder ansprechend gestaltet, denn sie zeigen Fußgänger jeglichen Alters und Autofahrer. Außerdem wird deutlich, was man bei welchem Signal tun soll, denn beispielsweise bleiben bei Rot alle eindeutig stehen. Auch die Mimik des Clowns ist klar erkennbar.

Was ich sehr interessant finde, ist das Verhalten der Menschen, wenn die Ampel sich unerwartet anders verhält als sie sollte: Beim ersten Verrücktspielen, also wenn sie Fußgängern und Autofahrer gleichzeitig ein rotes Signal gibt, sind zwar die Menschen etwas irritiert aber ohne sichtbarem Ärgernis. Ganz anders sieht es aus, als die Ampel allen Beteiligten Grün anzeigt. Die Menschen sind irritiert und verärgert, was nicht verwunderlich ist, denn hierbei könnten gefährliche Unfälle passieren. Für Kinder ist es interessant zu sehen, wie auch ein Clown sozusagen ins Schwitzen kommen kann und darauf hofft, dass er weiterhin den Verkehr regeln darf.

Die in Istanbul lebende Autorin lässt die Geschichte mit den klassischen Worten eines Märchens „Es war einmal …" beginnen. Aber nicht nur das der Anfang uns eine Märchenerzählung vermuten lässt, sondern Aytül Akal bedient sich eines weiteren Merkmals von Märchen: Niemand in der Geschichte hat einen Eigennamen, weder die Ampel als Hauptfigur in dieser Erzählung, Verkehrsteilnehmer noch die Techniker. Damit bekommt der Text einen Allgemeinplatz, kann also überall auf der Welt erzählt werden und Kinder können sich eher mit den handelnden Personen identifizieren

Der Gesamttext zeigt die Vielfalt einer Sprache: Es sind längere Sätze zu finden mit und-Verknüpfungen, mal kürzere Sätze, mal mit Haupt- und Nebensatz. Die Befehlsform wird angewendet und zwar wenn es um die richtige Verhaltensweise bei bestimmten Farben geht, zum Beispiel bei rot: „Steh!"[1]. Zusätzlich sind diese Befehle durchweg in Großbuchstaben geschrieben, sodass diese Wörter einem förmlich ins Auge springen.

Aber es werden auch Fragen gestellt, wie beispielsweise: „Was würde wohl passieren, wenn sie allen das rote Signal zeigte? Ja, was würde wohl geschehen?"[2] An dieser Stelle kann man direkt diese Frage an das zuhörende Kind weitergeben, denn einerseits kann man auf die Art recht gut überprüfen, ob ein Kind verstanden hat, was man bei Rot tun sollte. Zudem wird die Phantasie des Kindes angeregt. Dennoch zeigt die Geschichte, dass zwar jegliche Gedankenspiele erlaubt sind, dass es aber Situationen gibt, in denen man keine Experimente durchführen sollte, ja, dass sie sogar lebensgefährlich werden könnten.

Da der Titel „Die freche Ampel" in verschiedenen zweisprachigen Ausgaben (immer im Zusammenhang mit der deutschen Sprache) vorliegt, können Erwachsene und Kinder ihren Wortschatz in der Zweitsprache erweitern.

Dieses Buch erfüllt somit mehrere pädagogische Zielsetzungen:

Verkehrserziehung: Die Verkehrserziehung ist in eine gute Geschichte verpackt und steht dennoch im Vordergrund.
Gefühl für Sprache: Durch die Bedienung unterschiedlicher Satzkonstruktionen bekommen Kinder ein Gefühl für die Anwendung einer Sprache.
Zweisprachig lesen: Ein Kind kann die Geschichte in seiner Muttersprache hören, aber auch in der Zweitsprache und wird sich so in beiden Sprachen sicherer.
Phantasieanregung: Die Phantasie eines Kindes wird durch bestimmte Fragestellungen angeregt, aber auch durch die Art der Bilder.

Das Buch „Die freche Ampel" liegt als Paperback vor. Die einzelnen Seiten sind etwas stabiler als herkömmliche Blätter und sie fühlen sich angenehm in den Fingern an. Wie ich eingangs schon beschrieben habe, können technische Geräte weder fühlen noch denken und schon gar nicht eigenständig handeln. Obwohl uns Erwachsenen das klar ist, tun wir des Öfteren so, als könnten alltägliche Hilfsmittel ähnlich funktionieren, wie wir Menschen. Wer hat im Straßenverkehr noch nicht vor einer roten Ampel gestanden und zu ihr gesagt: „Jetzt werde endlich grün! Ich habe es eilig." Oder wenn ein Gerät nicht so funktioniert, wie wir es uns wünschen, streicheln manche Menschen die Technik, in der Hoffnung, dass es nicht von diesem Ding in Stich gelassen wird. Von daher finde ich es nicht verwunderlich, dass ein Bilderbuch über eine denkende Ampel geschrieben wurde.

Doch die Skepsis bleibt, ob es sinnvoll ist, wenn man einem technischem Gerät menschliche Eigenschaften andichtet. Außerdem bleibt für mich die Frage offen, wodurch sich das entstandene Verkehrschaos wieder aufgelöst hat. Wurde das Chaos durch das Auftauchen der Techniker wieder in die richtige Bahn gelenkt oder haben die Verkehrsteilnehmer eigenständig gehandelt, nachdem sie feststellten, dass die Ampel verrückt spielt?

 © Rezension: Sabeth
Gastrezensentin im Bücherkaffee

In den Sprachen erhältlich:

Deutsch – Spanisch ISBN 978-3-939619-07-9
Deutsch – Türkisch ISBN 978-3-939619-06-2


Angaben zur Autorin: vgl. www.buchhandel.de
Cover: www.talisa-kinderbuchverlag.de

[1] Vgl. Aytül Akal: Die freche Ampel. Talisa Kinderbuch-Verlag 2008. Seite 5
[2] Vgl. Aytül Akal: Die freche Ampel. Talisa Kinderbuch-Verlag 2008. Seite 5

Rezension | Herbsttagebuch | Kerstin Hohlfeld

Freitag, 25. Januar 2013 0 Kommentare

Herbsttagebuch
Von: Kerstin Hohlfeld

Verlag: Gmeiner Verlag
Genre: Roman, Unterhaltung, Frauen
Erscheinungsdatum : 2012
Ausstattung: Taschenbuch, 344 Seiten
ISBN13: 978-3-8392-1292-9

"Auf Regen folgt immer Sonnenschein"


