Kinderbuch-Rezension: Bärenleben

Dienstag, 22. Januar 2013 3 Kommentare


Bärenleben
Cómo viven los osos
von Ria Gersmeier

Verlag / editorial: Georg Olms Verlag
Übersetzung ins spanische / traducción: Vilma Ehmann Valdez
Illustration / ilustración: Katja Kiefer
zweisprachiges Bilderbuch, Deutsch – Spanisch (alemán – español)
empfohlenes Alter / edad: ab 4 Jahre / de 4 años
Erscheinungsdatum / Publicarse : 1. Aufl. 09.2009
Ausstattung: gebunden / encuadernar
ISBN-13: 978-3-487-08830-3


Wer erinnert sich an Bruno?
Vor einigen Jahren gab es in Deutschland eine Sensation, eine tierische Sensation. Ein großes Tier missachtete die politische Grenze und kam zu uns nach Deutschland. Es war ein Braunbär.

Wenn wir das Wort „Bär" hören oder lesen, verbinden wir damit einen Gegensatz: Die Vorstellung einem Bären in der Wirklichkeit und in freier Wildbahn zu begegnen, lässt uns erschauern. Die Abmilderung davon ist, einen Bären aus einer gewissen Entfernung und unter großen Sicherheitsvorkehrungen zu betrachten, also in einem Zoo. Aber es werden auch Kindheitserinnerungen geweckt: Damals wie heute lieben viele Kinder ihren Teddybär und ohne dem geht gar nichts. Aber was wissen wir über Bären, über Braunbären? Wahrscheinlich nicht viel.

Die Tierschützerin und Autorin Ria Gersmeier möchte Kindern darstellen, dass Bären durchaus gefährlich sein können, aber wie bei jeder Gefahr, verliert sie ein stückweit an Schrecken, wenn man die Gefahr einschätzen kann. Voraussetzung für das Einschätzen von Gefahr ist Wissen. Konsequenterweise hat Ria Gersmeier ein Kinderbuch in Form eines Sachbuchs über den Braunbären geschrieben mit dem Titel „Bärenleben". Wie schon der Titel „Bärenleben" besagt, handelt es sich im Bilderbuch um das Leben und die Lebensweise von Bären, speziell von Braunbären. Es wird der bevorzugte Lebensraum und Futter beschrieben, über die Partnersuche, Aufzucht von Jungen, wann die Nachkommen ihre Mutter verlassen müssen und wann letztendlich sich auch die Geschwister trennen.

Unterstützt wird der Text durch Illustrationen von Katja Kiefer. Zu jedem kurzen Textabschnitt, der immer jeweils einen Schwerpunkt der Lebensweise von Braunbären beinhaltet, gibt es ein Bild. Diese Darstellungen geben einen weiteren Einblick in das Leben der Tiere mit ihren langen Krallen, die sie nicht wie eine Katze einziehen können. Um das größere Bild herum sind zusätzliche Details gemalt, um bestimmte Sachverhalte zu veranschaulichen. Diese Details sind in zwei Sprachen beschriftet, denn der Titel „Bärenleben" liegt in verschiedenen zweisprachigen Ausgaben vor. Die zweisprachigen Beschriftungen sind farblich voneinander abgesetzt. Auch der eigentliche Text ist zweisprachig, der ebenfalls farblich unterschiedlich ist. Zudem sind zwischen den beiden Sprachen Tatzenspuren zu sehen

Um eine Vorstellung vom Aussehen eines Braunbären zu bekommen, findet man auf der ersten Doppelseite einen gemalten Braunbären mit Benennung von einzelnen Körperteilen, natürlich zweisprachig. Zudem ist auf der letzten Doppelseite ein Steckbrief über Braunbären zu finden. So kann ein Kind das Wissen über diese Tiere erweitern. Dem beigefügten Lesezeichen, das nicht verloren gehen kann, da es durch ein schönes Bändchen am Buch befestigt ist, kann man alle wichtigen Vokabeln rund um den Braunbären nachlesen.

Dieses Bilderbuch für Kinder ab vier Jahre erfüllt also zweierlei:


  • man erfährt so einiges über das Leben von Braunbären
  • man kann sein Vokabular in der Zweitsprache erweitern

Wie man auf der letzten Doppelseite nachlesen kann, hat Ria Gersmeier dieses Buch im Andenken an den Braunbären Bruno geschrieben. Bruno war der Braunbär, der in seinem Bewusstsein keine politischen Grenzen kennt und nach Bayern ging. Sobald Bruno von Menschen gesichtet wurde, kam er leider auf die Liste „darf/muss erschossen werden", in politischer Sprache ausgedrückt: „Problembär" [1]. Auf dieser Liste stand der Braunbär nicht lange, denn bald darauf wurde er im Sommer 2006 erschossen. Armer Bruno.

Vielleicht kann das Buch „Bärenleben" dazu verhelfen, dass der mögliche nächste Bär, der nach Deutschland ungefragt einwandert, nicht mehr erschossen sondern nach anderen Lösungen gesucht wird, nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Vorschläge und Erfahrungen wie man mit Raubtieren umgehen kann, sind zahlreich vorhanden. Die Kanadier leben seit eh und je mit Braunbären.

© Rezension: Sabeth
Gastrezensentin


Zur Autorin Rio Gersmeier
Ria Gersmeier ist als engagierte Tierschützerin bekannt und hat bereits zahlreiche Geschichten über Tiere veröffentlicht, die mehrfach auf Bestenlisten nominiert wurden. Sie lebt mit ihrer Familie in der Eifel.

Angaben zur Autorin: vgl. www.buchkatalog.de
Bildquelle: www.buchkatalog.de
Cover: www.buchkatalog.de

[1] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/JJ1

Kommentare:

  1. Die Geschichte vom Braunbär Bruno, ist komplett an mir vorbei gegangen. Er wurde erschossen??? Ich verstehe das nicht. Da beschwert man sich immer darüber, dass es viele Tiere in den heimischen Wäldern nicht mehr gibt und dann macht man sowas?
    Die Idee mit den zweisprachigen Büchern finde ich hingegen ziemlich gut und werde ich mal an meiner Tochter testen =)

    LG
    Anja

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  2. Ja, ich habe das auch mitverfolgt und war traurig über den Ausgang.
    Das Buch jedoch kenne ich uns kann es nur empfehlen.

    Helga von Kinderbuchladen.org

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  3. Ich würde mich freuen, wenn Du Deine Tochter getestet hast, wenn Du eine Rückmeldung gegen würdest.

    Lg
    Sabeth

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