Rezension: Schlüsselherz | Liv Abigail

Mittwoch, 16. Oktober 2013 0 Kommentare

Titel: Schlüsselherz
Autorin: Liv Abigail
Verlag: Sieben Verlag
Genre: für Liebhaber der romantischen Steampunk-Fantasy
Empfohlenes Alter: ca. ab 14 Jahre
Erscheinungsdatum: September 2013
Ausstattung: broschiertes Taschenbuch, 244 Seiten
ISBN13: 978-3-864432-17-0
 



Ein kleiner Einblick:
Valender Beazeley arbeitet als Buchhändler im Laden seines konservativen Vaters. Er liest viel und vergräbt sich in den Geschichten der Bücher. Er ist ein magischer der sein wahres Inneres vor seinem Vater versteckt hält, denn dieser lehnt alles ab was magisch oder künstlicher Natur ist. Erst als Cera in Valenders Leben tritt, beginnt sich sein zynisches Dasein etwas aufzuhellen.
Cera ist eine Puppe, jedoch nicht dampfbetrieben wie die einfachen royalbritannischen Modelle. Nein, Cera stammt aus den arabischen Emiraten, wo die Puppenmacher ihr Handwerk von Grund auf anders erlernen und zudem in Alchemie ausgebildet werden.


„Sie bezeichnen Seele als eine Substanz, die dem Blut ähnlich ist, nur sehr viel feinstofflicher, ätherischer. Und ja, sie sind fähig, dies in ihren alchemistischen Laboratorien aus chemischen und magischen Bestandteilen zu rekonstruieren.“ Seite 51

Zwölf der besten Puppen landeten durch Umwege und einem, sagen wir glücklichen Zufall bei den Keymans. Richard und Lyssandra Keyman führen ein Tanz-Theater und kümmern sich recht gut um die Mädchen. Mr. Keyman verwahrt die Schlüssel der Puppen und zieht diese sobald die Zeit heran ist auf. Jede hat ihren eigenen individuellen Schlüssel und tanzt im Keymans-Theater..
Als Yasemine, die bester Freundin Ceras, entführt wird, versucht Cera verzweifelt herauszufinden was geschah, denn sie ist bereits die zweite Puppe die aus dem Keyman Theater spurlos verschwand.Natürlich lässt sich kein Ermittler dazu herab, ihr der Puppe zu helfen. Für die Justiz ist das Verschwinden von Yasemine keine Entführung sondern lediglich ein Diebstahl einer Sache. So setzt Cera all ihre Hoffnung auf Valender Beazeley, dem zynischen Buchhändler.


„Ich musste ein Feuer löschen.“ „Mit Tee??“ „Nein, mit Earl Grey.“ Seite 20


Nach anfänglicher Skepsis willigt Valender ein und das Abenteuer kann beginnen. Sie sondieren die Verdächtigen und forschen nach Gründen und Indizien. Als Verdächtige kommen mehrere Personen infrage. Da wäre die Witwe Yvette Macallistor, die in Geld zu schwimmen scheint. Sie führt ebenfalls ein Theater und versucht schon seit langem den Keymans eine Puppe abzukaufen. Sie beauftragt sogar den befreundeten Maler Nathaniel Charles damit, den Keymans eine Puppe anzukaufen. Natürlich lehnen die Keymans dies immer wieder ab. Nathaniel Charles selbst, anfangs noch höchst verdächtig, wird für Valender und Cera immer wichtiger. Ein merkwürdiger Pfarrer der seines Amtes enthoben wurde ist auch verdächtig. Er ist ebenfalls sehr konservativ wie Valenders Vater und lehnt das künstliche und magische ab. Cera sprüht vor Energie, Lebensfreude und Charisma und während den Ermittlungen entflammt eine zarte Romanze zwischen ihr und Valender. Cera verliebt sich in ihn und staunt über ihre Gefühle. Auch Valender fühlt sich sonderbar zu Cera hingezogen. Doch hätte eine Liebe zwischen einem Magischen und einer Puppe eine Chance – wäre dies überhaupt möglich. Was geschah mit Yasemine und wer ist dieser Mann mit der eisernen Hand, dieser Creaker? Gefahr ist in Verzug.


Ein kalter Schauder kroch ihren Rücken hoch und biss ihr in den Nacken. Sie drehte sich um, begann mit den ersten Schritten zu rennen, und doch spürte sie, dass es zu spät war. Seite 76


Meine Gedanken zu dem Buch:
Der Erste Blick fällt auf ein warmes Cover mit einer schüchternen Schönheit. Meint man, jedoch strahlt sie doch ein gewisses Selbstbewusstheit aus. Der Text ist kleiner als gewohnt gedruckt und ich musste meine Brille bemühen. Wo ich das doch so sehr … egal. Von der ersten Zeile an war ich wie gefesselt. Frei nach dem Motto: noch eine Seite und noch eine. Die Ausdrucks- und Wortwahl erinnert an längst vergangene Zeiten. Steampunk-Romantik entwickelt sich für mich immer mehr zu einem beliebten Genre. An der einen oder anderen Textstelle musste ich sehr schmunzeln, an einigen gruselte es mir und an der einen oder anderen wurde mir auch sehr warm ums Herz. Also von jedem ein bisschen was dabei. Eigentlich ja dann ein Krimi-Steampunk-Fantasy-Roman. London im Jahr 2012 und einer scheinbar anderen Welt. Die Geschichte ist in der Erzählform mit einigen Dialogen geschrieben, abwechselnd aus der Sicht von Valender, Cera, Nathaniel Charles und Creaker.

Kurz & gut – mein persönliches Fazit: Ein wundervoller Krimi-Steampunk-Fantasy-Roman in einem bezaubernden Schreibstil. Ich mag es sehr, wenn die Wortwahl aus vergangenen Zeiten genutzt wird. Die Atmosphäre des Theaters war spürbar und auch war mir, als würde ich die alten Bücher der Buchhandlung riechen können. Alle Schauplätze sind sehr gut beschrieben, so dass man die Vorstellungskraft kaum bemühen muss. Die Geschichte liest sich zügig und flüssig und rauscht an einem vorbei. Lebensnahe Schicksalsschläge sind sehr gut in diese Geschichte eingebunden. Etwa wie liebevoll sich Valender um seine geistig behinderte Schwester Melissa kümmert. Wendungen machen es kaum möglich das Buch aus der Hand zu legen. Mal ist man der Meinung diese Person steckt hinter dem Vermuteten und mal verdächtigt man die andre Person - spannend. Ich bin begeistert. Also eine fesselnde Geschichte mit Gruselfaktor und Romantik. Dieses Buch ist das erste welches ich von Liv Abigal bzw. Jennifer Benkau gelesen habe und es werden sicher noch viele folgen.

© Rezension: Susa 


Über die Autorin:
Liv Abigail hat eine Vorliebe für hohe Stiefel, teuren Whiskey, gemeingefährliche Pferde und Jamaica Blue Mountain-Kaffee und hofft insgeheim auf einen Bestseller, um sich all das endlich leisten zu können. In ihrem Bekanntenkreis hat sie sich längst als die weltbeste Bäckein von Thunfisch-Erdbeer- und Ingwer-Leberwurstplätzchen einen Namen gemacht, zudem ist sie ein großer Fan gewisser TV-Köche – außer ihren Hunden weiß allerdings niemand ihre Kochkünste zu schätzen. Die Autorin wäre längst nach Schottland gezogen, wäre ihre exzentrische Beagle-Hündin nicht so wetterfühlig. Liv Abigail ist ein Pseudonym der Autorin Jennifer Bankau.

[susa]

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