Inhalt:
Rosa Redlich kann ihr Glück kaum fassen. Nach dem verkorksten "Glückskeksommer" geht es steil bergauf. Sie hat in Basti einen tollen Freund gefunden, der nebenbei auch noch Arzt ist. Die Schneiderwerkstatt ist gerettet und floriert bestens und ihre Karriere als selbstständige Schneiderin läuft sehr gut an seit der Modenschau vor dem "Schraders". Die Schauspielerin Eva Andrees hat trotz der damaligen Panne wieder ein von Rosa geschneidertes Kleid präsentiert und ihre Freundin Vicki, die mittlerweile eine bekannte Bestsellerautorin geworden ist, heiratete sogar in einer ihrer Kreationen. Seither hält viel Prominenz vor der kleinen Weddinger Nähstube.
Doch Rosa wäre nicht Rosa, wenn einfach alles so mir nichts, dir nichts nach Plan laufen würde.
Rosa findet in der verstaubten Bibliothek in Vicky's Haus ein altes Tagebuch von Augusta von Liesen, einer Vorfahrin ihrer Freundin Vicki. Neugierig und romanisch wie sie nun mal ist, macht sie sich daran, die schwierige Kurrentschrift zu entziffern und taucht ab in eine Zeit vor genau 100 Jahren. Ihr wird bewusst, dass sie so einiges mit der ebenfalls sehr romantisch veranlagten Augusta gemeinsam hat und ehe sie sich versieht, sind derer beiden Leben plötzlich miteinander verbunden.
Als dann noch unverhofft der bekannte Regisseur Leopold Weidenhain in der Schneiderei steht und Rosa mitteilt, dass er sie für ein neues Musical als Kostümdesignerin anheuern möchte, wird für sie aus künstlerischer Sicht ein Traum wahr. Doch sie ahnt noch nicht, in welche chaotische Dreiecksgeschichte sie da gerade hineinschlittert...

"Ich koche aus zwei Töpfen, esse aus beiden und kann mich nicht entscheiden, welche Suppe mir besser schmeckt. Und ich habe die ganze Zeit Bauchschmerzen dabei!" Seite 203

Handlung & Charaktere:
In "Herbsttagebuch" gehen die turbulenten Erlebnisse der verträumten Rosa Redlich weiter, die man zuvor in "Glückskekssommer" kennen- und liebengelernt hatte. Auch mit diesem zweiten Teil ist der Autorin Kerstin Hohlfeld wieder ein bezaubernder Roman gelungen, der für alle Liebhaber der leicht-lockeren Literatur etwas zu bieten hat. Gefühlvoll, romantisch, spritzig, frech und sehr humorvoll geht es zu und es ist wieder eine wahre Freude, an der Seite von Rosa durch die Geschichte zu reisen. Wieder erlebt man aus ihrer Sicht die Geschehnisse, ist wieder hautnah dabei und ihre verträumte Gedankenwelt - in der es wie gewohnt sehr durcheinander zugeht - sorgt wieder für viele amüsante Lesemomente.

Rosa hat ein Talent dafür, von einem Chaos in das nächste zu schlittern, sie scheint diese Momente geradezu anzuziehen. Grade erst alles ins Lot gebracht, fangen schon die nächsten Turbulenzen an. Das Tagebuch der Augusta von Liesen passt genau in Rosas romantische Welt, sie fühlt sich davon natürlich sofort angezogen. Und selbst der Leser kann sich dieser Faszination nicht entziehen, denn diese von Rosa so mühsam übersetzen Tagebuch-Ausschnitte ziehen sich wunderschön durch das ganze Buch. Sie werden in einer handschriftähnlichen Schrift dargestellt und man versinkt ebenfalls in diese Welt von vor 100 Jahren. Ein gelungener Mix zwischen alt und neu, der wirklich Lesefreude bereitet.

Aber auch in diesem Teil möchte man Rosa gerne immer wieder schütteln und rütteln und ihr sagen, dass sie die Augen aufmachen soll, dass die ihr Glück quasi selbst immer von sich schubst. Sie handelt oft recht impulsiv, redet schneller als sie denken kann und verletzt dadurch oft ihre Freunde, auch wenn sie dies beim besten Willen nicht beabsichtigte. Ihre Freundin Vicky bezeichnet sie gerne als einen Schmetterling, der gerade dorthin fliegt, wo es ihm am besten gefällt. Und immer wieder passt dies sehr gut, auch wenn Rosa dies gerne abstreitet. Der berühmte und auch ich gut aussehende Regisseur entführt Rosa in eine gefühlte Märchenwelt, er verdreht ihr den Kopf und verführt sie.

"Oh Mann! So eine geniale Geschichte habe ich das letzte Mal gehört, als mir meine Mutter vor 20 Jahren Aschenputtel vorgelesen hat! Und jetzt passiert es mir!!! Ein Prinz kommt und führt mich hinweg." Seite 105

... Hinweg in die schillernde Welt des Musicals. Das gefällt ihr sehr gut und der eher pragmatische Basti steht da plötzlich im Hintergrund.
Doch auch wenn sie oft recht flatterhaft erscheint, hat Rosa doch das Herz am rechten Fleck, wenn es darauf ankommt. Dies beweist sie, als sie sich im richtigen Moment statt für ein pompöses Leben für ihre Freundin Vicky entscheidet, als diese ihre Hilfe braucht, und ihr tatkräftig zur Seite steht.

Wie auch schon im ersten Band findet man hier eine durch die Autorin wunderbar gestaltete Charakteristik der Protagonisten. Niemand wird nur oberflächlich dargestellt, alle bekommen ihre Aufmerksamkeit und dies macht die Geschichte, die wieder in Berlin spielt, so authentisch. Eine Geschichte, die gerade den Nachbarn eine Strasse weiter passieren könnte...

"Ich habe bestimmt nicht alles richtig gemacht in letzter Zeit.
Nee, wahrscheinlich habe ich wieder traumwandlerisch jede Menge Mist gebaut. Aber diesen Erfolg, den habe ich mir hart erarbeitet, gegen Widerstände, gegen Neid und Missgunst. Und darauf bin ich stolz." Seite 297

Mein persönliches Fazit :
Wieder hat mich die Autorin Kerstin Hohlfeld mit ihrem Fortsetzungsroman "Herbsttagebuch" völlig begeistert. Ein lockerer, wunderschöner Frauenroman, mit dem man sich gerne auf dem Sofa einkuschelt, der für tolle, entspannte Lesestunden sorgt. Ich hatte glücklicherweise beide Bände (Glückskekssommer und Herbsttagebuch) zur Hand und konnte so direkt ohne Unterbrechung weiterlesen. Ich habe beide Bücher zusammen in zwei Tagen verschlungen. Und dies spricht definitiv FÜR die schönen Bücher. 

