Rezension: Bitterkalt

Freitag, 31. Mai 2013 4 Kommentare

Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung


Titel: Bitterzart
Autorin: Gabrielle Zevin
Verlag: FJB Fischer Jugendbuch Verlag
Originaltitel: All These Things I've Done
Aus dem Amerikanischen übersetzt von: Andrea Fischer
Genre: Jugendbuch, Dystopie
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Erscheinungsjahr: Mai 2013
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag, 540 Seiten
ISBN13: 978-3-8414-2130-2

Ein kleiner Einblick:

New York, 2083. Anya Balanchine, die junge Tochter des Mafiabosses des berüchtigten Balanchine-Kartells, hat es nicht leicht. Ihre Mutter als auch ihr Vater sind beide Opfer von Attentaten geworden. Anya, so gerade mal sechzehn Jahre alt, kümmert sich seither um ihre jüngere Schwester und ihren älteren Bruder, der mit einem Handicap zu kämpfen hat. Zudem pflegt sie ihre kranke Großmutter, die nur mithilfe von Maschinen weiterlebt. Zu einer Zeit, in der natürliche Ressourcen knapp sind und Alltägliches wie Wasser und Papier rationiert werden, und Dinge wie Schokolade und Kaffee gesetzlich verboten sind, boomt der Schmuggel und die Mafiageschäfte florieren. Anya will damit nichts zu tun haben und hält sich und ihre Geschwister von der kriminellen Familie fern. Nur dem Kaffee und der schokoladigen Sünde kann sie nicht widerstehen, wo doch die Balanchine-Schokolade die beste überhaupt ist.

"Der Geruch von Kaffee war nur schwer loszuwerden, und für mich war er der schönste Duft der Welt." S. 258

Doch Anya's Schutzwall bricht, als etwas Tragisches geschieht und die Ereignisse überschlagen sich. Zudem verliebt sie sich in den charmanten Mitschüler Will - eine Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist, denn Will ist ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes, dem größten Feind des Balanchine-Kartells ...

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die US-Bestsellerautorin Gabrielle Zevin erzielte in den USA schon große Erfolge mit diesem ersten Band der "Birthright"- Trilogie, der im Original unter dem Titel "All These Things I've Done" erschienen ist. Diese Reihe wird zwar zum Genre "Dystopie" gezählt, aber davon merkt man nicht so besonders viel. Ich würde eher sagen, die Story ist nur dystopisch angehaucht. Die Story selbst, die Idee, ist in meinen Augen einfach nur gelungen und schon der Klappentext und die Leseprobe hatten mich überzeugt, dieses Buch unbedingt zu lesen und ich wurde bis auf ein paar Kleinigkeiten nicht enttäuscht. Eine dystopische Story mit Mafia-Elementen - da wurden gleich zwei von mir bevorzugte Themen verarbeitet und dies war mir persönlich bisher auch noch nicht bekannt. Als großer Fan der Corleones liebe ich es sehr, wenn solche Mafia-Elemente einen Platz in der Geschichte finden. Und ich muss sagen, dies wurde auch sehr gelungen umgesetzt.

"Bitterzart" lässt es ruhig angehen, die Spannung baut sich eher subtil auf, es wird in diesem ersten Band einiges an "Vorarbeit" für die folgenden Bände geleistet. Man erfährt einiges über den russischen Familienclan, dessen Mitglieder und Hierarchie und Anya's Rolle innerhalb der Familie. Eine Kette von Ereignissen bringt das sorgsam geschützte Leben von Anya durcheinander und sie muss viele Entscheidungen treffen, nicht zuletzt auch eine sehr Folgenschwere. So sehr sie versucht, nicht mit den Mafia-Geschäften in Verbindung zu geraten, so sehr ist sie doch knietief im Geschehen verstrickt. 

Die Hauptprotagonistin Anya ist in ihrer Charakteristik meiner Meinung nach sehr gelungen dargestellt. Ihre Kühle, ihre Unnahbarkeit und ihre Distanziertheit kommen nicht von Ungefähr und lassen sie zwar im ersten Moment kalt und vielleicht auch herzlos dastehen, aber ich konnte nach einiger Zeit eine sehr gute Verbindung zu ihr aufbauen und ihrer Art Verständnis entgegenbringen. Jede andere Darstellung ihres Charakters wäre ihrer Situation / ihrem Lebensumstand unangemessen gewesen. Sie schlägt nach ihrem Vater, dessen Weisheiten ihr heute noch regelmäßig im Kopf sind und dies lässt erahnen, was uns Leser noch erwarten wird. Aber auch die weiteren Personen wie zum Beispiel ihrGroßmutter und Geschwister, ihre beste Freundin oder auch Will und ihr Exfreund Gable bekommen Leben eingehaucht und erscheinen nicht blass neben Anya.

Die Mafia-Elemente sind für ein Jugendbuch sehr gut umgesetzt, starke Brutalität wird vermieden. Erzählt wird die Story von Anya selbst in einer Art und Weise, dass man das Gefühl hat, ihr gegenüber zu sitzen und zu lauschen. Ab und an spricht sie den Leser direkt an, denkt nach, überlegt, was sie noch erzählen möchte. Sie gewährt praktisch einen Einblick in ihr Leben im Kreise der Mafia, dass unfreiwillig spannend wird. Dies ist in meinen Augen sehr gut gelungen. So beginnt auch jede Kapitelüberschrift mit "Ich" - "ich verteidige meine Ehre", "Ich werde bestraft" oder "Ich beichte" - ganz so, als ob sie ihr Tagebuch unterteilt.

Auch dieser subtile Spannungsaufbau gefällt mir sehr. Gerade einen Mafia-Story lebt davon. Hier muss es nicht Zack, Zack, Schlag auf Schlag gehen, sondern es ist dieses Unterschwellige, dass so fasziniert. Was mir persönlich eindeutig zu kurz kam, sind die dystopischen Elemente. Ressourcen sind knapp, Schokolade und Kaffee verboten. Das erfährt man, aber damit hat es sich auch schon. Gerne hätte ich hier noch mehr Informationen bekommen, etwas mehr Background wäre schön gewesen. Zu viele Fragen blieben hier bisher unbeantwortet. Ich hoffe sehr, im folgenden Band diesbezüglich mehr zu erfahren und bin da auch ganz optimistisch. Natürlich wartet "Bitterzart" auch mit einer romantischen Liebesgeschichte auf, die Anya in eine große Bredouille bringt. Soll sie auf ihr Herz hören? Soll sie vernünftig sein und an ihre Geschwister denken? Anya lernt Will's Vater, den Oberstaatsanwalt, kennen und erlangt so unfreiwillige Einblicke in die politischen Machenschaften. Mehr Einblick, als ihr eigentlich lieb ist...

"Ob ich mich in diesem Buch zum Helden meiner eigenen Leidensgeschichte entwickeln werde oder ob jemand anders diese Stelle ausfüllen soll, wird sich zeigen."- Charles Dickens, David Copperfield. S.8

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

"Bitterzart", der Auftakt der "Birthright"- Trilogie, hat mir persönlich im Großen und Ganzen sehr, sehr gut gefallen. Ich liebe Mafia-Geschichten mit subtil aufgebauter Spannung und wurde diesbezüglich auch in keiner Weise enttäuscht. Das Background und der dystopische Part sind jedoch etwas zu kurz gekommen und diesbezüglich sollte in den Folgebänden noch aufgearbeitet werden. Ansonsten ist die Story erfrischend neu und der Erzählstil sehr ansprechend. Ich habe mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt und Lese-Langeweile kam trotz des ruhigen Schreibstils bei mir nicht auf. Ich fiebere der Fortsetzung "Edelherb" sehr entgegen, der im Oktober diesen Jahres schon erscheinen soll.

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas


Vita der Autorin:
Gabrielle Zevin hat in Harvard Literatur studiert und lebt in Los Angeles. Sie hat bereits mehrere Romane sowie Drehbücher verfasst. Ihre Bücher wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet. http://www.gabriellezevin.com/

[alexandra]

meet & read - der Büchertreff in Bad Rappenau

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Bist Du auch so eine Büchereule wie wir? Steckt in Dir auch ein wahrer „Bookaholic“? Suchst Du Gleichgesinnte? Dann komm doch auch zum nächsten meet & read - Büchertreff!
© Foto: Ulrike Plapp-Schirmer | Heilbronner Stimme

Wann: Jeden ersten Dienstag* im Monat
*MöglicheTerminänderung ist in der Sidebar ersichtlich
Wo: Cafe LUNA in Bad Rappenau 
Uhrzeit: ab 19:00 Uhr 


Was erwartet Euch?  
  • Vorstellung von aktuellen Buch-Neuheiten oder auch alten Schätzchen
  • heiße Diskussionen über Eure Tops und Flops und die absoluten „must reads“!
  • eine nette Runde Gleichgesinnter
  • gemütliche Atmosphäre im allseits beliebten LUNA-Cafe

Es freuen sich auf Euch
Alexandra, Corinna & Sebastian
Eine Kooperation der Buchhandlung Passepartout in Bad Rappenau und Alexandra vom Bücherkaffee
Location:
Cafe Luna in Bad Rappenau | Piaweg 6 |74906 Bad Rappenau
http://www.cafelunabar.de
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einfach vorbeikommen und Spaß haben!  





Rezension: Flügel aus Asche | Jaja Evert

Freitag, 24. Mai 2013 0 Kommentare

Flügel aus Asche
Autorin: Kaja Evert
Verlag: Knaur Verlag
Genre: High Fantasy
Empfohlenes Alter: ca. ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: Mai 2013
Ausstattung: Taschenbuch mit Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN13: 978-3-426-51196-1


Der Herrscher trennte Rashija vom Rest der Welt und machte sie zu einer Insel im Himmel, um alles fernzuhalten, was nicht mit seinen Vorstellungen übereinstimmt. Seit er an der Macht ist, gibt es nur noch seine Bilder, seine Gedanken, seine … Geschöpfe. Seite 41

Adeen der als Kind einer Himmelsgeborenen und eines Erdgeborenen ein Mischlingskind ist, trägt das schwere Los dieser Beziehung. Er muss als niederer Schreiber in der Akademie arbeiten und dort mit magischer Tinte die Zauber für die Magier des Herrschers von Rashija anfertigen. Er wird nur als Schreiber geduldet, sonst ist er nichts wert. Seine Haut ist schwärzer als die der anderen Schreiber und seine Augen so blau wie der Himmel. Sie, die Magier nennen ihn abschätzig Krähe.
Rashija, die fliegende Stadt landet alle 50 Jahre auf der Erde. Es herrschen Unterdrückung und das Volk der Stadt als auch die Völker der Erde leiden unter dem Regime des Herrschers.

Adeen merkt das etwas in ihm steckt. Er träumt vom Zeichnen, meist davon Flügel und Vögel zu zeichnen. Einmal lässt er sich dazu verleiten auf dem magischen Papier in der Akademie einen Flügel zu zeichnen Er füllt sich dabei so anders so frei. Allerding ist Kunst in Rashija streng verboten und der Magier Charral macht ihm das Leben schwer.

Adeens Ziehvater Rasmi lebt am Rande der Stadt und Adeen besucht ihn so oft es geht. Für ihn besorgt Adeen auch die Rakashwurzeln auf dem Markt, so dass Rasmi daraus blaue Farbe zum Malen herstellen kann.

Eines Abends lernt Adeen dort den Rebellen Nemiz kennen und schließt sich ihm und seinen Anhängern an. Das kämpfen hat er nie gelernt und ist ihm fremd. Bei einer nächtlichen Aktion wobei sie versuchen alte Artefakte und Bilder vor der Zerstörung durch die Magier des Herrschers zu retten, stirbt sein Ziehvater Rasmi und für Adeen bricht die Welt zusammen. War Rasmi es doch, der ihm immer zur Seite Stand und ihn auch immer ermutigte zu malen. Auch Adeen wird verletz, nicht zuletzt durch Charral. Talanna kommt ihm zu Hilfe. Sie ist die Verlobte von Charral und eine Draquerin. Ihre Haut ist Violett, ihre Haare rot und ihre Augen haben ein sattes gelb. Sie ist auch eine Rebellin. Doch können sie ihr wirklich vertrauen.

Eine abenteuerliche und gefährliche Reise beginnt. Nach und nach bemerkt Adeen etwas in ihm. Etwas das sein Leben total verändert. Er hat Magie in sich. Doch warum, er ist doch nur ein kleiner Schreiber.

Talanna hilft ihm mit dieser neuen Erkenntnis umzugehen und fertig zu werden. Er, nur er allein kann den Aschevogel beschwören und das rettet ihm vorerst das Leben.
Zusammen mit den Rebellen versucht Adeen zur Insel Gabtha zukommen. Diese ist eine von vielen kleinen Inseln die durch Ketten und Brücken mit der fliegenden Stadt verbunden ist Von dort aus versuchen sie auf die Erde zu kommen wenn die fliegende Stadt ihr nahe ist. Eine Landung der Stadt steht bevor und der Herrscher von Rashija will weitere Völker und Stämme der Erde unterdrücken und seine Macht spielen lassen. Die Erdkriecher sollen vor ihm zittern.
Kann Adeen Talanna trauen. Schaffen sie es, die fliegende Insel zu verlassen. Der bittere Kampf um die Freiheit beginnt und auch eine kleine Romanze ist nicht weit.

Das Cover passt perfekt zur Geschichte. Der Flügel aus Asche, die fliegende Stadt Rashija. Das Cover ruft praktisch nach uns Lesern. Auch das innere der Klappenbroschur ist wundervoll und nimmt die Farben und Zeichnungen vom Cover auf. Geschrieben ist es in der Erzählform mit Gedankengängen von Adeen und die seines Inneren, des Aschevogels. Jede Figur, jeden Charakter kann ich mir sehr gut vorstellen. Von der ersten Seite an lief der Film der Geschichte mit. Auch die Actionszenen brannten sich gut ein. Es hat mich in einen Bann gezogen und mich nicht mehr losgelassen. Der Autorin ist ein klasse Debüt gelungen. Klasse erzählt in einem rasanten Tempo. High Fantasy mal ohne Elfen, Gnome und Zwerge – das gefällt mir auch. Eine fliegende Stadt die nur alle 50 Jahre landet und sonst unabhängig ist. Aber dennoch müssen sowohl die Bewohner der fliegenden Stadt als auch die Erdkriecher unter der Herrschaft leiden. Faszinierend, dieses Buch ist ein Muss für jeden Fantasy Fan.

Persönliches Fazit:

Mein erster Gedanke, nachdem ich die Geschichte von Adeen und Talanna nun kenne, ist: „448 Seiten High Fantasy vom Feinsten“. Kaja Evert hat es geschafft, ein sehr ergreifendes und spannendes Buch zu schreiben. Packend und detailliert vom Anfang bis zum Ende. Keine Umschweife am Anfang wie man es bei vielen anderen Fantasy Büchern gewohnt ist. Nein, von der ersten Seite an ist man mitten drin. Dieses Buch schreit förmlich nach einer Verfilmung. Obwohl dieser Film bereits gut in meinem Kopf ablief. Ich hoffe man hört bald, sehr bald wieder von Kaja Evert.

© Rezension: 2013, Susa

[susa]

Kinderbuch-Rezension {Alexandra} - Tohu Wabohu. Nix für müde Krieger

Donnerstag, 23. Mai 2013 2 Kommentare


Tohu Wabohu 1
Nix für müde Krieger
Autorin: Antje Szillat

Verlag: cbj Verlag
Genre: Kinderbuch, Abenteuer, Comic-Roman
Bilder: von Susanne Göhlich
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Erscheinungsjahr: 13. Mai 2013
Ausstattung: Gebundenes Buch, Pappband, 160 Seiten
ISBN13: 978-3-570-15683-4
Preis Printausgabe: € 9,99 [D]
Preis eBook: € 8,99 [D]

eBook: KLICK
Leseprobe: KLICK
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Tohu Wabohu und sein allerbester Freund Matschi erobern den Wilden Westen!

Ein kleiner Einblick (cbt Verlag):
Tohu, Halbindianer, Schlüsselkind und Sohn getrennt lebender Eltern, hat's nicht immer leicht. Erst recht nicht, seit er dem berühmtesten Sheriff des Wilden Westens und dessen indianischem Fährtenleser Müder Krieger ständig aus wahnsinns-super-extrem-lebensgefährlichen Situationen befreien muss. Die beiden Ordnungshüter sind nämlich lange nicht so schlau wie alle denken und ohne die geheimen Drahtzieher Tohu und Zwergpony Matschi, würden die beiden ganz schön alt aussehen!
"Das ist doch tatsächlich Bill Creek, genannt Schielender Coyote ... Und ein verdammt guter Kumpel vom Limopanscher Buster Cooper!" (S. 65)
Verflixter Trickser!

Meine Gedanken zu dem Buch:

Als ich hörte, dass die Kinder- und Jugendbuchautorin Antje Szillat in diesem Frühjahr einen neuen Comic-Roman veröffentlichen würde, war mir sofort klar - den muss ich lesen!
Bisher wurde ich noch von keinem ihrer Bücher, die ich gelesen habe, enttäuscht und alleine die Vorschau auf das Bauch zauberte mir schon ein Lächeln aufs Gesicht. Schon das Cover sorgt schon für gute Laune, oder?
Als ich dann das Buch aufschlug, entdeckte ich gleich in passender Wild-West-Manier Steckbriefe aller wichtiger Personen (und Tiere) dieses Buches - ganz zuvorderst natürlich die Steckbriefe des kleinen neunjährigen Halbindianer und Helden "Tohu Wabohu" und seinem besten Freund "Matchsquathi Tebethto", kurz Matschi genannt. Matschi ist ein Zwergpony, dass Tohu von seinem Vater, dem Häuptling Tanzende Hammerzehe , geschenkt bekommen hat. Und obwohl sich Matschi am allerliebsten in jedem Matschloch suhlt und wälzt, sind die beiden einfach unzertrennlich. Ganz anders Tohu's Eltern, die nämlich geschieden sind, weswegen Tohu unter gleich doppeltem Wild-West-Schicksal leidet: Halbindianer und Scheidungskind!
Tohu lebt mit seiner Bleichgesicht-Mutter in Summit Spring, aber jedes zweite Wochenende und die Ferien verbringt er bei seinem Vater im Indianerdorf Wabohu.
Als Tohu sich gerade mal wieder überlegt, ob er nun später einmal ein Indianerhäuptling wie sein Dad werden soll oder doch lieber ein bleichgesichtiger Westernheld, steht er plötzlich vor einem fremden Cowboy. Und ab diesem Moment schlittert Tohu in die bisher größte Wild-West-Nummer seines Lebens! Aufregung pur!

Antje Szillat hat es geschafft, diesem Abenteuer viel Leben einzuhauchen, indem sie Tohu seine eigene Geschichte erzählen lässt. Und was dem neunjährigen Burschen so durch den Kopf geht, ist einfach zum schießen und totlachen - definitiv nicht nur für Kinder, auch Erwachsene haben hier ehrliche Freude, wie ich nur bestätigen kann. Ich habe herzlich Tränen gelacht. Die total süssen und lustigen Comic-Zeichungen tragen hier natürlich auch ihr Übriges dazu bei!
Und durch diesen lustigen und auch etwas kindlich-umgangssprachlichen Erzählstil lädt dieses Buch auch toll zum Vorlesen ein.

Die Autorin hat es nicht versäumt, auch aktuelle Themen mit einzubinden und unterschwellige Botschaften an die kleinen Leser weiterzugeben. Ganz besonders hervorgehoben ist die Bedeutung und die Wichtigkeit der Freundschaft (Tohu und Matschi), die Hilfsbereitschaft (Tohu und Müder Krieger) und der Sinn für Gerechtigkeit und Ehrlichkeit.
Erwähnen möchte ich auch ein weiteres tolles Detail, denn Antje Szillat hat, um den amerikanischen Wildwest-Flair noch zu unterstützen, einige typische englische Begriffe eingearbeitet, deren Übersetzung natürlich gleich mit ausgegeben ist. Eine tolle Idee!
"Ein wahrer Held ist nicht derjenige, der die Lorbeeren für seine Taten entgegennimmt. Ein wahrer Held ist derjenige, der innerlich weise und großzügig ist."
* Weisheit des großen Wabohu-Häuptlings Tanzende Hammerzehe

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

"Tohu Wabohu. Nix für müde Krieger" ist ein absolut gelungener, sehr sehr lustiger Auftakt einer neuen Comic-Roman-Reihe, die mich von der ersten Seite an begeisterte und mich Tränen lachen ließ . Dieses Buch lässt Kinderherzen kleiner Abenteurer definitiv höher schlagen. Durch die tollen Comic-Zeichnungen wird das Geschriebene schön aufgelockert und Kinder werden das Buch daher sicher nicht aus der Hand legen wollen. Auch ich musste es unbedingt noch am gleichen Tag fertig lesen und jedesmal, wenn ich nun das Cover anschaue, muss ich lächeln :-) Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Übrigens eignet sich dieses Buch auch hervorragend zum Vorlesen.
Ich kann diese schöne Wild-West-Story für kleine Abenteurer und Leseratten uneingeschränkt empfehlen -  ein tolles Buch, Howgh!
Großes-Halb-Wabohu-Indianer-Ehrenwort!


© Rezension: Alexandra Zylenas


Über die Autorin:

Antje Szillat wurde in der Nähe von Hannover geboren und hat schon als kleines Mädchen beschlossen, später einmal entweder Pferdebursche, Springreiterin oder Schriftstellerin zu werden. Inzwischen hat sie zahlreiche Bücher für junge Leser veröffentlicht, und wenn sie nicht gerade schreibt, dann reitet sie auf ihrer Stute Peggi durch die Prärie Norddeutschlands oder feilt an ihrer Lassowurftechnik.


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website cbj Verlag / Randomhouse, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Antje Szillat

Rezension: Über ein Mädchen

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Über ein Mädchen
Autorin: Joanne Horniman

Verlag: Carlsen Verlag
Originaltitel: About A Girl
Aus dem Englischen übersetzt von: Brigitte Jakobeit
Genre: Jugendbuch Roman
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Erscheinungsjahr: 2013
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag, 224 Seiten
ISBN13: 978-3-551-58271-3

Eine unsterbliche, romantische Liebesgeschichte über zwei junge Menschen, die noch ihren Platz in der Welt suchen - schön wie ein Gemälde.

Ein kleiner Einblick:
Anna ist schüchtern und einsam – bis sie Flynn trifft, zuerst mit Gitarre auf der Bühne, dann im Café, dann mit vollen Einkaufstaschen auf der Straße. Beide fühlen sich unwiderstehlich zueinander hingezogen. Zusammen zeichnen sie, essen Bananenkuchen, träumen, baden, lachen – und lieben sich. Doch auch zwischen Liebenden gibt es Geheimnisse …

"Das also war damals mein Leben: die Wohnung, die Arbeit und einsame Salatsandwiches.Und dann, wie gesagt, begegnete mir Flynn."Seite 28

 Meine Gedanken zu dem Buch:
Als ich dieses Buch mit dem überaus ansprechenden Cover sah, war ich umgehend in den Bann gezogen und neugierig, um was es geht und was der Inhalt bieten würde. Der Klappentext machte mich noch neugieriger, da ich diesem nicht so recht entnehmen konnte, wo diese Geschichte hinführen wird. Und so beschloss ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, dass ich herausfinden muss, was es "über ein Mädchen" zu erzählen gibt.
Und nun, nachdem ich es zu Ende gelesen habe, muss ich einfach sagen: ich bin begeistert! Gerade mal 224 locker beschriebene Seiten umfasst dieses Jugendbuch, doch diese sind so voll erzählerischer Schönheit, dass ich es trotz der Kürze sehr zufrieden zuschlug. Erzählt wird die Geschichte von der neunzehnjährigen Anna, einer jungen, sehr zurückgezogen lebenden Buchhändlerin, die auf der großen Suche nach ihrem ganz persönlichem Platz im Leben ist. Anna weiß, dass sie anders ist, das hat sie schon früh herausgefunden. Doch sie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll.

„Doch schon seit meiner Kindheit hatte ich mich als Eindringling gesehen, eine Fremde, die von irgendwoher gekommen war und sich in die Familie eingeschmuggelt hatte. Eines Tages würden sie herausfinden, wer ich wirklich war."Seite 85

Weit weg von ihrer Familie lebt sie in ihrer spartanisch eingerichteten Wohnung vor sich hin - bis sie plötzlich eines Tages Flynn begegnet. Flynn übt eine solche Anziehungskraft auf Anna aus, dass sie fast nicht mehr klar denken kann. Ihre Gedanken Kreisen nur um diese hübsche junge Frau, und wie es das Schicksal will, laufen sich die beiden immer wieder über den Weg.

Sie knüpfen zarte freundschaftliche Bände, trinken gemeinsam Tee und reden - und kommen sich Schritt für Schritt näher. Doch der Alltag ist nicht immer einfach zu meistern und oft sind es die eigenen Gedanken, die dem Glück im Wege steht. Eine Achterbahn der ungekannten Gefühle und Emotionen ergreift die beiden und Entscheidungen müssen getroffen werden.

Joanne Horniman konzentriert sich völlig auf die Gestaltung der beiden Hauptcharaktere Anna und Flynn. Andere Personen kommen zwar zu Wort, aber ihre Charaktere bleiben blass. Dies ist meines Erachtens so gewollt und auch gelungen, denn das Spotlight wird so komplett auf die beiden geworfen, sie bekommen die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers. Die Autorin schafft es, dieser Erzählung eine ungewöhnlich schlichte und doch so elegante Note zu verpassen, den Leser mit wenigen Worten nachdenklich zu stimmen und zu berühren. Der Schreibstil - mal frech, mal melancholisch, mal voller wunderbarer Poesie - ist in meinen Augen sehr gelungen. Nur mit der Altersangabe kann ich mich nicht besonders anfreunden. Das Buch ist für Leser ab vierzehn Jahren geeignet, aber aufgrund des Schreibstils würde ich hier eine höhere Altersstufe wählen. Meines Erachtens könnte dies auf so junge Leser etwas ermüdend und langweilig wirken.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit
 "Über ein Mädchen" ist ein ruhiges Buch, dass durch seinen besonderen und auch anspruchsvollen Schreibstil trumpfen kann. Die Protagonisten durchleben eine Achterbahn der Gefühle, die für beide neu und fremd, aber zugleich aufregend und prickelnd sind. Ich habe mich hier mitreißen lassen auf eine ganz Stille Art und Weise, mich berühren lassen und habe mir Gedanken über diese beiden jungen Frauen gemacht. Dieses Buch hat mich entschleunigt, hat mich auf eine besondere Art unterhalten und begeistert. Eine klare Leseempfehlung!

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas

[alexandra]

Rezension {Alexandra} - Julie weiß, wo die Liebe wohnt

Dienstag, 21. Mai 2013 2 Kommentare


Julie weiß, wo die Liebe wohnt
Autor: Gilles Legardinier

Verlag: Goldmann Verlag
Originaltitel: Demain j`arrête
Aus dem Französischen übersetzt von: Karin Ehrhardt
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2013
Ausstattung: Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN13: 978-3-442-47900-9
Preis Printausgabe: € 8,99 [D]
Preis eBook: € [D]

eBook: KLICK
Leseprobe: KLICK
"Das wahre Wunder, das ist nicht das Leben.
Das Leben gibt es überall, es wimmelt nur so davon. Das wahre Wunder, Julie, das ist die Liebe."
Seite 122

Ein kleiner Einblick:
Julie Tournelle ist mit ihren achtundzwanzig Jahren kurz vor dem Durchdrehen. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt, der nicht gut für sie war und doch trauert sie ihm hinterher. Für ihn hatte sie ihr Studium aufgegeben und einen Job in der Bank angenommen, der sie aber in keiner Weise erfüllt.
Nach einem mehrtägigen Besuch bei ihrer Schwester kommt Julie wieder in ihrem kleinen Heimatstädtchen an und merkt, wie augenblicklich wieder Ruhe in sie einkehrt. Sie ist wieder Zuhause - Zuhause in einem kleinen französischen Stadtteil, in dem jeder jeden kennt. Julie ist hier aufgewachsen, und hier fühlt sie sich geborgen, denn schon als kleines Kind kaufte sie ihre Croissants bei der gleichen Bäckerin Madame Bergerot. Hier hat sie ihre Bezugspunkte, hier fühlt sie sich wohl.
Als sie ihre Haustüre ausschließt und zur Briefkastenanlage geht, fällt ihr etwas neues auf. Ein neuer Name - Julie hat einen neuen Nachbarn bekommen, in dessen Namenschild sie sich fast augenblicklich verliebt. Ricardo Patatras!
Um Julie ist es geschehen und ihre Welt stürzt unweigerlich in ein Riesen Julie-Chaos. Schulmädchengleich spioniert sie diesem mysteriösen Nachbarn hinterher, möchte wissen, wer hinter solch einem Namen steckt - und endet prompt mit der Hand eingeklemmt in dessen Briefkasten. Dummerweise taucht Ricardo in diesem Moment auf. Doch statt wütend zu sein, befreit er sie aus ihrer misslichen Lage und bietet ihr sogar an, gemeinsam Joggen zu gehen. Die unsportliche Julie gibt sich prompt als begeisterte Läuferin aus und das personifizierte Chaos nimmt seinen Lauf ...
"Man glaubt seine Umgebung zu kennen, und doch braucht sich manchmal nur eine Kleinigkeit zu ändern, und man merkt gar nicht, daß das ganze Leben mit einem Mal umgekrempelt wird.
Und so was sieht man nie kommen."
Seite 20

Meine Gedanken zu dem Buch:
Dem französischen Autor Gilles Legardinier ist mit dieser romantischen Komödie um die zauberhafte und liebenswert-chaotische Julie ein wirklich begeisterndes Werk gelungen.
Auf äußerst amüsante und auch immer wieder ironische Weise schildert Julie, die ihre Geschichte selbst in der ich-Perspektive erzählt, die quasi dämlichste Sache, die sie in ihrem recht verrückten Leben angestellt hatte.
Sich in ein Namensschild zu verlieben, das passiert auch ausgerechnet Julie. Aber es ist einfach ein herzlich chaotisches Abenteuer, dass mit diesem banalen Namensschild seinen Lauf nimmt. Julie ist in ihrer Charakteristik sehr gelungen dargestellt und ich konnte mich in einigen Dingen fast augenblicklich mit ihr identifizieren, sprich, sie erscheint sehr authentisch. Ein Mädchen von nebenan, mit Ecken und Kanten und mit einer unglaublich liebenswerten Art, die sofort einnimmt. Ich mochte sie fast augenblicklich und sie brachte mich wirklich zum lachen.
Trotz des großartigen Humors, den dieser Roman zu bieten hat, erwartete mich auch wunderschöne Momente voller Wärme, voller interessanter Gedanken, die schon fast philosophisch erscheinen. Freundschaft, Respekt, Familie, Heimatverbundenheit - alles Werte, die in dieser Geschichte aufgegriffen werden und auf mich in ganz besonderer Weise wirkten. Die französische Kulisse bietet zudem einen ganz besonderen Flair, der begeistert. Gerne wollte ich mal einen Tag durch diese familiäre Strasse wandern, in der Julie lebt und natürlich ein frischen Croissant in besagter Bäckerei essen, denn die Stimmung der verschiedenen Menschen mit ihren individuellen Sorgen und Freuden überträgt sich und man spürt fast den Reiz der Gegend, der so sehr auf Julie einwirkt.
Und was ihre aufkeimende Liebesgeschichte betrifft - da möchte ich nichts verraten...eine sehr romantische Lesefreude!
"Männer sind dämlich und Frauen sind verrückt, aber wenn sie aufeinandertreffen, geschehen manchmal die wunderschönsten Dinge."
Seite 379 

 Kurz & gut - mein persönliches Fazit
"Julie weiß, wo die Liebe wohnt" - das tut sie in der Tat! Und sie hat mich mitgenommen an diesen Ort und mich wirklich begeistert zurückgelassen.
Ein toller romantischer Roman mit einem wunderbar französischen Flair, dem es auch gewiss nicht an Humor fehlt. Julies spritzige und auch immer wieder sehr selbstironische Art gefiel mir sehr gut und ich freute mich sehr, dass dieses Buch sich neben dem Humor auch mit etwas tiefsinnigeren Gedanken beschäftigte und somit eine gute Mischung geboten hat.
Ich habe mich rundum wohl gefühlt und gebe daher eine klare Leseempfehlung.

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas


Über den Autor:
Gilles Legardinier wurde 1965 in Paris geboren und arbeitete lange Jahre in der Kinobranche. Mit seiner ersten Romantischen Komödie um die zauberhafte Julie feierte er in Frankreich einen sensationellen Erfolg und sorgte auch international für Begeisterung. Kein Wunder, denn mit Julie Tournelle ist ihm die perfekte Mischung aus Brigdet Jones und Amélie Poulain gelungen. Legardinier zählt laut L’Express zu den 20 meistgelesenen Autoren 2012 in Frankreich und außerdem hat er eine beinahe beängstigende Kenntnis der weiblichen Seele, denn „man muss sich einfach fragen, woher Monsieur Legardinier die Frauen so gut kennt. Es ist, als könne er meine Gedanken lesen. Wie zum Teufel macht er das?" Plume libre


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Goldmann Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Gilles Legardinier

{gesucht & gefunden} Buchbindekunst für Zuhause

Montag, 20. Mai 2013 2 Kommentare

Kunsthandwerkermarkt Bad Rappenau
Flyer 2013

Ich habe Euch kürzlich schon bei Facebook meine Schätze präsentiert, die ich auf dem diesjährigen Bad Rappenauer Kunsthandwerkermarkt gefunden habe. 
Heute möchte ich Euch diese auch hier im Bücherkaffee präsentieren, zumal einige von Euch Interesse daran hatten, mit der Herstellerin der schönen Dinge Kontakt aufzunehmen.


Wasserschloss Bad RappenauSeit 2009 findet dieser Markt nun schon jeweils am 2. Mai-Wochenende statt. Das Wasserschloss aus dem 17. Jahrhundert bietet dafür natürlich eine wundervolle Kulisse. Im Schloss selbst und auch im Hof präsentieren die Künstler ihre Schätze und für das leibliche Wohl ist auch immer bestens gesorgt. 
Organisator des Marktes: Schreinerei Roland Löffler - KLICK
Ich liebe es, über Kunsthandwerkermärkte zu schlendern, denn ich mag diese vielfältige Kreativität, die dort angeboten wird. Liebevoll hergestellte Dinge aus den verschiedensten Materialien, die den Alltag verschönern und mir immer wieder das Herz aufgehen lassen.

In diesem Jahr war das Wetter doch sehr wechselhaft, aber es hinderte mich dann doch nicht daran, dem Markt einen ausgiebigen Besuch abzustatten. 
Im Schloss bin ich dann auf den tollen Stand von Anita Kaufmann aufmerksam geworden.
Die Künstlerin hat das Buchbinderhandwerk gelernt und fertigt wunderschöne Designer-Schachteln aller Größen und Arten an - alle hochwertig verarbeitet und gebunden!
Zudem fand ich dort wunderschöne Accessoires, die Buchliebhabern natürlich das Herz aufgehen lassen: Lesezeichen mit Mini-Büchern daran, mit Leinen gebunden und vieles mehr ... und etwas ganz Besonderes - diese wundervollen Buchanhänger, nach Buchbinderart gebunden! diese Anhänger kann man zudem toll zu Schmuck verarbeiten. 
Ganz klar, dass ich diese Schätze mit nach Hause nehmen musste, oder?!? :)


Viele Leser haben mich mittlerweile gefragt, wo und wie man an diese tollen Buchanhänger kommen kann. 
Ich habe nun nochmals mit Frau Kaufmann Kontakt aufgenommen und sie hat mir nun einige Bilder gesendet, auf der Ihr sehen könnt, welche Schätze momentan noch verfügbar sind. Schachteln aller Art können natürlich jederzeit im Webshop bestellt werden, die Anhänger könnt Ihr direkt per Mail oder natürlich auch telefonisch bestellen. Sie hat der Übersicht halber Nummern zu den Anhängern notiert, die ihr bei der Bestellung angeben könnt.
Die Buch-Anhänger kosten 8,50 € und sind ca. 3 x 2 cm groß und nach Buchbinderart gebunden.
Alle Bücher können auch zu Schmuck umgearbeitet werden (siehe 3. Bild)
Nehmt gerne mit Frau Kaufmann Kontakt auf, wenn Euch etwas interessiert, Ihr etwas davon kaufen möchtet oder Ihr Fragen habt.
Mail: a.k@designer-schachteln.de
Selbstverständlich fertigt Frau Kaufmann auch alles individuell auf Wunsch an - in eurem Wunsch-Design! Anruf genügt :)


Designer-Schachteln
Anita Kaufmann
im Schänzle 4
74906 Bad Rappenau

Tel.: 07066-8999
Fax: 07066-910 331







Ich bin völlig angetan von der Qualität der Schachteln und habe mir prompt noch eine dieser Buch-Schachteln reserviert. Großes Lob an Frau Kaufmann für diese schönen Arbeiten.
... und Schmuck werde ich mir als definitiv als Nächstes machen lassen - den könnt ihr dann auf der nächsten Buchmesse sehen, da werde ich diesen dann tragen :)

Alexandra


Bildquelle Wasserschloss Bad Rappenau + Logo Kunsthandwerkermarkt:
©
http://schreiner-loeffler.de/feines-handwerk-kunst-und-genuss.html

Produktbilder: 
© Anita Kaufmann / www.designer-schachteln.de

Backbuch-Rezension || Backschätze. Rezepte für die Seele

Mittwoch, 15. Mai 2013 1 Kommentar

Leckeres aus Omas Schatzkiste

Ein Blick in die Buchbeschreibung:


Unsere schönsten Kindheitserinnerungen sind ganz eindeutig - süß: Denn nichts hat uns schneller vom spannendsten Spiel weggelockt als der unwiderstehliche Duft, den Rosinenschnecken, Zitronenkuchen oder Nusskranz verströmten, wenn sie aus dem Ofen kamen. Frisch gebackene Leckereien wie diese ziehen uns auch heute noch magisch an, weil sie uns ein heimeliges Gefühl der Geborgenheit geben, das wir mitunter einfach brauchen. Grund genug, sie in Backschätze alle zu versammeln, die Lieblingsrezepte von früher und heute: Über 80 süße und herzhafte Leckereien aus dem Backofen, die unsere Augen leuchten lassen wie damals.




Rezension {Alexandra} - Sternenseelen 1. Wenn die Nacht beginnt

Dienstag, 14. Mai 2013 3 Kommentare


Sternenseelen 1
Wenn die Nacht beginnt
Autorin: Kerstin Pflieger

Verlag: Goldmann Verlag
Genre: Jugendbuch Fantasy
Empfohlenes Alter: ca. ab 13/14 Jahren (keine Verlagsangabe)
Erscheinungsdatum: 15. April 2013
Ausstattung: Taschenbuch, Klappenbroschur, 416 Seiten
ISBN13: 978-3-442-47707-4
Preis Printausgabe: € 12,99 [D]
Preis eBook: € 9,99 [D]

eBook: KLICK
Leseprobe: KLICK
Wenn die Nacht beginnt, erwacht sein wahres Ich, und sie erkennt in ihm ihre große Liebe ...


Ein kleiner Einblick:
Lilly ist ziemlich verstimmt: Wie schon so oft ziehen sie und ihre Mutter mal wieder um, und Lilly ärgert das, weil es ihr in Stuttgart endlich einmal gefallen hat. In ein kleines Dorf nahe Heidelberg soll es gehen, denn dort möchte ihre Mutter mit ihrem neuen Freund zusammenziehen. Umzüge gehören seit dem Tod ihres Vaters quasi zum Familienalltag, aber diesmal sei es ernst, meinte ihre Mutter.
Einen Lichtblick gibt es jedoch, denn sie bekommt nun einen älteren Stiefbruder! Samuel sieht nicht nur gut aus, sondern er macht ihr auch den Neubeginn etwas leichter und ist nett zu ihr. Auf ihrer neuen Schule findet Lilly überraschend schnell Anschluss und vor allem ihr Mitschüler Raphael hat es ihr angetan. Doch irgend etwas ist komisch an ihm, denkt sie sich. Er ist sehr abweisend und die Augen sind so kalt.
Um ihre neu geschlossenen Freundschaften zu vertiefen, geht Lilly abends auf eine Party und ist fasziniert davon, wie liebevoll und freundlich Raphael an diesem Abend plötzlich zu ihr sein kann. Ganz anders als noch Morgens in der Schule. Als sie sich zusammen mit ihrem Stiefbruder Samuel auf dem Heimweg macht, passiert etwas Furchtbares: Samuel wird von einem heranrasenden Auto erfasst!
Dieser Moment ändert Lillys Leben von Grund auf. Es passieren Dinge, die sie nie für möglich gehalten hätte und sie zweifelt fast an ihrem Verstand, als sie auf ein unglaubliches Geheimnis stößt, das auch Raphael betrifft...
"Ich habe nie darüber nachgedacht, ob ich eine Seele besitze. Ich atme, ich sehe, ich denke - das hat mir immer genügt.
Nun, da ich die Antwort kenne, stehe ich vor der Wahl, meine Seele zu opfern oder meine Liebe zu verlieren.
Kann man ohne Seele lieben?"
Aus dem Prolog, Seite 7

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die Heilbronner Autorin Kerstin Pflieger, die erst im vergangenen Jahr für ihren Jugendroman "Die Alchemie der Unsterblichkeit" in der Kategorie "Bestes deutschsprachiges Romandebüt" mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet wurde, präsentiert nun mit diesem Band "Sternenseelen 1. Wenn die Nacht beginnt" den ersten Band einer neuen, vielversprechenden Jugendbuch-Fantasy-Reihe.
Für den Schauplatz ihrer Geschichte reist die Autorin nicht in die weite Welt, sondern begibt sich heimatnah in den Odenwald, nahe dem schönen Heidelberg. Da ich selbst in der Nähe lebe, gefällt dies mir persönlich sehr gut. Es muss nicht immer alles im großen, fernen Amerika spielen. Manchmal verleiht es meiner Meinung nach dem Geschehen mehr Authentizität, wenn man ein genaueres Bild vom Schauplatz des Geschehens hat.
Für den Einstieg in die Geschichte, die aus Lillys Sicht in der dritten Person erzählt wird, lässt sich Kerstin Pflieger Zeit, sie lässt es ruhig angehen und gibt etwas ausschweifend Einblick in die Lebensumstände der Protagonistin. Ich selbst empfinde dies keineswegs zu ermüdend, im Gegenteil, ich mag diese ausführlichere Vorbereitung, zumal ich weiß, dass dies eine Reihe ist und noch viel folgen wird, dass vielleicht auf diesen Informationen aufbaut. Für die jugendliche Zielgruppe allerdings kann es jedoch schon etwa anstrengend sein und es besteht die Gefahr, dass der oder die Leserin das Buch zur Seite legt. Aber es sei gesagt - Durchhalten lohnt!
Die Story baut sich langsam auf, gewinnt aber seit Samuels Unfall stark an Fahrt und besonders das letzte Drittel ist sehr Temporeich und die Geschehnisse ziehen einen wahrlich in den Bann. Die Fantasy-Aspekte gefallen mir gut. Auch wenn der Grundstock der Geschichte eher schon bekanntem Schemata folgt, so sind doch die Figuren - die Sternenseelen und Sternendämonen - toll ausgedacht und ausgearbeitet.
Der romantische Part der Geschichte trägt meines Erachtens etwas zu sehr auf, es entwickelt sich einfach zu schnell, etwas zu kitschig und aus Lillys Sicht auch eher etwas unglaubwürdig. Sie zieht mir da doch ein bisschen zu sehr die rosarote Brille auf.
Aber andererseits übt sie sich ja auch recht gut im Verdrängen.
"Sie wusste, dass sie früher oder später die Seifenblase ihrer vorgegaukelten heilen Welt platzen lassen musste, dass sie nicht für immer so tun konnte, als würden diese schrecklichen Dinge nicht geschehen."
Seite 206
Der Schreibstil ist der Autorin sehr gut gelungen. Hier hat sie sich der Zielgruppe sehr gut angepasst und alles etwas jugendsprachlicher gehalten, ohne jedoch flapsig zu erscheinen. Die Kapitel sind schön kurz gehalten, was das Buch schön übersichtlich macht und problemlos Lesepausen zulässt.
Zur Story selbst möchte ich nichts mehr sagen, denn dies würde die Spannung rauben. Jedes weitere Wort über den Inhalt wäre zu viel verraten.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Nachdem ich dieses Buch gelesen und zugeschlagen habe, habe ich erst einmal eine ganze Weile über das Gelesene nachgedacht, bis ich nun diese Rezension schrieb. Vieles ist mir nochmal durch den Kopf gegangen, über diverse Unstimmigkeiten habe ich nochmals nachgedacht und vor allem habe ich versucht, mich in die jugendliche Zielgruppe hineinzuversetzen.
Mit persönlich hat Sternenseelen 1 trotz der oben genannten Punkte im Gesamtpaket sehr gut gefallen. Bücher dieser Art gehören für mich zur Entspannungslektüre und hierbei muss für mich schlichtweg das Gesamtpaket stimmen. Und es passte einfach! Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und vor allem das letzte Drittel der Story hat mich gepackt - definitiv werde ich auch den nächsten Band lesen, der im November erscheinen soll.
Da mich persönlich auch der langsame Einstieg überhaupt nicht störte, kann ich mit gutem Gewissen 4 Kaffeebohnen vergeben.
© Rezension: Alexandra Zylenas


Über die Autorin:

Kerstin Pflieger lernte schon früh durch Reisen an die Küsten Europas, Afrikas und Asiens unterschiedliche Kulturen und Denkweisen kennen und entdeckte so auch ihre Liebe zum Schreiben. Nach dem Abitur studierte sie Biologie in Heidelberg und arbeitet unter anderem für ein Institut zur biologischen Stechmückenbekämpfung. Für ihren Roman »Die Alchemie der Unsterblichkeit« wurde sie in der Kategorie »Bestes deutschsprachiges Debut« mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Kerstin Pflieger lebt mit ihren Hunden im Landkreis Heilbronn.
www.kerstin-pflieger.net

Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Goldmann Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Kerstin Pflieger

Rezension {Susa} - Aussicht auf Sternschnuppen

Sonntag, 12. Mai 2013 2 Kommentare

Autorin: Katrin Koppold
Verlag: Aureolus Verlag (2013)
Genre: Belletristik, Liebesroman
Empfohlenes Alter: ca. ab 16 Jahre
Erscheinungsdatum: 29. November 2012 als
Kindle Edition und 2013 als Printausgabe
Ausstattung: 
Createspace-Taschenbuch, 298 Seiten
ISBN13:
978-3000404177
Preis Printausgabe: € 9,95 [D]
Preis eBook: € 2,99 [D]

eBook: KLICK
Leseprobe: KLICK
website. KLICK 
Ein weiser Mann hat einmal gesagt, wenn du an eine Weggabelung kommst, geh´ einfach drauf los.
(Zitat aus dem Film „360“)
Seite 5

Ein kleiner Einblick:

Helga ist Mitte dreißig und lebt mit ihrem Freund Giuseppe in München. Da sie ziemlich hochgewachsen ist, dachte sie als Kind immer irgendwie nicht zu ihrer Familie zu gehören, doch eine Geburtsurkunde bestätigte das Gegenteil, sie ist eine von vier Töchtern ihrer Eltern. Helga, Felicitas - genannt Fee, Lilly und Mia könnten unterschiedlicher nicht sein.
Mit Giuseppe läuft es seit langem eher schlecht als recht
Und dann entdeckt Helga die sms „Caro, non vedo lóra die rivedeti. Angela”
Seite 7
Was dank des Volkhochschulkurses italienisch I, den Helga kürzlich belegte, so viel heißt wie „Liebster, ich kann es kaum erwarten, dich wieder zusehen, Angela“. Natürlich ist Helga auf 180“ stellt ihren Freund jedoch nicht zur Rede. Sie vertraut sich Fee an und schüttet ihr ihr Herz aus. Als Giuseppe dann für ein paar Tage geschäftlich nach Italien reist, ist Helgas Misstrauen geweckt und sie beschließt ihm hinterher zufliegen.
Wegen einer Aschewolke sind alle Flüge jedoch gestrichen und Helga sieht am Flughafen gerade noch wie ihr Freund mit einer aufreizenden jungen Dame und einer älteren Frau in einen Mietwagen steigt. Was hat das alles auf sich? Helga beschließt sich ebenfalls einen Mietwagen zu besorgen und ein Smart wäre noch mietbar, jedoch hat ein junger Mann, namens Nils bereits seine Ansprüche darauf gestellt.
Mein Gott, wie kindisch! Ich stritt mich mit dem Fremden herum als wären wir Kleinkinder. Ich war erster! Nein, ich war erster! Das ist mein Auto!
Seite 33
Schließlich teilen sie sich dann aber doch das Fahrzeug und die Reise nach Italien kann beginnen. Natürlich ist Helga alles andere als begeistert und auch ihr Mitfahren sieht der ganzen Sache nicht gerade entspannt entgegen. Es kommt zu dem einen oder anderen Streit und die Fahrt sprüht vor Witz und der einen oder anderen Zankerei.
Nils ist Schauspieler, was Helga zum einen völlig egal ist und zum anderen konnte sie das ja nicht wissen da sie seit zwei Jahren keinen Fernseher besitzt.
Bei einem Zwischenstopp in Verona müssen sie dann übernachten und Helga sieht von weitem Guiseppe, wieder mit der aufreizenden Dame. Eine turbulente und auch wunderschöne Sternennacht bricht an.
Was geschieht mit Guiseppe und Helga? Wer ist die aufreizende Begleitung? Was ist mit Helga und Nils? Klärt sich alles auf.
Und wer ist Angela?

Meine Gedanken zu dem Buch:

Das Cover ist zwar recht einfach gestaltet aber dadurch umso ausdrucksstärker und einladend. Geschrieben ist die Geschichte um Helga, Guiseppe, Nils und den anderen in der Erzählform. Helga erzählt ihre Geschichte auf eine einzigartige Weise und man ist mittendrinn und voll dabei. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht diese Geschichte zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und das Buch liest sich unheimlich schnell, da es sehr flüssig geschrieben ist.
Mein persönliches Fazit: Dieses Debütwerk der Autorin Katrin Koppold ist der Hammer. Es sprüht vor Witz und Liebe. Es regt aber auch zum Nachdenken an. Man sollte wirklich innehalten und überlegen, ob der Weg den man gerade geht oder das Ziel das man vor Augen hat das richtige ist. Man sollte der Intuition einfach mal folgen und das machen was das Herz sagt. Veränderungen sind nicht leicht aber bereuen wird man sie nicht immer. Oftmals ist es sehr gut seine eigene Geschichte neu zu schreiben. Also alles in allem ein sehr lesenswertes Buch.
Auf die Fortsetzung bin ich schon sehr gespannt, denn es sollen insgesamt vier Bände geben. In „Zeit für Eisblumen" wird dann Helgas Schwester Fee die Hauptrolle spielen. Dieser Band erscheint wohl schon im Sommer. Und dann gibt es da ja noch die Schwestern Lilly und Mia, wie wird wohl Ihre Geschichte sein.


© Rezension:  Susa
ღ Susas Leseecke ღ
Gastrezensentin im Bücherkaffee


Über die Autorin/ von der Autorin:


Geschrieben habe ich, wie die meisten Schriftsteller, schon immer gern: Märchen, Liebesgeschichten, Theaterstücke, Zeitungsartikel. Nach dem Abitur wollte ich auch ursprünglich mein Hobby zum Beruf machen und Journalistin werden. Ich absolvierte ein Praktikum bei der Nahe-Zeitung in Idar-Oberstein, wo ich schon seit einigen Jahren als freie Mitarbeiterin beschäftigt war. Dieses Praktikum machte mir unheimlich viel Spaß. Ich recherchierte, führte Interviews und besuchte Veranstaltungen. Im Rahmen eines Kultur-Events lernte ich sogar den damaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, kennen.
Letztendlich entschied ich mich trotzdem dafür, in die Fußstapfen meiner Eltern zu treten und Lehrerin zu werden. Ich begann ein Studium an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz mit den Fächern Deutsch und Sport und in den folgenden Jahren rückte das Schreiben in den Hintergrund.
Aber nach der Geburt meines zweiten Kindes bekam ich Lust auf eine neue Herausforderung. Ich meldete mich zu einem Fernstudium mit Schwerpunkt Belletristik an der Hamburger Schule des Schreibens an und vertiefte meine Kenntnisse anschließend in zwei Schreibkursen des renommierten Schriftstellers und Schreiblehrers Rainer Wekwerth, mit dem ich die Konzepte für "Aussicht auf Sternschnuppen" und "Zeit für Eisblumen" erarbeitete.


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website http://aureolus-verlag.de, Aureolus Verlag mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Katrin Koppold

Kochbuch-Rezension || Das Grüne Nicht Nur Vegetarische Kochbuch

Freitag, 10. Mai 2013 5 Kommentare

Regional, nachhaltig und für jede Jahreszeit

Ein Blick in die Buchbeschreibung:

"Grün kochen" heißt, sich von den Jahreszeiten inspirieren und leiten zu lassen, regionale Produkte einzukaufen und sorgsam damit umzugehen. Wie wunderbar und vielfältig das saisonale Angebot ist, zeigt Dagmar von Cramm mit über 250 verführerischen Rezepten. Alles ist einfach zuzubereiten und schmeckt der Familie ebenso gut wie lieben Gästen.
Der praktische Einkaufsführer und die vielen grünen und saisonalen Tipps machen die Auswahl leicht und helfen, die ganz persönliche Öko-Bilanz zu verbessern.
Denn oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen.



Rezension {Alexandra} - Hannahs Briefe

Dienstag, 7. Mai 2013 3 Kommentare


Hannahs Briefe
Autor: Ronaldo Wrobel

Verlag.: Aufbau Verlag
Originaltitel: Traduzindo Hannah
Aus dem brasilianischen Portugiesisch übersetzt von: Nicolai von Schweder-Schreiner
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: März 2013
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag, 328 Seiten
ISBN13: 978-3-351-03524-2
Preis Printausgabe: € 19,99 [D]
Preis eBook: € 15,99 [D]

Eine Liebe, in der sich Weltgeschichte spiegelt

Ein kleiner Einblick:
Rio de Janeiro 1935, kurz vor Beginn des zweiten Welrkrieges.
Der jüdische Schuhmacher Max Kutner, der in Polen zur Welt kam, zieht sich nach Brasilien zurück, da er einfach nur seine Ruhe haben möchte. Für Politik interessiert er sich nicht sehr, er möchte einfach nur Schuhe reparieren und lebt still und unscheinbar im jüdischen Viertel um die Praça Onze.
Als die Polizei ihn plötzlich vorlädt, ahnt er nichts Gutes, hat er doch selbst einen nicht legalen Weg gewählt, in Brasilien einreisen zu können. Aber der Staat verlangt etwas ganz anderes von ihm: Er soll die hiesige Polizei der Jagd auf Kommunisten unterstützen und abgefangene Post vom Jiddischen ins Portugiesische übersetzen, deren Inhalt womöglich eine Gefahr für das von Vargas geführte Brasilien werden könnte.
Er fügt sich, da ihm keine Wahl bleibt und stößt so auf die Korrespondenz zwischen Hannah und ihrer Schwester Guita. Die Briefe prägen sich in sein Gedächtnis und er beschließt, dass er Hannah unbedingt finden und kennenlernen muss. Der Inhalt der Briefe gibt ihm Hinweise, wo er suchen könnte, doch immer vergebens - bis sie eines Tages plötzlich in seiner Werkstatt steht, um Schuhe reparieren zu lassen.
Max steht vor einer wunderbar aussehenden Frau, die aber sonst in keiner Weise seiner romanischen Vorstellung entspricht, die er aufgrund der schon fast poetisch angehauchten Briefe von ihr hegte. Denn wie sich herausstellt, ist Hannah eine Edelhure - und noch dazu Spionin. Seit sie in Max' Leben getreten ist, erlebt dieser ein Wechselbad der Gefühle und sein sonst so bescheidenes Leben nimmt eine rasante Wendung.
"Ich kann niemanden lieben, weil ich eine Hure bin"
"Oder bist du eine Hure, weil du niemanden lieben kannst?"
Seite 176

Meine Gedanken zu dem Buch:
Ronaldo Wrobel hat mit "Hannahs Briefe" ein Werk geschaffen, welches mich schlichtweg begeisterte!
Um was geht es in diesem so bewegenden Roman? Der Autor gewährt uns einen Einblick in das Brasilien der 20er und 39er Jahre - der jüdische Einwandererstrom aus Europa, der zu dieser Zeit nicht abzureissen schien, hat tiefe Spuren in der brasilianischen Gesellschaft hinterlassen und das Land geprägt, einen neuen Charakter verliehen. Jüdische Viertel wie das um die Praça Onze in Rio de Janeiro, in dem unser Hauptprotagonist Max Kutner lebt und friedfertig seinem Schuhmacher-Handwerk nachgeht, gab es viele - aber hier in diesem Viertel hält sich Ronaldo Wrobel auf und lässt uns teilhaben an Max Kutner's berührenden Geschichte um "Hannahs Briefe". Denn genau diese Briefe veränderten alles in seinem Leben. Max gerät in einen Strudel voller neuer Erfahrungen und Verstrickungen und dabei wollte er einfach nur Schuhe reparieren!
"Für den Großvater erklärte sich der Beruf aus dem Los der Familie als ewig herumirrender Juden:
Gute Schuhe bezwangen Kälte und Entfernungen. Und was anderes hatten die Juden denn in den letzten Jahrtausenden gemacht, als durch die Weltgeschichte zu irren und der nächsten Vertreibung zuvorzukommen?"
Seite 6
Wer glaubt, dass es in diesem Buch nur um eine Liebesgeschichte der 20er Jahre geht, der irrt! Dieses Buch hat so viel mehr zu bieten. Vor schon fast exotischer Kulisse wurde ich geradezu hineingezogen in die damaligen Geschehnisse. Mehrere Handlungsstränge laufen parallel ab und ich lernte viele Personen aus den verschiedensten Ländern kennen. Und doch haben alle auf irgend eine Weise miteinander zu tun. Die Handlungen laufen alle in Brasilien zusammen und mehr als einmal staunte ich über die plötzlichen Wendungen der Geschehnisse. Manches schockierte / bedrückte mich, aber Krieg, Bespitzelung und auch Prostitution im grossen Stil gehörten leider zu dieser Zeit. Aber vieles berührte mich auch und Max Kutner selbst faszinierte mich auf eine ganz besondere Art und Weise. Der Autor lässt Max so lebendig erscheinen, sein Charakter, seine Einstellung zu den Dingen, die um ihn herum geschehen, lassen ihn sehr authentisch wirken. Er fabuliert gerne über das Erlebte, über seine Erfahrungen und es ist eine wahre Lesefreude, an seiner Seite durch Rio zu wandern.
Politische Sticheleien, hintergründige Humor und eine Portion Sarkasmus würzen diese Geschichte, während der Erzählstil schon fast poetisch erscheint.
Hannahs Briefe, die sie an ihre Schwester schreibt und die Max so faszinieren und ihn bewegen, sind im Buch immer in einer kursiven, leicht geschwungenen Schrift wiedergegeben und sie stecken voller tiefgründiger Gedanken, voller Poesie, manchmal auch voller Selbstzweifel und Kritik.
"Es ist leicht, zu urteilen, ohne zu verstehen, Guita.
Schwer ist es, zu verstehen, ohne zu urteilen."
Hannah
Seite 31
Mit viel Feingefühl brachte der Autor mir die Stimmung der damaligen Zeit näher, machte mich mit diversen politischen Fakten vertraut und zeigte mir auf, was in den Menschen dieser Zeit vorging, welche inneren Kämpfe sie zu fechten hatten im großen Kampf um Liebe, Macht und politische Intrigen.
Auch zum Ende hin hält der Autor nochmals eine überraschende Wendung für uns bereit und als ich das Buch zu schlug, tat ich es trotz manch beklemmender Vorkommnisse mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit
Lesen, lesen, lesen! - Dieses Buch ist einfach eine absolute Buchperle, die ich in meinem Bücherregal definitiv nicht mehr missen möchte!
Ein Buch, dass unglaublich viel Tiefe aufweist, dass berührt, dass nachdenklich stimmt und emotional packt und dass einen lange nach dem Lesen noch nicht loslassen mag.
Und doch ist es so leicht zu lesen, fast wie eine Feder ...
Ich bin so begeistert vom Stil des Buches, von der Handlung, der Schreibweise, der Darstellung der Charaktere - ein rundum gelungenes Werk! ich hoffe sehr, dass ich bald mehr von Ronaldo Wrobel lesen kann und darf.

© Rezension: Alexandra Zylenas


Über den Autor:
Ronaldo Wrobel, geboren 1968, lebt und arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt in seiner Geburtsstadt Rio de Janeiro. Er ist Autor mehrerer Kurzgeschichtenbände und Kolumnist des jüdischen Magazins Menorah.

Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Aufbau Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Ronaldo Wrobel