Rezension: Yakamoz - Eine Liebe in Istanbul | Aygen-Sibel Celik

Dienstag, 11. Februar 2014 4 Kommentare



Titel: Yakamoz – Eine Liebe in Istanbul
Autorin: Aygen-Sibel Celik
Verlag: Oetinger Taschenbuch GmbH
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum: Februar 2014
Ausstattung: 176 Seiten Broschiert
ISBN13: 978-3-8415-0255-1
Preis Printausgabe: 8,99 € [D]
Preis eBook: 7,99 € [D]


Seit ihrem letzten Türkei-Urlaub kann Tuana nur noch an Noyan denken. Sie muss ihn unbedingt wiedersehen und überredet ihre Eltern, dass sie in den Sommerferien ihre Oma in Istanbul besuchen darf. Tatsächlich trifft sie Noyan dort wieder – und ist im siebten Himmel. Doch dann behauptet Tuanas Cousine, Noyan hätte eine Freundin. Tuana ist schockiert. Kann das wirklich sein? Hat Noyan sie etwas angelogen? Tuana ist sich sicher: Noyan ist ihre große Liebe. Aber ist sie auch seine?

Meine Gedanken zu dem Buch:

Tuana ist 15 Jahre alt und verbringt nahezu fast jede Ferien mit ihren Eltern bei ihrer Oma in Istanbul. In den letzten Ferien hat sie dort vor der Schule ihrer Cousine Yaren, den gutaussehenden Noyan kennengelernt. Seit dem geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Obwohl es nur zwei kurze Begegnungen waren, hat sie sich in ihn verliebt und ein türkisches Lied über Istanbul als Klingelton für seine eingehenden Nachrichten hinterlegt. Einige Wochen nach ihrer Rückkehr aus den letzten Ferien erhält sie nachts eine WhatsApp Nachricht von ihm. Mit weichen Knien und Schmetterlingen im Bauch berichtet sie ihrer besten Freundin davon und beschließt ihm zu antworten.

Tuana ist so aufgeregt und wünscht sich nichts sehnlicher als Noyan bald wieder begegnen zu können. Doch für die kommenden Ferien stehen die Sterne eher schlecht. Als sie mehrmals versucht per Email ihre Cousine in Istanbul zu kontaktieren, aber keine Antwort erhält beschließt sie eigenständig mit ihrer besten Freundin Jule einen Plan auszuhecken, um die Sommerferien in der Türkei verbringen zu können. Natürlich alleine – ohne ihre Eltern. Der Plan geht auf und sie macht sie auf die Reise in die große Weltmetropole Istanbul.

Die Hauptprotagonistin Tuana wird als gute und auch wohlerzogene Schülerin beschrieben und ist von Anfang an sehr sympathisch. Wohingegen ihre Cousine eher einen ominösen und wilden Eindruck hinterlässt und im Laufe der Geschichte eher unschöne Charaktereigenschaften präsentiert. Noyan, der gutaussehende türkische Junge wird romantisch, fürsorglich, verliebt und wie ein wahrer Gentleman, weitaus über sein Alter hinaus, beschrieben. Die Geschichte baut sich in einem ziemlich schnellen, spannenden und doch frischen Tempo auf und zieht den Leser ab der ersten Seite mitten in eine bunte, wilde und moderne Stadt, voller Sehenswürdigkeiten und der für mich vertrauten Geborgenheit. Hier gab es nichts, was es nicht gab. Und ich sog den Duft der Lebendigkeit ein und spürte meine Einsamkeit, tief in meinem Inneren, umso mehr. Zitat Seite 69

Die Covergestaltung ist orientalisch angehaucht und präsentiert den Schatten eines glücklichen Paares. Der Titel zur Geschichte ist passend gewählt und fällt einem sofort ins Auge. Eine tolle Geschichte über jugendliche Verliebtheit gepaart mit den kleinen Eifersüchteleien unter Gleichaltrigen, welche in einer wunderschönen und so facettenreichen Stadt wie Istanbul den passenden Hintergrund gefunden hat. Eine absolute Leseempfehlung, die der angegebenen Altersangabe entspricht und den Leser mit einem glücklichen Seufzer zurücklässt.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit:

Wie man unschwer erkennen kann, war es nicht allein die Covergestaltung und der Klappentext, der mich ansprach. Da mein Vorname hierzulande eher selten ist, habe ich mich natürlich gefreut als ich „Yakamoz“ von Aygen-Sibel Celik in der Buchhandlung entdeckte. Zudem ist mir der Titel auch sofort ins Auge gefallen. Ich finde es immer wieder schön auch von türkischen Autoren/-innen Bücher zu entdecken, insbesondere dann, wenn in den Geschichten kleine Anekdoten, Bezeichnungen oder sogar ganze türkische Sätze vorkommen. Diese kleine Geschichte ist wunderbar und für meinen Geschmack hätte sie auch gerne länger sein dürfen. Eine wundervolle, romantische und etwas turbulente Liebesgeschichte, die durch die einzelnen türkischen Sätze zu etwas besonderem wird. Die Übersetzung und die Erklärungen zu den Sätzen finde ich allein schon grandios. So vieles in diesem Buch ist insbesondere für mich nachvollziehbar gewesen. Wer schöne, romantische und orientalisch angehauchte Liebesgeschichten mag, wird diese sehr mögen. Istanbul wie bekannt und beliebt - schillernd, geschichtsträchtig, modern und wild durch die Augen einer 15 jährigen präsentiert.

© Rezension: 2014, Aygen (AE)


Über die Autorin:
Aygen-Sibel Celik wurde 1969 in Istanbul geboren und zog in ihrem zweiten Lebensjahr mit ihrer Familie nach Frankfurt am Main. Nach dem Studium der Kinder- und Jugendbuchforschung übte Aygen-Sibel Celik verschiedene Tätigkeiten im pädagogischen und journalistischen Bereich aus und schrieb Artikel und Rezensionen über die Darstellung des Fremden in der Kinder- und Jugendliteratur. Inzwischen ist sie selbst eine erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin und lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Kommentare:

  1. Sehr schön auf den Punkt gebracht hast du deine Eindrücke zum Buch, liebe Aygen. Und das Cover allein sorgt schon für Sonnenschein im Leserherzen, finde ich.

    Beste Stöbergrüße in Bücherkaffee,
    Kora

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    1. Danke Liebe Kora. Inwischen bist Du ja Stammgast im Bücherkaffee und es ist schön zu wissen, dass unsere Rezensionen gerne gelesen werden.
      Ich habe bereits gesehen, dass du das Buch auch hast und wünsche Dir daher viel Spaß beim Lesen. :-)

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  2. Grüß Dich, Aygen.
    Anmerkenswert, denke ich, ist, daß sich die Liebe in Istanbul absolut normal gibt. Zumindest legt sich hierzulande eher sofort die Negativität der Zwangsehe in die Gedankenwelt. So betrachtet ist es ein dicker Pluspunkt, daß die Autorin dem einseitigen Bild eine völlige Normalität im Beziehungsreigen bietet. Auch in der Türkei verlieben sich junge Leute.

    Wenn ich gar an die reichen Schätze orientalischer Liebeslyrik denke, bleibt es ein doppelter Stich, daß ein kulturell lebensfrohes Morgenland vom Pesthauch eifernder Dogmatik, in trüben Nebel gehüllt erscheint. Engstirnigkeit erkennt weder Schönheit, noch die Güte - heißt es.

    Also auch in dieser Hinsicht ein gutes Buch.

    bonté

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    1. Vielen Dank für Dein Feedback. Sehr schön und passend formuliert.

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