© Rezension: Alexandra

 
Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Gmeiner Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Gmeiner Verlages und der Autorin Kerstin Hohlfeld.
Buch Zitate: Die Seiten- bzw. Positionsangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Kerstin Hohlfeld

Rezension | Glückskekssommer | Kerstin Hohlfeld

Donnerstag, 24. Januar 2013 2 Kommentare

Glückskekssommer
Von: Kerstin Hohlfeld

Verlag: Gmeiner Verlag
Genre: Roman, Unterhaltung, Frauen
Erscheinungsdatum: 15.Februar 2011
Ausstattung: Taschenbuch, 420 Seiten
ISBN13: 978-3-8392-3672-2

"Neid muss man sich verdienen, Mitleid gibt es umsonst", sagt Oma immer.


Inhalt:

Mit einem Glückskeks hat alles begonnen - das ganze große Chaos. Rosa Redlich, eine junge und talentierte Schneiderin aus Berlin steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung, als ein Glückskeks plötzlich ihr ganzes bisheriges Leben verändert. Denn neuerdings scheint alles, was in diesem Keks steht, wahr zu werden - und das, obwohl Rosa dies eigentlich für totalen Humbug hält und diese Kekse nur ihrer Oma zuliebe öffnet.

"Wer Glückskeksorakel für die Wahrheit hält, kann genauso gut glauben, dass Hasen zu Ostern Eier bemalen." Pos. 64 ( eBook)

Rosa arbeitet gerade an ihrer Gesellenarbeit - ein Abendkeid in Mitternachtblau - als eine besondere Kundin den Laden betritt. Es ist niemand geringeres als die Schauspielerin Eva Andrees. Sie sieht das Kleid, staunt ... und kauft es prompt! Sie möchte es zur großen Berliner Filmnacht tragen, auf der auch sie für ihre Erfolge ausgezeichnet wird. Rosa schwebt auf Wolken und sie fiebert dem besagten Abend entgegen. Mit ihrer allerbesten Freundin und Cousine Lila und ihrem Freund Rob (den sie doch bald heiraten möchte) schaut sie gemeinsam die Premiere im Fernsehen an. Alles scheint perfekt und dem berufliche Erfolg steht nun nichts mehr im Wege, denkt sich Rosa. Doch dann passiert das Unfassbare!
Für Rosa bricht die Welt zusammen und sie muss viele neue und auch bittere Erfahrungen einstecken. Und sie muss plötzlich ihr Leben in die eigene Hand nehmen und die Träumereien beiseite schieben. Wenn da nur nicht diese vielen Glückskekse wären!

Handlung & Charaktere:

Kerstin Hohlfeld hat mit "Glückskekssommer" einen Roman erschaffen, der für äußerst amüsante und frische Lesestunden sorgt. Allein das Cover mit der Pusteblume und der Titel sind schon sehr ansprechend - und dies gilt definitiv auch für das Innenleben dieses Buches!
Die Geschichte wird aus Rosa's Sicht erzählt, was unglaublich viel ausmacht, denn so bekommt man einen großen Einblick in Rosas doch sehr chaotische Gefühlswelt. Man darf so an ihren Gedanken teilhaben und dies ist wahrlich immer wieder ein ganz großer Spass! Denn Rosa's Gedanken kommen immer wieder "frisch von der Leber weg", wie man so schön sagt und daher bleiben die Lacher definitiv nicht aus.

Rosa ist 27 und von Natur aus eine hoffnungslose Romantikerin. Sie ist verträumt, äusserst vertrauensselig und läuft ganz gerne mit der besagten rosa Brille durchs Leben. Nicht umsonst wird sie von vielen als kleine Prinzessin bezeichnet. Aber ihr macht das nichts aus. Sie steht vollkommen dazu. Nur an solchen Humbug wie Glückskekse und Co., daran kann auch sie nicht glauben. Aber da ihre Oma alles Asiatische so liebt und diese kleinen Dinger nun mal dazu gehören, tut sie ihr den Gefallen und öffnet diese Kekse. Dass es einmal fast zu einer Sucht, einem Zwang werden könnte, dass wäre Rosa nie in den Sinn gekommen.

Als ihr kleines persönliches Märchen plötzlich zerfällt und Rosa vor einige harte Tatsachen des Lebens gestellt wird, ist sie jedoch wirklich tapfer und gibt nicht auf. Auch sie wird sich bewusst, dass sie doch oft sehr blauäugig ist und nimmt nun ihr Leben in die Hand. Sie lässt sich nicht unterkriegen, es braucht schon mehr, ums Rosas sonniges Gemüt zum Erschüttern zu bringen. So lernt sie, wieder aufzustehen, wenn man tief gefallen ist und sie krempelt die Ärmel hoch! Die Chance dazu bekommt sie von Margret Sonnemann, die ihre kleine Scheiderwerkstatt im etwas heruntergekommenen Berliner Wedding hat. Durch sie bekommt Rosa einen ganz neuen Blick auf das Leben und sie lernt wahre Freunde kennen.

"Nicht zuletzt sind da meine neuen Freundschaften. Ich werde sie hegen und pflegen und nie mehr vergessen, wie wichtig sie sind. Genau wie meine Familie." Pos. 3694 (eBook)

Die Autorin schafft es, neben der Hauptprotagonistin Rosa den vielen anderen Charakteren ebenfalls eine sehr individuelle Persönlichkeit einzuhauchen. Es macht richtig Spass, die einzelnen Personen kennenzulernen und man merkt, dass die Autorin auf die Gestaltung der einzelnen Persönlichkeiten ein besonderes Augenmerk gelegt hat.

Mein persönliches Fazit :
Ein witziger, frech-fröhlicher und auch sehr gefühlvoller Roman, den man - einmal begonnen - kaum noch aus der Hand legen möchte.
Vielleicht an manchen Stellen etwas dick im Geschehen aufgetragen, konnte ich mich trotzdem sofort mit der Protagonistin Rosa identifizieren - denn sie ist in keinster Weise gekünstelt dargestellt, sie ist schlichtweg "das Mädchen von nebenan", könnte jedermanns Nachbarin sein. Sie ist sehr authetisch dargestellt und ich amüsierte nicht mit ihr, lachte mit ihr, ich trauerte mit ihr und hätte sie gerne als Freundin in den Arm genommen und sie mal kräftig gedrückt! Und wie gerne würde ich einmal einen Abend mit dieser tollen Weddinger Clique im "Schraders" verbringen! :-)
"Glückskekssommer" erschien schon 2011 und ich bin durch den Nachfolder "Herbsttagsbuch" darauf aufmerksam geworden. Als ich "Herbsttagebuch" begann, stellte ich schon nach wenigen Seiten fest, dass es hierzu eine Vorgeschichte geben muss und so entdeckte ich "Glückskekssommer" - worüber ich sehr glücklich bin, denn dieses Buch gehört einfach gelesen! Und man sollte sich nicht vom Titel blenden lassen, es ist auch definitiv ein Buch für jede Jahreszeit. Meine absolute Leseempfehlung.

