Happy New Year 2014!

Dienstag, 31. Dezember 2013 1 Kommentar




Liebe Leser,
wieder geht ein Jahr zu Ende und auch das Bücherkaffee schließt nun auch seine Pforten für das Jaht 2013.
Wir möchten uns bei euch allen ganz, ganz herzlich bedanken für eure Treue und für eure immer wiederkehrenden Besuche in unserem virtuellen Bücherkaffee!

Wir wünschen Euch einen guten und vor allem gesunden Start ins neue Jahr! Mögen all eure Wünsche und Träume für 2014 in Erfüllung gehen!
Wir freuen uns sehr, wenn ihr uns auch im kommenden Jahr wieder besucht, gemütlich eine heiße, dampfende Tasse Kaffee oder Tee in unserem Bücherkaffee trinkt und ihr euch weiterhin von unserer Leselust begeistern lasst.
Wir haben auch in 2014 schon tolle Projekte geplant und sind gespannt, wie ihr diese finden werdet.


Auf diesem Wege möchten wir auch nochmals all unseren liebgewonnenen Bloggerinnen und Bloggern, Autorinnen und Autoren und natürlich auch den netten Mitarbeitern der Verlage DANKE sagen für die wirklich tolle Zusammenarbeit in diesem Jahr!
Schön, dass es euch gibt !!!

Wir freuen uns auf ein gemeinsames Jahr 2014 

Euer Bücherkaffee-Team




Fröhliche Weihnachten 2013

Dienstag, 24. Dezember 2013 4 Kommentare


Liebe Leser,

wir wünschen euch allen von ganzem Herzen 
ein wundervolles und vor allem ruhiges und  entspanntes Weihnachtsfest. 
Lasst es euch zusammen mit euren Liebsten 
so richtig gut gehen und genießt die Zeit! 



Weihnachtswünsche

Vom Weihnachtsmann wünsch ich mir glatt,
was heute kaum noch jemand hat:
Geduld - Verständnis - Toleranz -
und dann noch eine Weihnachtsgans.

Als nächstes, falls es nicht zu spät:
dass sich die Menschheit gut versteht,
dass jeder öfter lächeln kann -
und dann noch etwas Marzipan.

Auf meinem Zettel steht ganz dick:
“ Ich wünsche allen sehr viel Glück”,
und kleingeschrieben steht ganz hinten:
“Bring bitte mir auch Aachner Printen.”

Der Weihnachtsmann kann’s gar nicht leiden,
wünscht man zu viel, ist nicht bescheiden.
Drum bleibt mir diesmal nur zum Schluss
die Bitte um ´ne Pfeffernuss.




* Ruth-Ursula Westerop
  www.ruth-ursula-westerop.de
1927-2010








Im Gespräch mit Autorin Tanja Kokoska

Dienstag, 10. Dezember 2013 0 Kommentare



Liebe Tanja, zuerst natürlich einmal ein Herzliches Willkommen und vielen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und dass Du Dir Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten. 
Gleich mal eine neugierige Frage vorab: Mit welchem Getränk kann man Dir größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus? 
Auf jeden Fall Kaffee! Ohne meinen Riesenmilchkaffee am Morgen geht bei mir gar nichts… Und den trinke ich auch gerne in einem gemütlichen Straßencafé.

Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor. Wer ist Tanja Kokoschka? 
Ich bin 42 Jahre alt, ein echtes „Frankfurter Mädsche“, wohne aber seit ein paar Jahren mit meinem Liebsten in der schönen Wetterau. Ich liebe Schreiben, Spanien – besonders Barcelona – und den Duft von Schuhcreme.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen? 
Ich wollte schon immer schreiben, seit ich denken kann. Wer mich beeinflusst hat? Ich glaube vor allen anderen Erich Kästner und seine Kinderbücher. Die hab ich geliebt! Aber ich wollte dann unbedingt zu einer Tageszeitung, dieses schnelle, aktuelle Produzieren von Texten hat mich fasziniert. So bin ich dann bei der „Frankfurter Rundschau“ gelandet, habe dort viele Jahre als Redakteurin gearbeitet. Auch heute arbeite ich noch freiberuflich als Journalistin.

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß? 
Beim Buch-Schreiben: Dialoge. Ich habe einen Riesenspaß daran aufzuschreiben, wie Menschen miteinander sprechen, wie sie aneinander vorbeireden, sich missverstehen oder eben auch gut verstehen. 

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? 
Skizzen und Notizen samt Post-it-Sammlung oder alles ordentlich mit System am PC? Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen? 
Zuerst sammle ich Ideen ganz konventionell in einem Heft, das fällt mir leichter, wenn ich es mit der Hand schreibe, keine Ahnung warum. Dann baue ich mir einen Szenenplan, chronologisch, und schreibe zu jeder Szene alles auf, was mir dazu einfällt: Personen, Umgebungen, Stimmungen, Dialoge. Erst dann beginne ich mit dem eigentlichen Schreiben, wobei mir der Szenenplan hilft einzusteigen, wo ich gerade möchte – und Schreibblockaden zu überwinden. 

Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.) Hast Du einen fixen Tagesablauf mit bestimmten Zeiten, die für private Stunden beziehungsweise das Schreiben reserviert sind? 
Ich schreibe am besten gleich morgens nach dem Frühstück, dann maximal für vier, fünf Stunden. Und am liebsten mit Blick ins Grüne. 

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun? 
Beides – sie sind ein Mix aus erfundenen und realen Personen, denen ich privat oder beruflich begegnet bin. 

Woran erkennst du, dass eine Idee es Wert ist, zu einem Roman ausgearbeitet zu werden? 
Hui, schwierige Frage. Eine Idee muss sich für mich „tragend“ anfühlen, so dass die Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge abläuft. Ich sehe die Bilder dazu, das ist für mich das Wichtigste. Ohne Bilder kommen keine Worte. 

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches? 
Definitiv das Ende: Wann lasse ich meine Figuren los? Das finde ich verdammt schwer.

Welchen Einfluss hast Du als Autorin auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung Deines Buches? 
Dem Piper Verlag hat mein Buchtitel gefallen, da wurde nichts mehr geändert. Das Cover durfte ich vorab sehen und sagen, ob ich damit einverstanden bin. Und ob ich das war! 

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 
Ein einziges? Poah, schwer zu sagen. Aber spontan fällt mir „Frau Rettich, die Czerni und ich“ von Simon Borowiak ein. 

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten? 
Belletristik. Und Krimis. 

Wann und vor allem wo liest Du selbst am liebsten? 
Abends im Bett. 

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen? 
„Herr Lehmann“ von Sven Regener.

Mit „Almuth spielt Auswärts“ (erschienen bei Piper / Pendo Verlag) hast Du in diesem August Deinen Debütroman veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, sein erstes eigenes Buch druckfrisch in den Händen zu halten? Wie erging es Dir am Veröffentlichungstag? Zieht es einen da nicht sofort in die umliegenden Buchhandlungen, um das eigene Werk im Regal zu sehen? 
Und ob! Dieses Gefühl werde ich nie vergessen – ich stehe in einer Buchhandlung und halte mein eigenes Buch in Händen. Das ist einfach unbeschreiblich. Ehrlich gesagt, ich musste auch eins kaufen… 

Erzähl doch unseren Lesern bitte kurz, um was es in „Almuth spielt Auswärts“ geht. 
Drei Frauen um die 60 fahren urlauben in der Schweiz. Almuth, die ein großer Fußballfan ist, begegnet dort der deutlich jüngere Jens Lehmann – und beschert ihr ein unverhofftes Abenteuer… 

Stichwort Fußball: Welche Verbindung hast Du selbst zu dieser Sportart? Spielst Du selbst Fußball oder bist Du leidenschaftlicher Fan? Wenn ja, welcher Mannschaft? 
Ich bin mehr der passive Typ – ich liebe Fußball von der Couch aus. Und besonders den FC Barcelona (wie Almuth, was für ein Zufall…).

