Rezension || Taipeh | Tao Lin

Dienstag, 21. Oktober 2014 0 Kommentare

Ein Blick in den Klappentext:


http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Tao_Lin_Taipeh/14492
Paul, 25, lebt als Schriftsteller im New Yorker Stadtteil Williamsburg, und sein Leben dreht sich im Kreis. Phasen, in denen er nichts anderes tut, als seine Internetpräsenz in Endlosschleife zu aktualisieren, wechseln sich mit exzessiven Liebesabenteuern und Drogenexperimenten ab. Im Dauerrausch der Existenz treibt er nach Taipeh, zu den Wurzeln seiner Familie, und in die Arme von Erin, mit der er die vielleicht ungewöhnlichste Liebesbeziehung der Literaturgeschichte eingeht.
Pauls Odyssee ist ein Irrweg zu sich selbst, die beispielhafte Suche eines hochmodernen Menschen nach Wahrheit und Aufrichtigkeit, von der Tao Lin mit buddhistischer Ruhe und Konzentration erzählt. In seinem faszinierenden autobiografischen Roman, mit dem er in den USA zum gefeierten Literaturstar wurde, fängt er die vage Angst, den Verdruss und die Liebesunfähigkeit einer Generation ein, die die Welt hauptsächlich gefiltert durch soziale Netzwerke und leistungssteigernde Medikamente wahrnimmt. Wie nebenbei entstehen so Einsichten von existenzieller Wucht und ergreifender Tiefe.
(Quelle: Dumont Verlag)


Meine Gedanken zum Buch:


Das Cover glitzert und lacht mich an. Dieses Funkeln ist wunderbar. Auf der Rückseite wird das Buch ausgiebig gelobt.
Ich tauche also hinein zuerst nach New York in die Welt des Schriftstellers Paul. Er der Onlineportale nutzt, wie benötigtes Wasser was wir zum Leben brauchen. Alles dreht sich in einem schier endlosen Kreis. Seine Gedanken und er selbst am meisten. Seine, wie mir scheint Unruhe treibt ihn zu seinen Wurzeln nach Taipeh. Zwischen Drogenkonsum, Internetverabredungen, Partys mischen sich Erinnerungen an die Familie und eine Frau mit, der er eine außergewöhnliche Liebesgeschichte erlebt. Alles ist modern. Der Roman ist absolut in der Gegenwart. Ich ertappe mich selbst, wie ich dabei öfters als sonst zu Facebook gehe. 
Pauls Leben ist mit Depressivität untermalt, die auf den meisten Seiten des Buches zu spüren ist. Die Sätze sind schnell und wie eine schnelle Abfolge oder wie Gedanken, die einfach ausgesprochen wurden. Paul ist auf eine hektischen Suche nach Antworten und sich selbst finden, wieder finden. All das in mehreren Drogenexplosionen, die alle unterschiedliche Ausmaße und Wirkungen haben. Es ist ein Leben ganz nah und literarische oder poetische Erwartungen sollten zurückgestellt werden. 
Paul hat eine innere Gehetztheit.  Diese Gehetztheit nimmt einen großen Raum ein. Irgendwie ein normales Leben, was auf Depression und Gedankengetriebenheit eines Künstlers trifft. 
Ich las das Buch zweimal. Mich erstaunten die vielen Zeilen, die Seiten, die alles hineinbrachten, um alles wirklich und gleichzeitig unmöglich erscheinen zu lassen. Manches wiederholt sich. Aber die Wiederholung, die Fehler des Lebens, das im Kreis drehen, kennen wir alle.
Am Ende hoffe ich etwas mitzunehmen. Eine Spur, die mir jedes Buch eigentlich gibt. Einen Satz, der wunderschön und so passend ist. Etwas das mich berührt.
Das Buch hat keinen literarischen Glücksrausch hinterlassen, bei dem ich hüpfe. Es ist einfach mit recht wenig Inhalt. Es ist eher ein Schreibexzess, der diesen Roman hervor brachte. Alles ist vorhanden. Dialoge, Gedanken, Abgründe, Drogenrausch. Das Rausfeuern von Worten. Dinge, die außerhalb des Romans zwar nicht gut sind, aber auf Papier auch nicht.  
Eine Spur bleibt aber auch hier. Aber diesmal nicht die Greifbare, sondern die Nicht-greifbare. Sofort bilden sich Fragen in meinem Kopf mit sofortigen Antworten. Würde ich so leben, um Antworten zu finden, zu schreiben? Nein, niemals. Der wahre Rausch liegt im Ertragen von allen. In den fließenden Zeilen, die viel Ruhe schenken.

Mein persönliches Fazit:


Die Meinungen der hohen literarischen Kunst  des  Romans kann ich nicht teilen, aber ist einmal so ganz anders als die vielen Romane, die oft hinausschießen und auf den Büchertischen der Buchläden landen. Die Realität ist manchmal hart und ohne Inhalt. Das Leben kann so sein wie von Paul. Worte und Zeilen können ein Leben beschreiben, das überall geschieht. Einfach. Frei raus. Allein deshalb ist Taipeh lesenswert. 
© Rezension: 2014, Sanny
Gedankenlabyrintherin



Taipeh - Tao Lin - DuMont Verlag

August  2014, Hardcover mit Schutzumschlag,  288 Seiten   
ISBN: 978-3-8321-9766-7 
Print: 19,99 € [D] *Preis zum Zeitpunkt der Rezension


Quelle Coverbild: © Website Dumont Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: ©Tao Lin



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