Rezension || Wo ein bisschen Zeit ist... | Emil Ostrovski

Sonntag, 28. September 2014 0 Kommentare

"Aber eine Welt, in der wir stets wüssten, was richtig ist, und keine andere Wahl hätten, als es zu tun, das wäre eine Welt voller Marionetten. Eine Welt ohne die Möglichkeit zum Bösen, aber auch ohne die Möglichkeit zum Guten, denn das Gute kann nicht automatisch geschehen. Man muss sich dafür entscheiden." ~ Zitat S.221-222


http://www.fischerverlage.de/buch/wo_ein_bisschen_zeit_ist/9783841421609
Der 18-jährige Jack Polovsky entführt seinen neugeborenen und zur Adoption freigegebenen Sohn, um ihn seiner dementen Großmutter zu zeigen.
Und so gerät alles aus den Fugen.Jack kauft ein Auto, holt seinen besten Freund Tommy und später auch die Mutter des Kindes dazu, und gemeinsam sind sie zwei Tage lang auf der Flucht vor der Polizei. Jack bespricht dabei schon mal die ganz großen Themen des Lebens mit seinem Sohn. Der heißt nämlich Sokrates – zumindest für Jack.
Am Ende wird alles gut: Jack bekommt Besuchsrecht, das Baby Sokrates bekommt einen richtigen Namen und sie finden (fast) den Sinn des Lebens.  (© Text- & Bildmaterial: FJB Fischer Verlag)

Meine Gedanken zu dem Buch: 

Meine Erwartungen an dieses Buch waren ehrlich gesagt sehr hoch, vielleicht letztlich zu hoch und haben mich manchmal vergessen lassen, dass ich hier ein Jugendbuch vor mir habe. Daher lasse ich diese Erkenntnis fairerweise in meine Gedanken und mein Urteil nun einfliessen.

Wenn man Jung ist und voller Tatendrang, dann kann dieser Tatendrang auch dazu führen, dass man sich mit dessen ungewünschten Folgen konfrontiert sehen muss. So geschehen auch bei Jack, dem seine Ex mitteilt, dass sie von ihm ein Kind erwartet. Was bei manchen zu einer tiefen Depression führen würde, bewirkt bei Jack das Gegenteil. Nachdem er vorher noch regelmäßig Suizidversuche unternommen hat, holt ihn ausgerechnet diese Nachricht ins Leben zurück. So verwundert es letztlich auch nicht, dass er nach der Geburt seines Sohnes diesen nicht wie geplant in der Klinik den wartenden Adoptiveltern übergibt, sondern mit dem kleinen durchbrennt. Anfangs noch absolut hilflos und mit der Verantwortung überfordert, sieht Jack nun , dass sein Leben durchaus einen Sinn hat und begibt sich mit seinem besten Freund Tommy und seiner Ex Jess auf die Flucht zu seiner Großmutter.

Der Klappentext verrät ja bereits viel von der Handlung und auch das Ende dieser Reise wird schon angedeutet, letztlich ist es aber wie so oft bei Roadtrips...hier ist der Trip an sich und die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen das Highlight. Sehr oft schmunzeln musste ich besonders über die kleinen freundschaftlichen Plänkeleien zwischen Tommy und Jack, deren Wirkung sich auch Jess trotz allem Groll irgendwann nicht mehr entziehen kann. Der Verlauf ihrer Beziehung ist irgendwie vorhersehbar, trotzdem gelingt es dem Autor, dass ich eine sehr große Sympathie für die 3 Jugendlichen entwickeln konnte und in den kritischen Momenten mitgefiebert und gehofft habe.

Was mir aufgrund der Beschreibung schon klar war, wurde nach dem lesen der ersten Seiten und allein schon durch die Namensgebung Sokrates für den kleinen Sohn unterstrichen: hier geht es dem Autor auch darum, philosophische Gedanken dem Leser näher zu bringen. Diese finden sich in relativ starr und für mich auch trockenen Abschnitten in Form von Zwiegesprächen, die Jack mit Sokrates führt. Inhaltlich sehr gut formuliert, wirken diese Abschnitte auf mich jedoch vielfach eher verstörend.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit 
 

Der Versuch, Philosophie in einer unterhaltsamen Form zu vermitteln ist nicht neu und wie dieses Buch zeigt auch eine große Herausforderung. Ostrovski gelingt das immer dann sehr gut, wenn er sich die Handlung der Geschichte zu nutze macht. Dagegen wirkte es auf mich teilweise störend, wenn er sich eine "Auszeit" vom Erzählstil nimmt, um eine philosophische Frage zu vertiefen.

Unabhängig davon habe ich mich aber in diesem Buch sehr wohl gefühlt. Die Story ist gut und flüssig zu lesen, ohne dass die Erzählform zu schlicht gewählt ist. Es gibt viele Situationen zum schmunzeln und auch den einen oder anderen spannenden Moment, allerdings hätte ich mir für einen richtigen Roadtrip davon noch ein paar mehr gewünscht. 

Wie schon erwähnt, waren mir die Charaktere durchweg sympathisch, auch wenn der Autor hier in deren Beschreibung nicht sehr in die Tiefe geht. Der gesamte Handlungsstrang ist durchaus realitätsnah und könnte so auch irgendwo gerade in ähnlicher Form passieren. Allerdings wirkt die "Philosophische Reife" von Jack im Gegensatz zu seinem sonstigen, eher dem jugendlichen Alter angepassten Verhalten, zeitweise etwas unrealistisch.

Zum Schluss hätte ich mir ein etwas weniger offenes Ende gewünscht, so bleibt einiges der eigenen Spekulation überlassen. Insgesamt aber von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die sich der Philosophie nicht abgeneigt fühlen, bisher aber vor reiner "Fachliteratur" zurückgeschreckt sind. Diese bekommen hier zudem eine sehr unterhaltsame Story dazu geliefert. Und ein wenig vom eigenen Roadtrip träumen darf man mit diesem Buch natürlich auch.



