Rezension: Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter | Susin Nielsen

Samstag, 27. Juli 2013 0 Kommentare

Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter

Autorin: Susin Nielsen
Übersetzt von: Brigitte Jakobeit
Genre: Kinder- und Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2013
Ausstattung: Taschenbuch mit Klappenbroschur, 208 Seiten
ISBN13: 978-3-551-58300-0


Ein kleiner Einblick:

Violet Gustafson ist 12 und lebt mit ihrer kleinen fünfjährigen Schwester Rosie und ihrer Mutter Ingrid in Vancouver in Kanada. Ihr Vater Ian ist Regisseur und hat sich vor rund drei Jahren in die Schauspielerin Jennica an seinem Set verliebt, sich scheiden lassen und ist nach Hollywood gezogen. Ingrid geht seit der Scheidung wieder ihrem alten Beruf nach, sie ist Stylistin und arbeitet in einer Haar-Akademie als stellvertretende Geschäftsführerin, zusammen mit ihren Freundinnen Amanda und Karen, die stets einen guten oder auch weniger guten Rat für sie haben. Violet meint die Freundinnen ihrer Mutter wären wie das kleine Engelchen und Teufeleien.

Ian und Jennica haben Zwillinge bekommen welche nun die Halbgeschwister von Violet und Rosie sind. Violet hat schwer daran zu knacken und lässt dies auch Anfangs stark an den kleinen aus. Doch Lola und Lucy sind in ihrem tapsigen Alter nicht nachtragend und so kommt es, das Violet sie auch nach und nach in ihr Herz schließt.

In der Schule hat es Violet nicht leicht. Von Ashley und Lauren wird sie als Idiotin 1 bezeichnet. Idiotin zwei ist Phoebe. Phoebe ist die allerbeste Freundin von Violet und immer für sie da. Auch deren Eltern sind sehr modern und freuen sich jedes Mal über Violets Besuch. Auch wenn sie stets versuchen sie zu mästen fühlt sich Violet dort sehr wohl. Und dann ist da noch der gutaussehende Jean-Paul. Natürlich würde Violet nicht einmal im Traum daran denken das er sich für sie, die bebrillte Bohnenstange interessieren würde. Doch er scheint ein Interesse an ihr zu entwickeln.

Violets Mam erlebt indes eine enttäuschende Beziehung nach der anderen. Entweder sind die Männer Betrüger, verheiratet, Alkoholiker oder sie sind einfach nur daneben. Daneben findet Violet den aktuellen Freund ihrer Mam. Dudley Wiener heißt dieser und schon den Namen findet Violet schaurig und spioniert ihm zusammen mit Phoebe nach. Irgendein Geheimnis trägt er sicher auch mit sich herum. Oder?

Der perfekte Stiefvater wäre George Clooney. Schließlich hatte Violets Mam schon eine Begegnung mit ihm, damals an einem Set. Ingrid hatte damals dort gearbeitet und so auch Ian kennengelernt. George Clooney wurde damals von ihr frisiert und signierte ihr ein Poster, er schrieb... „Für Ingrid – Mögen sich unsere Wege wieder kreuzen“ (Seite 6)

Doch wie kommt Violet an George Clooney heran. Die Gelegenheit soll sich schon bald bieten, denn Violet und ihre Schwester Rosie sollen ihren Vater wieder einmal in Hollywood besuchen. Aber vorerst muss sie sich noch bei Jennica und ihrem Vater Ian entschuldigen. Was sie schlimmes angestellt hat und ob sie George Clooney überhaupt treffen wird? – lest selbst.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Warum lesen sich Kinder- und Jugendbücher so schnell ... richtig die Seiteneinteilung und auch die Zeilenabstände sind großzügiger ;) und zack ist ein Buch ausgelesen.
Ein tolles Buch für Kids und auch für uns Erwachsene. Ein Einblick in das Gefühlschaos unserer Kids, der hilft sich wieder einmal in ein Kind hineinzuversetzen und über einige Dinge nachzudenken. Es geht unter anderem um die Urangst der Kinder. Das die geliebten Eltern sich trennen, das der Vater sich in eine andere Frau verliebt und die Mutter den Vater durch einen neuen Mann ersetzt.

In diesem Buch kämpft die Protagonisten dafür, dass es nicht so weit kommt. Zumindest versucht sie dies bei der Mutter, denn ihr Vater hat bereits eine neue Frau die er kurz nach der Scheidung ihrer Mutter auch geheiratet hat und mit der er Zwillinge bekam. Violet sieht George Clooney als Idealbild, als perfekten Stiefvater für sich und ihre Schwester. Ihrer Mutter hatte viele hoffnungslose Liebhaber, doch sie will nur eines, endlich wieder von einem Mann geliebt werden und sich geborgen fühlen. Violet braucht lange um dies zu verstehen und die Geschehnisse der letzten Jahre zu verarbeiten. Es fällt auf, dass sie stets Sachen sortiert, von A nach B, von klein nach groß und umgekehrt. Es ist sehr interessant in die Gefühlswelt eines Scheidungskindes hineinzublicken. Geschrieben ist es in der Ich-Perspektive und man ist von Anfang an mitten in Violets Gefühlsleben. Das Cover ist knuffig und authentisch. Ein Männlein zum Anknabbern, leider nur ein täuschend echtes Abbild. Die Kapitel beginnen mit großen Ziffern und sind jeweils nicht allzu lang, sodass das Buch für Kids sehr gut zu lesen sein wird. Es ist rasant und flüssig geschrieben.

Kurz & gut – mein persönliches Fazit:

Ein Einblick in das Gefühlschaos eines Scheidungskindes, welches lange braucht um die Veränderungen zu verarbeiten. Ein Kind das alles daran setzt die Liebhaber der Mutter schnellstens zu entlarven und los zu werden, denn schließlich hat sie die Idee ihre Mutter mit George Clooney zu verkuppeln. Ob aus der Idee auch etwas Reelles wird, oder wie eine Seifenblase zerplatzt lest ihr in diesem wundervollen Buch. Mir hat es zeitweise zu denken gegeben und an vielen Stellen im Buch musste ich auch kräftig schmunzeln. Dieses Buch ist für Jung und Alt gleichermaßen zu empfehlen. Als Erwachsener fragt man sich oft, was geht in einem Kind vor. Man war selbst einmal ein Kind aber vergisst mit der Zeit welche Sichtweise auf die Dinge man damals hatte. Dieses Buch katapultiert einen zurück und lässt einen wieder Kind sein. Ihr merkt, ich finde dieses Buch sehr unterhaltsam und interessant.

© Rezension: 2013, Susa (sa)


Über die Autorin:
Susin Nielsen hat u.a. Drehbücher für so erfolgreiche Serien wie "Degrassi Junior High" oder das hoch gelobte "Robson Arms" geschrieben. "Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter" ist ihr erstes Buch auf Deutsch und ihr erstes im Carlsen Verlag. Susin Nielsen lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Vancouver. © http://www.carlsen.de

Wartungsarbeiten

Mittwoch, 24. Juli 2013 0 Kommentare


Liebe Leser

wir bitten um Euer Verständnis, wenn die Beiträge und Seiten momentan nicht ordentlich angezeigt werden und die meisten Bilder fehlen. 
Die Startseite konnte bisher wieder hergestellt werden, alles andere ist noch in Bearbeitung.
Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Problem zu beheben. 