Du befasst Dich auf gekonnt amüsante und doch auch unterschwellig ernste Weise mit der sogenannten „Generation Hausfrau“ – drei Damen, alle etwa um die 60 Jahre, versuchen bewusst und auch unbewusst aus ihrer täglichen Routine auszubrechen. Ihr bisheriger Alltag wird auf den Prüfstand gestellt. Welche Botschaft möchtest Du Deinen Lesern mit diesem Roman mit auf den Weg geben? 
Egal, wie alt man ist: Es ist nie zu spät zu leben. 

Welcher Altersgruppe würdest Du Deinen Roman empfehlen? 
Frauen – aber auch Männern – ab 30. 

Wie man liest und hört, ist schon ein Kinofilm in Planung. Gratulation an dieser Stelle natürlich erst einmal! Kannst Du schon Genaueres dazu sagen? 
Dankeschön! Die Frankfurter Produktionsfirma Stoked Film und Regisseurin Annette Ernst wollen aus Almuth einen Film machen, bisher gibt es schon Drehbuchförderung vom Land Hessen. Jetzt geht es um die weitere Finanzierung. Aber wir sind alle frohen Mutes, dass das klappt! 

An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir uns als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten? 
Leider noch nicht, das ist noch mit meinem Verlag zu besprechen. Nur so viel: Ideen gibt’s genug…


Vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und für das nette Interview. Wir hoffen und wünschen es uns, dass wir noch viel von Dir hören bzw. lesen werden!
Unsere Rezension zu "Almuth spielt auswärts: KLICK 
Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann dies unter folgenden Links tun:


Rezension {Alexandra} | Almuth spielt Auswärts | Tanja Kokoska

0 Kommentare


Titel: Almuth spielt Auswärts
Autorin: Tanja Kokoska
Verlag: Pendo / Piper Verlag
Genre: Roman, Belletristik
Erscheinungsdatum: 27.08.2013
Ausstattung: 400 Seiten, Klappenbroschur
ISBN13: 978-3-86612-352-6
Preis Printausgabe: € 14,99 [D]
Preis eBook: € [D]

Leseprobe: KLICK 




Plötzlich ist alles anders. Aber ist anders auch gut?

Ein Blick in den Klappentext:

»Das Geld muss weg, das wird sonst schlecht"«, sagt Paula, die eine Erbschaft gemacht hat, und lädt ihre Freundinnen Almuth und Lilo zu einem Urlaub in die Schweiz ein -– denn wo kann man sein Geld besser verprassen? Gesagt, getan, Almuth kocht ihrem Gatten Günter für eine Woche sein Essen vor, packt die Wanderschuhe ein, und es kann losgehen! Doch angekommen im Hotel, will sich die erhoffte Fröhlichkeit bei den drei Damen nicht so recht einstellen. Paula liegt erfolglos auf der Lauer nach einem Urlaubsflirt, Lilo ist sowieso bekümmert, weil frisch verwitwet, und Almuth findet es merkwürdig, Günter nicht an ihrer Seite zu haben. Als sie aber am dritten Abend einen netten Mann kennenlernt, der genauso für Fußball brennt wie sie und auch noch Jens Lehmann heißt, ist alles plötzlich ganz anders ...

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die Autorin Tanja Kokoska legt mit "Almuth spielt Auswärts" einen humorvollen und leicht zu lesenden Roman vor, der aber trotz seines Witzes auch eine subtile Ernsthaftigkeit aufweist. Das Frauen Trio Almuth, Paula und Lilo beschließen, einen Kurztrip in die Schweiz zu machen. Die Drei - alle in den Sechzigern, kochen gerne und lieben das Essen und wollen sich nach einem speziellen Kochkurs einfach mal die Schweizer Spezialitäten live ansehen und testen. Da Paula etwas geerbt hat, lädt sie ihre beiden Freundinnen auf diesen Kurztrip ohne Männer ein. Lilo ist seit einiger Zeit Witwe, Paulas Mann Dietrich mehr unterwegs als Zuhause und Almuths Günther... naja, Günther ist immer da. Die Beiden waren in über dreißig Jahren Ehe noch nicht getrennt und für Almuth fühlt es sich sehr komisch an, in den Zug Richtung Schweiz zu steigen. Ganz brave Hausfrau, hat sie auch ordentlich vorgekocht und eingefroren, damit Günther nicht überfordert ist.
Mit dieser Reise in Schweiz kommen auch die Geschehnisse ins Rollen.
Denn kaum weg von Zuhause, hat Almuth viel Zeit, über sich und ihr Leben mit Günther nachzudenken. Ein Leben, das gut funktioniert, gut eingespielt ist - so wie eine gute Fußballmannschaft. Jeder kennt seinen Pass, den er spielen muss, jeder weiß, wann er was zu tun hat. Alles Routine. So sehr, dass auch nicht mehr groß darüber geredet werden muss. Die Stille ist eingezogen ...
Erzählt wird diese Geschichte aus Almuths Sicht in der dritten Person und so bekommt man als Leser auch viel Einblick in ihre Gedankenwelt. Als großer Fußballfan (was Günther auch überhaupt nicht verstehen kann) vergleicht sie gerne die Dinge ihres Lebens mit den Regeln des Fussballs. Und sie steht zu ihrem Hobby, ihrer Leidenschaft. Sie ist treuer Fan des FC Barcelona und findet es überhaupt nicht witzig, dass fussball-liebende Frauen immer noch belächelt werden. Ansonsten ist Almuth Hausfrau und lebt ihr Leben nach einem festen Spielplan.
Ganz anders ihre Freundin Paula, die mit nichts hinterm Berg hält, redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist und mit allen Männern flirtet, die nicht bei drei... ecetera pp.
Laut, etwas burschikos und experimentierfreudig - so ganz das Gegenteil von Almuth.
Und dann ist da noch Lilo, die neben ihren beiden Freundinnen eher unscheinbar wirkt. Ruhig, besonnen, eher schüchtern. Sie ist die Liebevolle im Bunde.
Aber wohl gerade aufgrund ihrer Verschiedenheit ergänzen sich die drei prächtig.
in der Schweiz wollen sie es sich mal so richtig gut gehen lassen, aber es kommt doch meist anders, als man es sich so vorstellt - und so sorgen Blasen an den Füßen, Alkohol, mangelnde Toiletten, Stimmungsschwankungen und Allergien doch für heftige Turbulenzen. Und als Almuth abends ihrer Leidenschaft nachgibt und in eine urige schweizer Kneipe geht um das angekündigte Länderspiel Deutschland - Schweiz zu sehen, trifft sie auf Jens Lehmann. Nein nicht DEN Jens Lehmann, aber zumindest seinen Namensvetter. Und nach einem gemeinsam verfolgten Fußballspiel verändert sich etwas in Almuth. Sie spürt ein lang vergessenes Gefühl in sich und sie beginnt, dieses Gefühl zu genießen - so wie auch den weiteren Abend mit Jens.
Almuth stürzt sich in ein Abenteuer, dass ihre Lebensgeister zu wecken scheint.
Am nächsten Tag ist für sie nichts mehr, wie es mal war...und sie beginnt, ihr Leben umzukrempeln!
Die Autorin vermengt das Lustige mit dem Ernsten auf geschickte Weise und man muss doch immer wieder lächeln über die drei Charaktere und über ihre Erlebnisse. Ich persönlich hätte mir die Umfeldbeschreibungen in der Schweiz etwas ausführlicher gewünscht, dies kommt meines Erachtens etwas zu kurz. Hin und wieder trifft man auf etwas langgezogene Passagen und man muss darauf achten, diese nicht beiläufig zu überlesen. Aber die vielen Dialoge halten das Geschehen gut am Leben.
Der Schreibstil ist einfach und unverblümt, schon fast ein wenig sachlich / aufgesetzt. Dennoch ließt sich der Roman sehr leicht und vor allem schnell. Die recht groß gewählte Schriftart lassen die 400 Seiten vom Gefühl her zusammenschrumpfen und so liest sich der Roman locker an einem Tag.