© Rezension: 2014, Christian Köhne




24. Juli 2014 / gebunden mit Schutzumschlag / 304 Seiten 


Presse || Interview mit der Heilbronner Stimme zum Literaturtreff "Meet & Read"

Samstag, 27. September 2014 1 Kommentar

In der vergangenen Woche trafen wir uns wieder zum allmonatlichen "Meet & Read" in der tollen Luna Bar in Bad Rappenau. Diesmal hatten wir Besuch von Ulrike Plapp-Schirmer, einer Redakteurin der Heilbronner Stimme. Sie wollte sich gerne einmal ein Bild von unserem Literaturtreff machen, sich mit uns unterhalten und darüber in der Zeitung berichten.

Rezension || Das Haus der vergessenen Bücher | Christopher Morley

Freitag, 26. September 2014 2 Kommentare

Geistige Unterernährung ist ein ernstes Leiden. Wir haben die richtige Medizin für Sie. R. & H. Mifflin

Ein kleiner Einblick in den Klappentext:

http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/das-haus-der-vergessenen-buecher-hoerbuch-7177/

Brooklyn, 1919. Roger Mifflin, ein Bibliomane wie er im Buche steht, betreibt ein Antiquariat, in dem die Geister der Weltliteratur durch die Gänge spuken, Rauchschwaden die Luft vernebeln, zwei junge Mensch sich ineinander verlieben, ein Buch verschwindet und ein Spionagefall seinen Lauf nimmt.







Alexandra unterwegs || Lesung mit Autor Robert Seethaler

Mittwoch, 24. September 2014 2 Kommentare

Kürzlich beschwerte ich mich, dass in meinem Umfeld nicht viele Lesungen statt finden - und prompt war ich schon wieder auf einer! Und zwar lockte mich am 23. September eine ganz besondere Lesung in die Buchhandlung Osiander Heilbronn, der ich unmöglich fern bleiben konnte: Es las Robert Seethaler aus seinem neuesten Werk "Ein ganzes Leben", welches nun im Hanser Literaturverlag erschienen ist. 

"Ein ganzes Leben" - Robert Seethaler

http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-24645-4

Ein Blick in den Klappentext:  Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr – so genau weiß das keiner. Er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht heran und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die er jedoch wieder verlieren wird. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen. Eine einfache und tief bewegende Geschichte.
-- Hanser Literaturverlag

 

Rezension || Die fernen Tage | Sally Beauman

Dienstag, 23. September 2014 0 Kommentare


http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-fernen-Tage-Roman/Sally-Beauman/e449134.rhdEin kleiner Einblick in den Klappentext: 
England 1922: Um sich von einer schweren Krankheit zu erholen, reist die junge Lucy mit ihrer Gouvernante nach Ägypten. Bald schon ist sie fasziniert von der Schönheit des fernen Landes und dem illustren Kreis bedeutender Archäologen und ihrer Familien. In Frances findet sie eine beste Freundin, gemeinsam erleben die beiden die aufregenden Entdeckungen im Tal der Pyramiden mit und erforschen die rätselhafte Welt der Erwachsenen – eine Welt aus Halbwahrheiten und dunklen Geheimnissen. Noch Jahre später werfen die Geheimnisse, die ihren Anfang in Ägypten nehmen, ihre Schatten auf Lucys Leben und gefährden ihre große Liebe ...(© Text- & Bildmaterial: Goldmann Verlag) 


Meine Gedanken zu dem Buch: 

Die schillernd rote Rose auf dem alten Papier und dann dieses wundervolle Grün haben mich sofort beeindruckt und versprachen einen historischen Roman mit einer romantischen Geschichte.  Doch leider blieb die anvisierte Romantik lange Zeit eher aus. Vielmehr widmet sich die Autorin sehr ausführlich den ägyptischen Ausgrabungen sowie der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun um 1920, die sehr ausführlich recherchiert und wunderbar aufgearbeitet worden sind. Diese geschichtlichen Hintergrundinformationen wurden mit der Geschichte verwoben und fügten sich herrlich in die Handlung ein. Diese geschichtlichen Details der Ausgrabungen waren für mich äußerst lehrreich und informativ. Ich merkte deutlich, dass sich die Autorin sehr für das alte Ägypten, die Pyramiden sowie seine geschichtlichen Hintergründe informiert und sehr viel Herzblut sowohl in die Recherche als auch in die Verarbeitung der historischen Details  gelegt hat. Dies hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Die Autorin schildert die Geschichte aus der Perspektive der Protagonistin Lucy, die sich in den 1920er Jahren in Ägypten befand und so bei den Ausgrabungen dabei war. In Rückblenden lässt die zwischenzeitlich gealterte Lucy auf ihre Zeit in Ägypten und die dortigen Ereignisse zurück. Dazwischen fügen sich auch Episoden aus der Gegenwart ein und der Leser bekommt hierdurch einen Einblick in Lucys gegenwärtiges Leben. Diese Wechsel sind der Autorin ebenfalls gut gelungen und lockern die Geschichte auf.

Bedauernswerter Weise ist es der Autorin allerdings nicht gelungen bei mir richtige Spannung aufkommen zu lassen und mich zu fesseln. So wies die Geschichte durchaus seine Längen auf und häufig fragte ich mich, wo diese Handlung noch hinführt.  Ich habe zu keiner Zeit so richtig in die Geschichte hinein gefunden, dennoch war ich sehr gefangen von den historischen Hintergründen und Informationen, dass ich dennoch dran geblieben bin. Auch Lucy war mir überaus sympathisch und ihre starke Persönlichkeit hat mich sehr beeindruckt. Für mich war sie ein überaus willensstarkes junges Mädchen, das ihren Weg gegangen ist, gegen alle Widrigkeiten. Zudem war es äußerst interessant, wie sie sich gegen so einige Widerstände zur Wehr gesetzt hat. Schade bleibt aber, dass es der Autorin nur in Ansätzen gelungen ist, die interessanten und spannenden Ideen und Grundthemen auch entsprechend aufzuarbeiten und miteinander zu vereinen.

