Rezension {Aygen} | Die unverhofften Zutaten des Glücks | Deborah McKinlay

Freitag, 21. März 2014 3 Kommentare

 
Ich glaube, jeder muss sein eigenes Rezept finden, und ich habe meins entdeckt.  – Seite 285

Ein Blick in den Klappentext:



Aus einer Laune heraus schreibt die Britin Eve dem amerikanischen Bestsellerautor Jack Cooper einen Leserbrief. Und er antwortet! So beginnt eine wunderbare Freundschaft. Beide teilen die große Leidenschaft für das Kochen und gutes Essen – und beide stecken mitten in einer existenziellen Lebenskrise. Sie spenden sich gegenseitig vorsichtig Trost und Rat, wodurch ihre Beziehung immer inniger wird. Schließlich schlägt Jack ein Treffen in Paris vor. Doch das fürchtet Eve, kann niemals stattfinden…








Meine Gedanken zu dem Buch:


Als ich den Klappentext las, dachte ich zuerst an eine klassische Liebesgeschichte zweier Menschen. Das Buch beginnt mit einem Leserbrief an einen Autor Namens Jack Cooper. Eve Petworth ist Britin, wohlhabend und lebt in England. Sie hat eine erwachsene Tochter und wurde vor langer Zeit von ihrem Ehemann verlassen. Sie wird als ruhige und sensible Person beschrieben und hatte bisher schwer unter ihrer herrschsüchtigen Mutter Virginia zu leiden, welcher inzwischen verstorben ist, jedoch Eve´s Leben stark geprägt und auch ihre Persönlichkeit und Entwicklung beeinflusst hat. Ihre Tochter Izzy kommt charakterlich ihrer Großmutter Virginia gleich, anfänglich hochmütig und teilweise respektlos gegenüber ihren Mitmenschen. Eve hingegen ist in dieser Familie, wie es scheint, der Ruhepol, sie hält sich zurück und hat sich ihr Leben lang damit abfinden müssen, die zweite Geige zu spielen.
Das Einzige, was passierte, war, dass sie sich zum Klang des Gelächters ihrer Mutter mit dem baldigen Verlust der Zuneigung ihres Ehemanns abfand. Wie ein Vogel, dessen Herz bereits versagt, bevor die Katze ihn tatsächlich tötet.– Seite 32
Umso überraschender ist es für sie, das tatsächlich ihr Lieblingsautor Jack Cooper auf ihren Leserbrief antwortet. Jack Cooper strotzt zu Beginn der Geschichte vor Selbstbewusstsein und trotz der Rückschläge in seinem Leben, ist er der geborene Lebemann, immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Insbesondere seit seine Frau ihn für eine andere Frau verlassen hat, scheint er ein verletztes Ego zu haben und dies durch kurzweilige Bekanntschaften wettmachen zu wollen. Über die Dauer der Geschichte entwickeln sich Eve und Jack getrennt voneinander weiter. Er in den USA , sie in England. Anfänglich tauschen Sie Kochrezepte und mit der Zeit entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen Beiden. Jack steht vor seinem 50. Geburtstag und steckt Mitten in einer Lebenskrise, getrieben vom Gedanken noch etwas Besonderes, Außergewöhnliches erleben zu wollen.
Die Autorin schafft hier einen besonderen Schreibstil. Briefe und Emails begleiten uns durch beide Leben und man wünscht sich, dass Beide endlich zueinander finden. Der Schreibstil ist leicht, gefühlvoll und zum Ende hin auch melancholisch. Man bekommt einen Einblick in Eve´s und Jack´s Gefühlswelt. Dieses Buch kommt ohne große persönliche Begegnungen, Verliebtheit und ersten Dates aus und schafft dennoch ein Hauch von Romantik der besonderen Art. Obwohl man sich passagenweise mehr Kitsch und Elemente eines Liebesromanes wünscht, wird man nicht enttäuscht. Der Verlauf der Story ist zwar anders als man womöglich dem Klappentext nach vermutet, aber auch ein kleines Happy End mit dem Spielraum für eigene Gedanken, können verzaubern.
Worüber sie jedoch nachdachte, war die Tatsache, dass ihre Freundschaft zu Jack doch viel bedeutungsloser war, als sie sich eingeredet hatte. Durch dieses Foto, diese Abbild der Realität, in dem seine Hand wie selbstverständlich auf dem Arm der wunderschönen jungen Frau ruhte, hatte sich etwas verändert. Diese Etwas wurde ersetzt durch ein Gefühl, das ihr sehr vertraut war: Sie stand im Schatten, während jemand anders im Licht erstrahlte.-Seite 161

Kurz & gut – mein persönliches Fazit:

Passend zum Frühling ein leichter und kurzwelliger Roman. Ein zaghafter Brief und eine unverhoffte Antwort, die zu einer wunderbaren Freundschaft zweier Menschen auf verschiedenen Kontinenten führt. Anders als der Klappentext vermuten lässt entwickelt sich die Geschichte nicht zur gewohnten klassischen Romanze. Aber lest selbst.  

@Rezension: 2014, Aygen (AE)

 

Genre: Roman
Ausstattung: 288 Seiten, Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN13: 978-3-453-26905-7
Print: 17,99 € [D]*  / eBook: 13,99€ [D]*
*Preis zum Zeitpunkt der Rezension

Quelle Coverbild:© Website Heyne Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate:© by Deborah McKinlay




Kommentare:

  1. Meine Neugier hast du zweifelsohne geweckt! Daumen hoch & danke dir!

    Sonnige Grüße in Bücherkaffee,
    Kora

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  2. Servus, Aygen.

    "Glück ist wie ein Falter, der sich linde auf deine Schulter legt - du bemerkst es nicht."
    (Myrelle Minotier)

    So besehen hat Eve das Glück, daß ihre Mutter nun tot ist, die ähnlich gestrickte Tochter in ihrem eigenen Leben steckt und sie materiell auf niemanden angewiesen ist. Zumindest Teile von Glück, denn die Erinnerungen bleiben Eve.
    Auf der anderen Seite - nicht nur des Atlantiks - Jack, dem vermutlich der Sinn nach einem Frühling 2.0 steht, weil er den ersten bereits ausgekostet hat. Dabei sind 50 Jahre kein point of no return - wirklich nicht!

    Anmerkenswert erscheint mir, daß der Roman sich auf beider "getrennter" Leben konzentriert, die Leser sie der Art begleiten können. Ohne die Standards an Klischee, aber mit Gefühlen.

    Und definitiv: Richtige Freundschaft ist nicht weniger Beziehung.

    bonté

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