© Rezension: Alexandra



Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Gmeiner Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Gmeiner Verlages und der Autorin Kerstin Hohlfeld.
Buch Zitate: Die Seiten- bzw. Positionsangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Kerstin Hohlfeld

Rezension: Anton Pfeiffer und der Zauberkongress

Mittwoch, 23. Januar 2013 3 Kommentare

Anton Pfeiffer und der Zauberkongress
Von: Anne Carina Hashagen

Verlag: Createspace Verlag
Genre: Kinder-/Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
Erscheinungsdatum: 06.12.2012
Ausstattung: eBook, ca 241 Seiten
ISBN13: 978-1479213519


"Wirklich wichtige Briefe sind hellblau, rechteckig und mit einem kleinen roten Wachssiegel verschlossen, das so edel aussieht, dass man sich fast nicht traut, den Umschlag aufzureißen."Pos. 30, Seite 1
Inhalt:
Der zwölfjährige Anton Pfeiffer lebt mit seiner Mutter in Wuppertal. Da sein Vater schon früh verstarb, arbeitet seine Mutter hart, um ihren Sohn und sich selbst ausreichend versorgen zu können. Der Verlust ihres Mannes und die harte Arbeit setzt ihr sehr zu und richtig glücklich hat sie schon lange nicht mehr ausgesehen, findet Anton. Vor allem zu Zeiten wie diesen, wenn Weihnachten kurz vor der Türe steht, wird es so richtig schlimm. Um seine Mutter nicht zusätzlich zu enttäuschen, gibt sich Anton Mühe in der Schule, was nicht immer klappen will, denn er kann nicht mit seiner Meinung hinterm Zaum halten, was oft für Ärger sorgt. Und dann ist da ja auch Mathe - Anton hasst Mathe! Und ausgerechnet in dieser Woche steht eine schwierige Prüfung an.

Anton gönnt sich eine kurze Verschnaufpause während des Unterrichts und schleicht auf den Schulhof. Dort trifft er auf Oskar, einen Jungen in seinem Alter, der mit einem seltsamen Gegenstand - halb Besen, halb Regenschirm - am Boden sitzt. Oskar freut sich sehr, dass Anton ihn sehen kann, obwohl er ein Magier ist und Menschen ihn eigentlich überhaupt nicht sehen können und erzählt ihm daher spontan von seinem Vorhaben, zum großen Zaubererkongress zu gehen...ähm, fliegen. Anton, der selten eine so wahnwitzige Geschichte gehört hat und wissen will, was da wohl dahintersteckt, folgt Oskar, ohne zu Zögern, zur großen Eiche hinter der Schule. Dort angekommen, kann er kann seinen Augen kaum trauen! Plötzlich steht Anton's Leben Kopf!


"Und manchmal ändert sich nicht nur das Leben, sondern gleich die ganze Welt. Vielleicht, weil man sie jetzt mit anderen Augen betrachtet? Vielleicht aber auch, weil sie immer schon ganz anders war." Pos. 48, Seite 1

Handlung & Charaktere:
Anne Carina Hashagen hat mit "Anton Pfeiffer" einen kleinen Protagonisten erschaffen, der die Herzen von jungen als auch erwachsenden Lesern erobert. Ein kleiner zwölfjähriger, eher durchschnittlicher Junge aus Wuppertal, der für sein Leben gerne liest und malt, der so authentisch dargestellt ist, dass er der Nachbarsjunge von nebenan sein könnte. Seine große Leidenschaft gehört den Büchern, denn diese beflügeln seine Phantasie.


"Bücherstapel neben dem Bett, Bücherstapel an den Wänden. In der Luft lag stets ein ganz feiner, holziger Geruch. Papierduft. Der beste Duft überhaupt, wie Anton fand." Pos. 138, Seite 5

Da seine Mutter viel und lange arbeitet, muss Anton sich meistenteils selbst versorgen und darum schauen, dass er pünktlich zur Schule erscheint. Was einem zwölfjährigen Jungen natürlich nicht immer besonders leicht fällt. Aber er ist gut erzogen und möchte seiner Mutter so wenig wie möglich Ärger und Sorgen bereiten. Diese früh erlernte Selbstständigkeit kommt ihm aber auch zugute. Er lässt sich nicht viel gefallen und hat früh gelernt, sich zur Wehr zu setzen und seine Meinung frei zu äußern, vor allem gegenüber dem fiesen und äusserst unsympathischen Chemielehrer Herr Clausewitz. Gut, er muss dafür nachsitzen, aber das nimmt er in Kauf. 

Anton ist alles andere als Kontaktscheu, sehr aufgeweckt und auch unheimlich neugierig. Als er Oskar begegnet und sich dessen doch eher haarsträubende Geschichte angehört hat, möchte er genau wissen, was dahintersteckt, warum Oskar solche Dinge erzählt. Eine Entscheidung, die er ja auch zu keinem Moment bereut, denn wer kann schon ahnen, dass die alte Eiche hinter der Schule solche unglaublichen Geheimnisse wahrt?! Anton betritt eine neue Welt, trifft auf die unglaublichsten Zauberer und Magier und lernt vieles Neue kennen. Diese Welt der Magier ist einfach wunderschön und voller Phantasie beschrieben, dass man sehr gerne einmal selbst dort sein möchte, die Eiche hinaufsteigen oder einen Spaziergang im magischen Wald unternehmen möchte. Die Beschreibung dieser faszinierenden magischen Welt zaubert einem fast dauerhaft ein Lächeln aufs Gesicht.
Aber was genau Anton auf seiner Reise durch die Eiche so alles entdeckt , dass sei hier nicht verraten. Diese Reise sollte jeder selbst mit Anton antreten um dabei selbst schmunzeln zu können.

Eine wunderbare Welt tut sich hier auf, die man unbedingt entdecken sollte. Außerdem trifft man auch gerne mal auf Persönlichkeiten wie Napoleon Bonaparte oder auch Michael Jackson :-) Anton dämmert nach und nach so Einiges, er kann 1 und 1 zusammenzählen und auch die über viele Jahre gesammelten wundersamen Geschenke seines manchmal etwas skurrilen Opas Hubertus Pfeiffer machen immer mehr Sinn. Und er versteht, warum ausgerechnet er Oskar und seine streberhafte (aber süße) Freundin Emma sehen kann.