Kurz & gut – mein persönliches Fazit

Dieses Buch hat mich etwas zwiegespalten zurück gelassen – einerseits packten mich die historischen Details über die ägyptischen Ausgrabungen und die Entdeckungen der Gräber der Pharaone, doch andererseits konnte mich die gesamte Rahmenhandlung leider nicht mitreißen, obwohl sie durchaus so einiges Potential aufwies. Auch die erwartete Romantik blieb auf der Strecke. Insgesamt ist „Die fernen Tage" vor allem ein Buch, dass vor allem Leser beeindrucken und mitreißen dürfte, die sich vorrangig für die ägyptische Geschichte interessieren und denen dabei die Rahmenhandlung zweitrangig ist.

© Rezension: 2014, Sandra



Die fernen Tage - Sally Beauman - Goldmann Verlag
21. April 2014/ Taschenbuch/  704 Seiten   
ISBN: 978-3-442-48109-5

Handarbeits-Rezension || DenDennis` total verrückte Häkelfreunde | DenDennis

Montag, 22. September 2014 5 Kommentare

http://www.topp-kreativ.de/dendennis-total-verrueckte-haekelfreunde-6373.html?gclid=CMy15Ozi8cACFdLKtAodeHMAVQDie süßesten Antihelden aller Zeiten selber häkeln.

[Buchbeschreibung] Den Dennis ist der Aussenseiter in seiner Klasse. Darum hat er sich seine eigene Fantasiewelt erschaffen, in der er viele Freunde hat. Aber es sind nicht irgendwelche Freunde, es sind total verrückte Häkelfreunde! Lerne die süssesten Antihelden aller Zeiten kennen und lasse Dir ihre spannenden Abenteuer erzählen! Häkle Suppenhuhn, das in einer Suppenschüssel geboren wurde und nun hineingewachsen ist oder Quasselkopp, ein Papagei, der unaufhörlich quasselt, Schlafmütz`, der mit seiner Müdigkeit alle ansteckt oder Katzenlady, deren Name für sich spricht. © Text- & Bildmaterial: Frechverlag, Stuttgart (Topp)

News aus der Skoobe-Welt || KW 38 - 2014

Sonntag, 21. September 2014 2 Kommentare

https://www.skoobe.de/
Heute habe ich wieder mit großer Begeisterung durch die Neuheiten bei Skoobe gestöbert und meine "Will-ich-lesen"-Liste um einige Bücher erweitert. 
Ich zeige euch auch heute wieder einen kleinen Einblick in die vielen neuen Bücher dieser Woche. Besonders angetan hat es mir in dieser Woche ein historischer Roman: "Im Hause Longbourn" von Jo Baker wird momentan von einigen Bloggern gelesen und ich höre bisher nur Gutes darüber. Ich habe mal reingeschnuppert und beschlossen, dass auch ich dieses Buch sehr gerne lesen möchte. Ein Blick in den Klappentext:

Rezension || Wadenbeißer | Sonja Liebsch

Samstag, 20. September 2014 1 Kommentar

Ein unterhaltsamer Lesespaß mit einem brisanten, ernsten Hintergrundthema

Ein kleiner Einblick in den Klappentext: 

http://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/969-wadenbeisser.html
 
Maxi staunt nicht schlecht, als eines Tages ihre exzentrische Schwester Sybille samt Hund vor der Tür steht. Die Kölner Kosmopolitin sucht nach ihrer Trennung ausgerechnet in der schwäbischen Provinz Unterschlupf. Und das genau zum falschen Zeitpunkt, denn Maxi startet nach der Familienpause gerade beruflich durch. Als sie sich jedoch in einer TV-Talkshow kritisch zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie äußert, bringt sie sich und ihre Familie in ernste Schwierigkeiten.




SPECIAL || Bastel dir DEIN Interview mit Ivonne Keller

Freitag, 19. September 2014 4 Kommentare


https://www.facebook.com/buecherkaffeegeblubber
Letzte Woche fand unser 2. "Lesungs-Geblubber im Bücherkaffee" statt und auch diesmal hattet ihr wieder die Möglichkeit, vorab EURE FRAGEN an unseren Autorengast Ivonne Keller einzureichen. Aus diesen 10 Fragen hat die liebe Anka die 10 interessantesten rausgesucht und zu einem runden Interview zusammengebastelt. Dieses Interview hat sie dann LIVE während der Wohnzimmerlesung geführt.

WIR SUCHEN DICH! || dauerhafte/r Gastrezensent/in gesucht

Donnerstag, 18. September 2014 0 Kommentare


Wir haben ein Plätzchen am Gastrezensenten-Stammtisch zu vergeben!
Wie ihr wisst, tummeln sich neben Aygen und mir auch ganz liebe Gastrezensenten - Sandra, Susa, Gitta, Christian und Sebastian -  am Stammtisch des BücherKaffee´s. --> TEAM
Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, euch Buchvorstellungen aus den verschiedensten Genres bieten zu können. Nun sind wir noch etwas zusammengerückt und SUCHEN DICH! 