Viele Grüße
euer Bücherkaffee-Team

Rezension: Silber. Das erste Buch der Träume | Kerstin Gier

Dienstag, 23. Juli 2013 6 Kommentare


Dream a little dream ...
Sechs Länder auf vier verschiedenen Kontinenten bedeutete für Liv und ihre Schwester Mia sechs mal auf einer neuen Schule anfangen, sechs mal neue Freunde finden und ebenso sechs mal Abschied nehmen. Doch nun sollte alles anders werden. Ihre Eltern leben getrennt und Mutter als auch Vater sind immer hochbeschäftigt. Doch nun holt ihre Mutter sie nach Großbritannien und verspricht den Kindern ein richtiges Zuhause in einem Cottage nahe Oxford.    
Doch wie üblich gab es wieder eine Planänderung und Liv und Mia landen in einer Londoner Wohnung, nahe dem neuen Lebensgefährten ihrer Mum. Die Mädchen sind genervt. Und der Name der neuen Schule erst, auf der sie angemeldet wurden: Frognal Academy! Alles in Allem haben die beiden Geschwister aber keinen schlechten Start in der Schule und machen interessante Bekanntschaften - und Liv wird sogar gleich Topthema auf dem mysteriösen Tittle-Tattle-Blog.

Liv fällt aber vor allem eine Gruppe sehr hübscher Jungs auf. Seltsam ist für sie jedoch, dass sie kurz darauf äußert real von eben diesen Jungs zu träumen beginnt. Sie trifft die Jungs auf einem Friedhof wieder und befindet sich plötzlich inmitten eines seltsamen Rituals und sie unterhält sich auch mit ihnen. Unheimlich!
Aber noch unheimlicher ist: Diese Jungs sprechen sie Tags darauf in der Schule an und erwähnen Dinge, die sie NUR im Traum preisgegeben hat. Was geht hier vor? Wo bleibt die logische Erklärung? Was ist es Rätsels Lösung? Liv wird neugierig, denn Rätseln konnte sie noch nie widerstehen ...

Meine Gedanken zu dem Buch:

Der erste Band der neuen phantastischen Trilogie von Kerstin Gier ist da! Nachdem die Edelstein-Trilogie euphorisch von den Fans gefeiert wurde (zu recht), legt Kerstin Gier nun nach und gibt mit "Silber. Das erste Buch der Träume" den Startschuss für eine neue Trilogie. Schon im Vorfeld herrscht wahre Begeisterung und der Veröffentlichungstermin wurde herbeigesehnt und auch dementsprechend mit verschiedenen Aktionen zelebriert. Wird sie es schaffen, an dem großen Erfolg der Edelstein-Trilogie anzuknüpfen? Dies wird sich wohl erst noch weisen.

Auch ich freute mich sehr auf diese neue Reihe (und das, obwohl ich momentan so gar kein Freund von Reihen bin). "Der erste Eindruck zählt", heißt es immer so schön - und der erste Eindruck war natürlich phänomenal! Die Cover- als auch Buchgestaltung ist hervorragend gelungen. Nicht nur der Schutzumschlag, nein auch der Bucheinband wurden aufwändig gestaltet und das Ex Libris Emblem auf der ersten Seite ist schon ein wahrer Blickfang. Schöne Ornamente durchziehen das ganze Buch und Tittle-Tattle-Blogeinträge setzen optische Highlights.

Ihr seht, auf die optische Darstellung wurde ein großes Augenmerk gelegt. Leider fehlte das Lesebändchen, dass meiner Meinung ein gutes HC komplettiert. Der Schreibstil ist jugendlich-frech und passt sich somit hervorragend der Alterszielgruppe (ab ca. 14 Jahren) an. Auch wurde eine große Schriftart gewählt und der Text locker über die Seiten verteilt. Die Länge der einzelnen Kapitel ist ebenfalls sehr angenehm. Erzählt wird diese Geschichte in der ich-Perspektive aus Sicht von Liv, der Älteren der beiden Geschwister. Ich mag diesen Erzählstil sehr, denn ich erhalte so immer einen guten Einblick in die Gedanken - und in diesem Fall auch in die Träume - der Protagonistin. Doch mit Liv hatte ich so stellenweise meine Probleme. Ich konnte nicht so recht warm werden mit ihr. Sie erschien mir persönlich etwas zu überzogen, zu ironisch, zu flapsig. Meine Meinung zu ihr schwankte durch das ganze Bauch durch und auch nach Beenden des Buches bin ich mir hier immer noch nicht ganz einig. Ihre ganze familiäre Situation - vor allem das Verhalten zwischen Mutter und Tochter - das alles andere als schön ist, wurde hier etwas zu sorglos behandelt. Vor allem die Mutter hätte ich des Öfteren gerne mal kräftig geschüttelt. Ich möchte aber hier nicht zu viel Kritik ausüben, ich warte ab, was die Fortsetzung bringen wird.

Es gab aber auch immer wieder andere Momente. Momente, die Liv´s Charakterstärke zeigten, ihre Entschlossenheit und ihren Mut - und ihre Dickköpfigkeit - hier konnte sie wieder punkten bei mir. Ich sagte ja - ich bin hin- und hergerissen ...

"Dream a little dream" - das Thema des Buches hat mir grundsätzlich sehr gut gefallen, die Idee mit den Traumtüren und dem Wandern durch die Träume anderer wurde sehr schön und zum Teil auch recht witzig ausgearbeitet, verlor aber meiner Meinung im letzten Drittel einiges an Reiz, was die Weiterentwicklung der Geschehnisse betrifft. hier hatte ich kurzfristig mal das Gefühl, in einer anderen Geschichte gelandet zu sein. Dies ist aber eine persönliche Empfindung und ich denke, hier sind die Geschmäcker einfach verschieden . Auch die integrierte Liebesgeschichte wird so mancher jungen Leserin sicher einen Seufzer entlocken. Ich selbst war jedoch der Meinung, dass diese Entwicklung fast ein bisschen lieblos und auch zu schnell voranschreitend dargestellt wurde.

Weiter möchte ich aber nicht darauf eingehen, um nichts zur Handlung zu verraten. Während bei der Gestaltung der Charaktere das Hauptaugenmerk auf die Protagonistin gelegt wird, erscheinen andere eher blass daneben, aber immer wieder gibt es auch bei anderen Charakteren schöne Situationen, die mich schmunzeln ließen. Liv's Schwester Mia sorgte zum Beispiel des Öfteren dafür. Immer ein wenig im Schatten von Liv erregte sie doch oft meine Aufmerksamkeit und ich musste über ihre Spontaneität lachen.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Kerstin Gier ist mit "Silber. Das erste Buch der Träume" ein schöner - quasi "traumhafter" - Auftakt zur neuen Fantasy-Trilogie gelungen. Alles in allem fühlte ich mich gut unterhalten, nur mit der Protagonistin selbst konnte ich nicht ganz so sehr warm werden. Viel Humor, eine kräftige Portion Ironie, eine Prise Jugendliebe und ein schönes Fantasy-Thema machen "Silber" dennoch lesenswert. Leider gefiel mir persönlich die Entwicklung der Geschehnisse nicht so recht.

Aber ich warte mit einem endgültigen Urteil sehr gerne ab, was die beiden Folgebände dieser Trilogie noch zu bieten haben. Ich werde sie auf jeden Fall lesen und bin gespannt, wie sich das zweite Buch der Träume entwickeln wird. Einen Vergleich zur Edelstein-Trilogie werde ich definitiv nicht ziehen, denn dies sind zwei völlig eigenständige, ganz individuelle Projekte und haben miteinander nichts zu tun.

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas (az) 


Du willst wissen, wie es mit Liv und Henry weiter geht und was auf der Frognal Academy aktuell passiert? Dann schaut mal auf dem Tittletatteblog vorbei! Secrecy hält euch hier immer auf dem Laufenden! 
http://www.tittletattleblog.de
https://www.facebook.com/tittletattleblog

Über die Autorin:

Kerstin Gier, Jahrgang 1966, hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 ihr erstes Buch veröffentlicht. Mit riesigem Erfolg: Ihre Romane wie die »Müttermafia« oder »Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner« sind längst Kult und auf allen Bestenlisten zu finden, genauso wie »Rubinrot«, »Saphirblau« und »Smaragdgrün«, die auch international zu Bestsellern wurden. Im März 2013 kam mit »Rubinrot« bereits die zweite Verfilmung eines ihrer Bücher mit Starbesetzung in die Kinos. »Silber - Das erste Buch der Träume« ist der Auftakt zu ihrer neuen phantastischen Trilogie. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Köln. http://www.fischerverlage.de/autor/kerstin_gier/21751

[alexandra]

Rezension: Jo Schmo rettet die Welt | Greg Trine

Montag, 22. Juli 2013 0 Kommentare

Titel: Jo Schmo rettet die Welt – Dr. Garstigs irreböser Plan
Autor: Greg Trine
Verlag: Arena Verlag
Aus dem Amerikanischen übersetzt von: Karlheinz Dürr
Genre: Kinderbuch
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahre
Erscheinungsdatum:  Juni 2013
Ausstattung: durchgehend illustriert, gebunden mit runden Ecken, 120 Seiten
ISBN13: 978-3-401-06856-5


Ein kleiner Einblick

Eines Tages bekommt Jo Schmo ein mysteriöses Päckchen mit einem Heldenmantel und einem überaus dicken Heldenhandbuch. Dabei ist sie doch ganz zufrieden damit, eine völlig normale Viertklässlerin zu seinWie also wird man denn eine richtige Superheldin? Muss sie den ganzen Tag die Welt retten und fiese Schurken bekämpfen? Da muss Jo doch gleich jemanden fragen, der sich am besten damit auskennt. Nämlich ihren Opa JOE, der immerhin fünfunddreißig Jahre lang Polizist war und mit irrewitzig dargestellter russischer Nahkampftechnik, die er Jo natürlich auch beibringt, Verbrechen bekämpft hat.

Mit Opa Joes Hilfe und Jos tapferen (dauersabbernden) Hund Raymond als Heldenhelfer beginnt das Abenteuer. Jo baut aus ihrem Skateboard ein Heldenmobil „…von null auf hundert in vier, drei Sekunden" (Seite 41)

... und Opa JOE hört den Polizeifunk ab, um Jo bei Bedarf Bescheid geben zu können, wenn ihre Superheldenhilfe gebraucht wird. Das passiert schneller als Jo sich das vorgestellt hat. Eine Bank wird ausgeraubt und Jo Schmo-Superheldin eilt mit Raymond zu Hilfe, obwohl sie eigentlich im Unterricht sitzen müsste. Darauf nehmen Schurken natürlich keine Rücksicht. Außerdem ist da noch der superverrückte Wissenschaftler Dr. Garstigg mit seinem Assistenten Pete, die die Herrschaft über die Stadt übernehmen wollen. 

Dr. Garstigg hat den Wiederbeleber-Verkleber erfunden, mit dem man einem Skelett wieder Leben einhauchen kann. Sein Ziel ist das Naturkundemuseum in der Stadt, um die Dinosaurier wiederzubeleben. Die sind natürlich bekannt für großes Chaos und Zerstörung. Werden Jo Schmo und ihr Heldenhelfer Raymond rechtzeitig zur Stelle sein und ihn mit Opa JOEs Knöchelknackertechnik aufhalten können? Muah-ha-ha! (Irreböses Lachen) Das müsst ihr selbst herausfinden…

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Witzige, höchst unterhaltsame Lektüre für Kinder ab acht. Auch zum Vorlesen halte ich das Buch dank der nicht allzu langen Kapitel und tollen Illustrationen für gut geeignet. Dann sogar schon ab der ersten Klasse. Die Geschichte ist spannend und so humorvoll erzählt, dass auch Erwachsene ihren Spaß daran haben werden. Jo Schmo ist definitiv die sympathischste Superheldin in diesem Sommer.

© Rezension: 2013, Jule


Über den Autor:
Greg Trine ist selbst ernannter Superheld (seit der 4. Klasse). Er ist sich sicher, dass er mal einen College-Abschluss in Irgendetwas und Irgendwo gemacht hat, aber das ist schon so lange her, dass er alles vergessen hat. Greg Trine lebt in Kalifornien, und wenn er nicht gerade die Welt rettet, schreibt er humorvolle Kinder- und Jugendbücherhttp://www.arena-verlag.de/helden/greg-trine

Rezension {Alexandra} | Mein Herz zwischen den Zeilen | Jodi Picoult, Samantha van Leer

Sonntag, 21. Juli 2013 3 Kommentare

Bibliografie des Buches: 

Titel: Mein Herz zwischen den Zeilen
Autorinnen: Jodi Picoult, Samantha van Leer
Verlag: Boje | Bastei Lübbe Verlag
Originaltitel: Between The Lines
Aus dem Amerikanischen übersetzt von: Katharina Förs, Christa Prummer-Lehmair
Illustratoren: Yvonne Gilbert, Scott M. Fischer
Genre: Jugendroman, Liebe, Märchen
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: 19.06.2013
Ausstattung: Hardcover, 286 Seiten
ISBN13: 978-3-414-82365-6
Preis Printausgabe: € 14,99 [D]
Preis eBook: € 9,99 [D]

Ein kleiner Einblick:

Delilah, ein eher ruhiges und zurückgezogenes Mädchen, liest für ihr Leben gerne. Seit einiger Zeit hat es ihr ein spezielles Märchenbuch angetan, dass sie immer und immer wieder aus der Schuldbibliothek ausleiht. Es ist das Buch "Mein Herz zwischen den Zeilen", schön gebunden in rotem Leder. Mit dem Prinzen Oliver kann sich Delilah richtiggehend identifizieren und die Geschichte kennt sie mittlerweile auswendig. Besonders die Seite 43, denn hier kommt der gutaussehende Prinz Oliver ganz alleine vor, im Text und auch auf der Illustration. Als sie mal wieder diese Seite aufschlägt, traut sie ihren Augen nicht:
»Hilf mir« steht da plötzlich – Delilah kann es kaum fassen, als sie diese Nachricht in der Illustration sieht. Offensichtlich hat Oliver die Bitte speziell für sie hinterlassen.
Oliver ist glücklich, als er sieht, dass Delilah seine Nachricht lesen und sie beide über die Buchseiten hinweg miteinander sprechen können.
Was Delilah bisher nicht ahnte: die Darsteller der Geschichte führen ein Eigenleben, sobald das Buch zugeschlagen wird. Öffnet man das Buch, spielen sie ihre Geschichte immer und immer wieder. Sie wiederum ahnen nichts von der Welt außerhalb des Buches. Außer Oliver. Er weiß, dass es da noch etwas anderes gibt und sein größter Wunsch ist es, aus der Geschichte aussteigen zu können.



"Aber ich habe mir schon immer Gedanken gemacht. es leuchtet doch ein: Wenn ich ein Leben außerhalb dieser Geschichte habe, muss es bei den Lesern, deren Gesichter über uns schweben, ebenso sein. Und SIE sind nicht zwischen den Buchdeckeln gefangen. Also wo genau SIND sie? Und was treiben SIE in der Zeit, wenn das Buch geschlossen ist? "
Oliver, Seite 20

Er möchte Delilahs Welt kennenlernen! Delilah und er knüpfen zarte Bände und ehe sie sich versehen, verlieben sie sich ineinander.
Doch was ist Realität, was ist Fiktion? Kann Delilah Oliver helfen, die Grenze zwischen den zwei Welten zu überwinden?

Meine Gedanken zu dem Buch:

Zusammen mit ihrer Tochter Samantha hat die bekannte Bestseller-Autorin Jodi Picoult einen Liebesroman für junge Leserinnen geschrieben – aber nicht einfach irgendeinen Liebesroman. Nein, hier vereint sich diese zarte Liebesgeschichte mit einem Märchen und daraus entwickelt quasi ein Märchen im Märchen.
Schon als ich durch das Buch blätterte, fiel mir auf, dass hier mit verschiedenen Schriftfarben gearbeitet wurde und die Story zudem mit zahlreichen Schattenzeichnungen und ganzseitigen farbigen Illustrationen durchzogen ist. Alleine diese optische Aufmachung, diese Illustrationen sind schon ein echtes Highlight und wie ich später feststellte - sind sie hervorragend mit der Geschichte abgestimmt und verleihen dem Geschehen Lebendigkeit. Über die Covergestaltung lässt sich streiten, aber hier sind die Geschmäcker ja verschieden und ich muss an dieser Stelle unbedingt nochmals das Alter der Zielgruppe hervorheben. Dieses Buch ist für LeserInnen ab 12 Jahren gedacht - und für diese Alterszielgruppe ist das Cover natürlich perfekt gewählt und lässt mit Sicherheit die Mädchenherzen höher schlagen.
Die Story ist durchzogen von mehreren sich immer abwechselnden Handlungssträngen. Zum einen sind da natürlich die Gespräche zwischen Delilah und ihrem "fiktiven" Freund Oliver - und zwar immer abwechselnd mal aus ihrer, mal aus seiner Sicht. Diese Parts sind auch gleich wunderbar an der unterschiedlichen Schriftfarben zu erkennen. Aber auch das Privatleben der beiden Protagonisten wird in diese Parts mit aufgenommen. Denn sowohl Delilah als auch Oliver müssen ihr seltsames Verhalten in ihren unterschiedlichen Welten erklären. Delilah vernachlässigt in ihrer realen Welt ihre Familie und ihre beste Freundin.



"Kinder werden nie nach ihrer Meinung gefragt, aber mir scheint, erwachsen zu werden heißt, nicht mehr das Beste zu hoffen, sondern sich auf das Schlimmste gefasst zu machen. Also wie soll man einer Erwachsenen klarmachen, dass alles, was in der Welt falsch läuft, vielleicht daher kommt, dass sie nicht mehr daran glaubt, dass das Unmögliche geschehen kann? "
Delilah, Seite 123

Auch Oliver muss sein Verhalten seinen "Mitspielern" erklären, sobald das Buch zugeschlagen ist. Als dritter Strang zieht sich hier das tatsächliche Märchen durch die Geschichte. Das Märchen, dass Delilah immer wieder liest und auswendig kennt. Diese Märchen-Abschnitte beginnen immer mit einer farbigen ganzseitigen Illustration - so kann zu keiner Zeit Verwirrung aufkommen.
Der Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen und ebenfalls sehr schön auf die Alterszielgruppe abgestimmt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und beugen so Leseermüdung bei den jungen Lesern vor.
Bei der Gestaltung und Ausarbeitung der Charaktere haben die Autorinnen ihr Augenmerk auf die beiden Hauptprotagonisten Delilah und Oliver gelegt. Es treten zwar viele Nebencharaktere auf, diese bleiben jedoch blass und ihre Merkmale werden nur oberflächlich angesprochen.
Auf Delilah und Oliver wird hier schon mehr eingegangen, aber nicht in dem Maße, wie man es sich gerne wünscht. Jedoch verweise ich hier auch wieder auf das Zielgruppenalter und denke, dass tiefgängigere Ausführungen eventuell bei 12-jährigen zur Lese-Langeweile führen könnten.
Das Ende des Buches hat meinen persönlichen Geschmack leider nicht so recht getroffen, die Entwicklung der Dinge sagte mir nicht zu und schien mir nicht so recht zum Rest der Geschichte zu passen. Da hätte ich mir gerne eine andere Art von Ausgang gewünscht.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Ein schöner fantasiereicher Jugendroman, der eine Mischung aus jugendlicher Träumerei und Sehnsucht bietet, bei der Realität und Fiktion miteinander verschmelzen. Eine kleine fantastische Märchenwelt - mitreißend und unwiderstehlich, die Mädchen ab 12 Jahren mit Sicherheit das Herz höher schlagen lässt.
Ein zarter Liebesroman für junge Märchenliebhaberinnen und romantische kleine Träumerinnen. :-)

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas (az)


Über die Autorinnen:

Jodi Picoult
geboren 1967 auf Long Island, studierte in Princeton Creative Writing und in Harvard Erziehungswissenschaften. Seit 1992 schreibt sie mit sensationellem Erfolg Romane. Sie wurde für ihre Werke vielfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem New England Bookseller Award. Ihre Romane erscheinen in 35 Ländern. Jodi Picoult gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten amerikanischen Erzählerinnen weltweit. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Hanover, New Hampshire.
Website von Jodi Picoult: http://www.jodipicoult.com/
Quelle: http://www.luebbe.de/Personen/Details/Jodi+Picoult#subtab=1

Samantha van Leer
ist die Tochter von Jodi Picoult, sie geht noch auf die Highschool. Die Idee zu MEIN HERZ ZWISCHEN DEN ZEILEN kam ihr eines Tages im Unterricht. Sie erzählte sofort ihrer Mutter davon, die so begeistert war, dass die beiden daraufhin ihren ersten gemeinsamen Roman schrieben. In ihrer Freizeit spielt Samantha Softball, singt und spielt in Musicals. Außerdem liebt sie es, mit ihren drei Hunden zu spielen. Nach einem von ihnen, Oliver, wurde der Held dieser Geschichte benannt. Quelle: http://www.luebbe.de/Personen/Details/Samantha+van+Leer#subtab=1


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Bastei Lübbe Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Jodi Picoult, Samantha van Leer

Im Gespräch mit Autorin Ulrike Rylance

Samstag, 20. Juli 2013 4 Kommentare

Liebe Ulrike, zuerst natürlich einmal ein „Herzlich Willkommen“ und vielen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und dass Du Dir Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.
Gleich mal eine neugierige Frage vorab: Mit welchem Getränk kann man Dir größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus?
Am liebsten trinke ich einen kochendheißen, starken Capuccino mit zehn Zentimetern fluffigem Milchschaum obendrauf. 

© Ulrike Rylance
Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor. Wer ist Ulrike Rylance / Ulrike Herwig?
Ich schreibe Kinder – und Jugendbücher als Ulrike Rylance und unter dem Namen Ulrike Herwig Bücher für Erwachsene im Genre Humor / Chico-Lit

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen?
Schreibversuche gab es schon, seit ich schreiben kann (Gedichte, Kurzgeschichten, Tagebuch mit ganz vielen Ausrufezeichen!!!!!) Bücher schreibe ich seit ungefähr sechs Jahren - eigentlich seit ich mich entschlossen habe, es „ernsthaft“ mit dem Schreiben zu versuchen. Also mich um eine Buchveröffentlichung zu bemühen. Na ja und nebenberuflich bin ich noch Chauffeur, Köchin, Putzfrau, Waschfrau, Hundetrainerin, Fundbüro, Psycho-Coach für Teenage-Drama ... 

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß?
Wenn ich so richtig in einer Geschichte drinstecke und stundenlang schreibe, ohne zu merken, wie die Zeit verfliegt. Das ist wie ein Rausch und macht glücklich.

Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.)
Hast Du einen fixen Tagesablauf mit bestimmten Zeiten, die für private Stunden beziehungsweise das Schreiben reserviert sind?
Ich schreibe früh am Morgen, meist so bis Mittag, denn nachmittags habe ich keine Zeit, wegen meiner ganzen Nebenjobs (siehe oben) Es ist eigentlich ziemlich unspektakulär: Ich setze mich  an meinen Laptop und fange an. Tasse Kaffee dazu und mein Notizbuch mit  Ideen und Anmerkungen und Planungen daneben und los geht’s. Wenn es ein albernes kleines Ritual gibt, dann eigentlich nur dieses – für jeden neuen Roman nehmen ich ein neues Notizbuch für die Planung, auch wenn ein anderes noch halb leer ist.

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?
Die Mitte!! :-) Nein – wenn ich ehrlich bin, ist der Einstieg am schwersten. Da gilt es, den richtigen Ton zu treffen, die Leser neugierig zu machen, nicht zu viel zu verraten usw. Meist schreibe ich die ersten drei Kapitel ohne jegliche Planung, um ein Gefühl für das Buch zu bekommen. Danach erst konzipiere ich den Rest.

Welchen Einfluss hast Du als Autorin auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung Deines Buches?
Auf das Cover gar keinen. Auf den Titel insofern, dass ich einen vorschlagen kann. Ob er dann aber genommen wird, steht auf einem anderen Blatt

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
„Büroroman“ von W.E. Richarzt. Eine grausame, bitterböse kleine Satire, die erbarmungslos und perfekt das menschliche Miteinander im Arbeitsalltag beschreibt

Du veröffentlichst als  Ulrike Rylance Kinder-und Jugendbücher und  als Ulrike Herwig Unterhaltungsromane für Erwachsene. Gibt es ein Genre, in dem Du Dich wohler fühlst, dass dir einfacher von der Hand geht, wie man so schön sagt?
Nein, ich mag beides. Ich mag es, lustige Kinderbücher zu schreiben und ich mag es, lustige Unterhaltungsromane zu schreiben. Ich bin wohl einfach nur ziemlich albern veranlagt ...

Wie entstehen die Protagonisten in Deinen Büchern? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun?
Oh, sie haben ziemlich viel mit realen Personen zu tun. Sie bestehen sozusagen aus lauter kleinen realen Stückchen. Allerdings würde ich nie eine reale Person in einem Buch „verwursten“ So komplett mit Aussehen und Charaktereigenschaften. Sondern ich nehme mir von dem einen diese kleine Macke, von dem anderen jene lustige Angewohnheit, vom dritten den Beruf, vom vierten die Lebensumstände, vom fünften die schönen Locken usw.

Wir haben vor einiger Zeit „Den Farbenverdreher“ im Bücherkaffee vorgestellt – ein zweisprachiges Kinderbuch ab 4 Jahren, das fördern  soll und in 7 Sprachen angeboten wird. Eine Geschichte, die im ersten Moment skurril erscheint, die aber die Phantasie der kleinen Leser ungemein fördert. Wie bist Du dazu gekommen, zweisprachige Kinderbücher zu schreiben? Was begeistert dich daran? Dürfen wir in dieser Richtung noch mehr Bücher von dir erwarten?
Mein erstes Buch („Wo ist Hawaii?“) habe ich im Selbstverlag heraus gebracht und zweisprachig geschrieben. (Auch noch in Reimen. Ich war größenwahnsinnig)  Das hat sich so ergeben, weil meine Kinder damals klein waren und zweisprachig aufwuchsen. Ich fand es schön, dass in zweisprachigen Haushalten beide Eltern dasselbe Buch vorlesen konnten. Wir haben das Buch damals in Amerika und in Deutschland im Bekanntenkreis verkauft und sind auf unheimlich viel positive Resonanz gestoßen. Wahrscheinlich, weil es damals noch nicht so viele zweisprachige Bücher gab. Allerdings konnte ich dieses Buch nie in einem Verlag unterbringen. Dafür habe ich aber Edition Bilibri  in München entdeckt, die dann meinen „Farbenverdreher“ mehrsprachig heraus gebracht haben. Ein weiteres mehrsprachiges Buch von mir folgte dort ein Jahr später: „Pia kommt indie Schule“    Ich hoffe natürlich, dass ich dort noch mehr Bücher veröffentlichen kann, weil ich die Idee einfach so toll finde.

„Tante Martha im Gepäck“ durfte damals als Reiselektüre in mein Gepäck und begeisterte mich sehr, vor allem die überaus gelungene Umgebungsbeschreibung. Warst Du zum recherchieren in Schottland oder verbindest du etwas Besonderes mit diesem Land? Allein vom Lesen her könnte man behaupten, dass Du dort sicher schon gelebt hast.
Naja, ich habe lange in England gelebt und war auch ein paar Mal in Schottland. Die raue und wunderschöne Natur dort ist einfach unglaublich. Dann hat es mir auch das schottische Englisch angetan, das klingt einfach toll. Und wer kann schon einem Mann im Kilt widerstehen ...  JIch habe leider nie länger dort gewohnt, aber wer weiß. Vielleicht findet sich in meiner Familie ja auch eines Tages eine reiche Erbtante Martha!

„Todesblüten“ – dieser Jugendthriller (wir haben ihn hier im Bücherkaffee vorstellt) gehört zur  „dtv pocket crime“ – Reihe. Hast du in dieser Reihe noch mehr Bücher veröffentlicht oder wird es hier bald neuen Nachschub geben?
Ja, es gibt Nachschub! Erstmal gab es von mir in dieser Reihe vor einem Jahr noch den Thriller „Villa des Schweigens“ und jetzt erscheint - sozusagen brandheiß - meine neuer Thriller Eiskaltes Herz“ im Juli 2013:   

An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir und als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten?
Im Moment arbeite ich an einem neuen Kinderbuch, das 2014 bei dtv junior erscheinen wird. Mehr verrate ich aber noch nicht.

Da ich selbst blogge, interessiert mich dies besonders: Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autorin und deren Fans viel intensiver geworden. Fluch oder Segen? Wie stehst Du persönlich dazu? Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?
Ich finde, das kann man ja als Autor selbst entscheiden, wie  sehr man sich in soziale Netzwerke einbringt oder wie viel man von sich preisgibt. Lesungen mache ich so gut wie nie, da ich im Ausland lebe, aber man findet mich auf Facebook und kann mich befreunden. Allerdings gibt es da nicht täglich aufregende Neuigkeiten zu meine Büchern oder dauerndes Selbstmarketing, sondern eher mal ein Haustierfoto (keine Katze!!!) oder generelle Kommentare über den Zustand der Welt und wie ich sie sehe.  Ich habe auch eine Website, auf der Neuigkeiten zu meinen Büchern erfahren werden können, dort gibt es auch eine Kontakt- E-Mail. Oft schreiben mir Schüler, die eins meiner Bücher im Unterricht vorstellen wollen und Fragen haben. Die beantworte ich natürlich gern.  Aber es ist jetzt echt nicht so, dass ich täglich mit einem Massenansturm von Anfragen fertig werden muss.  Noch nicht!! :-)

Was machst Du, wenn Du gerade nicht hinter dem Schreibtisch sitzt?
 Na ja, das tägliche Auf und Ab und die hunderttausend Handgriffe in einer Familie managen und wenn das geschafft ist – lesen, Filme ansehen, kochen, das Gekochte beim Joggen wieder abstrampeln,  Hot Yoga, mit meinen Eltern telefonieren, über neue Bücher nachdenken, die ich schreiben könnte /sollte/ möchte, meinem Nachbarn dabei zusehen, wie er seit drei Jahren erfolglos versucht, Maulwürfe zu fangen, Billard spielen oder einfach nur in die tolle Natur hinaussehen, die uns  in Sammamish umgibt ...

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?
Krimis und Thriller. Graphic Novels. Und – ich gestehe es – die gesamte Bandbreite historischer Romane. Ein Genre, das ich nie selbst schreiben könnte, das ich aber kiloweise verschlingen. Die ganzen Goldschmiedinnen, Närrinnen, Fälscherinnen, Hebammen, Huren, Gauklerinnen, Äbstissinnen,  Mätressen, und Zuckerbäckerinnen dieser Welt stehen alle einträchtig nebeneinander in meinem Bücherregal  zu Hause ...

Wann und vor allem wo liest Du selbst am liebsten?
Abends im Bett oder an einem Sommertag in der Hängematte

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen?
Mit Dumbledore

Was ist das Verrückteste oder Lustigste, was Du je erlebt hast?
Als meine Kinder klein waren, haben wir mal einen Samstag auf einem Londoner Fest verbracht, wo ich jedem Mädchen bei einem Straßenhändler ein kleines weiches Quetschbällchen mit Gesicht gekauft habe. Sie waren total verliebt in diese blöden Dinger, habe damit gespielt, sie rumgeknetet und hin und her gezerrt und als wir dann in der U-Bahn nach Hause zurückfuhren, haben sie angefangen die Bällchen herum zu werfen. Und genau da sind sie dann auch geplatzt – mitten in der Luft! Und waren auch noch - so stellte sich in diesem Moment heraus - innen mit Mehl gefüllt. Es legte sich also innerhalb einer Viertelsekunde ein dicker Mehlnebel über alle U-Bahn Fahrgäste im Waggon, die total erstarrt dasaßen und wahrscheinlich glaubten, Opfer eines Terrorangriffes geworden zu sein. Meine Töchter plärrten los: „Bällchen! Mein süßes Bällchen!“, Geschäftsmänner schüttelten ungläubig die mehlbestäubten Köpfe,  mehlweiße Frauen schnappten nach Luft. Und in die kurze Stille nach der Mehl-Explosion sagte ein Mann: „Well folks - that’s what I call a perfect day out with the kids!“

Wer oder was macht Dich besonders glücklich?
Meine Familie. Und hoffentlich bald ein neuer kleiner Hund ...

… und was stimmt Dich eher nachdenklich?
Da reicht schon eine Minute Nachrichten pro Tag ...

Verrätst Du uns Dein ganz persönliches Rezept für gute Laune?
Sich mit einem Tier beschäftigen. Tiere freuen sich, wenn sie dich sehen und lieben dich so wie du bist. Man kann in ihrer Gegenwart einfach nicht lange missmutig sein.


Liebe Ulrike, vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und für das nette Interview. Ich hoffe und wünsche es mir, dass wir noch viel von Dir hören bzw. lesen werden! Alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft! Die Türen des Bücherkaffee´s stehen dir jederzeit offen und ich freue mich auf weitere Besuche! 

Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann dies unter folgenden Links tun:

© Interview, Alexandra Zylenas
[alexandra]

Rezension: Todesblüten | Ulrike Rylance

Freitag, 19. Juli 2013 3 Kommentare

Titel: Todesblüten
Autorin: Ulrike Rylance
Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
Genre: Jugendbuch-Thriller, dtv pocket Crime
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
Erscheinungsdatum: Februar 2012
Ausstattung: Taschenbuch, 224 Seiten
ISBN13: 978-3-423-78258-6


Ein kleiner Einblick:

Clara ist begeistert, denn sie und ihre beste Freundin Melli haben von ihren Eltern die Erlaubnis bekommen, auf dem alten Hausboot von Claras Tante im Spreewald Urlaub zu machen - ganz ohne Eltern und Aufpasser! Was die Eltern nicht wissen: die beiden Mädels haben heimlich zwei Jungs zu diesem Trip eingeladen und zu viert wollen sie den Sommer ihres Lebens auf diesem Hausboot erleben.

Doch was in ihrer Vorstellung so romantisch und toll sein sollte, entpuppt sich in der Realität zum absoluten Chaos-Urlaub. Ein abgelegenes, nur mit Ruderboot zu erreichendes, sehr heruntergekommenes und kleines Hausboot erwartet sie. Von Party keine Spur, dafür aber um so mehr Moskitos und komische Nachbarn. Als dann plötzlich noch eine Mädchenleiche auftaucht, gerät die Situation aus den Fugen. Doch aufgeben und nach Hause reisen, das wollen sie auch nicht. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und plötzlich ist Melli verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt. Was geht hier vor sich? Ehe Clara sich versieht, steht sie plötzlich alleine da und sie macht eine schreckliche Entdeckung ...

In diesem Moment wusste ich, wie sich das berühmte Reh im Scheinwerferlicht fühlt. Erstarrt. Unfähig sich zu bewegen. Voller Panik. Und voll Dummer Hoffnung, dass alles irgendwie vorbeiging, wenn es nur still stehen blieb. Seite 167

Meine Gedanken zu dem Buch:

"Todesblüten" gehört zur dtv pocket crime Reihe und ich - obwohl erwachsen - liebe diese Reihe sehr! Tolle Jugendkrimis, deren "Würze in der Kürze" liegen, wie man so schön sagt. So ist es auch bei diesem Band, der von Ulrike Rylance übrigens schon der zweite Band in dieser Reihe ist. Und noch ein weiterer folgt jetzt in diesem Sommer. Die Story liest sich leicht und flüssig und ist mit seinen 224 Seiten weder zu dick noch zu dünn. Die "Crime"-Elemente sind für die Jugendzielgruppe sehr angemessen. Sie erscheinen nicht zu schauerlich, aber trotzdem reicht es vollkommen für den Gänsehauteffekt. Die Spannung baut sich zu Beginn langsam auf, gewinnt aber über die Geschichte hinweg immer mehr an Fahrt und sorgt so dafür, dass dieses Büchlein zu einem echten Pageturner wird. Der Nervenkitzel packte mich nach einer Weile gewaltig und ich wollte unbedingt wissen, wo dieser Hausboot-Urlaub noch hinführen wird. Warum wurde das fremde Mädchen ermordet? Was genau hat es mit Alex und David auf sich, wer sind eigentlich die zum Teil seltsamen Hausboot-Nachbarn? Was ist mit Melli passiert? Man sieht, es galt, einige Fragen zu klären und die Antworten dazu bekam ich in der Tat erst zum Ende hin geliefert. 

Für die kürze der Geschichte ist es Ulrike Rylance gut gelungen, die Charaktere der Protagonisten schön auszuarbeiten. Clara, Melanie, David und Alex - vier Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Clara ist die Ruhige, eher Vernünftige, die aber doch auch gerne ein wenig verträumt erscheint. Melanie hingegen tritt eher aufgedreht, etwas egoistisch und sehr naiv auf. David ist ein Typ, der nicht zu durchschauen ist. Er gibt sich bedeckt, mag nichts von sich preisgeben und erscheint so sehr unnahbar. Und Alex...ja, dies ist ein ganz spezieller Charakter, der schlichtweg nur abstoßend wirkt (was durchaus von der Autorin gewollt ist). Er verkörpert den absoluten Negativ-Charakter dieser Geschichte.

Das Setting dieser Story führt uns Leser in den Spreewald und dies gibt der Geschichte einen ganz besonderen Charme. Urlaub auf dem Hausboot, ohne Eltern und Aufpasser - das klingt natürlich nach Abenteuer pur! Die Umfeldbeschreibung dazu sprach mich gleich an und man konnte richtig in die Atmosphäre dieser abgelegenen Gegend eintauchen. Nachdem ich mich ein wenig eingelesen hatte, blätterte ich immer mal wieder zum Cover zurück und betrachtete dies nach einer Weile mit ganz anderen Augen. Der leichte Gruseleffekt setzte ein!

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

"Todesblüten" ist ein weiteres Highlight in der Jugendkrimi-Reihe "dtv pocket crime" und ich fühlte mich mal wieder bestens unterhalten und boten mir eine schöne Portion Nervenkitzel. Ein ansprechendes beschriebenes Setting, gut ausgearbeitete Charaktere und ein toller Spannungsaufbau machten dies möglich. Ein gelungener und spannender Jugend-Krimi mit einer schönen Portion Spreewald-Charme, der auch Erwachsenen gefallen wird, die gerne mal zu einem Buch aus dem Jugendbereich greifen. Ich für meinen Teil bin nun auch neugierig auf den neuen Krimi aus Ulrike Rylances's Feder!

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas (az)

[alexandra]

Rezension {Aygen} | Das Geheimnis der Eulerschen Formel | Yoko Ogawa

Donnerstag, 18. Juli 2013 3 Kommentare

Bibliografie des Buches:
Autorin: Yoko Ogawa
Verlag: Aufbau Verlag
Originaltitel: Hakase no Aishita Sûshiki
Aus dem Japanischen übersetzt von: Sabine Mangold
Genre: Roman, Erzählung, Gegenwartsliteratur
Erstausgabe:  Verlagsbuchhandlung Liebeskind 14.02.2012
Aktuelle Ausgabe: Aufbau Verlag 20.06.2013
Ausstattung: Broschur, 250 Seiten
ISBN13: 978-3-7466-2944-5
Preis Printausgabe: € 8,99 [D]

Leseprobe:
KLICK


Ein kleiner Einblick:
Eine junge alleinerziehende Frau wird über ihre Agentur als Haushälterin einem neuen Kunden zugeteilt. Die eigentliche Kundin ist die Eigentümerin eines großen Anwesens, welches auch von dem eigensinnigen, verwirrten aber doch sehr herzlichen Schwager bewohnt wird. Und genau um diesen geht es auch. Der liebenswürdige Herr, der einfach nur Professor genannt wird, erlitt 1975 im Alter von 47 Jahren einen schweren Autounfall. Der bis dahin bereits als berühmter Mathematiker verschieden Lösungen und Gleichungen außergewöhnlicher Formeln bekannt war, erlitt dabei schwere Kopfverletzungen. Seit dieser Zeit um genau zu sein, seit 17 Jahren kann der Professor sich an nichts länger als 80 Minuten erinnern.
Der Haushälterin ist bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit bekannt, dass schon neun Haushälterinnen in kürzester Zeit wieder entlassen wurden. Um diese Reihe nicht fortzuführen, versucht sie das Unmögliche. Sie versucht die Sprache des Professors zu lernen, welche sich zum größten Teil nur aus Zahlen bildet.
Ob ihr das gelingt oder ob sie als zehnte Haushälterin in kurzer Zeit wieder das Anwesen verlassen muss?


Es war ein verregneter Abend Anfang April, im schummrigen Arbeitszimmer hatte lediglich eine Glühbirne gebrannt.
Seite 6



Meine Gedanken zu dem Buch:
Gleich am Anfang macht uns die Autorin mit den Hauptcharakteren bekannt. Neben der Ich-Erzählerin, der Haushälterin ohne Namen lernen wir ihren zehnjährigen Sohn kennen, welcher vom Professor den Spitznamen Root erhält, Hierbei handelt sich allerdings um das mathematische Symbol, das Wurzelzeichen.
Root und der Professor teilen eine besondere Leidenschaft, die sie im Laufe der Geschichte immer mehr verbindet. Nämlich Baseball. Wo hingegen der Professor seine logischen mathematischen Hintergründe und Gedanken zu diesem Sport, gerne mit dem kleinen Jungen teilt.
Während der Professor in seiner eigenen Welt dargestellt wird, der Welt aus Zahlen, Formeln und klarer Formen, begeistert die Autorin immer wieder durch Textzeilen, in denen uns Mathematik auf eine poetische Art erklärt wird.
Die 2 ist die einzige gerade Primzahl. Sie führt das Team als erster Schlagmann an. Schreitet allein voran und schleift das endlose Gefolge der anderen Primzahlen hinter sich her…Fühlt sie sich da nicht einsam? Überhaupt nicht! Mach dir darüber keine Sorgen. Falls sie Gesellschaft braucht, kann sie einfach die Primzahlen verlassen und zu den geraden Zahlen gehen, wo sie eine Menge Freunde hat. Seite 91

Aber nicht nur seine Begeisterung für die Welt der Zahlen, macht diesen alten und klugen Herren so sympathisch, sondern auch sein optisches Auftreten. Wirres Haar und viele kleine Notizzettel bestücken seine Anzugjacke, um ihn immer exakt nach 1 Stunde und 20 Minuten erneut an die kleinen Geschehnisse und auch Personen zu erinnern. Auch erfahren wir im Laufe der Geschichte sehr viel über die Vergangenheit und das Leben der Haushälterin.
Die charakterlichen kleinen Macken der Personen in dieser Geschichte werden auf so bezaubernde Art dargestellt, welche es dem Leser leicht machen, sich in dieser Geschichte gut aufgehoben und wohl zu fühlen. Unbewusst nähern sich im Laufe der Geschichte Root und seine Mama dem Geheimnis des Professors. Der Zeit vor seinem Unfall. Die eulersche Formel, die in Verbindung mit einer ganz besonderen und wichtigen Person für den Professor steht. Einer verbotenen und nie vergessenen Liebe.

Ich persönlich hätte mir etwas mehr zu der Vergangenheit des Professors gewünscht. Aber in der ∑ ist zu sagen, dass es eine Runde, in sich geschlossene wunderbare Geschichte ist.

Sie war  mein stetiger Begleiter, immer bereit, wenn ich ihrer bedurfte. Ihre ewige Schönheit gab mir Ruhe und Frieden.
Seite 241

Kurz & gut - mein persönliches Fazit:

Ein schöner, gefühlvoller Roman, der selbst Nichtmathematiker in den Bann zieht. Obwohl die Mathematik in diesem Buch meiner Meinung nach dazu dient, den Leser den Geschehnissen näher zu bringen, um hinter das wahre Geheimnis zu kommen.
Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, wie ich versucht habe die Gleichungen des Professors nachzurechnen. Ob mir dies gelungen ist, bleibt mein Geheimnis. So viel sei gesagt, in Mathematik war ich noch nie gut. Ich kann dieses Buch jedem, der gerne über Verlust, Ängste, tiefe Freundschaft und Verbundenheit liest nur empfehlen. Das war mein erster Roman der Autorin Yoko Ogawa. Verzaubert von ihrem Schreibstil, werde ich mir diese Autorin und weitere ihrer Werke vormerken.

© Rezension: 2013, Aygen Ekici (ae)


Über die Autorin:

Yoko Ogawa
Geboren 1962, gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit zahlreichen namhaften Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in der Präfektur Hyogo.



Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Aufbau Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Yoko Ogawa

Rezension {Susa} | Inselsommer | Gabriella Engelmann

Mittwoch, 17. Juli 2013 2 Kommentare

Bibliografie des Buches:

Titel: Inselsommer
Autorin:  Gabriella Engelmann
Verlag: Knaur Verlag
Genre: Liebesroman, Inselroman
Empfohlenes Alter: ca. ab 16 Jahre
Erscheinungsdatum: 02. Mai 2013
Ausstattung: Taschenbuch, 432 Seiten
ISBN13: 978-3-426-51145-9
Preis Printausgabe: € 8,99 [D]
Preis eBook: € 8,99 [D]


eBook: KLICK
Leseprobe: KLICK
Sie können uns jederzeit besuchen und so lange bleiben, wie Sie wollen. Im Kapitänshaus ist immer ein Zimmer frei für Sie. Wir würden uns sehr freuen! Viele herzliche Grüße von der Insel!
Bea Hansen und Larissa Wagner
Seite 7

Ein kleiner Einblick:

Die 45-jährige Galeristin Paula muss raus aus ihrem Alltag. Zumal sie sich zu Vincent hingezogen fühlt, der sie schon seit Wochen sehr offen umgarnt. Sie ist jedoch mit Patrick verheiratet, mit dem sie zwar kinderlos aber dennoch eigentlich glücklich ist. Eigentlich, oder nicht? Diese Frage stellt sich Paula unentwegt. Da kommt es ihr gerade recht, dass sie bei einer ihrer Ausstellungen die zauberhafte Bea und deren Nichte Larissa kennenlernt. Diese laden sie ein, sie auf der Insel zu besuchen. Kurzerhand macht sich Paula also auf von Hamburg nach Keitum auf der Insel Sylt.
Bea lebt allein in Keitum in einem Traum von einem Inselhaus. Das Dach des Hauses ist mit Reet gedeckt, die Tür ist friesisch blau gestrichen und von Sylter Rosen romantisch umrankt. Beas Nichte Larissa führt eine kleine aber feine Buchhandlung, das Büchernest, mit kleinem Café.
Kurz nach ihrer Anreise lernt Paula den weisen und netten Adalbert kennen, wie sich später noch herausstellt ist er ein sehr guter Freund von Bea und ein weiser Gesprächspartner für Paula.
Mit der Zeit entwickelt sich auch zwischen Paula und Larissa eine wunderbare Freundschaft und sie schütten sich ihre Herzen aus. Larissa erzählt von ihren Träumen und ihrem Wunsch wie ihre Zukunft aussehen soll und Paula von ihren.
Vero, Beas Freundin, die im Büchernest den sogenannten Kochlöffel schwingt fällt für einige Zeit aus und so kommt es, dass Paula kurzerhand für sie einspringt. Die Arbeit macht ihr Spaß und sie lenkt ab. Auch Olli der neue Küchenhelfer versteht sich blendend mit Paula. Es könnte alles so schön sein, wären da nicht immer wieder diese quälenden Gedanken an Patrick. Selbst als Paula den Piloten Sönke kennenlernt kann sie nur an ihren Patrick denken. Ja, es vergeht kaum ein Tag an dem sie nicht an ihn denkt.
Als der Urlaub vorbei ist, fährt Paula zurück nach Hamburg und trifft dort auch wieder auf Vincent der eines Nachts vor ihrer Tür lauert. Selbst Patrick bleibt nicht verborgen das sich etwas verändert hat.
Paula kehrt zurück nach Sylt und beschließt einiges in ihrem Leben zu ändern...


„Hast Du Dich verliebt?“ Diese simplen vier Worte trieben mich in die Enge. Was sollte ich antworten?
Seite 138

Meine Gedanken zu dem Buch:

Der erste Gedanke war, wie so oft bei den Büchern von Gabriella Engelmann, "Was, schon zu Ende?", „War das schon alles?“. Man mag gar nicht aufhören zu lesen und ich schwöre ich habe das Meer rauschen hören. Die Protagonistin Paula war mir gleich sympathisch und ich habe mich super schnell in die Geschichte hineinversetzt. Obwohl ich den Vorgänger *Inselzauber* leider noch nicht kenne, fiel es mir nicht schwer mich zurechtzufinden, da dieses Buch hier in sich abgeschlossen ist. Geschrieben ist es in der Ich-Perspektive und man durchlebt als Paula die Hin- und Hergerissenheit in der Liebe, das knüpfen neuer Freundschaften und das süße Nichtstun beim Wandern am Sylter Strand. Auch setzt man sich mit Realität der Einwohner Sylts auseinander, denen es immer schwerer fällt ihren angestammten Platz zu wahren. Der Tourismus, der auf der einen Seite förderlich für die Insel ist, lockt wie wir alle wissen die Schönen und Reichen. Teure Hotels wachsen aus der Erde wo eigentlich Sand und Strand, vor allem aber Ruhe sein sollten, die Grundstückspreise und Mieten steigen, so dass die Inseleinwohner sich teilweise gezwungen sehen auf das Festland zu ziehen und jeden Tag zumindest zum Arbeiten auf die Insel Sylt zukommen. Gabriella hat dieses heikle wenn auch sehr sensible Thema sehr gut in ihrem Buch aufgenommen und mahnt zur Wachsamkeit. Unter www.zukunft-sylt.de findet Ihr viele weiter Infos zu diesem Thema.
Zurück zum Buch. Die Aufmachung des Covers gefällt mir recht gut. Die Silhouette der Insel ist zu sehen, ein mit Reet gedeckte Dach und hinter einer Düne das Meer und ein Leuchtturm. Fünfundsechzig Kapitel führen uns in die Welt von Paula und lassen uns an ihrem Leben teilhaben. Einfach wundervoll und flüssig geschrieben.


Kurz & gut – mein persönliches Fazit:

Ein genial schöner und warmer Inselroman mit viel Herz. Ich habe mich beim Schmunzeln, grübeln und auch beim schmachten ertappt und wage zu behaupten, dass es auch Euch so ergehen wird. Am Ende des Buches sind wieder Rezepte zu finden, so wie man es bereits in dem einen oder anderen Buch von Gabriella Engelmann gewohnt ist. Inselsommer hat mir, wie ihr sicher bemerkt, sehr gut gefallen und ich werde garantiert auch den Inselzauber von Gabriella Engelmann lesen. Also Daumen hoch, eine absolute Leseempfehlung. Ich sehne mich nun nach dem Meer und auch nach dem nächsten Buch aus ihrer Feder.

© Rezension: 2013, Susa (sa)
Über die Autorin:

Gabriella Engelmann, 1966 geboren in München, ist gelernte Buchhändlerin. Nach Stationen als Lektorin und als Verlagsleiterin eines Kinderbuchverlages arbeitet sie heute freiberuflich als Literaturscout und Autorin von Romanen für Erwachsene sowie von Kinder- und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann lebt und arbeitet in Hamburg.


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website http://www.droemer-knaur.de, Verlagsgruppe Droemer Knaur mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Gabriella Engelmann