Die Autorin hat einen leichten Schreibstil gewählt, der sehr dem jugendlichen Alter entspricht und so ein zügiges Lesen ermöglicht. Ich konnte keine Altersangabe entdecken und würde aus dem Gefühl heraus sagen. Dass dieses Buch für Kinder ab 10-12 Jahren gut geeignet ist. Erzählt wird aus der Sicht des allwissenden Erzählers, was sehr gut zu Kinderbüchern passt. Auch die Erlebnisse und Erfahrungen, die Anton macht, sind sehr kindgerecht gehalten. Aber aus sprachlicher Sicht könnten sich jüngere Kinder jedoch überfordert fühlen. Denn Anton ist sehr philosophisch veranlagt in seinen Gedanken. Dies ist natürlich nicht negativ, in gar keiner Weise. Mir persönlich gefällt es sehr, aber eben jüngere Leser können hier womöglich nicht immer folgen und vielleicht auch nicht immer sofort den Hintergrund verstehen. Anton selbst ist 12 Jahre und dies wäre wohl auch das beste Alter, als Untergrenze gesehen. Denn "Anton Pfeiffer" ist mehr als ein reines Jugendbuch. Hier wartet ein toller All-Ager auf.

Mein persönliches Fazit :
Auch ich habe natürlich die vielen Bemerkungen und Vergleiche zu unserem allbekannten kleinen Zauberlehrling aus Hogwarth gelesen und gehört. Aber ich muss ehrlich gestehen, ich habe während des Lesens nicht besonders darauf geachtet. Warum sollte ich damit beginnen, Parallelen zu suchen? Natürlich wird es die ein oder andere geben, im Nachhinein finde auch ich sie. Aber sie sind in keinster Weise relevant für diese Geschichte. Das Rad wurde auch hier nicht neu erfunden. Zauberlehrlinge gab es schon vor Harry und wird es nachher auch noch geben. Da lassen sich ab und an Parallelen nicht vermeiden. So ist es in allen Genres.

"Anton Pfeiffer" entführte mich in eine vollkommen neue und für diese Erzählung ganz individuelle Welt und faszinierte mich unheimlich. Ich hatte großen Spass an diesem Buch und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen. In einem kann ich jedoch auch zustimmen: Wer Harry Potter mag, der mag definitiv auch Anton Pfeiffer, diesen kleinen tollen Burschen aus Wuppertal! 

© Rezension: Alexandra Zylenas

[alexandra]

Kinderbuch-Rezension: Bärenleben

Dienstag, 22. Januar 2013 3 Kommentare


Bärenleben
Cómo viven los osos
von Ria Gersmeier

Verlag / editorial: Georg Olms Verlag
Übersetzung ins spanische / traducción: Vilma Ehmann Valdez
Illustration / ilustración: Katja Kiefer
zweisprachiges Bilderbuch, Deutsch – Spanisch (alemán – español)
empfohlenes Alter / edad: ab 4 Jahre / de 4 años
Erscheinungsdatum / Publicarse : 1. Aufl. 09.2009
Ausstattung: gebunden / encuadernar
ISBN-13: 978-3-487-08830-3


Wer erinnert sich an Bruno?
Vor einigen Jahren gab es in Deutschland eine Sensation, eine tierische Sensation. Ein großes Tier missachtete die politische Grenze und kam zu uns nach Deutschland. Es war ein Braunbär.

Wenn wir das Wort „Bär" hören oder lesen, verbinden wir damit einen Gegensatz: Die Vorstellung einem Bären in der Wirklichkeit und in freier Wildbahn zu begegnen, lässt uns erschauern. Die Abmilderung davon ist, einen Bären aus einer gewissen Entfernung und unter großen Sicherheitsvorkehrungen zu betrachten, also in einem Zoo. Aber es werden auch Kindheitserinnerungen geweckt: Damals wie heute lieben viele Kinder ihren Teddybär und ohne dem geht gar nichts. Aber was wissen wir über Bären, über Braunbären? Wahrscheinlich nicht viel.

Die Tierschützerin und Autorin Ria Gersmeier möchte Kindern darstellen, dass Bären durchaus gefährlich sein können, aber wie bei jeder Gefahr, verliert sie ein stückweit an Schrecken, wenn man die Gefahr einschätzen kann. Voraussetzung für das Einschätzen von Gefahr ist Wissen. Konsequenterweise hat Ria Gersmeier ein Kinderbuch in Form eines Sachbuchs über den Braunbären geschrieben mit dem Titel „Bärenleben". Wie schon der Titel „Bärenleben" besagt, handelt es sich im Bilderbuch um das Leben und die Lebensweise von Bären, speziell von Braunbären. Es wird der bevorzugte Lebensraum und Futter beschrieben, über die Partnersuche, Aufzucht von Jungen, wann die Nachkommen ihre Mutter verlassen müssen und wann letztendlich sich auch die Geschwister trennen.

Unterstützt wird der Text durch Illustrationen von Katja Kiefer. Zu jedem kurzen Textabschnitt, der immer jeweils einen Schwerpunkt der Lebensweise von Braunbären beinhaltet, gibt es ein Bild. Diese Darstellungen geben einen weiteren Einblick in das Leben der Tiere mit ihren langen Krallen, die sie nicht wie eine Katze einziehen können. Um das größere Bild herum sind zusätzliche Details gemalt, um bestimmte Sachverhalte zu veranschaulichen. Diese Details sind in zwei Sprachen beschriftet, denn der Titel „Bärenleben" liegt in verschiedenen zweisprachigen Ausgaben vor. Die zweisprachigen Beschriftungen sind farblich voneinander abgesetzt. Auch der eigentliche Text ist zweisprachig, der ebenfalls farblich unterschiedlich ist. Zudem sind zwischen den beiden Sprachen Tatzenspuren zu sehen

Um eine Vorstellung vom Aussehen eines Braunbären zu bekommen, findet man auf der ersten Doppelseite einen gemalten Braunbären mit Benennung von einzelnen Körperteilen, natürlich zweisprachig. Zudem ist auf der letzten Doppelseite ein Steckbrief über Braunbären zu finden. So kann ein Kind das Wissen über diese Tiere erweitern. Dem beigefügten Lesezeichen, das nicht verloren gehen kann, da es durch ein schönes Bändchen am Buch befestigt ist, kann man alle wichtigen Vokabeln rund um den Braunbären nachlesen.