Du liebst Bücher und das Lesen? Du tauschst dich gerne mit anderen darüber aus und schreibst gerne über das Gelesene? Du hast Lust, Laune und Zeit und möchtest deine Rezensionen gerne im BücherKaffee veröffentlichen?
Dann schreibe uns bis spätestens zum 24. September eine eMail an buecherkaffee@yahoo.de und stelle dich uns kurz vor! Schreibe uns, warum du gerne am virtuellen Stammtisch Platz nehmen möchtest und in welchen Genres du gerne liest. 
Wir wählen aus den eintreffenden "Bewerbungen" gemeinsam aus und losen gegebenenfalls, wenn uns mehrere Interessenten schreiben.
Wir freuen uns schon sehr auf das neue Gesicht am virtuellen Gastrezensenten-Stammtisch!

Ein paar wichtige Infos:
  • Bitte schreibt uns nur bei wirklich ernsthaftem und vor allem längerfristigem Interesse.
  • Wir betreiben den Blog aus reiner Freude, Liebe und Begeisterung am Hobby und völlig unentgeltlich.
  • Die zur Rezension zur Verfügung gestellten Bücher / eBooks dürfen keinesfalls weiter veräußert werden.
  • Die Rezensionen werden mit dem Copyright samt Bild des jeweiligen Verfassers veröffentlicht.
  • Auszüge aus Rezensionen, die von uns und den Teammitgliedern unseres Blogs buecherkaffee.de verfasst wurden, dürfen gemäß den "Regeln des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. zur Verwendung von Buchrezensionen" von Verlagen und / oder Autoren verwendet werden. Siehe auch HIER
  • Vertrauen, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit ist Ehrensache im Team
  • Gute Laune und ganz viel Spaß an der Sache ebenfalls :-)

Rezension || Meine wundervolle Buchhandlung | Petra Hartlieb

2 Kommentare

http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Petra_Hartlieb_Meine_wundervolle_Buchhandlung/14475
Eine Frau, eine Familie und ein gelebter Traum - eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher.


Petra Hartlieb lebt gemeinsam mit ihrer Familie in und über einer Buchhandlung. Ihrer eigenen. Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sie sich im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditionsbuchhandlung in Wien. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt. Im Herzen ist Petra Hartlieb noch immer Hippie geblieben, auf dem Papier ist sie aber nun schon seit zehn Jahren Unternehmerin.
In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind. Petra Hartlieb erzählt in einem schlagfertigen und humorvollen Ton, der jede Zeile zu einem großen Vergnügen macht und jedes Kapitel zu einer Liebeserklärung an die Welt der Bücher. (© Text- und Bildmaterial: Dumont Verlag)Meine Gedanken zu dem Buch:

Aus der Vita der Autorin: »Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren und ist in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte in Wien Psychologie und Geschichte und arbeitete danach als Pressefrau und Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. Seit 2004 betreibt sie mit ihrem Mann eine Buchhandlung in Wien. Gemeinsam mit Claus-Ulrich Bielefeld ist sie das Autorenduo einer Krimireihe, die im Diogenes-Verlag erscheint.«

Ein Urlaub in Wien sollte ihr ganzes Leben verändern. Denn während dieses Urlaubs entdecken Petra Hartlieb und ihr Mann Oliver eine kleine Traditionsbuchhandlung, noch ganz im Design der Siebziger Jahre, die plötzlich geschlossen wurde. Gute Lage und Stammkundschaft vorhanden - sie beginnen in Gedanken von ihrer eigenen Buchhandlung zu schwärmen, das wäre doch ein Ding! Oder doch eher eine Schnapsidee? Aber so ein unverbindlicher Besichtigungstermin könnte doch drin sein. Vierzig Quadratmeter Buchhandlung und im Hinterzimmer führt eine gusseiserne Wendeltreppe nach oben in eine dazugehörige kleine Wohnung. Unschlüssigkeit macht sich breit, zumal beide ja einen guten Job in Hamburg haben, die Kinder dort ebenfalls gut versorgt sind und man für diese Buchhandlung doch einen Kredit würde aufnehmen müssen. Durchstarten von Null auf - neuer Wohnort, neue Freunde, neuer Job - und keine Absicherung, ob es wirklich funktionieren würde. Und was dann?

Erst einmal zurück nach Hamburg, denn der Alltag ruft - aber die Idee bleibt unbewusst im Hinterkopf. Und nach einen etwas feucht-fröhlichen Abend mit Freunden geben sie spontan ein Angebot ab. Eigentlich nur so zum Spass - wer kann auch damit rechnen, dass sie tatsächlich den Zuschlag bekommen würden?! Nun ist es passiert - sie haben diese kleine, von Grund auf renovierungsbedürftige Buchhandlung in Wien gekauft! Petra und Oliver realisieren: jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, ein recht ungewisser noch dazu, aber doch irgendwie aufregend. Ob die Kinder das auch so sehen?

Für mich als Leser war es unglaublich faszinierend, Petra und Oliver Hartlieb auf diesem durchaus sehr mutigen neuen Lebensweg zu begleiten. Ein jeder Büchernarr träumt natürlich immer wieder gerne den Traum von einer eigenen kleinen, schnuckeligen Buchhandlung. Auch wenn man im Hinterkopf ja weiß, dass dieser Beruf wahrlich kein Zuckerschlecken ist, überwiegt in der Vorstellung natürlich der Reiz von der totalen Idylle in der Welt der Bücher.
Wie hart und steinig der Weg zur Erfüllung dieses Traumes sein kann, zeigen Petra und Oliver uns schonungslos auf. Arbeiten quasi rund um die Uhr, denn wenn die Türe der Buchhandlung geschlossen wird für die Kunden, geht im Hintergrund das Geschäft kräftig weiter. Regale einräumen, Bücher-Bestellungen sortieren, Buchhaltung machen, Verlagsvorschauen sichten und natürlich auch immer wieder einen Blick in die Leseexemplare werfen. Während des Tages bleibt dafür nicht viel Zeit, denn Personal dafür muss man sich auch erst einmal leisten können. Ach ja, die Renovierungsarbeiten nicht zu vergessen, die nebenbei laufen...

