Rezension {Susa} | Zeit für Eisblumen | Katrin Koppold

Freitag, 1. November 2013 0 Kommentare

http://katrinkoppold.de/?page_id=1253Titel: Zeit für Eisblumen
Autorin: Katrin Koppold
Verlag: Aureolus Verlag
Genre: tiefgründiger Liebesroman
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
Erscheinungsdatum: 5. August 2013
ISBN13: 978-1492100324 


„Wenn ich gewusst hätte, wie wenig Spaß es macht, erwachsen zu sein, hätte ich mit 16 niemals meinen Schülerausweis gefälscht und mich zwei Jahre älter gemacht“

Ein kleiner Einblick:
Die Geschichte beginnt in München auf der Hochzeit von Lilly und Torsten. Lilly ist eine von vier Schwestern und die erste die unter die Haube kommt. In der ersten Geschichte ging es um die Schwester Helga die nun bereits glücklich ist mit ihrem Nils. Sie erwarten ein Baby und alle sind schon ganz gespannt auf dieses kleine Wesen.In dieser Geschichte geht es jedoch um Fee. Fee ist leider nicht so glücklich wie sie sein könnte. Sie hat Sam, ihren Freund, sie hat einen 11 Monate alten Sohn Paul und auch einen Job um den sie viele beneiden. Doch Fee ist nicht glücklich, etwas fehlt ihr in ihrem Leben. Sie findet, dass irgendwie alles an ihr hängen bleibt. Sie geht täglich von früh bis spät zu Arbeit, kümmert sich um Paul und den Haushalt. Sam ist meist schon nachmittags zu Hause, lässt alles stehen und liegen und nimmt sich Zeit für seinen Sport und seine Freunde. Fee weiß nicht mehr wo ihr der Kopf steht und hat sich irgendwo in ihrem Chaos verloren.

In ihrer Arbeit ist sie sonst so aufgegangen, sie arbeitet beim Fernsehen und hat eine Kolumne *Fees Welt* die wöchentlich ausgestrahlt wird. Doch seit sie nach der Babypause zurück ist passiert ihr ein Fehler nach dem anderen. Sie vergisst Termine zu buchen, ist nicht bei der Sache und modisch ist sie nicht mehr auf dem neusten Stand. Dies nutzt natürlich Monika, Fees intrigante Kollegin aus und brüskiert Fee wo sie kann. Fee versteht die Welt nicht mehr und plagt sich mit Selbstzweifeln, Angstgefühlen und Panikattacken.

Nachdem Fee dann auch noch beurlaubt wird und sich mit Sam überwirft, beschließt sie, sich nicht unterkriegen zulassen. Sie trennt sich von Sam und überredet ihre Mutter Milla mit ihr und Paul zusammen nach Irland zu reisen. Den wahren Grund für ihre Reise verschweigt sie Milla jedoch. Fee möchte David Gallagher aufsuchen. Ihn lernte sie zufällig während eines Castings in der Münchner Innenstadt kennen. Sie machte Aufnahmen für ihre Kolumne und ging mit David später noch aus. Ein Seitensprung der bis heute an ihr nagt.

Nur wenige Wochen vor Weihnachten geht die Reise also nach Irland und schon bei der Ankunft rollen die ersten Steine in den Weg der drei Reisenden. Sie bekommen keinen Mietwagen. Denn Fee hat ihren Führerschein zu Hause vergessen und die Vermietung weigert sich die bereits geleistete Zahlung wieder herauszugeben. Milla beschließt kurzerhand ein Reisetagebuch zu führen. Sie notiert sich akribisch alles in ihr lilafarbenes Notizbuch und führt auf, was sie sparen. Seien es Busfahrten, Eintrittspreise oder Kosten für die Unterbringungen. Am Ende will sie dann sehen, wie sie die Mietwagenpleite wieder in die Kasse bekommen.

Eine turbulente aber auch schöne Reise liegt vor Fee, ihrem Sohn und Milla. Fee kommt nach und nach etwas zur Ruhe und sie genießt die Stille von Irland. Sie nimmt sich Zeit um nachzudenken, denn einige Fragen quälen sie. Kann sie David überhaupt finden und was erhofft sie sich von einem Treffen mit ihm? Würde sie sich dann noch einmal mit ihm einlassen oder gibt es noch eine Chance für sie und Sam? Auch schreckliche Schuldgefühle Plagen Fee. Nicht nur wegen dem Seitensprung mit David, auch eine andere wichtige Frage quält sie.

Gedanken zum Buch
Mein erster Gedanke beim lesen dieses Buches war, dies ist kein Roadtrip wie das erste Band der Sternschnuppenreihe. Nein, in diesem Buch geht es um viel mehr als nur Liebe, Sehnsucht und Herzschmerz. Die Geschichte von Fee ist tiefgründig und hat mich sehr berührt. Wochenbettdepressionen, Ängste und Panikattacken sind ernste Themen und nach wie vor sehr aktuell. Die Autorin Katrin Koppold geht sehr direkt aber auch einfühlsam mit diesen Themen um. Sie zeigt auf das es ein Licht am Horizont gibt, dass man sich selbst nicht verlieren darf und es sich lohnt zu kämpfen.

Zauberhaft finde ich den Bezug zu Janoschs *Oh, wie schön ist Panama*, die Geschichte, wie der kleine Tiger und der kleine Bär nach Panama reisen. Die Freunde sind lange unterwegs und sie nehmen viele Strapazen auf sich um am Ende doch nur wieder zu Hause anzukommen. Fee liest ihrem Paul aus dem Buch vor, findet die Reise der Freunde anfangs sinnlos und braucht lange um diese Geschichte zu verstehen.

Das Cover ist wie beim ersten Band schlicht und auf seine Weise einzigartig. Zeit für Eisblumen ist ein sehr tiefgründiger Titel und wird der Geschichte wunderbar gerecht. Die Geschichte ist in der Tagebuch- oder besser gesagt in der Erzählform geschrieben. Fee erzählt ihr Leben, mit kleinen Rückblenden und Dialogen mit den anderen Protagonisten. Wie auch im ersten Band ist man sofort wie in einen Bann gezogen und kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Der Schreibstil ist flüssig und es hat Spaß gemacht Fee für einige Stunden zu begleiten. Die Charaktere und Schauplätze sind sehr gut beschrieben. Fees Familie und Freunde, der Lärm auf den Straßen Münchens, die irischen Wiesen, die Brandung an den Küsten Irlands, selbst die Atmosphären in den Pubs und Herbergen waren sehr greifbar und luden ein die Fantasie treiben zu lassen. Aber nicht nur emotional, sondern auch die eine oder andere Stelle zum Schmunzeln findet Ihr in dieser Geschichte. Millas taffe Art brachte mich sogar einige Male direkt zum Lachen.

Kurz & gut – mein persönliches Fazit:
Ein wundervolles, realitätsnahes, tiefgründiges und emotionales Buch. Nicht nur von der Familie der Sternschnuppenreihe bin ich begeistert. Auch die tollen Orte an die es die Protagonisten zieht sind wunderbar beschrieben. Ich habe jetzt riesige Lust auf eine Reise zu den Cliffs of Moher bekommen. Sowieso möchte ich einmal gerne nach Irland reisen. Ja okay, in den Genuss von einem kühlen Guinness bin ich ja schon gekommen, aber so richtiges Irland-Feeling kam dadurch noch nicht auf.
Nun hoffe ich aber, dass Katrin Koppold bald die nächste Geschichte zu Papier bringt, denn ich bin schon sehr gespannt wie es mit dieser knuffigen Familie weitergeht. Dass es schon bald weitergeht, wurde ja schon bestätigt und die nächsten beiden Titel wurden auch schon verraten. Im dritten Band *Sehnsucht nach Zimtsternen* dürfen wir Lilly begleiten und im vierten Band *Kirschblüten im Winter* spielt Mia die Hauptrolle. Damit sind dann die Geschichten der vier Schwestern erzählt. Mal schauen, vielleicht geht es ja dann mit den Eltern und Freunden oder auch mit den Männern der Schwestern weiter. Wir dürfen gespannt sein.
Eines muss ich noch loswerden. Ich war am Anfang ehrlich gesagt etwas skeptisch ob mir die Geschichte gefallen würde. Denn sie ist so anders als die von Helga im ersten Band. Doch eine ähnliche Geschichte wäre sicher langweilig geworden und so ist es eine Runde Geschichte mit Kanten. Kanten der Realität. Also, haltet öfter mal inne und schaut auf das wesentliche. Vor allem aber, verliert Euch nicht. 

Zarte Gebilde. Zusammengesetzt aus Tausenden winziger Kristalle. Keiner glich dem anderen. Jeder perfekt in seiner Form. Warum war mir das vorher nie aufgefallen?

© Rezension: Susa 



Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website http://aureolus-verlag.de, Aureolus Verlag mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Positionsangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Katrin Koppold

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