Rezension: Paradiessucher | Rena Dumont

Montag, 12. August 2013 1 Kommentar


Autorin: Rena Dumont
Verlag: Carl Hanser Verlag
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Erscheinungsdatum: 28.01.2013
Ausstattung:
Flexibler Einband, 304 Seiten
ISBN13:
978-3446241640
Zum Inhalt:
Lenka ist 17 Jahre alt und wohnt gemeinsam mit ihrer Mutter in einem kleinen Ort in Tschechien. Unzufrieden mit dem sozialistischen Kleinstadtleben und von einer Karriere als Schauspielerin träumend, macht sich Lenka gemeinsam mit ihrer Mutter und einem Visum auf in ein neues, besseres Leben in Deutschland. Dort angekommen müssen die beiden jedoch feststellen, dass auch das Leben in der neuen Heimat so seine Tücken hat...

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte erst in seiner Nachwirkung beeindruckt und auch aufgewühlt hat.
Der Schreibstil ließ sich einfach wunderbar lesen und passte sich sehr gut dem Thema und auch der Zielgruppe der Geschichte an. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte auch mit Lenka sehr gut mitfühlen. Ihr Charakter war mir vom ersten Moment an sympathisch. Toll fand ich auch wie sie für ihre Träume gekämpft hat. Diese Willensstärke ist wirklich bewundernswert. Die Entscheidung, die eigene Heimat zu verlassen, muss nicht einfach sein - umso mutiger fand ich es, dass sich die beiden Frauen ins Ungewisse gewagt haben. Trotz aller Zweifel haben sie sich durchgebissen, auch wenn die Sehnsucht nach zu Hause immer sehr groß war. Zwei wirklich starke Frauen, die Rena Dumont hier gezeichnet hat...

Die Darstellung der Hürden einer Emigration wurde von der Autorin wunderbar aufgearbeitet. Auch das Leben in einem Asylbewerberheim konnte ich mir sehr gut vorstellen, obwohl ich mir an einigen Stellen doch etwas mehr Tiefgang innerhalb der Geschichte gewünscht hätte. Manche Probleme und Hürden hätten in meinen Augen noch etwas detaillierter und differenziert herausgearbeitet werden können. Doch dies ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um einen Jugendroman handelt. Zudem ging mir die Geschichte, besonders als es Richtung Ende der Geschichte ging, doch etwas zu schnell voran. Es wirkte etwas überstürzt und ich hatte das Gefühl, dass es jetzt einfach enden musste. Das Erzähltempo wurde hier einfach zu rasch erhöht, was ich sehr schade fand.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit
Insgesamt ein sehr bewegender Roman, der mich auch Tage später noch nachdenklich gemacht und Emotionen in mir ausgelöst hat. Authentisch, Gefühlvoll - einfach ein Knaller!!

© Rezension: 2013, Sandra Krause

Über die Autorin 
Die Autorin Rena Dumont, 1969 als Rena Zednikova geb. im mährischen Städtchen Prostejov, flüchtete als Siebzehnjährige mit ihrer Mutter nach Deutschland. Es folgten acht abenteuerliche Monate im Asylbewerberheim Königssee, dann zog sie nach München und vier Jahre später zum Schauspielstudium nach Hannover. Seit 1995 tritt sie an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen auf, u. a. an den Münchner Kammerspielen, im Schauspielhaus Wien und im Nationaltheater Prag. Sie spielte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen und schreibt Drehbücher und Kurzgeschichten. Paradiessucher ist ihr erster Roman.
http://www.hanser-literaturverlage.de/autoren/autor.html?id=28317





1 Kommentar:

  1. Hallo Sandra,

    ich habe das Buch auch kürzlich gelesen und mir hat es ebenfalls gut gefallen. Ich finde deine Schilderung von Lenka sehr interessant. Mir ist sie hauptsächlich als recht negativ eingestellt in Erinnerung geblieben. Dass sie auch sehr willensstark ist, war mir beim Lesen gar nicht so sehr bewusst. Jetzt, wo ich deine Rezension lese, kann ich da aber nur zustimmen.

    LG
    Jai

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