"Und erklären kann man das Ganze wahrscheinlich nur mit dem Begriff Leidenschaft. Man könnte vielleicht auch verrückt dazu sagen. Denn ganz normal ist es wohl nicht, wenn man nach einem Zehnstundentag, an dem man gefühlte zweihundert Bücher aller Genre nacherzählt hat, am Küchentisch sitzt, völlig begeistert die Vorschaupakete von Rowohlt und Hanser aufreißt und sich über einen neuen Auster oder T.C. Boyle freut, als hätte man noch kein einziges Buch auf dem Nachttisch liegen. Es ist eine Sucht [...]" ~ Zitat Petra Hartlieb, Seite 68

Aber auch in dem Bereich entwickelt sich alles weiter, dennoch wird man nicht reich. Das Weihnachtsgeschäft muss es richten - an Schlaf ist natürlich in dieser Zeit kaum noch zu denken. Aber die Hartliebs haben gute Freunde gefunden. Freunde, die ihnen , wann immer es geht, tatkräftig zur Seite stehen und sie sich auch irgendwann nicht mehr scheuen, diese freundlichen Angebote anzunehmen. Kräftezehrend ist es, sie werden mehr als einmal an ihre persönlichen Grenzen getrieben, aber: sie halten durch, sie beißen sich durch! Und bereuen es nicht. Die Buchhandlung ist und bleibt ihr Traum und sie Leben ihn weiter, egal wie hart die Zeiten zwischendurch sind. Irgendwann zahlt es sich aus.

Ich habe oftmals regelrecht mitgefiebert und die Daumen gedrückt, dass sie es schaffen und ihren Traum wirklich sorgenfrei leben können. Nachdem es zur Buchhandlung dann auch eine kleine Website gab - man muss ja mit der Zeit gehen - habe ich mich direkt an den PC gesetzt und nach der der Seite gegoogelt und bin fündig geworden. In diesem Moment realisiert man auch wieder richtig, dass man hier keinen Roman liest, sondern als Leser am realen Leben einer motivierten und äußerst sympathischen Familie teilnimmt. Ich kann nur immer wieder meinen größten Respekt vor ihrer Entscheidung aussprechen und las mit großer Bewunderung, wie sie ihren neuen Lebensalltag meistern und in den Griff bekommen. Dafür bedarf es wahrlich einen starken Willen und einen unerschütterlichen Glauben. Besonders faszinierte es mich, das Frau Hartlieb - quasi nebenbei - noch mit einem Freund gemeinsam an einem Kriminalroman geschrieben hat. Ich frage mich heute noch, wann sie dafür noch etwas Zeit herausschinden konnte, ehrlich bemerkenswert! Mittlerweile ist schon der dritte Krimi des Autorenduos im Hause Diogenes erschienen.

Persönliches Fazit

Petra und Oliver Hartlieb zeigen uns auf, dass man im Leben für seine Träume einstehen soll, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen - ganz getreu dem Motto: »lebe deinen Traum, träume nicht dein Leben«. Auch wenn der Weg oftmals steinig ist und ein Erfolg auch nicht unbedingt gleich abzusehen ist, lohnt es sich, dranzubleiben, nicht aufzugeben. Nur wer sich traut, wird herausfinden, ob es funktioniert. Nichts wird einem geschenkt im Leben und gerade solche Schritte fordern den ganzen Mut. Aber es sind die vielen kleinen Glücksmomente, die einen bestärken, einen antreiben, nicht aufzugeben. Weitermachen lautet die Devise. Weitermachen, weil man tief im Herzen liebt, was man tut!

Liebe Familie Hartlieb - Buchhandlungen wie die Ihre sind es, die uns Büchernarren glücklich machen. Es gibt nichts Schöneres, als eine Buchhandlung zu betreten, in der man das Herzblut, die Leidenschaft dahinter spürt. Bitte behalten Sie Sich immer diese Energie, diese Leidenschaft immer bei - ihre Kunden werden es Ihnen immer danken.

© Rezension: 2014, Alexandra Zylenas


»Meine wundervolle Buchhandlung« - Petra Hartlieb - Dumont Verlag
September 2014 - Gebunden mit Schutzumschlag, 208 Seiten
ISBN13: 978-3-8321-9743-8
[alexandra]

Rezension || Jump. Das Spiel | Eve Silver

Dienstag, 16. September 2014 0 Kommentare

Ich schlage die Augen auf und sehe verschwommen Blätter und Äste und einen Himmel, der so blau ist, dass es wehtut. Dann kippt die Welt zur Seite und sackt ab, und ich kralle die Finger ins lange Gras und halte mich daran fest. ~ Zitat Seite 21


Ein kleiner Einblick in den Klappentext:

Miki Jones kommt bei einem Unfall ums Leben. Doch sie kommt wieder zu sich, an einem Ort, der Lobby genannt wird. Aus ihrem Alltag wurde sie durch Raum und Zeit in eine Art Spiel gezogen, in dem sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen furchteinflößende Wesen bekämpfen muss. Teammitglied Luka, ein Schulfreund, erklärt ihr, dass sie weiter ihr gewohntes Leben führen kann, außer wenn sie auf Mission im Spiel ist. Und sie muss jeden Einsatz in dieser anderen Welt überleben. Es gibt keine Vorbereitung, kein Training und keinen Ausweg. Miki muss sich auf die fragwürdige Führung Jackson Tates verlassen, des attraktiven und geheimnisvollen Leiters ihres Team. Er weicht ihren Fragen aus und hält alle auf Abstand. Jeder spiele für sich, lautet sein Motto. Doch dann nimmt das Spiel eine tödliche Wende, und Jackson bringt sich selbst in extreme Gefahr, um Miki zu schützen. (© Text- und Bildmaterial: Fischer Verlag)


Meine Gedanken zu dem Buch:

Ich möchte mit den Charakteren anfangen. Sie sind zwar sehr gut beschrieben, sammeln aber dennoch keine Pluspunkte. Die Hauptprotagonistin Miki ist anfänglich sehr sympathisch, aber im Lauf der Geschichte verändert sie sich stark, für meine Verhältnisse für Teil 1 einfach zu stark. Ihre beste Freundin Carly ist mir für die Story einfach zu sehr auf Jungs fixiert und ihr Umgang mit Miki ist alles andere als tatsächlich freundschaftlich. Sie ist zu aufbrausend und zickig. Neben dem bereits erwarteten, geheimnisvollen und gutaussehenden Jackson Tate, finde ich Luka sehr gelungen. Er wirkt doch sehr bodenständig und vernünftig.



