Rezension { Aygen} | Freitags in der Faulen Kobra | Stefan Nink

Montag, 14. April 2014 0 Kommentare


Alle trugen sie die gleiche weiße Uniform, den gleichen Turban in Orange und den gleichen imposanten Schnauzer. Siebeneisen vermutete, dass es sich um die Achtlinge einer kinderreichen Familie handelte, die allesamt hier einen Job gefunden hatten. ~ Zitat Seite 20

Ein kleiner Einblick in den Klappentext:


"Um einem indischen Maharadscha zu helfen, begibt sich Siebeneisen erneut auf Weltreise: Er soll die Bruchstücke einer magischen Elefantengottstatue finden, die der legendäre Entdecker James Cook vor 250 Jahren versteckt hat. Leider aber haben auch andere die Suche nach den Statuenteilen aufgenommen. Also liefert sich Siebeneisen ein Wettrennen mit den unbekannten Meisterdieben, das von Rajasthan in Indien unter anderem nach Tonga, Neusseeland und Hawaii führt. Außerdem  mit dabei: eine Kobra mit Vorliebe für AC/DC-Gitarrensoli, ein Guru mit Kräuterschnaps – und natürlich Siebeneisens Freunde Wipperfürth und Schatten."



Meine Gedanken zu dem Buch:

"Weiter immer weiter!" Lautet gleich zu Beginn ein Zitat von Oliver Kahn und genau dieses Zitat beschreibt das Lesegefühl ab der ersten Seite. Auf knapp 448 Seiten bereisen wir die Welt, beginnend in Indien über Tonga, Neuseeland, Hawaii bis nach Japan. Verrückter kann es nicht sein. Die Anreise zu den einzelnen Ländern ist haarsträubend und chaotisch organisiert. Man steigt zig Mal vom Flieger auf ein Schiff um, weiter mit dem Bus, bis man endlich sein Ziel erreicht. Wipperfürth ist ein Reiseplaner, den man sich im wahren Leben definitiv nicht wünscht. Sein Credo lautet: Je billiger umso besser. Das Buch beschenkt einen mit jede Menge Lachern. Stefan Nink findet für alle antreffende Menschengruppe eine urkomische und perfekte Umschreibung, die einen jedes Mal laut auflachen lässt.
"Die meisten Besucher wirkten, als hätten sie das Auktionshaus zufällig während eines Stadtbummels entdeckt. Sie trugen grellfarbene Trekkingjacken und schleppten Einkauftüten in den Saal, suchten lange nach einem passenden Platz und verließen diesen drei Minuten später wieder, weil sie einige Stuhlreihen weiter vorne einen vermeintlich besseren ausgemacht hatten. Andere waren offenbar nicht in der Lage, ihre Mobiltelefone auszuschalten, unentwegt erklangen Sirenentöne oder Popsong-Intros oder quietschende Stimmen, die Dinge wie "Muddi! Gemarann, Muddi" riefen."  ~ Zitat Seite 10

Trotz der Komik, ist die Reise nach den heiligen Bruchstücken einer Elefantengottstatue neben all der Komik auch geografisch Lehrreich und sehr spannend. Die einzelnen Stationen wecken den Backpacker Instinkt in mir und ich würde zu gerne mit Siebeneisen und Schattens Kreditkarte die Welt bereisen. Ein grandioses Buch, was bis zum letzten Drittel, den Leser im Dunkeln tappen lässt. Die Aufdeckung bzw. Entdeckung des Meisterdiebes hat mich sehr überrascht, denn bis zu dem Zeitpunkt war ich so gefesselt, dass ich tatsächlich nicht mit dieser Entlarvung gerechnet hätte. Die Covergestaltung ist bunt und verrückt, wie das Buch selber. Stefan Nink ist eine wunderbare Abenteuergeschichte gelungen, die sowohl Jung als auch Alt begeistern wird. Eine absolute Leseempfehlung.
"Wie Du Dich bestimmt erinnern kannst, habe ich vor einigen Jahren Elbisch gelernt, die Sprache des Volkes der Sterne. Unsere VHS-Leiterin weigert sich ja bis heute, einen solchen Sprachkurs anzubieten. "Deutsch für alle" und "Englisch für Berufseinsteiger" seien ihr wichtiger, argumentiert sie. Angeblich hätte es auch keine kommunalen Zuschüsse für Kurse gegeben, in denen Fantasiesprachen unterrichtet werden. Da kann man mal sehen, wie kulturlos unsere Welt geworden ist!" ~ Zitat Seite 197

Kurz & gut - mein persönliches Fazit:

Dieser Roman war mein erste Buch des Autors und ich bin begeistert. Ich habe mir diesmal bewusst viel Zeit beim Lesen gelassen, denn dieses Buch beschert unvergesslich, komische Lesestunden und lässt einen komplett abschalten. Man kommt aus dem Lachen gar nicht raus. Wer geschichtlich Interessiert ist, kommt hier nicht zu kurz. Die Verbindung zwischen Komik und geschichtlichem Hintergrund sowie eine kleine literarische Weltreise sind hier garantiert. Stefan Nink liefert einen grandiosen Kurzurlaub.

© Rezension: 2014, Aygen Ekici (AE)

17. März 2014 / Paperback / Klappenbroschur / 448 Seiten  
ISBN 13: 978-3-8090-2636-5
Print: € 14,99 [D]* / eBook:    11,99 [D]* Preis zum Zeitpunkt der Rezension

Quelle Coverbild: © Website LimesVerlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: © Stefan Nink

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