Dieses Bilderbuch für Kinder ab vier Jahre erfüllt also zweierlei:


  • man erfährt so einiges über das Leben von Braunbären
  • man kann sein Vokabular in der Zweitsprache erweitern

Wie man auf der letzten Doppelseite nachlesen kann, hat Ria Gersmeier dieses Buch im Andenken an den Braunbären Bruno geschrieben. Bruno war der Braunbär, der in seinem Bewusstsein keine politischen Grenzen kennt und nach Bayern ging. Sobald Bruno von Menschen gesichtet wurde, kam er leider auf die Liste „darf/muss erschossen werden", in politischer Sprache ausgedrückt: „Problembär" [1]. Auf dieser Liste stand der Braunbär nicht lange, denn bald darauf wurde er im Sommer 2006 erschossen. Armer Bruno.

Vielleicht kann das Buch „Bärenleben" dazu verhelfen, dass der mögliche nächste Bär, der nach Deutschland ungefragt einwandert, nicht mehr erschossen sondern nach anderen Lösungen gesucht wird, nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Vorschläge und Erfahrungen wie man mit Raubtieren umgehen kann, sind zahlreich vorhanden. Die Kanadier leben seit eh und je mit Braunbären.

© Rezension: Sabeth
Gastrezensentin


Zur Autorin Rio Gersmeier
Ria Gersmeier ist als engagierte Tierschützerin bekannt und hat bereits zahlreiche Geschichten über Tiere veröffentlicht, die mehrfach auf Bestenlisten nominiert wurden. Sie lebt mit ihrer Familie in der Eifel.

Angaben zur Autorin: vgl. www.buchkatalog.de
Bildquelle: www.buchkatalog.de
Cover: www.buchkatalog.de

[1] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/JJ1

Rezension {Alexandra} - Malocchio. Der böse Blick

Montag, 21. Januar 2013 0 Kommentare


Malocchio. Der böse Blick
Von: Patrizia Zannini Holoch

Verlag: Neobooks Verlag (Knaur eBooks)
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 03.08.2012
Ausstattung: 400 Seiten
ISBN13: 978-3-426-43049-1
Preis eBook: € 1,99 [D]

eBook: KLICK
Malocchio - Blog zum Buch:
Wissenswertes, Rezepte und Orte: KLICK 





"Malocchio bedeutet nicht unbedingt Sterben oder Krankheit. Der Fluch kann sich auf vielfältige Weise erfüllen."
Seite 202
Inhalt:
Kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges, in einem kleinen italienischen Dorf in der Nähe von Rom:Marias junge Enkelin Letizia verliebt sich ausgerechnet in den Alliierten Jack Warner.Jack ist in Letizias Augen nicht nur umwerfend schön, sondern auch noch sehr höflich und sehr zuvorkommend. Da sein Großvater aus Italien stammt, beherrscht er zudem die italienische Sprache und die beiden erleben eine schöne Zeit - bis Letizia merkt, dass sie Schwanger ist. Sie vertraut sich Jack an und er verspricht, sie zu heiraten. Doch alles kommt anders und Letizia verliert ihren Geliebten aus den Augen. Entsetzt von der Schande, die ihrer Enkelin angetan wurde, tut die Heilerin Maria etwas völlig Unüberlegtes und Unverzeihliches: Sie verflucht den jungen Amerikaner Jack Warner.
"Kaum sichtbar bewegten sich ihre schmalen Lippen. Sie zitterten, vibrierten leicht und formten Worte, die nie hätten über diese bleichen Lippen kommen dürfen."
Seite 49
Dieser Fluch löst eine Kette von Unglücksfällen in Jacks Familie aus, die sich über Generationen weiterträgt.
Denn der "böse Blick" - Malocchio kann nicht einfach zurückgenommen werden.
Hat Maria eine Chance, das Unglück aufzuhalten, dass sich unvermeidlich den Weg zu ihrer eigenen Familie bahnt?

Handlung & Charaktere:
Der Autorin legt mit ihrem Roman "Malocchio" ein wirklich mitreißendes und äußerst gelungenes Werk vor, dass sich mit dem "Bösen Blick" beschäftigt. Eine Legende, ein Aberglaube, der in vielen Kulturen, unter anderem auch in der italienischen Kultur, tief verwurzelt ist. Ein interessantes Thema, da dieser Aberglaube ja tatsächlich existiert. Die Autorin hat dies wunderbar mit einer fiktiven Geschichte verbunden.
   Erzählt wird diese Geschichte aus Sicht des allwissenden Erzählers und man bekommt einen weit gefächerten Einblick in die Thematik. Da Jack ein Amerikaner ist, verwebt die Autorin hier geschickt zwei Kulturen, indem sie immer wieder zwischen den Geschehnissen hin und her springt, die die italienische Familie von Letizia und die amerikanische Familie von Jack heimsuchen.
   Die Sprache ist sehr angenehm und zeitlich angepasst. Schnörkellos und manchmal recht nüchtern versetzt sie den Leser genau in die passende Stimmung. In dem kleinen italienischen Fischerdorf herrschen nach dem Krieg sehr ärmliche Zustände, ein jeder übt sich in Bescheidenheit und körperlich schwere Arbeit liegt an der Tagesordnung. So auch für Marias Familie, in der selbst die Seife noch mühsam selbst hergestellt wird. Jacks Familie legt auf einer Ranch von Elisabeth, die sie von ihrem Vater Francis überschrieben bekam. Elisabeth kümmert sich um die Erziehung der Kinder, während ihr Mann Charles nach Höherem strebt und mir aller Gewalt in die Politik möchte. Man bekommt auch hier einen Einblick in die amerikansichen Verhältnisse der Nachkriegszeit.
Gerade für die Beschreibung der italienischen Verhältnisse nimmt sich die Autorin viel Zeit und nimmt den Leser so mit auf eine Reise voller Erfahrungen in das kleine Fischerdörfchen. Fast kann man Marias Häuschen vor sich sehen, die Umgebung, die vielen kleinen Details, die so authentisch beschrieben werden.
   Mehrere Generationen werden hier in beiden Familien gekonnt verstrickt und dem Leser so viele verschiedene Charaktere präsentiert. Aber trotz der Vielzahl bekommen alle ihre nötige Aufmerksamkeit und erscheinen sehr authentisch. Manche erschienen sympathisch, für manche entwickelt man augenblicklich eine gewollte Antipathie. Die Autorin hat die beiden Familien, die durch einen Fluch unwissentlich über zwei Kontinente miteinander verbunden sind, sehr individuell und ausführlich gezeichnet.
Besonders Maria, die man durch die gesamte Geschichte begleiten darf, ist sehr facettenreich dargestellt. Sie hat im Leben viel ertragen und einstecken müssen und was sie Tat, Tat sie aus Liebe zu ihrer Enkelin. Sie konnte nicht auch noch ihre Enkelin Leiden sehen.
"Mea culpa", flüsterte sie. "Meine Schuld". Wenn du jemanden bestrafen willst, dann bestrafe mich. Ich habe gesündigt.
Seite 166
Als Leser überlegt man sich über die ganze Zeit, ob es wirklich der Fluch ist , der solch viele Tragödien auf den Plan ruft oder ob es womöglich doch nur eine unfassbare Verkettung von Zufällen ist.
Eine Spannung, die von Anfang bis Ende ans Buch fesselt.