Der Einstieg in die Geschichte und der Unfall sind sehr gut beschrieben und fesseln den Leser. Jedoch der tatsächliche Einstieg in "das Spiel" selber ist mir zu abgerissen, wirr und nicht wirklich zu durchschauen. Die ganzen offenen Fragen beschäftigen nicht nur die Hauptprotagonistin sondern auch den Leser, um sich tatsächlich auf die Geschichte konzentrieren zu können, fehlen mir zu viele Informationen, um überhaupt einen Bezug zu dieser fremden Welt zu bekommen. Die Missionen werden immer sehr ausführlich beschrieben, dennoch finde ich für meine Verhältnisse nicht wirklich einen Zugang zur Story. Die Aliens mit den Quecksilberaugen sind mir zu undurchsichtig und dürftig beschrieben. Sicher ist dies auch die Absicht der Autorin gewesen, um den richtigen Spannungsbogen für Teil 1 aufzubauen, dennoch finde ich zum Ende hin, die Entwicklung der Geschichte viel zu rasant, anhand der wenigen Informationen.



Die Hauptprotagonistin entwickelt sich ohne Training und Vorbereitung bereits im Auftakt der Trilogie zur perfekten Kämpferin. Ich hätte mir hier lieber etwas mehr Zeit gewünscht, um mich an die Charaktere zu gewöhnen, um evtl. auch d besser  in die Geschichte einsteigen zu können. Dennoch finde ich, dass der stetige Wechsel von der realen Welt in die jeweilige Mission sehr gut gelungen ist.



Die kleine Liebesgeschichte die sich, wie erwartet zwischen der perfekten Kämpferin und dem gutaussehenden, geheimnisvollen Typen entwickelt ist eine gute Ablenkung und teilweise gar interessanter als die Szenen in der jeweiligen Mission selber. Dennoch ein unterhaltsames und auch stellenweise sehr spannendes Buch, das trotz der Kritikpunkte dank dem offenen Ende auf eine bessere Fortsetzung hoffen lässt.


Gib ihnen die Gelegenheit, und sie werden dich töten. Wenn sie gerade Hunger haben, essen sie dich bei lebendigem Leibe. ~ Zitat Seite 215

Kurz & Gut – mein persönliches Fazit:

Eine neue Science Fiction Trilogie für Jugendliche, in aufgefrischter Variante. Die Story ist nicht ganz fremd und auch die beliebte Teenie Lovestory Szenen sind gut umgesetzt. Mir persönlich hat die, für meine Verhältnisse zu schnelle Entwicklung der Hauptprotagonistin Miki etwas die Spannung für die folgenden Bände genommen. Der Verlauf der Geschichte ist an den gewünschten Stellen eher zu wenig erklärend und zum Ende hin verstrickt sich die Autorin zu sehr in Erklärungen und lässt den Leser mit einem bitteren Ende zurück. Eine Rezension zu diesem Buch möchte ich eher kurz halten, da ich finde, dass der Klappentext schon sehr viel verrät. Dennoch denke ich, dass dieses Buch für Sci-Fi Liebhaber sicherlich der Beginn einer neuen aufregenden Reise ist. Lassen wir uns von Teil 2 überraschen.


© Rezension: 2014, Aygen Ekici 



Jump – Das Spiel von Eve Silver, erschienen im Fischer Verlag

Originaltitel: Rush – The Game Book One 
August  2014 / Klappenbroschur / 416 Seiten ISBN 13: 978-3-8414-2158-6

Rezension || Die stille Frau | A.S.A. Harrison

Donnerstag, 11. September 2014 4 Kommentare

http://www.berlinverlag.de/buecher/die-stille-frau-isbn-978-3-8270-1207-4
Er lebt ein Doppelleben. Sie plant minutiös ihre Rache. Denn sie hat nichts mehr zu verlieren

In Jodis und Todds Ehe kriselt es. Viel steht auf dem Spiel, auch das angenehme Leben, das sich die beiden aufgebaut haben in ihrem luxuriösen Apartment mit Seeblick in Chicago. Doch ihre Beziehung rast geradewegs auf einen mörderischen Abgrund zu: Er, der systematische Betrüger und sie, die stillschweigende Verletzte. Die schwindelerregend fesselnde Geschichte einer verhängnisvollen Partnerschaft, die in den USA zu einem großen Überraschungserfolg wurde. 
Jodi ist als Psychotherapeutin tätig und Todd hat sich einen Namen als Bauunternehmer gemacht. Die beiden leben schon viele Jahre als unverheiratetes Paar zusammen und alles scheint seinen geregelten Gang zu gehen. Zusammen bewohnen sie ein luxuriöses Apartment in Chicago und es mangelt ihnen soweit an nichts. Nur Kinder haben sie keine - ein Thema dass doch öfter auf den Tisch kommt, denn Todd hätte sehr gerne Nachwuchs - einen kleinen Erben, dem er seine DNA weitergeben kann. Jodi jedoch scheut Bindungen dieser Art. Keine Ehe, keine Kinder - dies gibt ihr ein Stück Freiheitsgefühl innerhalb der sonst "gut funktionierenden" Beziehung. Jodi ahnt jedoch nicht, dass genau dieses Stückchen Freiheit, auf dem sie so beharrt, einmal zu ihrem Verhängnis werden würde...

