Im Gespräch mit Autor Rainer Wekwerth

Samstag, 19. Januar 2013 0 Kommentare


Zuerst natürlich einmal „Herzlich Willkommen, Rainer“ und vielen Dank für Deinen Besuch im virtuellen Bücherkaffee. Es freut mich sehr, dass Du Dir Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.
Danke, ich freue mich bei euch zu sein. 

Gleich mal eine neugierige Frage vorab: Mit welchem Getränk kann man Dir persönlich größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus? 
Hmm, klingt beides lecker und ich mag sowohl Tee wie auch Kaffee, aber ich glaube, ich gehe lieber ins Teehaus, da duftet es immer so schön. 

© Rainer Wekwerth
Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor. Wer ist Rainer Wekwerth? 
Rainer Wekwerth ist ein Autor, der schon seit etlichen Jahren Bücher schreibt und veröffentlicht. Zunächst waren es Kinderbücher unter dem Pseudonym ‚Jonathan Abendrot’, dem folgten später Thriller und ein Fantasyroman unter dem Namen ‚David Kenlock’. Seit 2002 veröffentliche ich nun unter meinem eigenen Namen Romane, derzeit vorrangig Jugendbücher mit Fantasy- oder Phantastikelementen.
Vor allem aber ist Rainer Wekwerth ein Schreibsüchtiger, der schon geschrieben hat, als es kein Geld dafür gab und es auch noch tun wird, wenn es wieder so kommen sollte. Ich liebe das Schreiben. 

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? 
Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autor? 
Wie alle Menschen habe ich mir meine Leidenschaft nicht ausgesucht, sie hat mich gefunden. Ich konnte kaum schreiben, damals war ich 7 Jahre alt und schon schrieb ich die erste Geschichte. Sie hieß der ‚Igel’ und ging so: „Der Igel ist ein Tier mit vielen Stacheln“ – Ende. Ich habe sie heute noch. Wie schon gesagt, die Lust am kreativen Schreiben, die Freude am Ausdenken von Geschichten war einfach da, ich konnte nicht anders. Beeinflusst hat mich niemand, im Gegenteil, im Lauf der Jahre habe ich mir viele Sprüche anhören müssen und mir wurde oft mit Herablassung begegnet, aber vor allem, nahm man mich nicht ernst, aber Gott sei Dank habe ich mich nicht beirren lassen. So geht es wahrscheinlich allen unveröffentlichten Autoren, ihnen möchte ich sagen, glaubt an euch und euer Talent. Gebt nicht auf! 

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß? 
Das Entdecken neuer Welten. Dass es für meine Vorstellungskraft keine Grenzen gibt und ich alles sein kann, was ich möchte. Dass ich Eintausend mal Eintausend Abenteuer erleben kann. 

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: 
Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? Skizzen und Notizen samt Post-it-Sammlung oder alles ordentlich mit System am PC? Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen? 
Es gibt keine Post-it-Sammlung, denn mein Schreibtisch sieht auch so schon chaotisch genug aus. Ich arbeite immer mit einem detaillierten Konzept, aber das steckt in den Tiefen meines Computers.
Erfahrungen mit Schreibblockaden habe ich nicht. Wie in jedem anderen Beruf auch, muss ich meine Leistung bringen, da gibt es keine Ausreden. Ein Arbeiter oder Angestellter kann auch nicht Blockaden für sich in Anspruch nehmen und wenn ich das sage, reduziere ich das Schreiben nicht aufs Handwerk. Ich denke, wenn man seine Story gut vorbereitet hat und seine Figuren wie die eigenen Geschwister kennt, kann man Schwierigkeiten aus dem Weg gehen. 
Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.)