Mein persönliches Fazit :
"Malocchio" ist eine absolut gelungene und fesselnde Geschichte, die mich vollkommen in den Bann gezogen hat. Ich habe das eBook am Stück gelesen und bin von der Art und Weise begeistert, wie die Autorin die Geschichte aufgebaut hat, die Geschehnisse miteinander verwoben hat. Auch die sprachlichen Aspekte haben mir voll und ganz zugesagt.
Meine absolute Leseempfehlung!
Ich bin auf weitere Werke der Autorin gespannt.



© Rezension: Alexandra


Über die Autorin:
Patrizia Zannini Holoch wurde 1965 in Stuttgart geboren, wo sie auch aufgewachsen ist. Die Ferien verbringt sie häufig in Italien und lernt durch ihre dort lebende Familie diese parallele Heimat zu Deutschland kennen und lieben. Ihre Großmutter, ihre nonna, erzählt viel von früher, kocht nach alten Rezepten und lebt nach alten Traditionen.
Heute lebt und arbeitet Patrizia Zannini Holoch als Autorin, Werbetexterin und freie Fotografin
in Stuttgart und Berlin und hat bereits mehrere Kinder- und Erstlesebücher veröffentlicht.
Mit zwei ihrer Kurzgeschichten (veröffentlicht) hat sie Preise gewonnen.
Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne.



 




Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Droemer Knaur / Neobooks Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Droemer Knauer / Neobooks Verlages und der Autorin Patrizia Zannini Holoch
Buch Zitate:
© by Patrizia Zannini Holoch [Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.]

Im Gespräch mit Autor Rainer Wekwerth

Samstag, 19. Januar 2013 0 Kommentare


Zuerst natürlich einmal „Herzlich Willkommen, Rainer“ und vielen Dank für Deinen Besuch im virtuellen Bücherkaffee. Es freut mich sehr, dass Du Dir Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.
Danke, ich freue mich bei euch zu sein. 

Gleich mal eine neugierige Frage vorab: Mit welchem Getränk kann man Dir persönlich größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus? 
Hmm, klingt beides lecker und ich mag sowohl Tee wie auch Kaffee, aber ich glaube, ich gehe lieber ins Teehaus, da duftet es immer so schön. 

© Rainer Wekwerth
Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor. Wer ist Rainer Wekwerth? 
Rainer Wekwerth ist ein Autor, der schon seit etlichen Jahren Bücher schreibt und veröffentlicht. Zunächst waren es Kinderbücher unter dem Pseudonym ‚Jonathan Abendrot’, dem folgten später Thriller und ein Fantasyroman unter dem Namen ‚David Kenlock’. Seit 2002 veröffentliche ich nun unter meinem eigenen Namen Romane, derzeit vorrangig Jugendbücher mit Fantasy- oder Phantastikelementen.
Vor allem aber ist Rainer Wekwerth ein Schreibsüchtiger, der schon geschrieben hat, als es kein Geld dafür gab und es auch noch tun wird, wenn es wieder so kommen sollte. Ich liebe das Schreiben. 

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? 
Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autor? 
Wie alle Menschen habe ich mir meine Leidenschaft nicht ausgesucht, sie hat mich gefunden. Ich konnte kaum schreiben, damals war ich 7 Jahre alt und schon schrieb ich die erste Geschichte. Sie hieß der ‚Igel’ und ging so: „Der Igel ist ein Tier mit vielen Stacheln“ – Ende. Ich habe sie heute noch. Wie schon gesagt, die Lust am kreativen Schreiben, die Freude am Ausdenken von Geschichten war einfach da, ich konnte nicht anders. Beeinflusst hat mich niemand, im Gegenteil, im Lauf der Jahre habe ich mir viele Sprüche anhören müssen und mir wurde oft mit Herablassung begegnet, aber vor allem, nahm man mich nicht ernst, aber Gott sei Dank habe ich mich nicht beirren lassen. So geht es wahrscheinlich allen unveröffentlichten Autoren, ihnen möchte ich sagen, glaubt an euch und euer Talent. Gebt nicht auf! 

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß? 
Das Entdecken neuer Welten. Dass es für meine Vorstellungskraft keine Grenzen gibt und ich alles sein kann, was ich möchte. Dass ich Eintausend mal Eintausend Abenteuer erleben kann. 

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: 
Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? Skizzen und Notizen samt Post-it-Sammlung oder alles ordentlich mit System am PC? Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen? 
Es gibt keine Post-it-Sammlung, denn mein Schreibtisch sieht auch so schon chaotisch genug aus. Ich arbeite immer mit einem detaillierten Konzept, aber das steckt in den Tiefen meines Computers.
Erfahrungen mit Schreibblockaden habe ich nicht. Wie in jedem anderen Beruf auch, muss ich meine Leistung bringen, da gibt es keine Ausreden. Ein Arbeiter oder Angestellter kann auch nicht Blockaden für sich in Anspruch nehmen und wenn ich das sage, reduziere ich das Schreiben nicht aufs Handwerk. Ich denke, wenn man seine Story gut vorbereitet hat und seine Figuren wie die eigenen Geschwister kennt, kann man Schwierigkeiten aus dem Weg gehen. 
Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.)

Hast Du einen fixen Tagesablauf mit bestimmten Zeiten, die für private Stunden beziehungsweise das Schreiben reserviert sind? 
Es gibt keine Rituale, aber den Alltag eines Schriftstellers. Ich schreibe täglich außer am Wochenende von 8.00 – 10.00 Uhr. Der Rest des Tages gehört meinen Schreibschülern und den Autoren, die ich coache. Infos dazu unter www.kreatives-schreiben.net 

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches?
Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun? 
Die Protagonisten sind immer fiktiv, bei Nebenfiguren baue ich schon mal ganz gern einen Freund oder Bekannten ein. Mit den Protagonisten ist das auch so eine Sache, ich erfinde sie eigentlich nicht. Plötzlich sind sie da und wollen mir ihre Geschichte erzählen. Klingt komisch, ist aber so. 

Woran erkennst du, dass eine Idee es wert ist, zu einem Roman ausgearbeitet zu werden? 
Wenn sie mir nach sechs Monaten immer noch gefällt. 

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches? 
Die Mitte. Am Anfang ist alles noch neu und es gibt viel zu beschreiben und erzählen. Am Ende des Geschichte ist es spannend und man kann sich so richtig ins Zeug legen, aber erst einmal muss man vom Anfang zum Ende kommen und genau dazwischen liegt die Mitte, wenn alles bekannt, aber nichts geklärt ist. 

