Rezension: Anton Pfeiffer und der Zauberkongress

Mittwoch, 23. Januar 2013 3 Kommentare

Anton Pfeiffer und der Zauberkongress
Von: Anne Carina Hashagen

Verlag: Createspace Verlag
Genre: Kinder-/Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
Erscheinungsdatum: 06.12.2012
Ausstattung: eBook, ca 241 Seiten
ISBN13: 978-1479213519


"Wirklich wichtige Briefe sind hellblau, rechteckig und mit einem kleinen roten Wachssiegel verschlossen, das so edel aussieht, dass man sich fast nicht traut, den Umschlag aufzureißen."Pos. 30, Seite 1
Inhalt:
Der zwölfjährige Anton Pfeiffer lebt mit seiner Mutter in Wuppertal. Da sein Vater schon früh verstarb, arbeitet seine Mutter hart, um ihren Sohn und sich selbst ausreichend versorgen zu können. Der Verlust ihres Mannes und die harte Arbeit setzt ihr sehr zu und richtig glücklich hat sie schon lange nicht mehr ausgesehen, findet Anton. Vor allem zu Zeiten wie diesen, wenn Weihnachten kurz vor der Türe steht, wird es so richtig schlimm. Um seine Mutter nicht zusätzlich zu enttäuschen, gibt sich Anton Mühe in der Schule, was nicht immer klappen will, denn er kann nicht mit seiner Meinung hinterm Zaum halten, was oft für Ärger sorgt. Und dann ist da ja auch Mathe - Anton hasst Mathe! Und ausgerechnet in dieser Woche steht eine schwierige Prüfung an.

Anton gönnt sich eine kurze Verschnaufpause während des Unterrichts und schleicht auf den Schulhof. Dort trifft er auf Oskar, einen Jungen in seinem Alter, der mit einem seltsamen Gegenstand - halb Besen, halb Regenschirm - am Boden sitzt. Oskar freut sich sehr, dass Anton ihn sehen kann, obwohl er ein Magier ist und Menschen ihn eigentlich überhaupt nicht sehen können und erzählt ihm daher spontan von seinem Vorhaben, zum großen Zaubererkongress zu gehen...ähm, fliegen. Anton, der selten eine so wahnwitzige Geschichte gehört hat und wissen will, was da wohl dahintersteckt, folgt Oskar, ohne zu Zögern, zur großen Eiche hinter der Schule. Dort angekommen, kann er kann seinen Augen kaum trauen! Plötzlich steht Anton's Leben Kopf!


"Und manchmal ändert sich nicht nur das Leben, sondern gleich die ganze Welt. Vielleicht, weil man sie jetzt mit anderen Augen betrachtet? Vielleicht aber auch, weil sie immer schon ganz anders war." Pos. 48, Seite 1

Handlung & Charaktere:
Anne Carina Hashagen hat mit "Anton Pfeiffer" einen kleinen Protagonisten erschaffen, der die Herzen von jungen als auch erwachsenden Lesern erobert. Ein kleiner zwölfjähriger, eher durchschnittlicher Junge aus Wuppertal, der für sein Leben gerne liest und malt, der so authentisch dargestellt ist, dass er der Nachbarsjunge von nebenan sein könnte. Seine große Leidenschaft gehört den Büchern, denn diese beflügeln seine Phantasie.


"Bücherstapel neben dem Bett, Bücherstapel an den Wänden. In der Luft lag stets ein ganz feiner, holziger Geruch. Papierduft. Der beste Duft überhaupt, wie Anton fand." Pos. 138, Seite 5

Da seine Mutter viel und lange arbeitet, muss Anton sich meistenteils selbst versorgen und darum schauen, dass er pünktlich zur Schule erscheint. Was einem zwölfjährigen Jungen natürlich nicht immer besonders leicht fällt. Aber er ist gut erzogen und möchte seiner Mutter so wenig wie möglich Ärger und Sorgen bereiten. Diese früh erlernte Selbstständigkeit kommt ihm aber auch zugute. Er lässt sich nicht viel gefallen und hat früh gelernt, sich zur Wehr zu setzen und seine Meinung frei zu äußern, vor allem gegenüber dem fiesen und äusserst unsympathischen Chemielehrer Herr Clausewitz. Gut, er muss dafür nachsitzen, aber das nimmt er in Kauf. 