Tanja Kokoska gibt ihren Lesern auf subtile Weise zu verstehen, dass man sich einfach mal trauen soll und Veränderungen zulassen soll. Und dass es überhaupt keine Rolle spielt, wie alt man ist. Wichtig ist das, was man fühlt. Man soll darauf hören, was einem das eigene Herz mitteilen möchte. Ganz nach dem Motto: Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.

Erwähnenswert ist aber auch noch das Käsekuchen-Rezept, dass passend zum Thema mit in die Geschichte integriert wurde. Und ein Blick hinter die Buchklappen lohnt sich allemal: Denn hier findet der Leser das Original Rezept für Schweizer "Fotzelschnitten" :-)

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Anna Kokoska ist mit "Almuth spielt auswärts" ein humorvolles und unterhaltsames, kurzweiliges Debüt gelungen. Viele Dialoge, viel Witz und Humor und doch auch eine gewisse Ernsthaftigkeit - und das alles gewürzt mit einer ordentlichen Portion Fußball. Man sollte dem Fußball nicht komplett abgeneigt sein, da man sonst nach einer Weile etwas genervt sein könnte, denn für Almuth spielt dieser Sport schon eine große Rolle. Am manchen Stellen hätte ich mir einen etwas lebhafteren, fesselnderen Schreibstil gewünscht, aber alles in allem ist dieser Roman eine gute, schnell zu lesende Lektüre für den kuscheligen Sonntag-Nachmittag auf dem Sofa.

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas

Über die Autorin:

Tanja Kokoska, geboren 1971 in Frankfurt am Main, war nach Germanistik-Studium und Volontariat langjährige Redakteurin der Frankfurter Rundschau – zuletzt in den Ressorts Sport und Politik, und ist Autorin der Satireseite »Die Wahrheit« (taz). Seit Januar 2012 arbeitet sie als freischaffende Journalistin und Autorin. »Almuth spielt auswärts« ist ihr erster Roman.

Wir freuen uns, dass Anna Kokoska am Stammtisch des Bücherkaffee's Platz genommen hat und wir ihr einige Antworten auf unsere Fragen entlocken durften.
Hier geht es weiter zum Interview --> KLICK


Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Pendo/Piper Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Anna Kokoska

Rezension {Alexandra} | Vor dem Sturm | Jesmyn Ward

Montag, 9. Dezember 2013 0 Kommentare


Titel: Vor dem Sturm
Autor: Jesmyn Ward
Verlag: Antje Kunstmann Verlag
Originaltitel: Salvage The Bones
Aus dem Englischen übersetzt von: Ulrike Becker
Genre: Roman, Gegenwartsliteratur
Erscheinungsdatum: September 2013
Ausstattung: Gebunden mit Schutzumschlag, 320 Seiten
ISBN13: 978-3-88897-861-6

Wie kann man sich helfen, wenn kaum einer für sich selbst sorgen kann?


Ein Blick in den Klappentext: 
Ein Hurrikan braut sich über dem Mississippi-Delta zusammen, aber Esch und ihre drei Brüder, die mit dem Vater in einer zusammengezimmerten Hütte am Rande des Waldes inmitten von Hühnern und alten Autowracks leben, haben noch andere Sorgen. Mit kleinen Diebstählen und viel Liebe versucht Skeetah, die neugeborenen Welpen seiner Pitbull-Hündin China durchzubringen. Randall will Basketballprofi werden, aber zugleich müssen er und Esch sich um Junior, den Jüngsten, kümmern, dem wie allen die Mutter fehlt, die bei seiner Geburt gestorben ist. Da merkt die Fünfzehnjährige, dass sie schwanger ist – von Randalls bestem Freund, der mit einer anderen zusammenlebt. Wem kann man sich anvertrauen, wenn kaum einer für sich selbst sorgen kann?
Und doch stehen die Geschwister, wortlos und mit kleinen Gesten, unverbrüchlich füreinander ein. Versuchen, ohne Geld Vorräte anzulegen, mit Treibholz das Haus sturmfest zu machen. Als die zwölf Tage, die den Rahmen für den Roman bilden, zu einem dramatischen Abschluss kommen, sammelt die Familie ihre Kräfte, um einem neuen Tag ins Gesicht zu sehen. 

[trennlinie]

Manchmal nimmt man ein Buch zu Hand, blickt das Coverbild an, liest den Klappentext und man weiß schon im tiefen Inneren: dieses Buch lohnt sich! Dieses Buch will, nein MUSS gelesen werden, denn hier erwartet einen etwas ganz Besonderes. Und wenn sich dieses Bauchgefühl meldet, dann sollte man nicht zögern und sofort als Lesen anfangen. 
Mir erging es so mit diesem Roman "vor dem Sturm" von Jesmyn Wards Roman (im Original unter dem Titel Salvage The Bones erschienen) , der unter anderem den National Book Award erhalten hatte. 

Hier kommen viele Dinge zusammen, die diesen Roman für mich zu einem Lese-Hightlight machten. Schon der Schreibstil der Autorin konnte mich ungemein fesseln. Schnörkellos, tiefgründig, direkt und sprachlich unglaublich gut an die Situationen angepasst. Sie erzählt die Geschichte aus Sicht der jungen Esch in der Ich-Perspektive und lässt somit einen wunderbaren tiefen Blick auf das Innerste ihrer Protagonistin zu. Sie erzählt aus dem schwierigen Leben in einem sehr armen Viertel im Süden der USA, in dem die Bevölkerung hauptsächlich Schwarz isz und konzentriert sich dort bewusst auf die Familie von Esch und deren Freunde/ Umfeld. Sie behandelt die ganze Thematik unglaublich behutsam und doch sehr direkt und scheut sich auch nicht, dabei politisch aufzutreten und ihre Leser auf diverse Missstände hinzuweisen. Sie öffnet einen tiefen Blick auf die arme Seite der USA, die zwar zum Teil bekannt ist, aber den Leser doch wieder erschüttert zurücklässt. Der angekündigte Sturm, der drohende Hurricane, wird von der Familie anfänglich ignoriert. Nur Eschs Vater nimmt die Lage ernst, doch sein Hang zum Alkohol raubt ihm die Energie, sich ernsthafter darauf vorzubereiten. So fährt er seine Kinder herrisch an, das Haus zu sichern, Vorräte herbei zu schaffen und Wasser zu bunkern. 

Doch noch herrscht die große "Ruhe vor dem Sturm". Die Kinder hängen ihren eigenen Sorgen und Bedürfnissen nach. Da sie ihre Mutter früh verloren haben, müssen sie sowieso schon viele Aufgaben erledigen und Verantwortung übernehmen für Dinge, für die sie eigentlich noch zu jung sind. Esch muss sich um ihren jüngsten Bruder Junior kümmern, Skeetah versorgt seine Pitbull-Hündin China, die Nachwuchs bekommt und Randall trainiert verbissen für seine Basketball-Karriere. 

Esch führt heftigste innere Kämpfe mit sich durch. Beobachtet sie doch an einem Tag noch die Hündin China bei der Geburt ihrer Welpen, muss sie am nächsten Tag feststellen, dass sie selbst Schwanger ist! Eine Achterbahn der Gefühle macht sich breit - in ihr brodelt quasi ein eigener Sturm, braut sich ein eigener Gefühls-Hurricane zusammen.  Jeder der Kinder hat so seinen eigenen persönlichen Sturm zu bewältigen. Ihre Charaktere sind dabei sehr tiefgründig und facettenreich gezeichnet.  Kleine typische Dramen des Erwachsenwerdens spielen sich ab. Die junge unerwiderte Verliebtheit von Esch in Manny, der vermeintliche Vater ihres ungeborenen Kindes. Dieser distanziert sich sofort von ihr, als er von ihrer Schwangerschaft erfährt und kehrt zu seinem Mädchen zurück. 

"Ich bin schwanger. [...] Die schreckliche Wahrheit über das, was ich bin, flammt wie ein trockenes Herbstfeuer, dass alle abgefallenen Kiefernnadeln verschlingt, in meinem Bauch auf.
Da ist etwas. " (Seite 50)

Machtkämpfe zwischen den Jungs, die die jeweilige Position in der Clique stärken und sichern sollen. Und Big Henry, der im Geheimen über Esch wacht, weil er ihr seine Liebe nicht gestehen kann, nicht den Mut dazu aufbringt. 

Sehr gelungen ist hier, dass Jesmyn Ward darauf verzichtet, typische Klischees einzubringen. Sie verfällt in den Dialogen bewusst in einen Slang und verleiht so den Kids Authentizität. Man bekommt das Gefühl vermittelt, dabei zu stehen und einer tatsächlichen Unterhaltung zu lauschen. Und über all dem liegt der drohende Sturm, der Hurrikan, der sich ankündigt. 

Das Buch berichtet zuletzt "nur" aus zwölf Tagen aus dem Leben der Familie. In elf Tagen baut sich der Sturm subtil, ganz unscheinbar und nebensächlich auf. Erst als die Zeichen quasi schon am Himmel stehen, wird die Gefahr endlich auch bewusst wahrgenommen und alle versuchen, mit dem Wenigen, was sie haben und finden können, das Haus zu schützen. Die Not macht erfinderisch und schweißt zusammen. 

""Evakuierung angeordnet [...] Sie können sterben."
In dem Moment wird der Hurricane Wirklichkeit. (Seite 267)

Und dann - am elften Tag - ist er da, der Hurricane, mit all seiner zerstörerischen Kraft. Der Sturm wird zur Bewährungsprobe für die Familie. Jetzt ist ihr Zusammenhalt gefragt ... 

Kurz & gut - mein persönliches Fazit


Wie oben schon erwähnt, ist der Roman "vor dem Sturm" für mich ein facettenreiches und tiefgründiges Lese-Highlight. Voller tiefgründiger Metaphern und trotz seiner markanten Nüchternheit emotional und ergreifend, bewegend, mitreißend. Ein Buch, welches man liest, zuschlägt und noch einige Tage auf sich einwirken lässt. Ein Buch, dass zum Mit- und Nachdenken auffordert. Eine Geschichte über Familie, Freunde und Zusammenhalt. Eine Geschichte, die auch wachrütteln soll und auf Missstände in der amerikanischen Politik hinweisen soll. 

Ein Buch, für das man sich unbedingt Zeit nehmen sollte, damit auch alle Botschaften bewusst und mit dem nötigen Ernst aufgenommen werden können. Ich persönlich habe diese Geschichte aus diesem Grund sogar zweimal gelesen. 

© Rezension: 2013, Alexandra Zylenas 


Über die Autorin:

Jesmyn Ward wuchs in DeLisle, Mississippi, auf. Nach einem Literaturstudium in Michigan war sie Stipendiatin in Stanford und Writer in Residence an der University of Mississippi und lehrt derzeit Creative Writing an der University of South Alabama. Ihr zweiter Roman Vor dem Sturm erhielt den National Book Award sowie mehrere weitere Auszeichnungen als bester Roman des Jahres 2011 und wurde in den USA zum Bestseller.

Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Kunstmann Verlag, mit freundlicher Genehmigung Verlages.
© YouTube Video / Buchtrailer - Antje Kunstmann Verlag
© Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat. by Jesmyn Ward

Im Gespräch mit Autorin Patrycja Spychalski

Freitag, 6. Dezember 2013 5 Kommentare

Auf der Frankfurter Buchmesse haben wir uns mit der sympathischen Autorin Patrycja Spychalski getroffen und bei einer gemütlichen Tasse Kaffee haben wir ihr einige Antworten auf unsere neugierigen Fragen entlocken können.

© Patrycja Spychalski

Dein erster Jugendroman "Ich würde dich so gerne küssen" ist im Februar diesen Jahres im cbj Verlag erschienen. Wie sind die Protagonisten Frieda und Jeffer aus "Ich würde dich so gerne küssen" entstanden? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun?
Das Buch ist nicht autobiografisch und doch hat es sehr viel mit mir und mit meiner eigenen Jugend zu tun. Die Musik, die in dieser Geschichte eine Rolle spielt, ist auch meine Musik, die ich gerne höre, die mich beeinflusst hat. Ebenso die Clubs, die in dem Buch vorkommen - diese Clubs habe ich auch selbst besucht. Die Figur des Jeffer ist auch angelegt an jemanden, der mich sehr inspirierte. Hier habe ich schon viel Eigenes eingearbeitet.
Im Gegensatz zu "Fern wie Sommerwind". Dieser Roman ist ganz weit weg von mir. In diesem Roman habe ich versucht, Figuren zu erschaffen, die ich vorher nie gesehen habe. Ich wollte herausfinden, ob ich dies auch kann. :-)


Die Freundschaft zwischen den Mädchen Maja und Frieda ist ja schon sehr besonders. Was macht diese Freundschaft so sehr aus?

Ja, zwischen den beiden herrscht in der Tat eine ungewöhnliche Freundschaft. Frieda ist eher introvertiert, während Maja eher diejenige ist, die rausgeht und offen ist, Frieda anspornt. Sie nimmt ja auch Frieda mit vor die Tür, nimmt sie mit auf Konzerte. Durch Maja gerät Frieda auch erst in diesen Dunstkreis der Musiker - von alleine wäre sie da nie hingegangen, hätte die anderen nie kennengelernt. Frieda brauchte eine Freundin, die sie etwas "anschubst" und genau das hat Maja getan und brachte damit auch den Ball ins Rollen für die weiteren Geschehnisse.


Ich habe bis zur letzten Seite darauf gehofft, dass die Geschichte noch das Ende nehmen wird, welches ich mir sehr wünschte. Dieser Roman ist alles andere als ein klassischer Jugend-Liebesroman. Was reizte dich, diese eher schwierige Geschichte zu schreiben?

Das haben viele gehofft! :-)
Ich finde Liebesgeschichten, die schön enden, einfach toll, keine Frage! Aber ich finde auch, dass dies oft unglaubwürdig ist, weil ... es ist so leider oft nicht im Leben und aus eigenen Erfahrungen weiß man: "Verdammt, es geht einfach nicht so, wie ich es gerne will"
Deshalb dachte ich, ich versuche es mal, es nicht zu einem guten Ende kommen zu lassen sondern das Ende offen zu halten. Weil es mir einfach realer erscheint.


Dein zweiter Roman "Fern wie Sommerwind" erschien dann im Mai diesen Jahres - ebenfalls im cbt Verlag. "Fern wie Sommerwind" ist ja - wie der Titel schon vermuten lässt - ein sommerlicher Roman. Nora, das erste mal weg von Zuhause, ohne die Eltern. Die erste große Sommerliebe, neue Lebenserfahrungen. Sie nimmt einen Ferienjob als Drachenverkäuferin an der Ostsee an. Warst du selbst schon an diesem besagten Strand, an dem sie täglich jobbt? Verbindest du hier Erinnerungen?

Seit ich sechs Jahre als bin, reise ich jährlich mit meinen Eltern an die Ostsee. Auch heute fahre ich da noch gerne hin. Die Ostsee ist einfach super!
Und dem Drachenmädchen bin ich bei einer meiner Reisen dorthin tatsächlich begegnet. Ich saß mit meinem Sohn und meinem Freund am Strand und da lief dieses süße Mädchen entlang und verkaufte Drachen. Ich habe sie eine Weile beobachtet, weil sie sich so geschickt anstellte. Sie blieb oft in unserer Nähe stehen und hat mich ehrlich fasziniert. Ihre Figur habe ich im Kopf mit nach Hause genommen und sie in "Fern wie Sommerwind" verarbeitet.


"Fern wie Sommerwind" ist weniger ein Roadtrip, eher ein Selbstfindungstrip für Nora. Wer bin ich? Was will ich werden? Wie soll meine Zukunft aussehen? Nora setzt sich mit den Fragen auseinander, die Jugendliche im Laufe der Zeit einfach einholen. Nur Nora grübelt zu viel darüber, sie denkt permanent darüber nach so dass sie schon unter Kopfschmerzen leidet. Jugendliche Probleme und Sorgen werden gekonnt aufgegriffen und verarbeitet. Welche Botschaft möchtest du mit Noras Geschichte an deine Leser vermitteln?

Ich wollte von Anfang an zeigen, dass es so viele Möglichkeiten im Leben gibt. Dass man vor diesen Möglichkeiten keine Scheu haben soll. Das Leben kann einem ganz viele Wege eröffnen und es ist okay, wenn man sich mal hierfür entscheidet, mal da schaut. Neugierig sein, sich einfach trauen!
Es liegt alles irgendwie in den Händen von einem selbst. Daher sollte man die Dinge einfach wagen, ohne zu viel zu grübeln. Auch Nora lernt das und findet einen Weg, ihren Kopf wieder frei zu bekommen, so dass sie keine Schmerzmittel mehr braucht. Man muss nur an sich selbst glauben und einfach mal etwas riskieren.


Noras Tagträumereien, ihre Gedankewelt ist ja wunderschön offengelegt in diesem Roman. Man erlangt dadurch einen tiefen Einblick in ihr Innerstes. Ich konnte mich gut mir ihr identifizieren, da ich auch sehr gerne Tagträumte ( und dies auch heute noch gerne tue) "was wäre wenn...". Geht es dir da ähnlich? Hängst du auch gerne Tagträumereien nach?

Ja, das tue ich tatsächlich!
Auch rückblickend überlege ich mir oft, wie zum Beispiel mein Weg gewesen wäre, wenn ich in Polen geblieben wäre. Wie würde mein Leben heute verlaufen? Oder wenn ich mich in gewissen Situationen anders entschieden hätte, als ich es getan habe. Da kann man schon in seiner Gedankenwelt versinken. Manchmal ist das mühselig, da es ja anders gekommen ist, dennoch ist es immer wieder schön, sich dies auszumalen. Ja, ich mag Tagträumerin!


Wir möchten dich gerne auch ein wenig zu deiner Arbeit, zu dir selbst befragen: Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin?


Das war eigentlich gar nicht so eine bewusste Entscheidung, Nach der Schule habe ich Schauspiel studiert und mich anschließend im Theater getummelt. Dann bin ich in die sozialpädagogische Richtung gegangen und habe mit Kindern viel Film und Theater gemacht. Aber während dieser Arbeit lag mir die Geschichte von Frieda und Jeffer (Ich würde dich so gerne küssen) am Herzen und ich habe einfach angefangen zu schreiben. Zu Beginn erst als Spielerei, als Hobby - doch dann wurde es ernst. Heute arbeite ich alle freiberufliche Schriftstellerin und bin zufrieden.


Wie lange hast du denn an deinem ersten Buch geschrieben?

An "Ich würde dich so gerne küssen" habe ich doch ca. 1 1/2 Jahre geschrieben, da es, wie gesagt, anfangs eher ein Hobbyprojekt war. Heute geht das doch schon etwas schneller :)


Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? Hast Du einen fixen Tagesablauf mit bestimmten Zeiten, die für private Stunden beziehungsweise das Schreiben reserviert sind?

Ja, ich habe tatsächlich feste Zeiten. Als ich beschloss, den Weg der freiberuflichen Autorin zu gehen, habe ich mir dies selbst vorgegeben. Konsequent und mit Disziplin arbeiten.
Wenn mein Sohn morgens zur Schule geht, räume ich noch schnell auf und dann geht es an den PC und es wird konzentriert gearbeitet, bis die Schule vorüber ist. Das klappt vielleicht nicht immer ganz so gut, aber zum größten Teil schon. An manchen Tagen ist man kreativer, an anderen Tagen etwas weniger. Aber ich kann sagen, ich habe mittlerweile eine gute Struktur für mich gefunden und diese ist auch sehr wichtig.


Woran erkennst du, dass eine Idee es wert ist, zu einem Roman ausgearbeitet zu werden?
Ich fahre als Ausgleich sehr viel mit dem Rad durch Berlin und während dieser Touren denke ich sehr viel nach und hierbei entstehen meist die besten Ideen - allein schon durch das Beobachten der Menschen und der Umgebung . Dann radle ich schnell nach Hause und halte diese Ideen sofort fest.


Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?

Das Ende, definitiv!
Der Anfang eines Buches ist immer toll, da ist alles noch so frei und man kann sämtliche Wege nehmen. Aber je weiter man zum Ende eines Buches kommt, desto enger wird es und man muss sich entscheiden und vor allem wieder alles zusammenführen. Das Ende ist doch eher Puzzle-Arbeit.


Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Eine schwierige Frage...
Spontan fällt mir da "Kafka am Strand" von Haruki Murakami ein - einfach ein toller Autor! Und dann wäre da noch noch "das fremde Meer" von Katharina Hartwell. Das Debüt einer jungen Autorin, welches mich inhaltlich und sprachlich vollkommen faszinierte. Eine beeindruckende Sprachgewalt, bei der ich mich frage: "wie macht sie das nur?"


Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen?

Oh, eine gute Frage! :-)
Jetzt rattern sämtliche Bücher im Schnelldurchlauf durch meinen Kopf. Ich würde wohl gerne mit Gatsby einen Tag verbringen. Es gibt viele tolle Figuren, aber ein Abend mit Gatsby wäre schon sehr aufregend und spannend!


Was machst du, wenn du.gerade nicht schreibst? Hast Du ein besonderes Hobby, dem Du gerne nachgehst?

Ich gehe auf viele Konzerte in und um Berlin, vor allem von jungen Künstlern. Ich liebe Musik, richtig laute Gitarrenmusik.


An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir und als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten?

Im Januar erscheint auch im cbj Verlag die Fortsetzung von "Ich würde dich so gerne küssen". Der Titel lautet "Ein Kuss von dir". Wobei man aber auch beide Bücher unabhängig voneinander lesen kann. Und dann arbeite ich gerade an meinem vierten Buch. Ein Roman, der ebenfalls bei cbj erscheinen wird, voraussichtlich im Herbstprogramm 2014. Hier erwartet die Leser eine Odyssee durch Berlin - eine Liebesgeschichte in 24 Stunden. Mer mag ich noch nicht verraten und auch der Titel hierfür steht noch nicht fest. Ihr dürft aber sehr gespannt sein! :-)


Vielen herzlichen Dank, liebe Patrycja, für das sehr nette und informative Interview. Wir hoffen und wünschen uns, dass wir noch viel von Dir hören bzw. lesen werden und sind schon ganz neugierig auf deine beiden neuen Werke, die 2014 erscheinen werden. Alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!

[alexandra]

Nikolaustag

0 Kommentare



SCHÖNEN NIKOLAUSTAG!



Es gibt gewisse Dinge im Leben für die man einfach nie zu alt ist. Weihnachten zum Beispiel oder die Vorweihnachtszeit. Die Liebhaber wissen was wir meinen. Überall tolle Lichter, schöne Deko, Weihnachtsmusik, leckere Düfte, heiße Getränke und Naschereien und der Nikolaustag:-)

Egal ob mit gefülltem Stiefel oder einem kleinen Schoko-Weihnachtsmann. Hauptsache man kann es erleben. 

Wir wünschen Euch einen schönen Nikolaustag. 

Euer Bücherkaffee Team

Rezension {Aygen} | Der große Trip | Cheryl Strayed

Donnerstag, 5. Dezember 2013 4 Kommentare


Titel: Der große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu  mir selbst
Autorin: Cheryl Strayed
Verlag:
 Kailash Verlag

Originaltitel:
 Wild
Aus dem Amerikanischen übersetzt von:
Reiner Pfleiderer

Genre:
Lebensgeschichte, Roman

Erscheinungsdatum:
 25. Februar 2013

Ausstattung: 
448 Seiten Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag

ISBN13:
978-3-424-63024-04
Preis Printausgabe:
19,99€  [D]
Preis eBook:
15,99€  [D]

Leseprobe:
KLICK

"Eine Welt, von der ich hoffte, sie würde mich zu der Frau machen, die ich werden zu können glaubte, und zugleich in das Mädchen zurückverwandeln, das ich einmal gewesen war. Eine Welt, die gut einen halben Meter breit und 4284 Kilometer lang war. Eine Welt namens Pacific Crest Trail." Zitat Seite 12

Abbildung im Buch Seite 10
Inhaltsangabe:
„Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.“ Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Und so trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr al tausend Meilen zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur „Brücke der Götter“ im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie „Monster“ nennt. Diese Reise führt sie bis an ihre Grenzen und darüber hinaus…

Meine Gedanken zu dem Buch


Das Buch ist in 5 Teile unterteilt und diese wiederrum in einzelne Kapitel. Jeder einzelne Teil hat noch eine weitere Überschrift und macht den Anfang durch ein Zitat einer berühmten Person. Auch die Karte des PCT ist vorne im Buch abgedruckt und am Ende ist noch aufgelistet, welche Bücher Cheryl Strayed auf ihrer Reise gelesen bzw. verbrannt hat um auf ihrem weiteren Weg an Gewicht zu sparen.
Das Cover ist schlicht und ein einzelner ausgelatschter Wanderstiefel mit roten Schnürsenkeln verziert dieses weiße Cover mit großer schwarzer Schrift. Die Gestaltung hat mich schon eine ganze Weile angesprochen, allerdings konnte ich mir anfänglich nicht vorstellen, dass man eigentlich eine Lebensgeschichte bzw. eine Reise zu sich selbst so emotional und dennoch mit der richtigen Prise Humor umsetzen kann.
Cheryl Strayed erzählt gleich zu Beginn, den Verlust ihrer Mutter auf so intensive und emotionale Weise, dass ich zeitweise mit den Tränen kämpfen musste. Sie war noch so jung, als sie erfahren musste, wie es ist, wenn dein Halt, dein Fels in deinem Leben, dich verlasen muss.
"Sie sollte im gleichen Augenblick aus meinem Leben scheiden, in dem ich in ihres getreten war, dacht ich." Zitat Seite 21
Viel möchte ich hier über die Geschichte und den Verlauf nicht erzählen. Dieses Buch ist mehr als ein persönlicher Reisebericht oder eine Lebensgeschichte. Es liegt die Kunst darin auch zwischen den Zeilen zu lesen und deshalb sollte man sich hier die Ruhe und Zeit nehmen und auch neben den lustigen und aufregenden Passagen sich auf die traurigen und tiefgründigen Momente im Leben von Cheryl Strayed konzentrieren zu können, die wie ich finde zum großen Teil auf jeden von uns zutrifft. Sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass wir hier nicht eine fiktive Geschichte sondern direkt über die Autorin und ihr Leben lesen. Ein Mensch, der uns die Tür zu seinem Innersten öffnet. Die Verletzlichkeit, die Schwächen, die Erfahrungen und Verluste. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück, ihre Erfahrung mit Heroin zu schildern oder Ihre Seitensprünge sowie die Trennung von ihrem Mann . Es ist kein Buch, in dem die Autorin sich selbst lobt sondern ihre Seele entblößt.
"Auf das, was da in mir wuchs, sollte ich mich Jahre später besinnen, als Trauer mein Leben aus der Bahn warf. Es gab mir den Glauben, dass mich eine Wanderung auf dem Pacific Crest Trail wieder zu dem Menschen machen konnte, der ich einmal gewesen war." Zitat Seite 30
Die Autorin erscheint zu Beginn verletzt, verloren und ohne Lebenswillen, aber von Kapitel zu Kapitel erlebt man ihre Veränderung. Wie sie stärker wird, nicht nur seelisch sondern auch körperlich. Eine Frau, die durch ein tragisches Ereignis aus ihrem Leben gerissen wird und ohne Erfahrung sich auf einen langen Fußmarsch aufmacht, um wieder ihren Lebenswillen zu finden. Ein Trip der über 4000 Km geht und neben den schönen Begegnungen mit anderen Wanderern, den schönen Landschaften auch die harten und erbarmungslosen Seiten, so einer langen Reise zu Fuß, nur mit einem Rucksack auf dem Rücken, mit sich bringt.
Bewundernswert, wie viel Stärke sie im Laufe ihrer Reise entwickelt. Nicht nur körperlich sondern auch geistig. Trotz der Tiefgründigkeit dieses Buches, verliert man nie die Spannung, selbst die vielen kleinen erheiternden Ereignisse auf ihrer Reise wirken so erfrischend und fesseln einen. Es ist üblich, dass wir Menschen an manchen, wenn auch glücklicherweise an wenigen Tagen, an uns selber und unserer Umgebung zweifeln. Dieses Buch hat mich ein Stück dankbar gemacht. Wir sind durch unseren Willen, in der Lage Schmerzen, Trauer und Erschöpfung zu erfahren, die weitaus über unsere bisher gekannten Grenzen gehen.
 
Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Cheryl Strayed hat mich berührt und mir die Möglichkeit gegeben, Einblick in ihr bisheriges Leben zu gewinnen. Ich habe mir sehr viel Zeit beim Lesen gelassen. Stets etappenweise gelesen, so als würde ich auch immer wieder ein paar Kilometer zurücklegen, auf der schweren Reise. Der große Trip ist mehr als der Titel dieses Buches. Es hat mir gezeigt, wie stark ein Mensch sein kann. Physisch und psychisch, fernab vom Alltag oft auf sich allein gestellt in der Wildnis. Zudem konnte ich mir häufig auf der Facebook Seite von Cheryl Strayed Bilder zu ihrem Trip auf dem Pacific Crest Trail (PCT) ansehen, die mich immer in meiner Vorstellung bestätigt haben. Ein absolutes Lesehighlight für alle die sich in schwachen Lebensmomenten nach Stärke und Zuspruch sehnen. Meinen absoluten Respekt an die Autorin für so viel Mut, Stärke und Offenheit. Auf ihrer Facebook Seite habt ihr die Möglichkeit viele Bilder von PCT zu sehen, zudem laufen gerade die Dreharbeiten zu dem gleichnamigen Film. Die Autorin wird hier übrigens von Reese Whiterspoon gespielt, hierzu könnt ihr mehr auf ihrer Facebook Seite lesen.

© Rezension: 2013, Aygen (AE)

Über die Autorin:
Cheryl Strayed, geboren 1968, veröffentlichte nach ihrem Studium der Literatur neben einem Roman zahlreiche Beiträge in der New York Times, Washington Post, Vogue und anderen Medien. Ihre regelmäßige Internet-Kollumne mit dem Titel „Dear Sugar“ macht sie zur nationalen Berühmtheit. „Der große Trip“ avancierte zu einem beispiellosen Bestseller in den USA und erscheint in über 20 Ländern. Cheryl Strayed lebt mit ihrem Mann, dem Filmemacher Brian Lindstrom, und ihren beiden Kindern in Portland, Oregon.

Quelle Vita Autorin + Coverbild:
© Website Kailash Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Kailash Verlages.
© Fotografie Karte, mit freundlicher Genehmigung des Kailash Verlages
© Buch Zitate: Die Seitenangaben befinden sich unter dem jeweiligen Zitat.
© by Cheryl Strayed

Rezension: Die Große Wildnis | Piers Torday

Dienstag, 3. Dezember 2013 0 Kommentare





Träume sind unsere Geschichten – unsere Erinnerung an die Tiere, die vor uns gelebt haben. Unsere Träume werden von Tier zu Tier weitergegeben, seit unsere Ahnen dieses Land zum ersten Mal betraten. Unter diesen Träumen gibt es einen besonderen, den wir uns seit Urzeiten immer wieder erzählen.

Titel: Die Große Wildnis (Band 1)
Autor: Piers Torday
Verlag: cbj (Verlagsgruppe Random House)

Originaltitel: The last Wild
Aus dem Englischen übersetzt von: Petra Koob-Pawis
Genre: Abenteuerroman (Kinder- und Jugendroman)
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
Erscheinungsdatum: 18. November 2013
Ausstattung: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten
ISBN13: 978-3570157961


Ein kleiner Einblick:

Kester Jaynes ist fast 13 und lebt im Mentorium, einer Anstalt für verhaltensauffällige Kinder weit weg von seiner Heimatstadt Premia und mitten in der Quarantänezone. Er weiß nicht aus welchem Grund er dort leben muss und es gibt auch nur zwei Möglichkeiten diesen Ort zu verlassen, als ehrbarer Bürger oder über die Klippen. Geleitet wird das Mentorium von einem Unternehmen das sich Facto nennt. Der Inhaber und auch Besitzer der ganzen Insel ist Selwyn Stone, er schickt seine Keuler und Sculdiss aus um die noch übrig gebliebenen Tiere aufzuspüren und sie zu beseitigen. Auch sammelt Sculdiss die Aussätzigen ein und bringt sie nach Premia. Nur in Premia gestattet Selwyn Stone den Menschen zu leben. Um die Stadt liegt die Quarantänezone und dahinter nichts mehr. So glaubt es auch Kester und fügt sich seinem Schicksal. Seit die rote Pest ausgebrochen ist, dürfen sich die Menschen keinem Tier nähern. Denn sie könnten sich anstecken. Nur Ungeziefer hat man am Leben gelassen, da es sich scheinbar nicht anstecken kann. Daher ist es auch nicht mehr möglich sich von Fleisch zu ernähren. Als Nahrung gibt es für die Menschen in Premia und die Kinder im Mentorium nur eine Art rosa Pampe mit den verschiedensten Geschmäckern. Sie nennt sich Formula und wurde speziell entwickelt. Mal schmeckt es nach Pommes und Hühnchen und mal nach Eier und Schinken.

Vor Kesters Zimmer sitzt ein Aufseher der meistens schläft. Das dieser schläft, ist nicht weiter schlimm, denn Kesters Zimmer ist verriegelt und eine Flucht daher unmöglich. Die anderen Kinder nennen Kester Dumpfkarotto (stumm=dumm + rote Haare) oder auch scherzhaft Plaudertasche. Das hat leider seinen Grund, den Kester spricht nicht, er kann es nicht, kein Laut verlässt seine Kehle. Dies war nicht immer so. Damals vor sechs Jahren, als seine Mam noch lebte, damals sprach er noch. Sein Vater ist ein anerkannter Wissenschaftler, aber auch ihn hat Kester seit nunmehr sechs Jahren nicht gesehen. Warum er im Mentorium leben muss, warum er seinen Dad nicht sehen kann und warum der Umgang selbst mit Insekten und Ungeziefer nicht erlaubt ist, dass alles kann er nicht so recht verstehen.

Zu den Mittagszeiten holt sich Kester sein Essen und verzieht sich meist in eine Ecke des Hofes wo er seine Ruhe vor den Hämen der anderen Kinder hat.
Wieder einmal kommt ein Insekt aus einem Abfluss gekrochen und Kester teilt sein Formula mit ihm. So kommt es auch das Kester eines Tages ein flüstern, ja eine tiefe raue Stimme vernimmt. Der Kakerlak, dieses Insekt spricht zu ihm. Er sagt, Hilfe. Stimmt das oder bildet Kester es sich nur ein. Er ist verwirrt. Die Aufseher bemerken, dass Kester sich mit Ungeziefer beschäftigt und schleppen ihn zum Doktor des Mentoriums. Auch dort glaubt Kester seinen Verstand zu verlieren. Eine Spinne nähert sich ihm und spricht auch zu ihm. Wenig später wird er auf sein Zimmer gebracht. Er hat Arrest und darf es für sieben lange Tage nicht verlassen. Das ist nun also die Strafe, weil er sich mit einem Ungeziefer beschäftigte. Kester sehnt sich nach seinem zu Hause. Nach seiner verstorbenen Mam Laura und auch nach seinem Dad. 

Am letzten Abend der Isolation geschieht plötzlich etwas. Er träumt und wird durch ein lautes klopfen und krachen wach. Die Scheibe seiner Glaswand ist teilweise zerbrochen und die Scherben liegen in seinem Zimmer verstreut. Kester vernimmt ein tapp und dann noch ein tapp. Dann bemerkt er die nassen Federhiebe um sich herum und sieht an die hundert Tauben in seinem Zimmer. Nach all der langen Zeit im Mentorium formen sich erstmals wieder Wörter in Kesters Kopf. Er kann die Tauben verstehen, sie sprechen zu ihm. Die Tauben berichten Kester, dass er schon bald aus dem Mentorium befreit wird und wenig später verschwinden sie wieder durch die Glaswand. Mit Hilfe der Kakerlaken gelingt Kester die Flucht und er kann das Wetter außerhalb spüren und die Freiheit riechen

Es gelingt ihm mit dem Anführer der Kakerlaken, dem General und den Tauben zu fliehen und zu fliegen. Ja, sie fliegen mit Kester außerhalb der Quarantänezone. Zu gerne würde ihn seine Reise zu seinem Dad führen, doch dies ist eine andere Richtung. Im Ring des Waldes angekommen wird Kester sehr schnell bewusst, dass es sehr wohl noch Leben außerhalb der Quarantänezone gibt. Nach und nach tauchen dort immer mehr Tiere auf. Eines, das sich selbst die große Wildnis nennt spricht zu Kester. Es ist ein prächtiger Hirsch, der letzte seiner Art. Die Tiere im Ring des Waldes haben keinerlei Anzeichen der roten Pest. Keine typischen roten Augen und auch sonst keine Symptome. Sie scheinen gesund. Noch. Und sie setzen all ihre Hoffnung in Kester. Er soll das Heilmittel finden, das Heilmittel gegen die rote Pest. Kester fühl sich nicht im Stande den Tieren zu helfen, doch er will sein bestes versuchen und die Tiere zu seinem Vater führen. Schließlich war der einmal ein sehr guter Tierarzt bevor er für das Facto-Unternehmen arbeitete. Der Hirsch spricht von einer großen Gabe die Kester hat und es wird die Zeit kommen wo Kester alles erklärt wird. Dies wird in den alten Träumen erzählt

Selbst wenn du nur einige wenige von uns retten kannst, musst du es tun. Du hast keine andere Wahl. Wir wissen das du ein Held bist. Wann siehst du das endlich ein und fängst an, dich auch wie einer zu benehmen? Seite 221

Gemeinsam mit dem Hirsch, dem kleinen Wolfsjungen und einem Mädchen namens Polly, welches er auf seiner Reise trifft, beginnt ein großes, überlebenswichtiges aber auch gefährliches Abenteuer. Werden sie Kesters Vater finden, werden sie das ersehnte Heilmittel bekommen und wie gefährlich wird es für die Tiere in Prima?

Meine Gedanken zum Buch:

Ein spannendes Kinder- und Jugendbuch. Gerade zum Ende des Bandes wurde es noch einmal so richtig kribbelig und spannend. Das typische Gefühl bei einem Mehrteiler – wie geht es denn nun weiter. Die Geschichte baut sich Bild für Bild auf und ist sehr detailnahe beschrieben. Das Cover ist schlicht gehalten. Eine Silhouette vor einem blauen Hintergrund, dem Himmel. Die große Wildnis, der prächtige Hirsch und auf seinem Rücken sitzt Kester. Als würden sie ihrem großen Abenteuer entgegen sehen. Auch der kleine Wolf und die dusselige Weiße Taube dürfen nicht auf dem Cover fehlen. Die Geschichte ist aus der Sicht von Kester geschrieben. Er erzählt hautnah von seinem Leben im Mentorium und seinem Abenteuer welches er mit den Tieren erlebt. Auch kleine Rückblenden und viele Dialoge mit den anderen Protagonisten, welche in diesem Fall Tiere sind, finden sich in dieser Geschichte. Die Weiße Taube brachte mich des Öfteren zum Schmunzeln. 

Als ich mir das Kinn abwische, hüpfen zwei graue Tauben auf meinen Schoß. *Wir haben etwas zu essen für dich gesucht, Kester.* Sie lassen Zweige voller Beeren und Nüsse aus ihren Schnäbeln in meine Hände fallen. Ehe ich sie richtig in Augenschein nehmen kann, hat Weiße Taube schon einen Zweig mit den saftigsten Beeren weggeschnappt. *Kester, du hast uns etwas zu essen besorgt!* Seite 123

Kurz & gut – mein persönliches Fazit:

Ein tiefgründiges und emotionales Buch. Es zeigt auf, dass es sich lohnt zu kämpfen, sich auf andere verlassen zu können, über sich hinauszuwachsen und seine Stärken nutzen zu können, für eine große, wichtige und gute Sache - dem Leben. Viele Hinweise in der Geschichte fügen sich zum Ende hin zusammen und lösen sich somit auf. Dennoch bleibt der Weitergang Kesters Abenteuers offen und man darf auf die Fortsetzung gespannt sein. Es ist sehr aufregend und interessant wie der Autor mit der Unwissenheit Kesters spielt. Kester bezeichnet ein Tier als ein Wiesel und wird sofort vom General berichtigt, dass dies ein Dachs sei. Aber woher sollte Kester alle Tiere beim Namen kennen. Es ist wirklich einzigartig und hi und da humorvoll. Ich habe mich einige Male dabei ertappt, wie ich an Doctor Dolittle dachte. Nicht an die Filme mit Eddie Murphy. Nein, an den Film von 1967. Einige von Euch kennen ihn sicher noch. http://www.amazon.de/dp/B005CFXYHY Auch in diesem Film konnte sich ein Mensch mit den Tieren verständigen.

Ich lege Euch diese Geschichte von Kester und seinem Abenteuer mit der Großen Wildnis ans Herz. Es regt zum Nachdenken an und ist auf seine Weise ein zauberhaftes Buch mit einem Hauch Herzschmerz, einem Quäntchen Humor und einem großen Abenteuer. Ich konnte mir die Schauplätze, die Menschen und die Tiere sehr gut vorstellen und mit ihnen fühlen und leiden. Träumen wir nicht manchmal auch davon, mit den Tieren sprechen und sie verstehen zu können.

© Rezension: Susa Naschke



[susa]