Rezension || Das Miezhaus | Ulrike Renk

Freitag, 15. August 2014 0 Kommentare

"Ein wahres Wohlfühlbuch für alles Tierliebhaber - zurücklehnen, entspannen und einfach die Geschichte genießen!"

Ein kleiner Einblick in den Klappentext: 

http://www.droemer-knaur.de/ebooks/7978414/das-miezhaus

Vom Mann verlassen, im Job gekündigt, gesegnet mit einer Tochter mitten in der Pubertät, fühlt sich Judith Sommer am Tiefpunkt angekommen. Durch gutes Zureden ihrer Verwandtschaft entschließt sie sich, einen lang gehegten Wunsch wahr werden zu lassen: Sie eröffnet eine Tierpension. Nun könnte das Leben wirklich schön sein, wäre da nicht der neue Mieter im Haus…
(© Text- und Coverrechte: Droemer Knaur Verlag)






Meine Gedanken zu dem Buch: 


Bei diesem Buch hat mich das Cover zunächst nicht beeindruckt. Es wirkt recht unscheinbar – auf den ersten Blick. Doch dann habe ich der Katze tief in die Augen geschaut und bin ihr erlegen. Auch der Klappentext zog mich an – klang es doch nach einer locker leichten Wohlfühlgeschichte rund um Liebe, Familie und einige tierische Hauptdarsteller…
Und genau das bekam ich dann auch. Bereits von der ersten Seite an war ich mitten in der Geschichte und fühlte mich schnell in ihr wohl. Der Schreibstil ist sehr leichtfüßig und flüssig geschrieben, sodass man dieses Buch wie von selbst liest und die Seiten nur so dahin fliegen.
Auch die Hauptcharaktere waren mir von Beginn an sehr sympathisch und schnell wurde ich ein Teil dieses chaotischen aber dennoch sehr charmanten Mietshauses. Judith ist eine sehr liebevolle Mutter und sonst auch sehr fürsorgliche Frau. So kümmert sie sich nicht nur herzlich um ihre pubertierende Tochter Esther, sondern ebenso hingebungsvoll um ihre zwei Katzen und ihren Hund Aputi. Doch nicht nur das, auch für ihre Familie – ihren Cousin Sam, ihren Vater Jakob und auch ihre Tante -  ist sie jederzeit da. Dies beruht auch auf Gegenseitigkeit, denn so unterstützen sie alle drei als sie sich mit einem Miezhaus selbstständig machen möchte. Solch eine Familie wünscht sich doch jeder gern, oder? Eine Familie, die immer füreinander da ist, die zusammen weinen, aber auch lachen kann, also die perfekte Familie. Auch zu ihrer Freundin Katharina hat Judith ein besonderes Verhältnis. Nur in Herzensangelegenheiten verhält sich Judith äußerst zurückhaltend und ängstlich – so auch als sie Alex kennenlernt....
Hervorzuheben sind auch die wunderbaren Gerichte, die Judith immer für ihre Familie und ihre Freunde zauberte. Da lief mir nicht nur einmal das Wasser im Munde zusammen. Doch habe ich mich auch gewundert, woher Judith immer wieder die Energie und auch die Zeit hernahm, sich neben ihrem Praktikum, ihrer Fürsorge für Familie und ihre Tiere sowie ihrem Vorhaben mit dem Miezhaus, auch noch stundenlang in der Küche auszutoben und derart kulinarische Köstlichkeiten zu zaubern. Für mich wirklich bewundernswert – alle Achtung!!
Die Handlung ist in sich durchaus nachvollziehbar, verliert sich aber häufig in Details und auch einigen Umständlichkeiten. So hat man bei einigen Szenen,  unter anderem zwischen Judith und Alex, das Gefühl, dass sie eher aufgesetzt wirken und nicht so recht in die Geschichte passen. Hier wäre weniger in meinen Augen eindeutig mehr gewesen.  Ein weiterer Wehrmutstropfen war für mich auch, dass die Autorin kaum Stolpersteine und Hindernisse in die Geschichte eingebaut hat und wenn doch, dann waren diese nach ein bis zwei Seiten bereits wieder ausgeräumt. Dies wurde bei Judiths Realisierung des Vorhabens, ein Miezhaus zu eröffnen, besonders deutlich. Dessen Finanzierung,  die Räumlichkeiten, Judiths Qualifikation und auch die mit einer Selbstständigkeit verbundene Bürokratie waren alles kein Problem. Hier wäre es schöner gewesen, einige kleine Hürden einzubauen. Für mich hätte dies deutlich realistischer gewirkt. Besonders gut gelungen ist der Autorin demgegenüber die Schilderung der Beziehung zwischen Alex und seinem Sohn Max. Die schwierige Situation der Trennung und Alex Kampf zwischen seinem Sohn und seiner (Ex)frau Sylvia waren durchaus realistisch und auch sehr gefühlvoll dargestellt. Dies ging mir sehr nah und bewegte mich sehr!  
Auch die Tiere bekamen in dieser Geschichte eine wunderbare Rolle und ihre Wesensarten und tierischen Eigenheiten wurden wunderbar dargestellt. Ich hatte sogar das Gefühl, dass diese Geschichte weniger durch die menschlichen als vielmehr durch die tierischen Charaktere belebt wurde. Tierisch schön ;-)
Das Ende war dann, wie die Geschichte auch insgesamt, wenig überraschend und ebenso vorhersehbar. Für mich war es ein versöhnliches Ende, das sich sehr gut zur gesamten Handlung fügt. Etwas anderes wäre hier auch unrealistisch und in keinem Fall nachvollziehbar gewesen. Das Ende stimmte mich zufrieden und rundete die Geschichte wunderbar ab.

Kurz & gut – mein persönliches Fazit


„Das Miezhaus" ist ein locker leichtes Wohlfühlbuch für zwischendurch ohne großen Tiefgang und mit einigen kleinen Schwächen.  Mit diesem Roman kann man sich wunderbar zurücklehnen und einfach mal abtauchen. Besonders für Tierliebhaber ist dieses Buch auch durchaus zu empfehlen – so besticht die Geschichte weniger durch die menschlichen als vielmehr durch seine tierischen Charaktere.

© Rezension: 2014, Sandra
„Sunny liest" 



11. Juni 2014 / eRiginal, Feelings  /  265 Seiten   
ISBN: 978-3-426-42524-4
Print: --,-- € [D]* / eBook: 4,99 €  [D]* Preis zum Zeitpunkt der Rezension


Quelle Coverbild: © Website Droemer Knaur Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: ©
Ulrike Renk


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