Der Schein, den sie nach außen wahren, trügt. Todd kann den weiblichen Reizen nicht widerstehen und entwickelt sich zu einem notorischen Fremdgeher. Dies bleibt auch Jodi nicht verborgen. Sie übersieht dies jedoch geflissentlich, fügt sie sich diesem Schicksal und sorgt stattdessen dafür, dass Todd sich wohl fühlt, wenn er nach Hause kommt. Sie bekocht ihn aufs Feinste, sorgt für die Routine und bietet ihm eine Art Ruhepol. Er schätzt ihre Ruhe, die sie ausstrahlt. 

Ihr Plan geht auf - bis die junge, quirlige Studentin Natasha auf der Bildfläche erscheint. Todd verliebt sich Hals über Kopf und es gehen Veränderungen in ihm vor. Aus einem kleinen Techtelmechtel entwickelt sich immer mehr und als Natasha ihm Neuigkeiten offenbart, muss Todd eine Entscheidung treffen. Jodi nimmt diese Entscheidung gefasst auf, doch hinter der Fassade der stillen und zutiefst verletzen Frau brodelt es gefährlich...

"Die stille Frau" ist ein Roman, der - seinem Titel entsprechend - äußerst still daher kommt. Wir erleben die Entwicklung einer Beziehung, die über viele Jahre dem Alltagstrott zum Opfer fiel. Routine, unausgesprochene Dinge, fehlende Gespräche. Das alles funktioniert zwar, aber als das Leben plötzlich einen Ausbruch aus diesem Alltag anbietet, greift Todd fast ohne Zögern zu. Lachen, Spaß haben, sich plötzlich wieder jünger fühlen...all das löst dieses Gefühl aus, etwas verpasst zu haben, plötzlich etwas nachholen zu müssen. Natasha tut seinem männlichen Ego gut. 

Immer abwechselnd erhalten wir einen Einblick in das Psychogramm der Protagonisten Jodi und Todd. Die jeweiligen Kapitel werden immer mit "Sie" und "Er" betitelt und schaffen somit auch Distanziertheit. Die klare, schnörkellose Sprache unterstreicht den "Beziehungsstudien-Flair" noch zusätzlich. Beide Charaktere erscheinen eher unsympathisch und oberflächlich, denn Äußerlichkeiten und Statussymbole erscheinen ihnen am wichtigsten - aber nach und nach bekommt man immer tieferen Einblick in ihre Gedanken und Emotionen, die sie nie nach außen tragen. Was bewegt sie? Warum sind sie so, wie sie sind? Was prägte sie im Leben? Was bildete ihren Charakter? Warum schotten sich beide auf so ganz eigene Weise ab? Warum sind sie, jeder auf seine Weise, so unfähig, über ihre Gefühle zu reden? All dem kommen wir nach und nach auf die Spur, da Harrison immer wieder einen Blick in die Vergangenheit beider wagt und zudem auch Einblick in Jodies eigene psychische Aufarbeitung gewährt, die in Form von Dialogen mit ihrem Psychologen dargestellt wird

Jodies Entwicklung, das Schmieden ihrer persönlichen Rache, zeigt die eingangs erwähnten Thriller-Elemente auf. Das Verlieren der Kontrolle über sie Dinge in ihrem unmittelbaren Umfeld öffnen eine Tür in ihr für böse Gedanken, denen auch Taten folgen. Spannend würde ich das Geschehen jedoch nicht bezeichnen. Zu vorhersehbar, mit dem kleinen Versuch einer überraschenden Wendung, die man aber ebenfalls schon vorab erahnen kann. Da ich aufgrund der Werbung rund um dieses Buch etwas völlig anderes erwartet hatte, ertappte ich mich zuletzt dabei, ganze Sätze zu überspringen und überlegte kurzfristig auch, das Buch abzubrechen. 

Persönliches Fazit

Ein psychologisch tiefgründiges und auch interessantes Werk über den schrittweisen Zerfall einer dem Alltagstrott verfallenen Beziehung, an der von beiden Seiten her nicht gearbeitet wurde, die einfach hingenommen wurde. Kühl und distanziert kommt der Roman daher und erscheint dabei eher als ein facettenreiches Psychogramm, als Beziehungsstudie. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist hervorragend gelungen, keine Frage. Aber dennoch konnte ich nicht recht warm werden mit dem Roman, mit perönlich fehlte schlichtweg die fesselnde Spannung, die mir vorab durch den Klappentext suggeriert wurde.

© Rezension: 2014, Alexandra Zylenas

Mai 2014 / 384 Seiten / Klappenbroschur
ISBN13: 978-3-8270-1207-4

[alexandra]

Rezension || Ordentlich grillen | Hölker Verlag

Freitag, 5. September 2014 2 Kommentare

Jetzt wird's heiß!

