Rezension: Das Meer, in dem ich schwimmen lernte | Franziska Fischer

Dienstag, 8. Oktober 2013 2 Kommentare



Titel: Das Meer, in dem ich schwimmen lernte
Autorin: Franziska Fischer
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Genre: Romane
Erscheinungsdatum: 01.04.2013
Ausstattung: 280 Seiten
ISBN13: 9783862652556
Preis Printausgabe: 9,95 €  [D]

Leseprobe:
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Mit diesem Romandebüt gelingt Franziska Fischer eine traumhaft schöne Reise durch Mexiko und auch mitten in mein Herz.

Zum Cover:
Das Cover ist rundum gelungen. Eine junge Frau gleitet durchs Wasser und der Betrachter spürt förmlich mit welcher Hingabe und Leichtigkeit sie dies tut. Sie genießt dieses Gefühl der Schwerelosigkeit und Unbeschwertheit - dieses Gefühl geht auch auf den Betrachter über. Der Titel passt sich diesem Bild sehr gut an. So könnte das Meer als Synonym für das Leben per se stehen und das schwimmen lernen dafür, dass man lernt sein Leben zu genießen und auch loslassen zu können, um letztlich frei zu sein.

Zum Inhalt:
Die 20-jährige Ronja macht sich mit Rucksack, Fotoapparat und Tagebuch auf nach Mexiko, wo sie einige Zeit als Backpackerin verbringen möchte. Das Land hat sie nicht bewusst ausgesucht, vielmehr war es einfach eine spontane Entscheidung, die sie in dieses Land geführt hat. Anfangs hat Ronja große Probleme, sich mit dem Land, den Bewohner, der Sprache, der Kultur sowie auch dem mexikanischen Essen anzufreunden. Sie fühlt sich fremd, bis sie Julia kennenlernt - mit ihr verbringt sie einige Tage ihrer Reise. Dies und die gemeinsamen Erfahrungen bringen Ronja dem Land ein Stück näher und geben ihr die notwendige Zuversicht für ihre weitere Reise durch Mexiko. Später auf ihrer Reise lernt sie Ismael, einen mexikanischen Schmuckverkäufer, kennen und verliebt sich in ihn. Doch hat die Liebe der beiden überhaupt eine Chance? Schließlich reist Ronja bald wieder zurück nach Hause...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eine wunderbare Geschichte über eine junge Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht so recht gefunden hat und sich auf eine Reise begibt, die ihr Leben für immer verändern soll. Der Schreibstil der Autorin, der oftmals wahre Poesie ist, hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Man spürte von Anfang an das Wesen von Ronja - zunächst ihre Schüchternheit und ihre Unsicherheit - es spiegelt sich wunderbar im Schreibstil wider. Auch der Wandel, den Ronja im Lauf der Geschichte durchmacht, findet seinen Niederschlag in der Art und Weise, wie die Autorin die Geschehnisse beschreibt. So schafft es Ronja ihre anfängliche Unsicherheit und Schüchternheit abzulegen und beginnt das Leben zu genießen. Sie entwickelt eine Leichtigkeit und kann so ihre Ängste, die sie zuvor zu plagen schienen loslassen, und endlich frei sein. Hierdurch hat man als Leser das Gefühl ganz nah bei Ronja zu sein und sie auf ihrer Reise durch Mexiko, aber der Reise zu sich selbst zu begleiten.

Auch die zarte Liebe zwischen Ismael und Ronja spielt eine wichtige Rolle im Roman. Es ist die erste Liebe für Ronja, die einerseits zart, aber gleichzeitig mächtig ist, dass sie Ronja überwältigt und in ihrem Charakter stärkt. Doch ist es auch eine Liebe, die neben all den Emotionen, Abenteuern und Glücksmomenten auch von einer großen Ungewissheit geprägt ist - sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem nicht klar ist, ob diese junge Liebe stark genug ist, die künftige Distanz zwischen den beiden zu überstehen. Doch ist es vor allem eine Liebe, die für den persönlichen Wandel und das Finden zu sich selbst, den Ronja gerade durchmacht, von entscheidender Bedeutung. Durch Ismael erkennt Ronja, dass das Leben zu schön ist, um es nicht zu genießen und dass es auch wichtig ist, dass man die Vergangenheit loslässt, um für die Zukunft offen und frei zu sein. Er gibt ihr auch die Kraft, diesen Wandel zuzulassen - ein Wandel, der ihr Leben für immer verändert.

Zudem erfährt der Leser noch sehr viel über das Land Mexiko - seine Kultur, die Menschen, die Landschaft und vieles mehr. Mexiko bleibt mir als ein Land der Gegensätze in Erinnerung. Die Unberührtheit der Natur, gepaart mit dem turbulenten Leben in den Großstädten, aber auch den Ängsten und einfachem Leben in den kleinen Dörfern außerhalb. Man spürt beim Lesen des Buches förmlich die Verbundenheit der Autorin zu dem Land und bekommt selbst ein wenig Fernweh. Das Land erschien beim Lesen häufig so nah, aber gleichzeitig doch so fern, sodass der Drang die Sachen zu packen und aufzubrechen zeitweise immens groß wurde.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit
Insgesamt ist dieser Roman eine emotionale Reise durch ein Land der Gegensätze, aber vor allem ist es eine Reise zum eigenen Ich. Sie prägt nicht nur die Hauptfigur des Buches, sondern auch den Leser - denn auch er lernt, wie wichtig es ist, das Leben zu genießen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen, um sich für die Zukunft öffnen zu können und auch um endlich frei zu sein. Dieses Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit sollten wir uns alle bewahren, daran erinnert uns dieses Buch auf sehr eindrucksvolle Weise!

© Rezension: 2013, Sandra 

Über die Autorin 
FRANZISKA FISCHER wurde 1983 in Berlin geboren. Sie studierte Spanische Philologie und Germanistik an der Universität Potsdam und arbeitet als freie Lektorin und Autorin. Einige Reisen nach Mittelamerika und Mexiko haben sie zu ihrem Debütroman Das Meer, in dem ich schwimmen lernte inspiriert. Derzeit lebt sie in Berlin. http://www.schwarzkopf-verlag.net/franziska-fischer-das-meer-in-dem-ich-schwimmen-lernte.html




Kommentare:

  1. Oh ja, diese tolle Nähe, die du auch beschreibst, war beim Lesen heftig. Ich wäre auch manchmal einfach gerne losgeflogen um am Strand zu sitzen.
    Schöne Rezension :)

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  2. Sehr schöne Rezi :) Ich mochte das Buch auch total gern und kann all das was du beschreibst nur bestätigen.

    LG Nanni

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