Welchen Einfluss hast Du als Autor auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung Deines Buches? 
Der Verlag bespricht sich mit mir, aber letztendlich treffen die Lektoren und die Marketingexperten und die Vertriebsleute die Entscheidung. 

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 
John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter. 

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten? 
Fantasy und Science Fiction 

Wann und vor allem wo liest Du selbst am liebsten? 
Auf dem Sofa mit einer Tasse Tee oder Kaffee. 

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen? 
Mit dem Engel Gabriel aus meinem Roman „Damian – Die Stadt der gefallenen Engel“ 
  
Buchmessen und Lesungen, vor allem LiveStream-Lesungen werden immer beliebter. Auf welcher Buchmesse / welcher Lesung werden wir Dich als Nächstes treffen können? Führst Du gerne Öffentlichkeitsarbeit? 
Das Lampenfieber und die Anspannung sind immer groß. Man kann mich auf der Leipziger Buchmesse treffen, dort habe ich öffentliche Termine, aber ich bin insgesamt drei Tage lang da und man darf mich ruhig ansprechen. Ansonsten natürlich auf der Buchmesse in Frankfurt. Lesungen und andere Termine findet man auf meiner Homepage www.wekwerth.com 

Da ich selbst blogge, interessiert mich dies besonders: Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autor und deren Fans viel intensiver geworden. Eher ein Fluch oder doch ein großer Segen? Wie stehst Du persönlich dazu? Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern? 
Es ist ein Segen! 
Endlich bekommt man als Autor für seine Arbeit konkretes Feedback, aber auch Lob und Anerkennung. Früher kannte ich meine Leser nicht, heute haben sie Gesichter und einen Namen. Es ist die Entschädigung für all die einsamen Stunden vor dem Computer, für all die Selbstzweifel und Sorgen.
Ich selbst bin bei Facebook aktiv, bekomme aber auch viele Nachrichten per Email. Für einen richtigen Blog fehlt mir leider die Zeit.  

Dein neuer Roman „Das Labyrinth erwacht“, der erste Teil einer Trilogie im Genre Jugendbuch-Dystopie, erscheint im Januar beim Arena Verlag. Erzähl doch unseren Lesern kurz, um was es in diesem Buch geht. 
Es geht um große Gefühle und ums nackte Überleben. Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt. Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren. Aber das Labyrinth kennt sie. Jagt sie. Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen: Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst. Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore. Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein. 

Welcher Zielgruppe würdest du dein Buch am ehesten empfehlen? 
Jugendlichen/ Kinder ab 14 Jahre und Erwachsene 
  
Möchtest Du mit dieser Geschichte, dieser Dystopie, dem Leser etwas Besonderes mit auf den Weg geben? Eine bestimmte, für Dich ganz wichtige Botschaft? 
Das unser Leben nur Bedeutung durch andere Menschen hat und dass Liebe selbst den Tod überwinden kann. 
  
„Das Labyrinth erwacht“ ist der erste Teil einer Reihe. Wie viele Bände wird es geben und wann dürfen wir mit der Fortsetzung rechnen? 
Es wird zwei weitere Bände geben. Erwarten darf man noch viel mehr Dramatik, große Gefühle und ein packendes Ende. 
  
Auch dieses Buch ist – wie auch zuvor die „Damian“-Reihe - im Jugendbuchbereich angesiedelt. Was ist für Dich das Besondere, Jugendbücher zu schreiben? Fällt es dir leicht, sich in die jugendliche Atmosphäre zu versetzen, den richtigen Ton zu finden, der die jugendlichen Leser anspricht? 
Das Jugendbuch gibt mir die größtmögliche schriftstellerische Freiheit. Ich kann meiner Phantasie freien Lauf lassen und doch so spannend schreiben, wie ich will. 
Deine Fantasybücher “Damian - Die Stadt der gefallenen Engel“ und "Damian - Die Wiederkehr des gefallenen Engels“ sind bei den Lesern sehr gut angekommen, hier sprechen auch die vielen positiven Rezensionen für sich.

Magst Du unseren Lesern auch zu diesen Werken aus Deiner Feder einen kurzen Einblick geben?
Auch in diesen beiden Büchern geht es um die Frage „Wofür lebst du? Wofür bist du bereit zu sterben?“ Es geht darum, dass jeder von uns die Wahl zwischen Gut und Böse hat. 
Im letzten großen Kampf um unsere Welt, in dem sich Engel und Dämonen gegenüberstehen und sich das Schicksal der Menschheit entscheidet, verlieben sich ein Mädchen und ein gefallener Engel ineinander. Beide sind vom Schicksal ausersehen eine alte Prophezeiung zu erfüllen, doch diese Prophezeiung bedroht nicht nur ihre Liebe, sondern auch ihr Leben. 

„Das Hades Labyrinth“ und „Traumschlange“ sind momentan sehr erfolgreich im eBook-Bereich. Welch einen Eindruck hast Du vom aktuellen eBook-Markt? Fluch oder Segen? 
Es ist ein Segen für die Autoren, die jetzt nicht mehr auf Verlage angewiesen sind und ein Fluch für die Leser, denn wenn jeder ohne Qualitätskontrolle Bücher veröffentlichen kann, dann wird es immer schwieriger noch etwas Lesbares zu finden. Hier werden zukünftig die Buchblogs eine wichtige Rolle spielen. 

Liest Du selbst gerne eBooks? 
Ja, aber nur im Urlaub und bei Leseproben. Ansonsten bleibe ich dem Buch treu.
  
Wird „Das Labyrinth erwacht“ auch als eBook verfügbar sein? 
Ja, es erscheint im Frühjahr 2013. 

Was machst Du am liebsten, wenn Du gerade nicht hinter dem Schreibtisch sitzt? 
Mit Freunden zusammen sein. 

Was ist das Verrückteste oder Lustigste, was Du je erlebt hast? 
Oh je, darüber könnte man ein eigenes Buch schreiben. 
  
Wer oder was macht Dich besonders glücklich? 
Meine Tochter Anna. 

… und was stimmt Dich eher nachdenklich? 
Die Zeit und wie sich alles verändert. Nur Weniges zum Besseren. 

Verrätst Du uns Dein ganz persönliches Rezept für gute Laune? 
Freude an dem, was man tut. Egal ob man Bäcker oder Autor ist. 


Vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und für das nette und informative Interview.  Ich hoffe und wünsche es mir, dass wir noch viel von Dir hören bzw. lesen werden! 
Alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft! 

Wer mehr über den Autor erfahren möchte, kann dies unter folgenden Links tun: