Im Gespräch mit Autorin Tanja Kokoska

Dienstag, 10. Dezember 2013 0 Kommentare



Liebe Tanja, zuerst natürlich einmal ein Herzliches Willkommen und vielen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und dass Du Dir Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten. 
Gleich mal eine neugierige Frage vorab: Mit welchem Getränk kann man Dir größere Freude bereiten? Kaffee oder Tee? Lieber gemütliches Straßencafe oder doch eher würzig-duftendes Teehaus? 
Auf jeden Fall Kaffee! Ohne meinen Riesenmilchkaffee am Morgen geht bei mir gar nichts… Und den trinke ich auch gerne in einem gemütlichen Straßencafé.

Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor. Wer ist Tanja Kokoschka? 
Ich bin 42 Jahre alt, ein echtes „Frankfurter Mädsche“, wohne aber seit ein paar Jahren mit meinem Liebsten in der schönen Wetterau. Ich liebe Schreiben, Spanien – besonders Barcelona – und den Duft von Schuhcreme.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen? 
Ich wollte schon immer schreiben, seit ich denken kann. Wer mich beeinflusst hat? Ich glaube vor allen anderen Erich Kästner und seine Kinderbücher. Die hab ich geliebt! Aber ich wollte dann unbedingt zu einer Tageszeitung, dieses schnelle, aktuelle Produzieren von Texten hat mich fasziniert. So bin ich dann bei der „Frankfurter Rundschau“ gelandet, habe dort viele Jahre als Redakteurin gearbeitet. Auch heute arbeite ich noch freiberuflich als Journalistin.

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß? 
Beim Buch-Schreiben: Dialoge. Ich habe einen Riesenspaß daran aufzuschreiben, wie Menschen miteinander sprechen, wie sie aneinander vorbeireden, sich missverstehen oder eben auch gut verstehen. 

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? 
Skizzen und Notizen samt Post-it-Sammlung oder alles ordentlich mit System am PC? Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen? 
Zuerst sammle ich Ideen ganz konventionell in einem Heft, das fällt mir leichter, wenn ich es mit der Hand schreibe, keine Ahnung warum. Dann baue ich mir einen Szenenplan, chronologisch, und schreibe zu jeder Szene alles auf, was mir dazu einfällt: Personen, Umgebungen, Stimmungen, Dialoge. Erst dann beginne ich mit dem eigentlichen Schreiben, wobei mir der Szenenplan hilft einzusteigen, wo ich gerade möchte – und Schreibblockaden zu überwinden. 

Folgst Du bestimmten Ritualen im Schreib-Alltag? (z.B. eine Lieblingstasse, die IMMER neben dem PC stehen muss, etc.) Hast Du einen fixen Tagesablauf mit bestimmten Zeiten, die für private Stunden beziehungsweise das Schreiben reserviert sind? 
Ich schreibe am besten gleich morgens nach dem Frühstück, dann maximal für vier, fünf Stunden. Und am liebsten mit Blick ins Grüne. 

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun? 
Beides – sie sind ein Mix aus erfundenen und realen Personen, denen ich privat oder beruflich begegnet bin. 

Woran erkennst du, dass eine Idee es Wert ist, zu einem Roman ausgearbeitet zu werden? 
Hui, schwierige Frage. Eine Idee muss sich für mich „tragend“ anfühlen, so dass die Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge abläuft. Ich sehe die Bilder dazu, das ist für mich das Wichtigste. Ohne Bilder kommen keine Worte. 

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches? 
Definitiv das Ende: Wann lasse ich meine Figuren los? Das finde ich verdammt schwer.

Welchen Einfluss hast Du als Autorin auf den Buchtitel und auf die Covergestaltung Deines Buches? 
Dem Piper Verlag hat mein Buchtitel gefallen, da wurde nichts mehr geändert. Das Cover durfte ich vorab sehen und sagen, ob ich damit einverstanden bin. Und ob ich das war! 

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 
Ein einziges? Poah, schwer zu sagen. Aber spontan fällt mir „Frau Rettich, die Czerni und ich“ von Simon Borowiak ein. 

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten? 
Belletristik. Und Krimis. 

Wann und vor allem wo liest Du selbst am liebsten? 
Abends im Bett. 

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen? 
„Herr Lehmann“ von Sven Regener.

Mit „Almuth spielt Auswärts“ (erschienen bei Piper / Pendo Verlag) hast Du in diesem August Deinen Debütroman veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, sein erstes eigenes Buch druckfrisch in den Händen zu halten? Wie erging es Dir am Veröffentlichungstag? Zieht es einen da nicht sofort in die umliegenden Buchhandlungen, um das eigene Werk im Regal zu sehen? 
Und ob! Dieses Gefühl werde ich nie vergessen – ich stehe in einer Buchhandlung und halte mein eigenes Buch in Händen. Das ist einfach unbeschreiblich. Ehrlich gesagt, ich musste auch eins kaufen… 

Erzähl doch unseren Lesern bitte kurz, um was es in „Almuth spielt Auswärts“ geht. 
Drei Frauen um die 60 fahren urlauben in der Schweiz. Almuth, die ein großer Fußballfan ist, begegnet dort der deutlich jüngere Jens Lehmann – und beschert ihr ein unverhofftes Abenteuer… 

Stichwort Fußball: Welche Verbindung hast Du selbst zu dieser Sportart? Spielst Du selbst Fußball oder bist Du leidenschaftlicher Fan? Wenn ja, welcher Mannschaft? 
Ich bin mehr der passive Typ – ich liebe Fußball von der Couch aus. Und besonders den FC Barcelona (wie Almuth, was für ein Zufall…).

Du befasst Dich auf gekonnt amüsante und doch auch unterschwellig ernste Weise mit der sogenannten „Generation Hausfrau“ – drei Damen, alle etwa um die 60 Jahre, versuchen bewusst und auch unbewusst aus ihrer täglichen Routine auszubrechen. Ihr bisheriger Alltag wird auf den Prüfstand gestellt. Welche Botschaft möchtest Du Deinen Lesern mit diesem Roman mit auf den Weg geben? 
Egal, wie alt man ist: Es ist nie zu spät zu leben. 

Welcher Altersgruppe würdest Du Deinen Roman empfehlen? 
Frauen – aber auch Männern – ab 30. 

Wie man liest und hört, ist schon ein Kinofilm in Planung. Gratulation an dieser Stelle natürlich erst einmal! Kannst Du schon Genaueres dazu sagen? 
Dankeschön! Die Frankfurter Produktionsfirma Stoked Film und Regisseurin Annette Ernst wollen aus Almuth einen Film machen, bisher gibt es schon Drehbuchförderung vom Land Hessen. Jetzt geht es um die weitere Finanzierung. Aber wir sind alle frohen Mutes, dass das klappt! 

An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir uns als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten? 
Leider noch nicht, das ist noch mit meinem Verlag zu besprechen. Nur so viel: Ideen gibt’s genug…


Vielen herzlichen Dank für Deinen Besuch im Bücherkaffee und für das nette Interview. Wir hoffen und wünschen es uns, dass wir noch viel von Dir hören bzw. lesen werden!
Unsere Rezension zu "Almuth spielt auswärts: KLICK 
Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann dies unter folgenden Links tun:


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