Ein kleiner Einblick in den Klappentext:


https://shop.coppenrath.de/produkt/333934/ordentlich-grillen/produktsuche/grillen/

26 sommerliche Rezepte mit Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst für ordentliche Grillfans. Lecker, frisch und außerordentlich schön!
Fotos von Oliver Brachat | Illustrationen von Christiane Weismüller | Rezepte von Torsten Hülsmann
(© Text- & Bildmaterial: Coppenrath Verlag) 


News aus der Skoobe-Welt || KW 36 - 2014

Donnerstag, 4. September 2014 0 Kommentare

https://www.skoobe.de/
Heute ist Donnerstag - und was das bedeutet, wissen Skoobe-Freude sehr genau: es gibt die neues Bücher! Jaaaaa, sie sind schon da und ich war gleich mal stöbern.
Ich zeige euch einen kleinen Einblick in die über 100 neuen Bücher dieser Woche. Ein Buch hat es mir ja schon ganz besonders angetan und zwar "Filippo und die Weisheit der Schafe" von Paola Mastrocola. Der Klappentext klingt sehr vielversprechend und es reizt mich sehr. Und hey, zudem sind da Schafe auf dem Cover! (Und ihr wisst, wie ich Schafe liebe, oder? :-)) Schon deswegen gibt es mal direkt Pulspunkte. Jetzt muss der Inhalt noch passen, aber ich habe ein gutes Gefühl. Ich stelle es euch kurz vor:

Rückblick || August 2014

Mittwoch, 3. September 2014 0 Kommentare


Tschüss August und hallo September! Weder ist ein Monat vorüber und so langsam aber sicher zieht der Herbst ein. Wir sind gespannt und hoffen auf einen tollen Altweibersommer, nachdem der August sich ja eher von seiner verregneten Seite gezeigt hat. Nun ja, dafür gab es mehr Lesezeit...  Blickt mit uns einfach mal kurz zurück in den August und seht, was da so im Bücherkaffee geschah, denn es gab in den 31 Tagen unglaubliche 26 Blogposts:

Rezension || Das Labyrinth ist ohne Gnade | Rainer Wekwerth

1 Kommentar

Das Plätschern der Wellen gegen den Bootsrumpf verstummte und sie hörte die Schritte. Seine Schritte. ~ Zitat Seite 19

http://www.arena-verlag.de/artikel/das-labyrinth-ist-ohne-gnade-978-3-401-06790-2Ein kleiner Einblick in den Klappentext:

Sie sind nur noch zu dritt und sie sind geschwächt. Aber sie wollen überleben – um jeden Preis. Zweifel überschatten den Kampf gegen das Labyrinth, das mit immer neuen Mysterien für die Jugendlichen aufwartet. Ihr mühsam erworbener Teamgeist scheint nicht zu brechen, doch lohnt sich für Jeb, Jenna und Mary der gemeinsame Kampf, wenn nur einer von ihnen überleben kann? Die entscheidende Frage aber wagt niemand zu stellen: Was erwartet den letzten Überlebenden hinter dem sechsten Tor? (© Text- & Bildmaterial: Arena Verlag)

Achtung Spoilergefahr

Meine Gedanken zu dem Buch:

Der Autor Rainer Wekwerth legte bereits mit den ersten beiden Bänden dieser Trilogie etwas Neues und Außergewöhnliches vor. Seit Beginn schafft er es, die Story am Laufen zu halten, ohne langatmige oder zähe Passagen. Die Charaktere wurden sehr gut zusammengestellt und haben sich mit der Zeit weiterentwickelt. Es war für jeden Leser eine bestimmter Typ Mensch dabei, da die Gruppe unterschiedlicher nicht hätte sein können.

Im Abschlussband sind nur noch drei Personen übrig und diesmal müssen sie sich der größten Aufgabe im Labyrinth stellen. Den Ängsten ihrer Vergangenheit. Obwohl die Gruppe immer kleiner geworden ist und man ja eigentlich nach zwei erfolgreichen Bänden mit keiner großen Veränderung bzw. Überraschung rechnet, sondern eigentlich mit einem ruhigen und sich erklärenden Abschluss, hat der Autor hier noch was draufgelegt. 

Die Geschichte ermöglicht ein rasanten Einstieg und man ist immer noch in der Trauer über die bereits verlorenen und liebgewonnen Charaktere aus Band I und Band II. Hier jedoch lässt der Autor kaum Zeit und erinnert den Leser ziemlich schnell an das Tempo der Story. Schnell, hitzig, spannend und der eigene Überlebenswille, der selbst auf den Leser überspringt.

Die Covergestaltung ist auch beim abschließenden Band der Trilogie an die Vorgänger angepasst und vervollständigt allein schon optisch die Reihe. Viele Leser werden sicher über den weiteren Verlauf überrascht sein, oder sich fragen, wie eine Geschichte so eine Wendung nehmen kann? Der Autor ändert im letzten Drittel komplett den Verlauf, den man bisher kannte und katapultiert den Leser nicht nur in eine andere Welt, sondern auch in eine andere Stimmung. Ein ungewohnter Abschluss, der definitiv noch genug Freiräume für das persönliche Kopfkino lässt.

Kurz & Gut – mein persönliches Fazit:

Wenn ein Autor es schafft, dich auch mit dem Abschluss einer Trilogie noch zu überraschen und zwar auf so unvorbereitete Weise, dann ist es eine gute Reihe. Ein Wahnsinnsabschluss. Wie gewohnt verfiel ich wieder dem Labyrinth, den ungeahnten Überraschungen und kaum zu schaffenden Aufgaben. Die Hetzjagd geht weiter und diesmal wird es noch härter als bereits in den Vorgängerbänden. Eine spannende Wendung, mit der ich persönlich überhaupt nicht gerechnet hatte. Spannend, gut durchdacht bis zum Schluss. Ein wahrer Pageturner. Ich muss allerdings sagen, dass ich mir ein etwas anderes Ende gewünscht hätte, dennoch kann ich nur jedem Jugendbuch Thriller Fan raten, sich dieser Trilogie anzunehmen und sie zu verschlingen. Grandiose Leistung und Chapeau für so viel Einfallsreichtum, dem Leser zum Schluss dieser Trilogie noch einen Hammer zu präsentieren

© Rezension: 2014, Aygen Ekici 



Das Labyrinth ist ohne Gnade von Rainer Wekwerth, erschienen im Arena Verlag
August 2014 / Gebundene Ausgabe / 344 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
ISBN 13: 978-3-401-06790-2