Rezension: Das Geräusch einer Schnecke beim Essen | Elisabeth Tova Bailey

Freitag, 11. April 2014 0 Kommentare

~ Denk nicht daran, wie viel zu tun ist, welche Schwierigkeiten zu bewältigen sind oder welches Ziel erreicht werden soll, sondern widme dich gewissenhaft der kleinen Aufgabe, die gerade ansteht, und lass das für heute genügen ~ Sir William Osler, Mediziner (1849-1919 

http://www.piper.de/buecher/das-geraeusch-einer-schnecke-beim-essen-isbn-978-3-492-30237-1 Ein kleiner Einblick in den Klappentext:

Durch eine Krankheit ist die Journalistin Elisabeth Bailey ans Bett gefesselt. Als sie von einer Freundin eine Topfpflanze geschenkt bekommt, unter deren Blättern eine Schnecke sitzt, beginnt sie diese zu beobachten. Nachts wird ihr neues Haustier aktiv, fährt seine Fühler aus, geht auf die Jagd und vollführt seltsame Rituale. Fasziniert beschäftigt sich Bailey mit Biologie und Kulturgeschichte der Schnecke und erfährt Verblüffendes über ein unterschätztes Lebewesen.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Was für ein wunderbares kleines Büchlein. Ich kann den vielen Zitaten der anderen Leser auf dem Einband und im Innenteil nur recht geben. Klug und zauberhaft geschrieben. Man wird Schnecken nach dieser Lektüre kaum mehr als ekelig bezeichnen können, sondern als durchaus faszinierende Lebewesen, die trotz ihrer geringen Größe mit unglaublichen Leistungen  beeindrucken.

Da die Autorin des Buches sehr krank war, als die Schnecke bei ihr Einzug hielt, blieb ihr nichts anderes übrig, als diese zu beobachten und stellte fest, dass sie und die Schnecke, jede für sich im eigenen Mikrokosmos gefangen, eine Menge gemeinsam hatten und das Beste aus ihrer Isolation zu machen versuchten. Elisabeth Tova Bailey ließ sich ausführliche Lektüre über Schnecken besorgen, die sie vielfach zitiert.

Manchmal gerät das schon ein wenig langatmig und es passiert auch absolut nichts Aufregendes in diesem Buch, aber das macht es nicht weniger faszinierend und bezaubernd. Zumal es auch nicht darum geht, die Schnecke zu sezieren, sondern in einem großen Glas, in dem ihr natürlicher Lebensraum nachgestellt wurde, bei ihren Verhaltensweisen zu studieren. Die Schnecke kann auch jederzeit heraus und irrt auch schon mal durch die Wohnung, was Elisabeth zu lustigen kleinen Experimenten anregt. Wie zum Beispiel Garnrollen an der Schnecke zu befestigen, um zu sehen, wie stark der Schneckenschleim klebt auf dem sie sich fortbewegt.

In der Zeit war die Autorin wirklich zu krank, um fernzusehen oder lange Passagen zu lesen. Nicht mal aufrecht sitzen oder stehen war möglich. Somit bot die Schnecke ihr die Abwechslung von trüben Gedanken und der Einsamkeit, die sich in ihren Alltag, an dem sie nicht mehr wie gewohnt teilnehmen konnte, in ihr Leben schlich. 

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Ein biografisches Sachbuch der besonderen Art und absolut lesenswert.  Besonders die vielen Zitate vorab eines jeden Kapitels und der Einleitung zu den einzelnen Leseabschnitten fand ich herausragend und sehr passend zur Geschichte ausgesucht. Das Cover ist ebenfalls sehr schön gestaltet. Es ist genau das darauf zu sehen, was man einen im Inneren erwartet. Eine kleine Waldschnecke, die sich langsam aber sicher ins Herz „schleimt“ .

© Rezension: 2014, Juliane


Das Geräusch einer Schnecke beim Essen – Elisabeth Tova Bailey – Piper Verlag
20.01. 2014 / Taschenbuchausgabe / 176 Seiten   
ISBN 13: 978-3-492-30237-1

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