Hast Du einen fixen Tagesablauf mit bestimmten Zeiten, die für private Stunden beziehungsweise das Schreiben reserviert sind? 
Es gibt keine Rituale, aber den Alltag eines Schriftstellers. Ich schreibe täglich außer am Wochenende von 8.00 – 10.00 Uhr. Der Rest des Tages gehört meinen Schreibschülern und den Autoren, die ich coache. Infos dazu unter www.kreatives-schreiben.net 

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches?
Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun? 
Die Protagonisten sind immer fiktiv, bei Nebenfiguren baue ich schon mal ganz gern einen Freund oder Bekannten ein. Mit den Protagonisten ist das auch so eine Sache, ich erfinde sie eigentlich nicht. Plötzlich sind sie da und wollen mir ihre Geschichte erzählen. Klingt komisch, ist aber so. 

Woran erkennst du, dass eine Idee es wert ist, zu einem Roman ausgearbeitet zu werden? 
Wenn sie mir nach sechs Monaten immer noch gefällt. 

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches? 
Die Mitte. Am Anfang ist alles noch neu und es gibt viel zu beschreiben und erzählen. Am Ende des Geschichte ist es spannend und man kann sich so richtig ins Zeug legen, aber erst einmal muss man vom Anfang zum Ende kommen und genau dazwischen liegt die Mitte, wenn alles bekannt, aber nichts geklärt ist. 

Welchen Einfluss hast Du als Autor auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung Deines Buches? 
Der Verlag bespricht sich mit mir, aber letztendlich treffen die Lektoren und die Marketingexperten und die Vertriebsleute die Entscheidung. 

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 
John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter. 

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten? 
Fantasy und Science Fiction 

Wann und vor allem wo liest Du selbst am liebsten? 
Auf dem Sofa mit einer Tasse Tee oder Kaffee. 

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen? 
Mit dem Engel Gabriel aus meinem Roman „Damian – Die Stadt der gefallenen Engel“ 
  
Buchmessen und Lesungen, vor allem LiveStream-Lesungen werden immer beliebter. Auf welcher Buchmesse / welcher Lesung werden wir Dich als Nächstes treffen können? Führst Du gerne Öffentlichkeitsarbeit? 
Das Lampenfieber und die Anspannung sind immer groß. Man kann mich auf der Leipziger Buchmesse treffen, dort habe ich öffentliche Termine, aber ich bin insgesamt drei Tage lang da und man darf mich ruhig ansprechen. Ansonsten natürlich auf der Buchmesse in Frankfurt. Lesungen und andere Termine findet man auf meiner Homepage www.wekwerth.com 

Da ich selbst blogge, interessiert mich dies besonders: Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autor und deren Fans viel intensiver geworden. Eher ein Fluch oder doch ein großer Segen? Wie stehst Du persönlich dazu? Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern? 
Es ist ein Segen! 
Endlich bekommt man als Autor für seine Arbeit konkretes Feedback, aber auch Lob und Anerkennung. Früher kannte ich meine Leser nicht, heute haben sie Gesichter und einen Namen. Es ist die Entschädigung für all die einsamen Stunden vor dem Computer, für all die Selbstzweifel und Sorgen.
Ich selbst bin bei Facebook aktiv, bekomme aber auch viele Nachrichten per Email. Für einen richtigen Blog fehlt mir leider die Zeit.  

Dein neuer Roman „Das Labyrinth erwacht“, der erste Teil einer Trilogie im Genre Jugendbuch-Dystopie, erscheint im Januar beim Arena Verlag. Erzähl doch unseren Lesern kurz, um was es in diesem Buch geht. 
Es geht um große Gefühle und ums nackte Überleben. Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt. Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren. Aber das Labyrinth kennt sie. Jagt sie. Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen: Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst. Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore. Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein. 

Welcher Zielgruppe würdest du dein Buch am ehesten empfehlen? 
Jugendlichen/ Kinder ab 14 Jahre und Erwachsene 
  
Möchtest Du mit dieser Geschichte, dieser Dystopie, dem Leser etwas Besonderes mit auf den Weg geben? Eine bestimmte, für Dich ganz wichtige Botschaft? 
Das unser Leben nur Bedeutung durch andere Menschen hat und dass Liebe selbst den Tod überwinden kann. 
  
