Rezension: Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kawinski, Strupp und dem Suseldrusel

Dienstag, 18. Februar 2014 0 Kommentare


Titel: Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kawinski, Strupp und dem Suseldrusel
Autorin: Nikola Huppertz
Illustratorin: Regina Kehn
Verlag: mixtvision Verlag
Genre: Kinderbuch
Alter: ab ca. 10 Jahre
Erscheinung: Dt. Erstveröffentlichung 2014
Ausstattung: Gebunden, 376 Seiten
ISBN13: 9783944572031

Es begann damit, dass Wenzels Mama unbedingt ein siebenteiliges Schirm-Set gewinnen wollte, von Rot bis Violett, in allen Farben des Regenbogens... [Zitat Seite 7]

Ein kleiner Einblick in den Klappentext:
Wenzel ist ziemlich sauer: Seine Mutter hat bei einem Preisausschreiben den Hauptpreis gewonnen, eine Reise auf die Malediven – für zwei Personen. Und als seine Eltern beschließen, die Reise gemeinsam anzutreten, wird Wenzel einfach abgeschoben, und das zu allem Übel auch noch zu seinem Onkel Nikolai: einem Schriftsteller! Dort muss Büchermuffel Wenzel bestimmt den ganzen Tag lesen, statt draußen rumzutoben und Abenteuer zu erleben ... 
Dass Wenzels Aufenthalt bei Onkel Nikolai spannender wird als erwartet, dafür sorgen unter anderem der sprechende Hund Strupp, Räuber Kawinski, eine Fußball spielende Prinzessin und besonders das Nachbarsmädchen Ricarda! Denn in Nikolais Haus befindet sich eine Ideenkammer, in die sich der Schriftsteller zum Schreiben seines neuen Buchs zurückzieht – und durch die ganz plötzlich die Figuren aus dem Buch in die Wirklichkeit übertreten!

Meine Gedanken zu dem Buch:
Nikola Huppertz ist mit "Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kawinski, Strupp und dem Suseldrusel" ein unglaublich fantasiereiches und kindgerechtes Werk gelungen, dass durch seinen besonderen Erzählstil begeistert.
Jungen Abenteurern fällt es sicher sehr leicht, sich mit dem kleinen naseweisen und doch sehr liebenswerten Wenzel zu identifizieren, denn die Autorin hat ihm einen sehr altersgerechten und authentischen Charakter zugedacht. Quirlig, aufgedreht und unternehmungslustig kommt er daher, kann keine fünf Minuten still sitzen und möchte ständig etwas erleben - wenn möglich etwas Aufregendes! Das ist es schon eine gewaltige Strafe, dass er zu seinem bücherschreibenden Onkel soll, während seine Eltern auf die Malediven reisen. Bücher! Laaaaaangweilig, denkt sich Wenzel.

Doch was ihn bei seinem Onkel Nikolai tatsächlich erwartet, damit hätte er zu seinen fantasiereichsten Zeiten nicht gerechnet. Und Fantasie hat er, der Wenzel. So erfindet Wenzel auch gerne neue Wörter wie "überlebenszelten" oder "geschwitzfoltert" und spricht kleine Leseratten damit sicher gut an. Sie verwendet für Wenzels Part eine Art Kindersprache, was dem Ganzen noch zusätzlich  Authentizität verleiht.

Bücher haben einen großen Stellenwert und Kindern wird vermittelt, wieviel Fantasie zwischen den Seiten eines Buches stecken kann. Realität und Fantasie vermischen sich gekonnt und Figuren aus der Feder des Autors Nikolai erwachen zum Leben. Die Ideenkammer ist das Tor für die Figuren in die reale Welt und Wenzel kann sie sehen! Er kann sogar eingreifen in die Geschichten und sein Abenteuergeist ist natürlich umgehend geweckt!

Im Grunde hatte er es die ganze Zeit gewusst.
Wo ein Junge-der-gewissen-Sorte auftauchte, war nichts mehr sicher. Kein Schlüssel, keine Ideenkammer, keine Geschichte.
Seite 89

Die kleinen, aber feinen s/w-Illustrationen von Regina Kehn zu Beginn eines jeden Kapiteln unterstützen die Fantasie zusätzlich. Figuren wie der Räuber Kawinski und das quirlige, liebenswerte Suseldrusel bekommen ein Gesicht. Die Autorin fördert nicht nur die Fantasie junger Leser, sie vermittelt mit ihrem Roman auch Werte wie Freundschaft, Familie, Zusammenhalt und Respekt. 

Unterschiedliche Schriftarten und Wortspielereien machen auf das "nur-ein klitzekleines-bisschen-eigentümliche" Chaos aufmerksam, dass zusammen mit Wenzel in das kleine Autorenhaus eingezogen ist.

Temporeich geht es zu bei der Jagd auf Kawinski, dem elenden Finsterschurken. Ganz zu schweigen von dem Schlamassel mit der halsstarrigen P. Melinda zwo. Da schwirren die Worte schon mal gerne unkontrolliert und scheinbar zusammenhanglos übers Papier und wollen auch eingefangen werden. Eine tolle Atmosphäre!

Aber kaum hatte er das Haus betreten, hatte er gespürt, dass hier etwas Unerhörtes auf ihn wartete, etwas Abenteuerliches und durch und durch Außergewöhnliches.
Tockerditockerditockerdi...

Kurz & gut - mein persönliches Fazit
Ein wunderbares und abenteuerreiches Kinderbuch voller Atmospäre, dass definitiv auch Erwachsenenherzen höher schlagen lässt. Das Buch bekommt durch seine liebenswert-chaotischen Figuren Leben eingehaucht und öffnet ein Tor in die Welt der Kinder-Fantasie. Eine wahre Lesefreude und ein Buch, dass man definitiv mit einem Lächeln auf dem Gesicht zuschlägt. Eine tolle Geschenkidee für abenteuerliebende Leseratten!

© Rezension: 2014, Alexandra Zylenas

Über die Autorin:
Nikola Huppertz wurde 1976 in Mönchengladbach geboren, wo sie erste Bekanntschaft mit nur-ein-klitzekleines-bisschen-eigentümlichen Schriftstellern und ihren Fantasmen machte, während sie ihrem nur-ein-klitzekleines-bisschen-eigentümlichen Kinderkram nachging. Heute lebt sie mit Mann, Tochter und Sohn in einer großen Stadt in Norddeutschland, verbringt ihre Ferien manchmal unfreiwillig in einem winzigen Dorf in Mitteldeutschland und wundert sich immer wieder aufs Neue, wenn unter ihren Fingern ein Buch entsteht, ohne dass sie sagen könnte, wie es eigentlich geschieht.

[alexandra]

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