Rezension {Alexandra} - Was fehlt, bist Du

Dienstag, 12. Februar 2013 0 Kommentare

Was fehlt, bist Du
Von: Lola Jaye

Verlag: Wunderlich  / Rowohlt Verlag
Originaltitel: Being Lara
Aus dem Englischen übersetzt von: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Genre: Roman, Frauen
Erscheinungsdatum: 18. Januar 2013
Ausstattung: Klappenbroschur, 352 Seiten
ISBN13: 978-3-8052-5047-4

"Wie können Tauben hören, wenn sie keine Ohren haben?"
"Wo wohnen die Sterne am Himmel denn nachmittags?"
"Warum bin ich ... anders?"
Seite 21

Inhalt:
Lara wusste, dass es in ihrem Leben irgendwann einen einschneidenden Augenblick geben wird, der alles verändert, denn etwas fehlte in ihrem Leben. Sie wusste nur nicht, wann dieser Augenblick sein wird.
Sie feiert gerade mit ihrer Familie und Freunden ihrem dreißigsten Geburtstag, als es an der Türe klingelt. Und Lara weiß - der Augenblick ist gekommen. Denn vor ihr steht plötzlich ihre leibliche Mutter Yomi, die Lara als kleines Baby in ihrer Heimat Nigeria in ein Waisenhaus gegeben hatte. Pat und ihr Mann haben sie adoptiert, mit nach England genommen und liebevoll aufgezogen. Aber Lara spürte schon als kleines Mädchen, dass sie irgendwie anders sein muss. Seit ihre Mitschüler sie wegen ihrer Hautfarbe hänselten und sie bewusst wahrnahm, dass ihre Eltern nicht ihre richtigen Eltern sein können, wünscht sie sich, dass ihre richtige Mutter sie zu ihrem Geburtstag besucht. Darauf musste sie aber noch viele, viele Jahre warten.
Und plötzlich muss sich Lara ihrer Vergangenheit stellen und muss Entscheidungen treffen, denn nur so kann sie die Gegenwart bewusst leben und erleben.
"Es ist klug, nur sich selbst zu Vertrauen.
Verlass dich auf niemanden.
Dann kann dich niemals jemand verletzen."
Seite 170
Handlung & Charaktere:

Lola Jaye hat mit "Was fehlt, bist Du" ein absolut ergreifendes und mitreißendes Werk geschaffen, dass einen mitnimmt auf eine unglaublich emotionale Reise. Eine Reise, die das Leben dreier Frauen beschreibt, die über Kontinente getrennt sind, die aber doch so viel verbindet.
In diesem Buch wartet eine Erzählung auf, die zwei Generationen verstrickt und die geschickt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her springt. Dieser Erzählstil fordert den Leser und zwingt ihn regelrecht, dieses Buch bewusst, mit Ruhe und Zeit zu lesen. Und genau das ist so wichtig, um alles in sich aufnehmen zu können. Ein großes Lob an die Autorin, die dies so optimal umgesetzt hat und wusste, wie sie ihre Leser mitnehmen kann, sie integrieren kann in diese Lebensreise dieser drei Frauen. Erzählt wird aus der Sicht des allwissenden Erzählers, mal aus Lara's Sicht, dann wieder aus Yomi's und aus Pat's Sicht. Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt und man lernt alle drei Protagonistinnen gleichzeitig kennen und versteht, wie sich deren Leben verstrickt. Während man mit Lara's inneren Kämpfen in der Gegenwart mitleidet, ihrem Versuch, ihr Leben vollständig in den Griff zu bekommen, erfährt man zeitgleich aus Yomi's Sicht , unter welchen Umständen sie aufwuchs und später heiratete - und natürlich auch die Hintergründe, wie und warum sie die kleine Lara, oder besser Omolara, in das Waisenhaus gegeben hatte. Und dann ist da noch Pat, die junge ambitionierte Frau, die von ihrer Familie im Stich gelassen wurde, als sie sich für eine Karriere als Sängerin entschied. Eine Frau, die sich nichts sehnlicher wünscht, als eine Familie um sich zu haben und deren Wunsch leider nicht erfüllt wird - bis das Schicksal ihr die kleine Lara in die Arme legt.
Der Kreis schließt sich und dieses Schicksal bindet diese drei Frauen für ein Leben aneinander.
"Sie hatte davon gehört, wie manche Menschen in diesem Land behandelt wurden, bloß weil man sie für anders hielt. Aber was hieß das, anders? Menschen bluteten gleich, Herzen schlugen gleich. Das alles ergab für Pat keinen Sinn.
Seite 85
Geschrieben ist dieses Werk ganz unüblich in roter Schrift. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum. Zuerst dachte ich, diese rote Schrift steht für die Liebe, denn die Liebe ist ja ein zentrales Thema. Aber nach einigem Nachdenken glaube ich, diese rote Schrift symbolisiert das Blut, dass durch die Adern der Familie fließt und das sie für ein Leben verbindet - egal, ob Kontinente die Menschen voneinander trennt.


Mein persönliches Fazit :

Die Autorin Lola Jaye ist für mich persönlich eine absolute Neuentdeckung und  ihr Werk "Was fehlt, bist Du" eine wahre Bereicherung. Dieses Buch strotzt vor unglaublicher Sprachgewalt. Schnörkellos und doch so Emotionsgeladen. Ich habe mitgelitten, mitgetrauert, mitlacht - ich habe eine emotionale Achterbahn der Gefühle hinter mir! Ein tolles Buch - ein Buch über die Liebe, über die Familie, über Zusammenhalt. Meine absolute Leseempfehlung - und mein bisheriges Jahres-Lesehighlight!

© Rezension: Alexandra Zylenas


Über die Autorin:

Lola Jaye wuchs in London auf, wo sie immer noch wohnt. Einige Monate verbrachte sie in Nigeria, dem Land ihrer Vorfahren. Sie hat Psychologie studiert und lange als Beraterin für den National Health Service gearbeitet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Die Romane "Für immer, dein Dad" und "Bis du erwachst" waren in Deutschland große Erfolge.

WEITERE BÜCHER DIESER AUTORIN
Lola Jaye: Bis du erwachst
Lola Jaye: Für immer, Dein Dad
Lola Jaye: Was fehlt, bist Du


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Rowohlt Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Rowohlt Verlages und der Autorin Lola Jaye
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Lola Jaye

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns, wenn ihr unsere Beiträge kommentiert, denn dadurch wird dieser Blog lebendig! Bitte habt Verständnis, dass Beiträge vorab geprüft werden, um Spam zu verhindern. Daher kann es einen Moment dauern, bis Kommentare sichtbar werden. Lieben Dank.