Rezension: Heartbreak-Family | Deniz Selek

Samstag, 2. November 2013 3 Kommentare

Heartbreak-Family – Als meine heimliche Liebe bei uns einzog.
Deniz Selek 

Verlag: S.Fischer Verlag GmbH
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum:  26.09.2013
Ausstattung:  288 Seiten Hardcover
ISBN13: 978-3-596-85461-5



Ein Blick in den Klappentext: 

Jannah ist heimlich verliebt. Er heißt Ken, geht in die Klasse über ihr und würdigt sie keines Blickes. Auch Jannahs Mutter ist verliebt und beschließt, mit ihrem neuen Freund zusammenzuziehen. Dummerweise ist der Freund ihrer Mutter aber der Vater von Ken! Soll sie etwa in Zukunft das Badezimmer mit Ken teilen? Und kann man noch für jemanden schwärmen, den man Tag für Tag sieht und dessen getragene Socken überall herumliegen? Für Jannah Chaos pur.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Beginnend mit der Gestaltung bzw. Aufmachung des ganzes Buches ein wirklich gelungenes Gesamtpaket. Die Blumenmotive auf dem Cover wiederholen sich als Zeichnungen zu Beginn eines jeden Kapitels. Zudem hat man hier am Ende des Buches ein kleines Glossar, mit den wichtigsten Erklärungen, der im Buch erscheinenden türkischen Wörter und Redewendungen. Hier hat der Leser somit die Möglichkeit immer wieder nachzulesen, um was es sich bei den einzelnen Bezeichnungen einiger Textpassagen oder einzelner Wörter handelt.

"Meistens denke ich , dass das alles abergläubischer Quatsch ist und ich selbst für die Dinge verantwortlich bin. Aber manchmal komme ich ins Schwanken, denn es kann ja auch ganz gemütlich sein, unglückliche Ereignisse auf jemand anderen abzuwälzen" Zitat Seite 28

Die Autorin beschreibt hier eine besondere Patchwork Familie, wie sie aus kultureller Sicht nicht gemischter sein könnte. Jannah ist halb Deutsch, halb Türkin. Ihre Mutter ist mit einem Mann äthiopischer Herkunft zusammen. Die Namensgebungen waren anfänglich etwas verwirrend. Als Leser denke ich, hat man beim Namen „Sepp“ bzw. „Basti“ doch eher das Bild eines bodenständigen Mannes, mit evtl. bayrischer Herkunft im Kopf. Ein paar Seiten später erfährt man dann, dass Sebastian alias Sepp, Basti farbig ist und seine Wurzeln in Äthiopien hat. Diese außergewöhnliche Kombination in dieser sich erst neu bildenden Familie erscheint erst komisch aber doch irgendwie passend. Die Charaktere der einzelnen Familienmitglieder sind sehr gut beschrieben und passend gewählt. Während Merrie die Schwester von Ken, ziemlich nerv tötend ist, wird Jannah als ein ziemlich normaler Teenager mit den üblichen Schwärmereien für Jungs in ihrem Alter dargestellt. Jannahs Mutter ist abergläubisch, was auf ihre Wurzeln zurückzuführen ist und wird hier herzlich und fürsorglich und ebenso hip und modern dargestellt. Ihr optisches entspricht so garnicht dem Bild einer typisch türkischen Mutter, die in jede außergewöhnliche Situation einen Sinn sucht bzw. sich von ihrem Aberglauben leiten lässt.

Obwohl Jannahs Eltern getrennt sind, liegen hier doch im Großen und Ganzen harmonische Verhältnisse vor. Die eigentliche Geschichte, die zwischen Ken und Jannah stattfindet wird wunderbar mädchenhaft und träumerisch dargestellt. Die ein oder andere Passage zaubert einem beim Lesen ein kleines Schmunzeln und man erinnert sich gewollt, ungewollt an seine Teeniezeit. Erfrischend mit dem richtigen Maß an rosaroten Mädchengedanken erleben wir hier eine schöne Liebesgeschichte und eine wachsende Familienzusammengehörigkeit, wie sie nicht hätte schöner beschrieben sein können.


"Kismet ist türkisch und heißt so viel wie Schicksal oder Bestimmung. Ich denke, Kismet ist eine feine Sache, wenn die Dinge so laufen, wie ich sie gerne hätte." Zitat Seite 7

Kurz & gut - mein persönliches Fazit:

Eine leichte, lockere Liebesgeschichte. Jugendliche Schwärmerei und Verliebtheit wird hier auf eine sehr schöne und angenehm zu lesende Art beschrieben. Ich bin gespannt, wie es im Frühjahr mit Band zwei weitergeht. Wer eine schöne Geschichte mit einem tollen Ende mag, findet hier genau was er sucht. Abwechslungsreich, kultureller Mix und jugendlicher Charme wird geboten. 288 Seiten lange mit aufgesetzter rosaroter Brille auf Wolke 7 schwebende Lesezeit ist hier garantiert. 

© Rezension: 2013, Aygen


Kommentare:

  1. Salut, Aygen.
    Die angemerkte "Namensverwirrung" hat, denke ich, auch eine gemessen satiriache Note, wenn die Erwartungen gebrochen werden. Im doppelten Sinne gar, weil nicht grundsätzlich jeder Bajuware krachledern mit Gamsbart ist. Klischeebruch auf beiden Seiten. Doch gelungen!
    Yep - wenn die Schmetterlunge bauchwärts zum Wirbelsturm werden. Rosarot kommt da manchmal - in der Jugend - garnicht mehr ran. Mit eine wichtig Erfahrung fürs Leben.

    Witzig amüsierende Fragestellung im Klappentext; denn eigentlich beinhaltet Jannahs Verliebtheit in Ken ja eben auch die Option mit ihm das Bad zu teilen. Gut - herumliegende Stinkesocken sind ein ernsteres Thema! :-)

    Kommst Du zu Ankas Stammtisch nächsten Samstag?

    bonté

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    1. Hallo RoM, tut mir leid aber ohne Foto und mit dem Kürzel RoM weiß ich leider garnicht, wer denn wissen möchte, ob ich zu dem Stammtisch komme:-)

      Die Frage im Klappentext war ja so bereits vorgegeben und ich fand es sehr passend, kurz und knackig den Klappentext auch so zu übernehmen und nicht selber eine Inhaltsangabe zu schreiben.

      Ich gebe Dir vollkommen Recht was den Klischeebruch angeht. Es ist für jeden Erstleser dieses Buches eben doch sehr überraschend festzustellen, dass hinter dem Namen Sepp ein Äthiopier steckt.Bei Namen ist man da doch etwas festgefahrener, aufgrund der Bekanntschaften, die man im Laufe des Lebens macht. :-) Ich würde bei dem Namen Aygen auch nie ein schwäbisches Mädchen erwarten, bzw. überhaupt ein Mädchen, da es ein Jungenname ist. Da hat ja jeder so seine Vorstellung:-) So ist das mit dem Lesen, jeder entwickelt für sich Bilder zur Geschichte. :-)

      Und was die Frage zum Stammtisch angeht. Ich schaffe es leider nicht. ;-)

      Grüße

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    2. ...wo habe ich nur meine Manieren. :-)
      Erinnerst Du Dich an einen Robert in Geislingen (die Uwe Laub-Lesung), den Typen mit Hut!? Bin ich gewesen!
      Sorry für meinen "anonymen" Kommentar-Auftritt; ich bin bei keiner der üblichen Sachen (blogger, f-book, twitter) dabei, deswegen. Darum auch noch mein merci, weil Ihr beim Profil die Rubrik "Name" freigeschaltet habt - ansonsten ich ja auch nicht kommentieren könnte.

      Schade, wegen des Stammtisches. Also dann auf ein anderes Mal!

      Ach ja - eigentlich hatte ich schon viel früher vorgehabt das Bücherkaffee aufzusuchen. Ist jetzt doch später geworden. ;-)

      bonté

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