Anton ist alles andere als Kontaktscheu, sehr aufgeweckt und auch unheimlich neugierig. Als er Oskar begegnet und sich dessen doch eher haarsträubende Geschichte angehört hat, möchte er genau wissen, was dahintersteckt, warum Oskar solche Dinge erzählt. Eine Entscheidung, die er ja auch zu keinem Moment bereut, denn wer kann schon ahnen, dass die alte Eiche hinter der Schule solche unglaublichen Geheimnisse wahrt?! Anton betritt eine neue Welt, trifft auf die unglaublichsten Zauberer und Magier und lernt vieles Neue kennen. Diese Welt der Magier ist einfach wunderschön und voller Phantasie beschrieben, dass man sehr gerne einmal selbst dort sein möchte, die Eiche hinaufsteigen oder einen Spaziergang im magischen Wald unternehmen möchte. Die Beschreibung dieser faszinierenden magischen Welt zaubert einem fast dauerhaft ein Lächeln aufs Gesicht.
Aber was genau Anton auf seiner Reise durch die Eiche so alles entdeckt , dass sei hier nicht verraten. Diese Reise sollte jeder selbst mit Anton antreten um dabei selbst schmunzeln zu können.

Eine wunderbare Welt tut sich hier auf, die man unbedingt entdecken sollte. Außerdem trifft man auch gerne mal auf Persönlichkeiten wie Napoleon Bonaparte oder auch Michael Jackson :-) Anton dämmert nach und nach so Einiges, er kann 1 und 1 zusammenzählen und auch die über viele Jahre gesammelten wundersamen Geschenke seines manchmal etwas skurrilen Opas Hubertus Pfeiffer machen immer mehr Sinn. Und er versteht, warum ausgerechnet er Oskar und seine streberhafte (aber süße) Freundin Emma sehen kann.

Die Autorin hat einen leichten Schreibstil gewählt, der sehr dem jugendlichen Alter entspricht und so ein zügiges Lesen ermöglicht. Ich konnte keine Altersangabe entdecken und würde aus dem Gefühl heraus sagen. Dass dieses Buch für Kinder ab 10-12 Jahren gut geeignet ist. Erzählt wird aus der Sicht des allwissenden Erzählers, was sehr gut zu Kinderbüchern passt. Auch die Erlebnisse und Erfahrungen, die Anton macht, sind sehr kindgerecht gehalten. Aber aus sprachlicher Sicht könnten sich jüngere Kinder jedoch überfordert fühlen. Denn Anton ist sehr philosophisch veranlagt in seinen Gedanken. Dies ist natürlich nicht negativ, in gar keiner Weise. Mir persönlich gefällt es sehr, aber eben jüngere Leser können hier womöglich nicht immer folgen und vielleicht auch nicht immer sofort den Hintergrund verstehen. Anton selbst ist 12 Jahre und dies wäre wohl auch das beste Alter, als Untergrenze gesehen. Denn "Anton Pfeiffer" ist mehr als ein reines Jugendbuch. Hier wartet ein toller All-Ager auf.

Mein persönliches Fazit :
Auch ich habe natürlich die vielen Bemerkungen und Vergleiche zu unserem allbekannten kleinen Zauberlehrling aus Hogwarth gelesen und gehört. Aber ich muss ehrlich gestehen, ich habe während des Lesens nicht besonders darauf geachtet. Warum sollte ich damit beginnen, Parallelen zu suchen? Natürlich wird es die ein oder andere geben, im Nachhinein finde auch ich sie. Aber sie sind in keinster Weise relevant für diese Geschichte. Das Rad wurde auch hier nicht neu erfunden. Zauberlehrlinge gab es schon vor Harry und wird es nachher auch noch geben. Da lassen sich ab und an Parallelen nicht vermeiden. So ist es in allen Genres.

"Anton Pfeiffer" entführte mich in eine vollkommen neue und für diese Erzählung ganz individuelle Welt und faszinierte mich unheimlich. Ich hatte großen Spass an diesem Buch und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen. In einem kann ich jedoch auch zustimmen: Wer Harry Potter mag, der mag definitiv auch Anton Pfeiffer, diesen kleinen tollen Burschen aus Wuppertal! 

© Rezension: Alexandra Zylenas

[alexandra]

Kommentare:

  1. Ha! Hab ichs mir doch gedacht... das ist definitiv ein Buch für mich! Danke für die tolle Rezi. Das mit den Parallelen zu bestehenden Geschichten ist immer so eine Sache. Aber wie du schon geschrieben hast, es gab auch vor Harry Potter schon Zauberer. Ich bin also sehr gespannt auf ein paar erfrischend neue Ideen in dieser Hinsicht.

    LG
    Anja

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  2. Ich glaube das Buch wäre auch was für mich. Du hast es so schön beschrieben, dass mich dieses Buch bestimmt verzaubern wird. Wenn es Parallelen zu Harry Potter geben sollte, würde mich das kaum stören, warum auch.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  3. Paralellen gibt es, aber wie schon geschrieben: Mich störten sie überhaupt nicht.
    Ich finde das Buch ist auf seine ganz eigene Weise wunderbar umgesetzt und macht Freude.
    Parallelen hin oder her :-)

    Viel Spaß beim lesen!

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