„Das Labyrinth erwacht“ ist der erste Teil einer Reihe. Wie viele Bände wird es geben und wann dürfen wir mit der Fortsetzung rechnen? 
Es wird zwei weitere Bände geben. Erwarten darf man noch viel mehr Dramatik, große Gefühle und ein packendes Ende. 
  
Auch dieses Buch ist – wie auch zuvor die „Damian“-Reihe - im Jugendbuchbereich angesiedelt. Was ist für Dich das Besondere, Jugendbücher zu schreiben? Fällt es dir leicht, sich in die jugendliche Atmosphäre zu versetzen, den richtigen Ton zu finden, der die jugendlichen Leser anspricht? 
Das Jugendbuch gibt mir die größtmögliche schriftstellerische Freiheit. Ich kann meiner Phantasie freien Lauf lassen und doch so spannend schreiben, wie ich will. 
Deine Fantasybücher “Damian - Die Stadt der gefallenen Engel“ und "Damian - Die Wiederkehr des gefallenen Engels“ sind bei den Lesern sehr gut angekommen, hier sprechen auch die vielen positiven Rezensionen für sich.

Magst Du unseren Lesern auch zu diesen Werken aus Deiner Feder einen kurzen Einblick geben?
Auch in diesen beiden Büchern geht es um die Frage „Wofür lebst du? Wofür bist du bereit zu sterben?“ Es geht darum, dass jeder von uns die Wahl zwischen Gut und Böse hat. 
Im letzten großen Kampf um unsere Welt, in dem sich Engel und Dämonen gegenüberstehen und sich das Schicksal der Menschheit entscheidet, verlieben sich ein Mädchen und ein gefallener Engel ineinander. Beide sind vom Schicksal ausersehen eine alte Prophezeiung zu erfüllen, doch diese Prophezeiung bedroht nicht nur ihre Liebe, sondern auch ihr Leben. 

„Das Hades Labyrinth“ und „Traumschlange“ sind momentan sehr erfolgreich im eBook-Bereich. Welch einen Eindruck hast Du vom aktuellen eBook-Markt? Fluch oder Segen? 
Es ist ein Segen für die Autoren, die jetzt nicht mehr auf Verlage angewiesen sind und ein Fluch für die Leser, denn wenn jeder ohne Qualitätskontrolle Bücher veröffentlichen kann, dann wird es immer schwieriger noch etwas Lesbares zu finden. Hier werden zukünftig die Buchblogs eine wichtige Rolle spielen. 

Liest Du selbst gerne eBooks? 
Ja, aber nur im Urlaub und bei Leseproben. Ansonsten bleibe ich dem Buch treu.
  
Wird „Das Labyrinth erwacht“ auch als eBook verfügbar sein? 
Ja, es erscheint im Frühjahr 2013. 

Was machst Du am liebsten, wenn Du gerade nicht hinter dem Schreibtisch sitzt? 
Mit Freunden zusammen sein. 

Was ist das Verrückteste oder Lustigste, was Du je erlebt hast? 
Oh je, darüber könnte man ein eigenes Buch schreiben. 
  
Wer oder was macht Dich besonders glücklich? 
Meine Tochter Anna. 

… und was stimmt Dich eher nachdenklich? 
Die Zeit und wie sich alles verändert. Nur Weniges zum Besseren. 

Verrätst Du uns Dein ganz persönliches Rezept für gute Laune? 
Freude an dem, was man tut. Egal ob man Bäcker oder Autor ist. 


Vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und für das nette und informative Interview.  Ich hoffe und wünsche es mir, dass wir noch viel von Dir hören bzw. lesen werden! 
Alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft! 

Wer mehr über den Autor erfahren möchte, kann dies unter folgenden Links tun: