Rezension: Bitterkalt

Freitag, 31. Mai 2013 4 Kommentare

Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung


Titel: Bitterzart
Autorin: Gabrielle Zevin
Verlag: FJB Fischer Jugendbuch Verlag
Originaltitel: All These Things I've Done
Aus dem Amerikanischen übersetzt von: Andrea Fischer
Genre: Jugendbuch, Dystopie
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Erscheinungsjahr: Mai 2013
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag, 540 Seiten
ISBN13: 978-3-8414-2130-2

Ein kleiner Einblick:

New York, 2083. Anya Balanchine, die junge Tochter des Mafiabosses des berüchtigten Balanchine-Kartells, hat es nicht leicht. Ihre Mutter als auch ihr Vater sind beide Opfer von Attentaten geworden. Anya, so gerade mal sechzehn Jahre alt, kümmert sich seither um ihre jüngere Schwester und ihren älteren Bruder, der mit einem Handicap zu kämpfen hat. Zudem pflegt sie ihre kranke Großmutter, die nur mithilfe von Maschinen weiterlebt. Zu einer Zeit, in der natürliche Ressourcen knapp sind und Alltägliches wie Wasser und Papier rationiert werden, und Dinge wie Schokolade und Kaffee gesetzlich verboten sind, boomt der Schmuggel und die Mafiageschäfte florieren. Anya will damit nichts zu tun haben und hält sich und ihre Geschwister von der kriminellen Familie fern. Nur dem Kaffee und der schokoladigen Sünde kann sie nicht widerstehen, wo doch die Balanchine-Schokolade die beste überhaupt ist.

"Der Geruch von Kaffee war nur schwer loszuwerden, und für mich war er der schönste Duft der Welt." S. 258

Doch Anya's Schutzwall bricht, als etwas Tragisches geschieht und die Ereignisse überschlagen sich. Zudem verliebt sie sich in den charmanten Mitschüler Will - eine Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist, denn Will ist ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes, dem größten Feind des Balanchine-Kartells ...

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die US-Bestsellerautorin Gabrielle Zevin erzielte in den USA schon große Erfolge mit diesem ersten Band der "Birthright"- Trilogie, der im Original unter dem Titel "All These Things I've Done" erschienen ist. Diese Reihe wird zwar zum Genre "Dystopie" gezählt, aber davon merkt man nicht so besonders viel. Ich würde eher sagen, die Story ist nur dystopisch angehaucht. Die Story selbst, die Idee, ist in meinen Augen einfach nur gelungen und schon der Klappentext und die Leseprobe hatten mich überzeugt, dieses Buch unbedingt zu lesen und ich wurde bis auf ein paar Kleinigkeiten nicht enttäuscht. Eine dystopische Story mit Mafia-Elementen - da wurden gleich zwei von mir bevorzugte Themen verarbeitet und dies war mir persönlich bisher auch noch nicht bekannt. Als großer Fan der Corleones liebe ich es sehr, wenn solche Mafia-Elemente einen Platz in der Geschichte finden. Und ich muss sagen, dies wurde auch sehr gelungen umgesetzt.

"Bitterzart" lässt es ruhig angehen, die Spannung baut sich eher subtil auf, es wird in diesem ersten Band einiges an "Vorarbeit" für die folgenden Bände geleistet. Man erfährt einiges über den russischen Familienclan, dessen Mitglieder und Hierarchie und Anya's Rolle innerhalb der Familie. Eine Kette von Ereignissen bringt das sorgsam geschützte Leben von Anya durcheinander und sie muss viele Entscheidungen treffen, nicht zuletzt auch eine sehr Folgenschwere. So sehr sie versucht, nicht mit den Mafia-Geschäften in Verbindung zu geraten, so sehr ist sie doch knietief im Geschehen verstrickt. 

Die Hauptprotagonistin Anya ist in ihrer Charakteristik meiner Meinung nach sehr gelungen dargestellt. Ihre Kühle, ihre Unnahbarkeit und ihre Distanziertheit kommen nicht von Ungefähr und lassen sie zwar im ersten Moment kalt und vielleicht auch herzlos dastehen, aber ich konnte nach einiger Zeit eine sehr gute Verbindung zu ihr aufbauen und ihrer Art Verständnis entgegenbringen. Jede andere Darstellung ihres Charakters wäre ihrer Situation / ihrem Lebensumstand unangemessen gewesen. Sie schlägt nach ihrem Vater, dessen Weisheiten ihr heute noch regelmäßig im Kopf sind und dies lässt erahnen, was uns Leser noch erwarten wird. Aber auch die weiteren Personen wie zum Beispiel ihrGroßmutter und Geschwister, ihre beste Freundin oder auch Will und ihr Exfreund Gable bekommen Leben eingehaucht und erscheinen nicht blass neben Anya.

Die Mafia-Elemente sind für ein Jugendbuch sehr gut umgesetzt, starke Brutalität wird vermieden. Erzählt wird die Story von Anya selbst in einer Art und Weise, dass man das Gefühl hat, ihr gegenüber zu sitzen und zu lauschen. Ab und an spricht sie den Leser direkt an, denkt nach, überlegt, was sie noch erzählen möchte. Sie gewährt praktisch einen Einblick in ihr Leben im Kreise der Mafia, dass unfreiwillig spannend wird. Dies ist in meinen Augen sehr gut gelungen. So beginnt auch jede Kapitelüberschrift mit "Ich" - "ich verteidige meine Ehre", "Ich werde bestraft" oder "Ich beichte" - ganz so, als ob sie ihr Tagebuch unterteilt.

Auch dieser subtile Spannungsaufbau gefällt mir sehr. Gerade einen Mafia-Story lebt davon. Hier muss es nicht Zack, Zack, Schlag auf Schlag gehen, sondern es ist dieses Unterschwellige, dass so fasziniert. Was mir persönlich eindeutig zu kurz kam, sind die dystopischen Elemente. Ressourcen sind knapp, Schokolade und Kaffee verboten. Das erfährt man, aber damit hat es sich auch schon. Gerne hätte ich hier noch mehr Informationen bekommen, etwas mehr Background wäre schön gewesen. Zu viele Fragen blieben hier bisher unbeantwortet. Ich hoffe sehr, im folgenden Band diesbezüglich mehr zu erfahren und bin da auch ganz optimistisch. Natürlich wartet "Bitterzart" auch mit einer romantischen Liebesgeschichte auf, die Anya in eine große Bredouille bringt. Soll sie auf ihr Herz hören? Soll sie vernünftig sein und an ihre Geschwister denken? Anya lernt Will's Vater, den Oberstaatsanwalt, kennen und erlangt so unfreiwillige Einblicke in die politischen Machenschaften. Mehr Einblick, als ihr eigentlich lieb ist...

"Ob ich mich in diesem Buch zum Helden meiner eigenen Leidensgeschichte entwickeln werde oder ob jemand anders diese Stelle ausfüllen soll, wird sich zeigen."- Charles Dickens, David Copperfield. S.8

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

"Bitterzart", der Auftakt der "Birthright"- Trilogie, hat mir persönlich im Großen und Ganzen sehr, sehr gut gefallen. Ich liebe Mafia-Geschichten mit subtil aufgebauter Spannung und wurde diesbezüglich auch in keiner Weise enttäuscht. Das Background und der dystopische Part sind jedoch etwas zu kurz gekommen und diesbezüglich sollte in den Folgebänden noch aufgearbeitet werden. Ansonsten ist die Story erfrischend neu und der Erzählstil sehr ansprechend. Ich habe mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt und Lese-Langeweile kam trotz des ruhigen Schreibstils bei mir nicht auf. Ich fiebere der Fortsetzung "Edelherb" sehr entgegen, der im Oktober diesen Jahres schon erscheinen soll.

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas


Vita der Autorin:
Gabrielle Zevin hat in Harvard Literatur studiert und lebt in Los Angeles. Sie hat bereits mehrere Romane sowie Drehbücher verfasst. Ihre Bücher wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet. http://www.gabriellezevin.com/

[alexandra]

meet & read - der Büchertreff in Bad Rappenau

3 Kommentare

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© Foto: Ulrike Plapp-Schirmer | Heilbronner Stimme

Wann: Jeden ersten Dienstag* im Monat
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Wo: Cafe LUNA in Bad Rappenau 
Uhrzeit: ab 19:00 Uhr 


Was erwartet Euch?  
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Es freuen sich auf Euch
Alexandra, Corinna & Sebastian
Eine Kooperation der Buchhandlung Passepartout in Bad Rappenau und Alexandra vom Bücherkaffee
Location:
Cafe Luna in Bad Rappenau | Piaweg 6 |74906 Bad Rappenau
http://www.cafelunabar.de
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Rezension {Ati} - Ich liebe dich, aber nicht heute

Montag, 27. Mai 2013 1 Kommentar


Ich liebe dich, aber nicht heute
Autorin: Gaby Hauptmann

Verlag: Piper Taschenbuch Verlag
Genre: Belletristik, Frauenroman
Erscheinungsdatum: 04/2013
Ausstattung:  320 Seiten
ISBN13: 978-3-492-30313-2
Preis Printausgabe: € 9,99 [D]
Preis eBook: € 8,49 [D]

Leseprobe: KLICK
Website: KLICK 
Gedanken zum Buch:

Das Cover mit seinem roten Herzen und der Notiz vor hellblauem Hintergrund animierte mich dazu, Gaby Hauptmanns im April bei Piper erschienenen Roman Ich liebe dich, aber nicht heute auf meine Leseliste zu setzen. Ich machte mir nicht einmal die Mühe, die Inhaltsangabe zu lesen, weil ich mich an entspannend-leichte und spaßige Lesestunden früherer Hauptmann-Romane erinnerte.

Sobald sich die Gelegenheit ergab, machte ich mich erwartungsvoll ans Lesen, denn auch die zu diesem Zeitpunkt doch noch in Angriff genommene Inhaltsangabe auf der Buchrückseite, las sich gut. Die ist, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Büchern und ihren Inhaltsangaben, übrigens sehr treffend gewählt und gibt die Grundidee des Romans gut wieder.

Bereits nach den ersten paar Seiten kam mir unwillkürlich die Redewendung in den Sinn „wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis“. Genau das macht im übertragenen Sinn Liane, die weibliche Hauptfigur, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird.

Sie ist gut aussehend, beruflich erfolgreich, privat ein gern gesehener Gast bei Freunden. Doch weil ihr in ihrer Beziehung mit Marius ein wenig das Kribbeln abhandengekommen ist, beschließt sie etwas dagegen zu unternehmen. Setzt sie dabei auf mehr Spontanität? Herzerweichende Romantik? Einen anregenden Liebesurlaub? Überrascht sie ihn mit Reizwäsche? Denkt sie sich Rollenspielchen aus? Nein, Lianes Idee dazu gestaltet sich anders, obwohl Hauptmann ihre weibliche Hauptfigur durchaus recht klar beschriebene Sex-Abenteuer erleben lässt. Allerdings mit anderen. Denn sie und Marius sollen eine Zeit lang getrennte Wege gehen, andere Partner suchen, sich verlieben und sich gegenseitig davon berichten. Wirklich betrügen können sie sich so nicht. Allerdings besteht natürlich grundsätzlich die Gefahr, dass derjenige, der sich verliebt, gar nicht in die alte Beziehung zurück will, doch die Option verdrängt Liane erfolgreich.

Im zweiten Erzählstrang gerät Liane durch einen dummen Zufall ins Visier skrupelloser Verbrecher, die nicht einmal vor Mord zurückschrecken. Doch keine Angst, die Autorin hat nicht das Genre gewechselt. Der Fokus liegt eindeutig auf Lianes Versuch, Prickeln in ihr  Leben zu bekommen.
Bedauerlicherweise kam weder beim einen noch beim anderen Erzählstrang Spannung oder wirklicher Lesespaß auf. Nicht einmal die erwähnten Sex-Abenteuer sind so prickelnd beschrieben, dass sie zum schnelleren Umblättern animieren. Insgesamt erscheint der gesamte Roman zu distanziert. Wirkliche Gefühle konnte ich weder bei Liane noch bei Marius, der rasch auf Lianes Plan eingeht, entdecken. Er lässt sich zwar angesichts ihres überraschenden Verhaltens etwas einfallen, allerdings bekommt man davon erst gegen Ende des Romanes etwas mit. Sein Plan hat durchaus Potenzial. Allerdings verpufft genau dieses angesichts der Abgeklärtheit von Liane und ihm.

Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass Liane nicht völlig aus der Luft gegriffen wirkt. Auch ihre Idee dürften reale Paare schon vorgelebt haben. Greifbarer macht das Hauptmanns Hauptfigur nicht.

Zu den übrigen Beteiligten ist zu sagen, dass sie eher unscheinbar bleiben, sind sie doch allenfalls schmückendes Beiwerk für Lianes Egotrip. Sie werden auf ihre Plätze verwiesen und/oder wieder hervorgeholt, sobald es Liane in den Kram passt. Emotionen kann man durch die Art der Beschreibung als LeserIn nicht miterleben und bleibt außen vor. Ich weiß zwar, dass die Hauptfigur vom Bodensee nach England, von dort ganz spontan nach Italien und zurück an den See, kurz nach Ibiza und wieder zurück an den See flattert, doch mitgerissen hat sie mich nicht. Zu trocken gestaltete sich in diesem Zusammenhang teils auch die Beschreibung der Handlungsorte. Und der zweite Erzählstrang wirkt im Hinblick auf Lianes Verhalten schlicht unglaubwürdig. Angesichts der Vorkommnisse sollte man davon ausgehen, dass sie in Panik gerät oder zumindest recht große Angst verspürt. Doch bei Liane hält so etwas gerade mal so lange vor, bis sie sich daran erinnert, dass sie doch etwas erleben möchte. Ihre amourösen Abenteuer scheinen nicht nur wichtiger als ihre Beziehung, bestehende Freundschaften oder auch ihre Arbeit zu sein. Auch ihr Leben an sich nimmt keinen allzu großen Stellenwert ein.

Die Intention hinter der Aktion (Leben in eine etwas abgeflachte Beziehung zu bringen) erscheint verwaschen. Hauptmanns Beschreibungen lassen Liane wie jemanden wirken, der nichts mit sich anzufangen weiß. Angst hat etwas zu verpassen, ohne wirklich verzweifelt darüber zu sein. Und allein angesichts der Retourkutsche von Marius sollte man annehmen, dass es da mehr zu schreiben gäbe. Allerdings beschreibt die Autorin neben einem Segelausflug gleich anfangs so einiges wesentlich ausführlicher, als besagte Retourkutsche und das damit verbundene klärende Gespräch zwischen Liane und ihrem Partner, bevor sie das Ende rosarot angehaucht ausklingen lässt.

Fazit:

Lebendige, spritzige Dialoge könnten die eine oder andere Länge übertünchen, doch die sucht man meist vergeblich. Öfter findet man zähe Überlegungen, Plattitüden und  pseudo-philosophische Schwafeleien. Ein Buch, in dem sich blasse Charaktere in der seicht vor sich hinplätschernden Handlung eher treiben lassen als agieren. Irgendwie hatte ich meine anderen Hauptmann-Romane unterhaltsamer und peppiger in Erinnerung. Gerade die interessanteren Passagen werden in "Ich liebe dich, aber nicht heute" zu oberflächlich abgehandelt, sodass der Roman keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlässt.



© Rezension: 2013 Ati Jürgens
 Gastrezensentin im Bücherkaffee

Über die Autorin:
Gaby Hauptmann, geboren 1957 in Trossingen, lebt als freie Journalistin und Autorin in Allensbach am Bodensee. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, eroberten die Bestsellerlisten und wurden teilweise verfilmt. Sie verfasst Frauenromane, Kinder- und Jugendbücher.

Bisherige Veröffentlichungen:
1994:    Alexa – die Amazone
1995:    Suche impotenten Mann fürs Leben
1996:    Nur ein toter Mann ist ein guter Mann
1997:    Die Lüge im Bett, München
1998:    Eine Handvoll Männlichkeit
1999:    Die Meute der Erben
2000:    Frauenhand auf Männerpo und andere Geschichten
              Ein Liebhaber zuviel ist noch zuwenig
2001:    Mehr davon
2002:    Fünf-Sterne-Kerle inklusive
2003:    Rocky der Racker (Gaby und Karin Hauptmann)
2004:    Hengstparade
2005:    Yachtfieber
              Kaya frei und stark - Kaya schießt quer
              Kaya frei und stark - Kaya will nach vorn
              Kaya frei und stark - Kaya bleibt cool
              Kaya frei und stark - Kaya ist happy
2006:    Ran an den Mann
              Kaya frei und stark - Kaya will mehr
2007:    Liebesspiel. Vier Stories über Frauen, die wissen, was sie wollen
              Nicht schon wieder al dente
              Kaya frei und stark - Kaya hat Geburtstag
2008:    Kaya frei und stark - Kaya gibt alles
2009:    Rückflug zu verschenken
              Das Glück mit den Männern und andere Geschichten (2009)
              Kaya frei und stark - Kaya schwört Rache
2010:    Ticket ins Paradies
              Wo die Engel Weihnachten feiern
              Kaya frei und stark - Kaya rettet Fohlen
2011:    Hängepartie
2012:    Liebesnöter
2013:    Ich liebe dich, aber nicht heute

Quelle Vita Autorin + Coverbild: © Piper, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Quelle Bibliografie: © Wikipedia
Autorenseite Gaby Hauptmann

Rezension {Susa} - Flügel aus Asche

Freitag, 24. Mai 2013 0 Kommentare


Flügel aus Asche
Autorin: Kaja Evert

Verlag: Knaur Verlag
Genre: High Fantasy
Empfohlenes Alter: ca. ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: Mai 2013
Ausstattung: Taschenbuch mit Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN13: 978-3-426-51196-1
Preis Printausgabe: € 9,99 [D]
Preis eBook: € 9,99 [D]

eBook: KLICK
Leseprobe: KLICK 
Der Herrscher trennte Rashija vom Rest der Welt und machte sie zu einer Insel im Himmel, um alles fernzuhalten, was nicht mit seinen Vorstellungen übereinstimmt. Seit er an der Macht ist, gibt es nur noch seine Bilder, seine Gedanken, seine … Geschöpfe.
Seite 41


Ein kleiner Einblick:
Adeen der als Kind einer Himmelsgeborenen und eines Erdgeborenen ein Mischlingskind ist, trägt das schwere Los dieser Beziehung. Er muss als niederer Schreiber in der Akademie arbeiten und dort mit magischer Tinte die Zauber für die Magier des Herrschers von Rashija anfertigen. Er wird nur als Schreiber geduldet, sonst ist er nichts wert. Seine Haut ist schwärzer als die der anderen Schreiber und seine Augen so blau wie der Himmel. Sie, die Magier nennen ihn abschätzig Krähe.
Rashija, die fliegende Stadt landet alle 50 Jahre auf der Erde. Es herrschen Unterdrückung und das Volk der Stadt als auch die Völker der Erde leiden unter dem Regime des Herrschers.
Adeen merkt das etwas in ihm steckt. Er träumt vom Zeichnen, meist davon Flügel und Vögel zu zeichnen. Einmal lässt er sich dazu verleiten auf dem magischen Papier in der Akademie einen Flügel zu zeichnen Er füllt sich dabei so anders so frei. Allerding ist Kunst in Rashija streng verboten und der Magier Charral macht ihm das Leben schwer.
Wenn ich einen Dolch hätte, könnte ich damit trotzdem nicht zustechen wie Charral - oder?
Seite 34
Adeens Ziehvater Rasmi lebt am Rande der Stadt und Adeen besucht ihn so oft es geht. Für ihn besorgt Adeen auch die Rakashwurzeln auf dem Markt, so dass Rasmi daraus blaue Farbe zum Malen herstellen kann.
Eines Abends lernt Adeen dort den Rebellen Nemiz kennen und schließt sich ihm und seinen Anhängern an. Das kämpfen hat er nie gelernt und ist ihm fremd. Bei einer nächtlichen Aktion wobei sie versuchen alte Artefakte und Bilder vor der Zerstörung durch die Magier des Herrschers zu retten, stirbt sein Ziehvater Rasmi und für Adeen bricht die Welt zusammen. War Rasmi es doch, der ihm immer zur Seite Stand und ihn auch immer ermutigte zu malen. Auch Adeen wird verletz, nicht zuletzt durch Charral. Talanna kommt ihm zu Hilfe. Sie ist die Verlobte von Charral und eine Draquerin. Ihre Haut ist Violett, ihre Haare rot und ihre Augen haben ein sattes gelb. Sie ist auch eine Rebellin. Doch können sie ihr wirklich vertrauen.
Eine abenteuerliche und gefährliche Reise beginnt. Nach und nach bemerkt Adeen etwas in ihm. Etwas das sein Leben total verändert. Er hat Magie in sich. Doch warum, er ist doch nur ein kleiner Schreiber.
Talanna hilft ihm mit dieser neuen Erkenntnis umzugehen und fertig zu werden. Er, nur er allein kann den Aschevogel beschwören und das rettet ihm vorerst das Leben.
Zusammen mit den Rebellen versucht Adeen zur Insel Gabtha zukommen. Diese ist eine von vielen kleinen Inseln die durch Ketten und Brücken mit der fliegenden Stadt verbunden ist Von dort aus versuchen sie auf die Erde zu kommen wenn die fliegende Stadt ihr nahe ist. Eine Landung der Stadt steht bevor und der Herrscher von Rashija will weitere Völker und Stämme der Erde unterdrücken und seine Macht spielen lassen. Die Erdkriecher sollen vor ihm zittern.
Kann Adeen Talanna trauen. Schaffen sie es, die fliegende Insel zu verlassen. Der bittere Kampf um die Freiheit beginnt und auch eine kleine Romanze ist nicht weit.
Noch nie hatte ihn jemand geküsst, und er hatte sich immer vorgestellt, wie es … nein, er hatte sich überhaupt nichts Bestimmtes vorgestellt.
Seite 110

Meine Gedanken zu dem Buch Seiten :
Das Cover passt perfekt zur Geschichte. Der Flügel aus Asche, die fliegende Stadt Rashija. Das Cover ruft praktisch nach uns Lesern. Auch das innere der Klappenbroschur ist wundervoll und nimmt die Farben und Zeichnungen vom Cover auf. Geschrieben ist es in der Erzählform mit Gedankengängen von Adeen und die seines Inneren, des Aschevogels. Jede Figur, jeden Charakter kann ich mir sehr gut vorstellen. Von der ersten Seite an lief der Film der Geschichte mit. Auch die Actionszenen brannten sich gut ein. Es hat mich in einen Bann gezogen und mich nicht mehr losgelassen. Der Autorin ist ein klasse Debüt gelungen. Klasse erzählt in einem rasanten Tempo. High Fantasy mal ohne Elfen, Gnome und Zwerge – das gefällt mir auch. Eine fliegende Stadt die nur alle 50 Jahre landet und sonst unabhängig ist. Aber dennoch müssen sowohl die Bewohner der fliegenden Stadt als auch die Erdkriecher unter der Herrschaft leiden. Faszinierend, dieses Buch ist ein Muss für jeden Fantasy Fan.

Kurz & gut – mein persönliches Fazit:
Mein erster Gedanke, nachdem ich die Geschichte von Adeen und Talanna nun kenne, ist: „448 Seiten High Fantasy vom Feinsten“. Kaja Evert hat es geschafft, ein sehr ergreifendes und spannendes Buch zu schreiben. Packend und detailliert vom Anfang bis zum Ende. Keine Umschweife am Anfang wie man es bei vielen anderen Fantasy Büchern gewohnt ist. Nein, von der ersten Seite an ist man mitten drin. Dieses Buch schreit förmlich nach einer Verfilmung. Obwohl dieser Film bereits gut in meinem Kopf ablief. Ich hoffe man hört bald, sehr bald wieder von Kaja Evert.
© Rezension: 2013, Susa
ღ Susas Leseecke ღ
Gastrezensentin im Bücherkaffee
 

Über die Autorin:
Kaja Evert, geboren 1981 in Schleswig-Holstein, malt Bilder und erfindet Geschichten, seit sie sich erinnern kann. Ihre Begeisterung für antike Sagen brachte sie zum Studium der Literaturwissenschaft und Alten Sprachen. Kaja Evert arbeitet an einer norddeutschen Universität, "Flügel aus Asche" ist ihr erster Roman.


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website http://www.droemer-knaur.de, Verlagsgruppe Droemer Knaur mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Kaja Evert



Kinderbuch-Rezension {Alexandra} - Tohu Wabohu. Nix für müde Krieger

Donnerstag, 23. Mai 2013 2 Kommentare


Tohu Wabohu 1
Nix für müde Krieger
Autorin: Antje Szillat

Verlag: cbj Verlag
Genre: Kinderbuch, Abenteuer, Comic-Roman
Bilder: von Susanne Göhlich
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Erscheinungsjahr: 13. Mai 2013
Ausstattung: Gebundenes Buch, Pappband, 160 Seiten
ISBN13: 978-3-570-15683-4
Preis Printausgabe: € 9,99 [D]
Preis eBook: € 8,99 [D]

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Tohu Wabohu und sein allerbester Freund Matschi erobern den Wilden Westen!

Ein kleiner Einblick (cbt Verlag):
Tohu, Halbindianer, Schlüsselkind und Sohn getrennt lebender Eltern, hat's nicht immer leicht. Erst recht nicht, seit er dem berühmtesten Sheriff des Wilden Westens und dessen indianischem Fährtenleser Müder Krieger ständig aus wahnsinns-super-extrem-lebensgefährlichen Situationen befreien muss. Die beiden Ordnungshüter sind nämlich lange nicht so schlau wie alle denken und ohne die geheimen Drahtzieher Tohu und Zwergpony Matschi, würden die beiden ganz schön alt aussehen!
"Das ist doch tatsächlich Bill Creek, genannt Schielender Coyote ... Und ein verdammt guter Kumpel vom Limopanscher Buster Cooper!" (S. 65)
Verflixter Trickser!

Meine Gedanken zu dem Buch:

Als ich hörte, dass die Kinder- und Jugendbuchautorin Antje Szillat in diesem Frühjahr einen neuen Comic-Roman veröffentlichen würde, war mir sofort klar - den muss ich lesen!
Bisher wurde ich noch von keinem ihrer Bücher, die ich gelesen habe, enttäuscht und alleine die Vorschau auf das Bauch zauberte mir schon ein Lächeln aufs Gesicht. Schon das Cover sorgt schon für gute Laune, oder?
Als ich dann das Buch aufschlug, entdeckte ich gleich in passender Wild-West-Manier Steckbriefe aller wichtiger Personen (und Tiere) dieses Buches - ganz zuvorderst natürlich die Steckbriefe des kleinen neunjährigen Halbindianer und Helden "Tohu Wabohu" und seinem besten Freund "Matchsquathi Tebethto", kurz Matschi genannt. Matschi ist ein Zwergpony, dass Tohu von seinem Vater, dem Häuptling Tanzende Hammerzehe , geschenkt bekommen hat. Und obwohl sich Matschi am allerliebsten in jedem Matschloch suhlt und wälzt, sind die beiden einfach unzertrennlich. Ganz anders Tohu's Eltern, die nämlich geschieden sind, weswegen Tohu unter gleich doppeltem Wild-West-Schicksal leidet: Halbindianer und Scheidungskind!
Tohu lebt mit seiner Bleichgesicht-Mutter in Summit Spring, aber jedes zweite Wochenende und die Ferien verbringt er bei seinem Vater im Indianerdorf Wabohu.
Als Tohu sich gerade mal wieder überlegt, ob er nun später einmal ein Indianerhäuptling wie sein Dad werden soll oder doch lieber ein bleichgesichtiger Westernheld, steht er plötzlich vor einem fremden Cowboy. Und ab diesem Moment schlittert Tohu in die bisher größte Wild-West-Nummer seines Lebens! Aufregung pur!

Antje Szillat hat es geschafft, diesem Abenteuer viel Leben einzuhauchen, indem sie Tohu seine eigene Geschichte erzählen lässt. Und was dem neunjährigen Burschen so durch den Kopf geht, ist einfach zum schießen und totlachen - definitiv nicht nur für Kinder, auch Erwachsene haben hier ehrliche Freude, wie ich nur bestätigen kann. Ich habe herzlich Tränen gelacht. Die total süssen und lustigen Comic-Zeichungen tragen hier natürlich auch ihr Übriges dazu bei!
Und durch diesen lustigen und auch etwas kindlich-umgangssprachlichen Erzählstil lädt dieses Buch auch toll zum Vorlesen ein.

Die Autorin hat es nicht versäumt, auch aktuelle Themen mit einzubinden und unterschwellige Botschaften an die kleinen Leser weiterzugeben. Ganz besonders hervorgehoben ist die Bedeutung und die Wichtigkeit der Freundschaft (Tohu und Matschi), die Hilfsbereitschaft (Tohu und Müder Krieger) und der Sinn für Gerechtigkeit und Ehrlichkeit.
Erwähnen möchte ich auch ein weiteres tolles Detail, denn Antje Szillat hat, um den amerikanischen Wildwest-Flair noch zu unterstützen, einige typische englische Begriffe eingearbeitet, deren Übersetzung natürlich gleich mit ausgegeben ist. Eine tolle Idee!
"Ein wahrer Held ist nicht derjenige, der die Lorbeeren für seine Taten entgegennimmt. Ein wahrer Held ist derjenige, der innerlich weise und großzügig ist."
* Weisheit des großen Wabohu-Häuptlings Tanzende Hammerzehe

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

"Tohu Wabohu. Nix für müde Krieger" ist ein absolut gelungener, sehr sehr lustiger Auftakt einer neuen Comic-Roman-Reihe, die mich von der ersten Seite an begeisterte und mich Tränen lachen ließ . Dieses Buch lässt Kinderherzen kleiner Abenteurer definitiv höher schlagen. Durch die tollen Comic-Zeichnungen wird das Geschriebene schön aufgelockert und Kinder werden das Buch daher sicher nicht aus der Hand legen wollen. Auch ich musste es unbedingt noch am gleichen Tag fertig lesen und jedesmal, wenn ich nun das Cover anschaue, muss ich lächeln :-) Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Übrigens eignet sich dieses Buch auch hervorragend zum Vorlesen.
Ich kann diese schöne Wild-West-Story für kleine Abenteurer und Leseratten uneingeschränkt empfehlen -  ein tolles Buch, Howgh!
Großes-Halb-Wabohu-Indianer-Ehrenwort!


© Rezension: Alexandra Zylenas


Über die Autorin:

Antje Szillat wurde in der Nähe von Hannover geboren und hat schon als kleines Mädchen beschlossen, später einmal entweder Pferdebursche, Springreiterin oder Schriftstellerin zu werden. Inzwischen hat sie zahlreiche Bücher für junge Leser veröffentlicht, und wenn sie nicht gerade schreibt, dann reitet sie auf ihrer Stute Peggi durch die Prärie Norddeutschlands oder feilt an ihrer Lassowurftechnik.


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website cbj Verlag / Randomhouse, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Antje Szillat

Rezension: Über ein Mädchen

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Über ein Mädchen
Autorin: Joanne Horniman

Verlag: Carlsen Verlag
Originaltitel: About A Girl
Aus dem Englischen übersetzt von: Brigitte Jakobeit
Genre: Jugendbuch Roman
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Erscheinungsjahr: 2013
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag, 224 Seiten
ISBN13: 978-3-551-58271-3

Eine unsterbliche, romantische Liebesgeschichte über zwei junge Menschen, die noch ihren Platz in der Welt suchen - schön wie ein Gemälde.

Ein kleiner Einblick:
Anna ist schüchtern und einsam – bis sie Flynn trifft, zuerst mit Gitarre auf der Bühne, dann im Café, dann mit vollen Einkaufstaschen auf der Straße. Beide fühlen sich unwiderstehlich zueinander hingezogen. Zusammen zeichnen sie, essen Bananenkuchen, träumen, baden, lachen – und lieben sich. Doch auch zwischen Liebenden gibt es Geheimnisse …

"Das also war damals mein Leben: die Wohnung, die Arbeit und einsame Salatsandwiches.Und dann, wie gesagt, begegnete mir Flynn."Seite 28

 Meine Gedanken zu dem Buch:
Als ich dieses Buch mit dem überaus ansprechenden Cover sah, war ich umgehend in den Bann gezogen und neugierig, um was es geht und was der Inhalt bieten würde. Der Klappentext machte mich noch neugieriger, da ich diesem nicht so recht entnehmen konnte, wo diese Geschichte hinführen wird. Und so beschloss ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, dass ich herausfinden muss, was es "über ein Mädchen" zu erzählen gibt.
Und nun, nachdem ich es zu Ende gelesen habe, muss ich einfach sagen: ich bin begeistert! Gerade mal 224 locker beschriebene Seiten umfasst dieses Jugendbuch, doch diese sind so voll erzählerischer Schönheit, dass ich es trotz der Kürze sehr zufrieden zuschlug. Erzählt wird die Geschichte von der neunzehnjährigen Anna, einer jungen, sehr zurückgezogen lebenden Buchhändlerin, die auf der großen Suche nach ihrem ganz persönlichem Platz im Leben ist. Anna weiß, dass sie anders ist, das hat sie schon früh herausgefunden. Doch sie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll.

„Doch schon seit meiner Kindheit hatte ich mich als Eindringling gesehen, eine Fremde, die von irgendwoher gekommen war und sich in die Familie eingeschmuggelt hatte. Eines Tages würden sie herausfinden, wer ich wirklich war."Seite 85

Weit weg von ihrer Familie lebt sie in ihrer spartanisch eingerichteten Wohnung vor sich hin - bis sie plötzlich eines Tages Flynn begegnet. Flynn übt eine solche Anziehungskraft auf Anna aus, dass sie fast nicht mehr klar denken kann. Ihre Gedanken Kreisen nur um diese hübsche junge Frau, und wie es das Schicksal will, laufen sich die beiden immer wieder über den Weg.

Sie knüpfen zarte freundschaftliche Bände, trinken gemeinsam Tee und reden - und kommen sich Schritt für Schritt näher. Doch der Alltag ist nicht immer einfach zu meistern und oft sind es die eigenen Gedanken, die dem Glück im Wege steht. Eine Achterbahn der ungekannten Gefühle und Emotionen ergreift die beiden und Entscheidungen müssen getroffen werden.

Joanne Horniman konzentriert sich völlig auf die Gestaltung der beiden Hauptcharaktere Anna und Flynn. Andere Personen kommen zwar zu Wort, aber ihre Charaktere bleiben blass. Dies ist meines Erachtens so gewollt und auch gelungen, denn das Spotlight wird so komplett auf die beiden geworfen, sie bekommen die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers. Die Autorin schafft es, dieser Erzählung eine ungewöhnlich schlichte und doch so elegante Note zu verpassen, den Leser mit wenigen Worten nachdenklich zu stimmen und zu berühren. Der Schreibstil - mal frech, mal melancholisch, mal voller wunderbarer Poesie - ist in meinen Augen sehr gelungen. Nur mit der Altersangabe kann ich mich nicht besonders anfreunden. Das Buch ist für Leser ab vierzehn Jahren geeignet, aber aufgrund des Schreibstils würde ich hier eine höhere Altersstufe wählen. Meines Erachtens könnte dies auf so junge Leser etwas ermüdend und langweilig wirken.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit
 "Über ein Mädchen" ist ein ruhiges Buch, dass durch seinen besonderen und auch anspruchsvollen Schreibstil trumpfen kann. Die Protagonisten durchleben eine Achterbahn der Gefühle, die für beide neu und fremd, aber zugleich aufregend und prickelnd sind. Ich habe mich hier mitreißen lassen auf eine ganz Stille Art und Weise, mich berühren lassen und habe mir Gedanken über diese beiden jungen Frauen gemacht. Dieses Buch hat mich entschleunigt, hat mich auf eine besondere Art unterhalten und begeistert. Eine klare Leseempfehlung!

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas

[alexandra]

Rezension {Alexandra} - Julie weiß, wo die Liebe wohnt

Dienstag, 21. Mai 2013 2 Kommentare


Julie weiß, wo die Liebe wohnt
Autor: Gilles Legardinier

Verlag: Goldmann Verlag
Originaltitel: Demain j`arrête
Aus dem Französischen übersetzt von: Karin Ehrhardt
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2013
Ausstattung: Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN13: 978-3-442-47900-9
Preis Printausgabe: € 8,99 [D]
Preis eBook: € [D]

eBook: KLICK
Leseprobe: KLICK
"Das wahre Wunder, das ist nicht das Leben.
Das Leben gibt es überall, es wimmelt nur so davon. Das wahre Wunder, Julie, das ist die Liebe."
Seite 122

Ein kleiner Einblick:
Julie Tournelle ist mit ihren achtundzwanzig Jahren kurz vor dem Durchdrehen. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt, der nicht gut für sie war und doch trauert sie ihm hinterher. Für ihn hatte sie ihr Studium aufgegeben und einen Job in der Bank angenommen, der sie aber in keiner Weise erfüllt.
Nach einem mehrtägigen Besuch bei ihrer Schwester kommt Julie wieder in ihrem kleinen Heimatstädtchen an und merkt, wie augenblicklich wieder Ruhe in sie einkehrt. Sie ist wieder Zuhause - Zuhause in einem kleinen französischen Stadtteil, in dem jeder jeden kennt. Julie ist hier aufgewachsen, und hier fühlt sie sich geborgen, denn schon als kleines Kind kaufte sie ihre Croissants bei der gleichen Bäckerin Madame Bergerot. Hier hat sie ihre Bezugspunkte, hier fühlt sie sich wohl.
Als sie ihre Haustüre ausschließt und zur Briefkastenanlage geht, fällt ihr etwas neues auf. Ein neuer Name - Julie hat einen neuen Nachbarn bekommen, in dessen Namenschild sie sich fast augenblicklich verliebt. Ricardo Patatras!
Um Julie ist es geschehen und ihre Welt stürzt unweigerlich in ein Riesen Julie-Chaos. Schulmädchengleich spioniert sie diesem mysteriösen Nachbarn hinterher, möchte wissen, wer hinter solch einem Namen steckt - und endet prompt mit der Hand eingeklemmt in dessen Briefkasten. Dummerweise taucht Ricardo in diesem Moment auf. Doch statt wütend zu sein, befreit er sie aus ihrer misslichen Lage und bietet ihr sogar an, gemeinsam Joggen zu gehen. Die unsportliche Julie gibt sich prompt als begeisterte Läuferin aus und das personifizierte Chaos nimmt seinen Lauf ...
"Man glaubt seine Umgebung zu kennen, und doch braucht sich manchmal nur eine Kleinigkeit zu ändern, und man merkt gar nicht, daß das ganze Leben mit einem Mal umgekrempelt wird.
Und so was sieht man nie kommen."
Seite 20

Meine Gedanken zu dem Buch:
Dem französischen Autor Gilles Legardinier ist mit dieser romantischen Komödie um die zauberhafte und liebenswert-chaotische Julie ein wirklich begeisterndes Werk gelungen.
Auf äußerst amüsante und auch immer wieder ironische Weise schildert Julie, die ihre Geschichte selbst in der ich-Perspektive erzählt, die quasi dämlichste Sache, die sie in ihrem recht verrückten Leben angestellt hatte.
Sich in ein Namensschild zu verlieben, das passiert auch ausgerechnet Julie. Aber es ist einfach ein herzlich chaotisches Abenteuer, dass mit diesem banalen Namensschild seinen Lauf nimmt. Julie ist in ihrer Charakteristik sehr gelungen dargestellt und ich konnte mich in einigen Dingen fast augenblicklich mit ihr identifizieren, sprich, sie erscheint sehr authentisch. Ein Mädchen von nebenan, mit Ecken und Kanten und mit einer unglaublich liebenswerten Art, die sofort einnimmt. Ich mochte sie fast augenblicklich und sie brachte mich wirklich zum lachen.
Trotz des großartigen Humors, den dieser Roman zu bieten hat, erwartete mich auch wunderschöne Momente voller Wärme, voller interessanter Gedanken, die schon fast philosophisch erscheinen. Freundschaft, Respekt, Familie, Heimatverbundenheit - alles Werte, die in dieser Geschichte aufgegriffen werden und auf mich in ganz besonderer Weise wirkten. Die französische Kulisse bietet zudem einen ganz besonderen Flair, der begeistert. Gerne wollte ich mal einen Tag durch diese familiäre Strasse wandern, in der Julie lebt und natürlich ein frischen Croissant in besagter Bäckerei essen, denn die Stimmung der verschiedenen Menschen mit ihren individuellen Sorgen und Freuden überträgt sich und man spürt fast den Reiz der Gegend, der so sehr auf Julie einwirkt.
Und was ihre aufkeimende Liebesgeschichte betrifft - da möchte ich nichts verraten...eine sehr romantische Lesefreude!
"Männer sind dämlich und Frauen sind verrückt, aber wenn sie aufeinandertreffen, geschehen manchmal die wunderschönsten Dinge."
Seite 379 

 Kurz & gut - mein persönliches Fazit
"Julie weiß, wo die Liebe wohnt" - das tut sie in der Tat! Und sie hat mich mitgenommen an diesen Ort und mich wirklich begeistert zurückgelassen.
Ein toller romantischer Roman mit einem wunderbar französischen Flair, dem es auch gewiss nicht an Humor fehlt. Julies spritzige und auch immer wieder sehr selbstironische Art gefiel mir sehr gut und ich freute mich sehr, dass dieses Buch sich neben dem Humor auch mit etwas tiefsinnigeren Gedanken beschäftigte und somit eine gute Mischung geboten hat.
Ich habe mich rundum wohl gefühlt und gebe daher eine klare Leseempfehlung.

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas


Über den Autor:
Gilles Legardinier wurde 1965 in Paris geboren und arbeitete lange Jahre in der Kinobranche. Mit seiner ersten Romantischen Komödie um die zauberhafte Julie feierte er in Frankreich einen sensationellen Erfolg und sorgte auch international für Begeisterung. Kein Wunder, denn mit Julie Tournelle ist ihm die perfekte Mischung aus Brigdet Jones und Amélie Poulain gelungen. Legardinier zählt laut L’Express zu den 20 meistgelesenen Autoren 2012 in Frankreich und außerdem hat er eine beinahe beängstigende Kenntnis der weiblichen Seele, denn „man muss sich einfach fragen, woher Monsieur Legardinier die Frauen so gut kennt. Es ist, als könne er meine Gedanken lesen. Wie zum Teufel macht er das?" Plume libre


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Goldmann Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Gilles Legardinier

{gesucht & gefunden} Buchbindekunst für Zuhause

Montag, 20. Mai 2013 2 Kommentare

Kunsthandwerkermarkt Bad Rappenau
Flyer 2013

Ich habe Euch kürzlich schon bei Facebook meine Schätze präsentiert, die ich auf dem diesjährigen Bad Rappenauer Kunsthandwerkermarkt gefunden habe. 
Heute möchte ich Euch diese auch hier im Bücherkaffee präsentieren, zumal einige von Euch Interesse daran hatten, mit der Herstellerin der schönen Dinge Kontakt aufzunehmen.


Wasserschloss Bad RappenauSeit 2009 findet dieser Markt nun schon jeweils am 2. Mai-Wochenende statt. Das Wasserschloss aus dem 17. Jahrhundert bietet dafür natürlich eine wundervolle Kulisse. Im Schloss selbst und auch im Hof präsentieren die Künstler ihre Schätze und für das leibliche Wohl ist auch immer bestens gesorgt. 
Organisator des Marktes: Schreinerei Roland Löffler - KLICK
Ich liebe es, über Kunsthandwerkermärkte zu schlendern, denn ich mag diese vielfältige Kreativität, die dort angeboten wird. Liebevoll hergestellte Dinge aus den verschiedensten Materialien, die den Alltag verschönern und mir immer wieder das Herz aufgehen lassen.

In diesem Jahr war das Wetter doch sehr wechselhaft, aber es hinderte mich dann doch nicht daran, dem Markt einen ausgiebigen Besuch abzustatten. 
Im Schloss bin ich dann auf den tollen Stand von Anita Kaufmann aufmerksam geworden.
Die Künstlerin hat das Buchbinderhandwerk gelernt und fertigt wunderschöne Designer-Schachteln aller Größen und Arten an - alle hochwertig verarbeitet und gebunden!
Zudem fand ich dort wunderschöne Accessoires, die Buchliebhabern natürlich das Herz aufgehen lassen: Lesezeichen mit Mini-Büchern daran, mit Leinen gebunden und vieles mehr ... und etwas ganz Besonderes - diese wundervollen Buchanhänger, nach Buchbinderart gebunden! diese Anhänger kann man zudem toll zu Schmuck verarbeiten. 
Ganz klar, dass ich diese Schätze mit nach Hause nehmen musste, oder?!? :)


Viele Leser haben mich mittlerweile gefragt, wo und wie man an diese tollen Buchanhänger kommen kann. 
Ich habe nun nochmals mit Frau Kaufmann Kontakt aufgenommen und sie hat mir nun einige Bilder gesendet, auf der Ihr sehen könnt, welche Schätze momentan noch verfügbar sind. Schachteln aller Art können natürlich jederzeit im Webshop bestellt werden, die Anhänger könnt Ihr direkt per Mail oder natürlich auch telefonisch bestellen. Sie hat der Übersicht halber Nummern zu den Anhängern notiert, die ihr bei der Bestellung angeben könnt.
Die Buch-Anhänger kosten 8,50 € und sind ca. 3 x 2 cm groß und nach Buchbinderart gebunden.
Alle Bücher können auch zu Schmuck umgearbeitet werden (siehe 3. Bild)
Nehmt gerne mit Frau Kaufmann Kontakt auf, wenn Euch etwas interessiert, Ihr etwas davon kaufen möchtet oder Ihr Fragen habt.
Mail: a.k@designer-schachteln.de
Selbstverständlich fertigt Frau Kaufmann auch alles individuell auf Wunsch an - in eurem Wunsch-Design! Anruf genügt :)


Designer-Schachteln
Anita Kaufmann
im Schänzle 4
74906 Bad Rappenau

Tel.: 07066-8999
Fax: 07066-910 331







Ich bin völlig angetan von der Qualität der Schachteln und habe mir prompt noch eine dieser Buch-Schachteln reserviert. Großes Lob an Frau Kaufmann für diese schönen Arbeiten.
... und Schmuck werde ich mir als definitiv als Nächstes machen lassen - den könnt ihr dann auf der nächsten Buchmesse sehen, da werde ich diesen dann tragen :)

Alexandra


Bildquelle Wasserschloss Bad Rappenau + Logo Kunsthandwerkermarkt:
©
http://schreiner-loeffler.de/feines-handwerk-kunst-und-genuss.html

Produktbilder: 
© Anita Kaufmann / www.designer-schachteln.de

Rezension {Antje} - Immer wieder das Meer

Samstag, 18. Mai 2013 0 Kommentare


Immer wieder das Meer

Autorin:
Nataša Dragnić

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Genre: Belletristik, Gegenwartsliteratur
Erscheinungsdatum: 2. Auflage 04/2013
Ausstattung:  Hardcover, 368 Seiten
ISBN13: 978-3421045829
Preis Printausgabe: €  19,99 [D]
Preis eBook: €  15,99 [D]

Leseprobe: KLICK 
Website: KLICK

Über das Buch

Die Leichtigkeit, die das Covermotiv suggeriert, findet man im Buch nicht wieder. Auch mit ihrem zweiten Roman präsentiert die Autorin kein Buch für nebenbei, sondern eines, in dem eine ganze Bandbreite an Gefühlen angesprochen wird. Dafür muss sie noch nicht einmal spektakuläre Handlungssequenzen bemühen. Vielmehr legt sie ihren LeserInnen einen Roman vor, in dem das Leben beschrieben wird.

Dragnić rollt dabei die Geschichte quasi vom Ende her auf. Als LeserIn begleitet man über mehrere Jahre hinweg eine Familie. Handlungen, die sich über mehrere Jahre hinweg ziehen, beinhalten oft Zeitsprünge, die etwas Konzentration erfordern. Dies gilt auch für Dragnićs aktuellen Roman.

In dem verlieben sich drei sehr verschiedene Schwestern in ein und denselben Mann. Alle drei gehen eine Beziehung mit ihm ein, eine von ihnen heiratet ihn. Der Roman beginnt mit der Hochzeit, ist jedoch  gespickt mit Rückblenden auf das Leben der drei Schwestern. Neben eifersuchtsbedingten Querelen bleiben zahlreiche familiäre Schicksalsschläge nicht aus. Krankheit und Alter spielen eine Rolle und machen deutlich, dass es um mehr als problematische partnerschaftliche Beziehungen geht. Die Familie schweißt alle zusammen, egal was geschieht.

Das Buch hat eine sehr schwermütige Grundstimmung, geht es doch in weiten Teilen nicht nur um die Sehnsucht und Suche nach der großen Liebe und darum, dass bestehende Gefühle nicht gelebt werden dürfen oder sukzessive ersticken. Dragnić lässt ihren Figuren nicht nur herbe Enttäuschungen erleben, sondern zudem einige Schicksalsschläge einstecken. Verluste sind omnipräsent. Das fällt besonders auf, weil bestimmte Figuren aufgrund der Zeitsprünge und Perspektivwechsel quasi zwei Mal gehen. Letzteres kann bisweilen für Verwirrung sorgen.

Obwohl ich nicht wirklich den Finger darauf legen kann, wirkt die Darstellung durchweg aller Charaktere nicht immer authentisch auf mich. Zu wenig nachvollziehbar erscheint mir manches Mal ihr Handeln. Vielleicht liegt es daran, dass ihnen insgesamt zu viel widerfährt? Hinzu kommt, dass besonders Allesandro bei mir aufgrund seines Verhaltens nicht mit Sympathie punkten konnte. Sieht man von seiner Begeisterung für die Kunst und ihre Geschichte ab, wirkt er unscheinbar, eher leidenschaftslos und zu passiv. Wirklich nachempfinden, was genau ihn so anziehend für alle drei Frauen macht, konnte ich nicht. Und dennoch: Authentizität, Passivität und Sympathie hin oder her - lebendig wirkten trotzdem alle Figuren und auch wenn es manchmal fast zu viel Drama ist, kann man weitestgehend mit ihnen leiden und fühlen.

Was ich sehr gelungen fand, war die innere Zerrissenheit der Schwestern. Diese wird durch den Schreibstil der Autorin, der in weiten Teilen von kurzen Sätzen geprägt ist, sehr deutlich.

Doch obwohl die Autorin auf gelungene Art ein breites Spektrum an Gefühlen transportiert, birgt der Roman einige Längen, die durch aus Perspektivwechseln und Zeitsprüngen resultierenden Wiederholungen entstehen. Diese Längen wiederum werden nur teilweise durch die Zeitformen aufgefangen, die die Autorin für ihren Roman gewählt hat. Ein Teil der Geschichte wird in der Gegenwart von der Schwester erzählt, die Allesandro gleich eingangs heiratet, die Rückblenden in der Vergangenheit und aus verschiedenen Perspektiven. Das hat immer wieder dafür gesorgt, dass ich an der Geschichte drangeblieben bin.


Fazit
Obwohl einiges fast zu geballt wirkt, wirkt die Geschichte insgesamt nicht aus der Luft gegriffen. Ein Roman über Familie, Glück, Kompromisse und Liebe, aber auch über Egoismus, Verzweiflung, Verrat, Wut und Trauer. Leise, unaufgeregt, bewegend, nachdenklich machend. Insgesamt möchte ich vier von fünf Punkten dafür vergeben. 
 © Rezension, 2013 Antje Jürgens (AJ)

Über die Autorin:

Nataša Dragnić, geboren 1965 in Kroatien, studierte Germanistik und Romanistik. Sie arbeitete als Reiseleiterin, absolvierte eine Diplomatenausbildung, war als Lehrerin tätig. Seit 1994 lebt sie in Erlangen und arbeitet als freiberufliche Sprach- und Literaturdozentin, Dolmetscherin und Übersetzerin. Daneben betätigt sie sich als Autorin und Schauspielerin. Ihr Debütroman Jeder Tag, jede Stunde wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

Bisherige Veröffentlichungen Deutsche Verlags Anstalt:
- 2011: Jeder Tag, jede Stunde (gebundene Ausgabe/EBook)
- 2013: Immer wieder das Meer (gebundene Ausgabe/EBook)

Bisherige Veröffentlichungen btb:
- 2012: Jeder Tag, jede Stunde (Taschenbuch)

Bisherige Veröffentlichungen Der Audio Verlag (d.a.v.)
- 2011: Jeder Tag, jede Stunde (Hörbuch)



Quellen:
Vita Autorin + Coverbild: © DVA, mit freundlicher Genehmigung des Verlages und © Autorenseite Nataša Dragnić