Rezension: Der rubinrote Mantel | Katarina Genar

Freitag, 31. Oktober 2014 0 Kommentare

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Ein kleiner Einblick in den Klappentext:

Dieser Mantel ist das schönste Geburtstagsgeschenk, dass Livia je bekommen hat - obwohl er nicht neu ist. Er sitzt wie angegossen, ist weich, herrlich schwingend und wunderbar rot.
Warum findet ihre beste Freundin ihn bloß so unbequem und kratzig? 
Ist es so, wie die Dame in dem Antikladen sagte, dass Dinge eine Seele haben? Kann es sein, dass der Mantel etwas von Livia erwartet? Wem kann er früher gehört haben? Ist er es, der ihre Schritte langsam, aber sicher zum Tagebuch jener Elin führt, der er im Jahre 1932 gehörte? (Quelle Cover + Text: Urachhaus Verlag)

Meine Gedanken zu dem Buch:

 »Der rubinrote Mantel« von Katarina Genar ist ein Kinderbuch für kleine Leseratten ab etwa neun Jahren. Mit gerade mal 127 Seiten erscheint das Buch recht schmal, aber hier sollte man die Alterszielgruppe im Auge behalten. Eine groß gewählte Schrift, ein etwas größerer Zeilenabstand und locker gegliederte Seiten laden Kinder zum Weiterlesen ein. Die Sprache ist sehr einfach und leicht zu lesen, und doch wirkt sie weder plump oder gar zu kindlich. Ganz im Gegenteil! Gerade die Erzählkunst der Autorin macht das Buch zu etwas Besonderem.
Katarina Genar wartet mit einer wunderschönen, warmherzigen und etwas geheimnisumwobenen Geschichte auf, die schon fast einen kleinen Hauch Magie in sich trägt. Die junge Livia ist überglücklich, als sie ihr Geburtstagsgeschenk der Eltern erhält. Der rubinrote Mantel verzaubert sie und passt wie angegossen. Dieser Mantel ist etwas ganz Besonderes. Mit geheimnisvoller Kraft lässt dieser Livia immer wieder Zeit und Ort vergessen. So findet sie sich plötzlich auf einem Friedhof wieder. Dies passiert ihr immer öfter. Wessen Grab ist das, vor dem sie von unsichtbarer Hand hinzogen wird? Und wer ist der Mann, der immer vor dem Grab verweilt?

Das Buch ist unterteilt in zwei Handlungsstränge, die auf gelungene Weise miteinander verwoben sind. Zum einen ist da Livia im hier und jetzt, die sich von ihrem Mantel verzaubern lässt und sich ganz dessen besonderen Kraft hingibt. Sie möchte herausfinden, woher diese Kraft kommt, warum der Mantel gerade sie so beeinflusst. Denn ihre Freundin kann nicht spüren, was sie spürt. Im Gegenteil, sie kann den Mantel nicht tragen, fühlt sich sofort unwohl. Es scheint fast, als suche sich der Mantel seine Trägerin selbst aus.

Zum anderen befinden wir uns immer wieder im Jahre 1932 und begleiten die junge Evin auf ihrem schweren Lebenswege. Evin schreibt Tagebuch und dadurch erfahren auch wir als Leser mehr über sie und erkennen nach und nach die schon fast magisch anmutenden Verbindungen. Diese Tagebuchaufzeichnungen erscheinen trotz der Kürze voller Emotionen. Diese Einträge lehren uns, wie wichtig Freundschaft und Verständnis ist und dass Eine Freundschaft auch in den schwierigsten Situationen entstehen kann - und vor allem ein ganzes Leben lang währen kann!

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Der Autorin gelingt es hervorragend, ihre Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Sie verwebt mit ihrer Erzählkunst die Schicksale der Mädchen auf geschickte und auch spannende Weise und überbrückt somit Raum und Zeit. Der rubinrote Mantel ist eine kleine, aber ganz feine Geschichte über die besondere Kraft der Freundschaft. Ein kurzweiliges, magisch angehauchtes Märchen, welches ungemein berührt.

© Rezension: 2014, Alexandra Zylenas


Der rubinrote Mantel / Katarina Genar / Verlag Krachhaus
Genre: Kinderbuch ab 9 Jahren
August 2014 / gebunden, 127 Seiten
ISBN13: 978-3-8251-7876-5

[alexandra]

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