Rezension || Totenfrau | Bernhard Aichner

Donnerstag, 5. Juni 2014 0 Kommentare

Spannung, Nervenkitzel und Gänsehaut mit einem atemberaubendem Tempo – Dieses Buch ist eine wahre Gefühlsachterbahn der Schludrigkeiten!

http://www.randomhouse.de/Buch/Totenfrau-Thriller/Bernhard-Aichner/e450391.rhdEin kleiner Einblick in den Klappentext: 

Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten. Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.

Meine Gedanken zu dem Buch: 

„Oh wow – was für ein Nervenkitzel", war der mein erster Gedanke als ich dieses Buch beendet hatte. Dieses Buch bot wirklich alles, was ein guter Thriller braucht – ein Spannungsbogen, der rasch in die Höhe schnellt und fast über das gesamte Buch hinweg auf hohem Niveau bleibt. Immer wenn man glaubte, es könnte dramatischer nicht kommen und die Gänsehaut hätte ihren Höhepunkt erreicht schaffte es der Autor auf erstaunliche Weise noch einen drauf zu setzen.

Wirklich beeindruckend war auch dieser außergewöhnliche Schreibstil des Autors. Sicherlich ist er höchstwahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack. Auch ich musste mich erst ein wenig daran gewöhnen. Doch bereits nach wenigen Seiten war ich in der Story und auch in diesem Schreibstil gefangen. Diese kurzen Sätze die teilweise nicht aus mehr als einem Wort bestanden, heizten für mich die Spannung immer wieder neu an und führten dazu, dass ich das Buch einfach nicht weglegen konnte. Ich musste einfach wissen, wie es weiter geht.

Weiterhin gefesselt hat mich die zeitweilige Detailnähe des Autors. Besonders authentisch war für mich dabei die Szene, als der Mann der Protagonistin verunglückte und sie am Unfallort vor Verzweiflung, Schock und Traurigkeit emotional zusammengebrochen ist. Ich habe all diese Emotionen und die unendliche Trauer der Frau als Leserin selbst spüren können und es war mir fast so, als wäre ich an ihrer Stelle. Auch bei den Rachemorden der Protagonistin lief es mir stellenweise kalt den Rücken herunter. Der Autor beschrieb diese Szenen derart realitätsnah und detailgenau, dass ich auch hier das Gefühl hatte, unmittelbar ein Teil des Geschehens zu sein. Diese Art und Weise, die Szenen zu gestalten, ist einfach phänomenal und hat diesen Thriller für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Auch die zwei Gesichter der Protagonistin Blum – als liebenswerte und fürsorgliche Mutter sowie Ehefrau auf der einen Seite und aber auf der anderen Seite als nach Rache sich verzehrende Mörderin – haben mich von Beginn an begeistert und erschaudern lassen. Erstaunlich wie schnell und scheinbar spielend sie zwischen diesen beiden Rollen wechseln konnte. Doch, dass ihr dies nicht immer leicht gefallen ist, bleibt auch dem Leser nicht verborgen. Die Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt machen dies nur allzu deutlich. Die Liebe zu ihren beiden kleinen Kindern macht es ihr immer schwerer diesen Spagat aufrecht zu erhalten. Doch die Liebe zu ihrem Ehemann war und ist auch über dessen Tod hinaus derart stark und mächtig, dass sie einfach nicht anders kann als sich zu rächen. War er doch der einzige Mensch in ihrem Leben, der sie wirklich um ihrer selbst willen geliebt und stets zu ihr gestanden hat. Ich kann Blum durchaus verstehen, dass sie wütend, traurig und verletzt ist, aber dennoch habe ich erhebliche Zweifel daran, dass ihr Weg der Richtige ist, mit dem Tod bzw. Mord ihres Mannes umzugehen. Denn letztlich ist sie ja auch nicht viel besser, als die Mörder ihres Mannes.

Das Ende dieses Thrillers war eine Befreiung, nicht nur für die Protagonistin, sondern auch für den Leser. Die Handlung spitzte sich derart zu, dass ich einfach wissen musste, wie es endet. Als ich das Buch fertig gelesen hatte, fühlte ich mich auf eine seltsame Art und Weise befreit, weil die Täter für ihre grausamen Taten bestraft worden sind. Dieses Gefühl überraschte mich auch gewissermaßen, da ich die Art und Weise gar nicht gut hieß, aber irgendwie spürte ich, dass es für die Protagonistin der richtige Weg war und sie innerlich befreite. Dies übertrug sich über den Schreibstil des Autors wahrscheinlich auch auf mich als Leserin. Einfach beeindruckend, wozu der Autor mit seinem Schreibstil in der Lage ist.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Dieses Buch hatte einfach alles, was ein guter Thriller braucht – Spannung, Nervenkitzel und jede Menge Gänsehautfeeling. Gepaart mit einem außergewöhnlichen und gleichzeitig einzigartigen Schreibstil, war diese temporeiche Handlung ein wahrhaft schauriges Lesevergnügen.  Ich habe lange keinen Thriller gelesen, der mich derart gefesselt hat und emotional aufgewühlt hat. Für jeden Thrillerfan ist dieses Buch ein Lesegenuss, den er so schnell nicht wieder vergessen wird.

© Rezension: 2014, Sandra


Totenfrau – Bernhard Aichner, erschienen im btw Verlag
10. März 2014 / Hardcover/  448Seiten   
ISBN: 978-3-442-75442-7

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