Rezension || Wolfs letzter Tag | Oliver Bandle

Montag, 17. November 2014 2 Kommentare

http://www.tigerbaum-verlag.de/wolfs-letzter-tag/
Ein gutes Leben und sein Ende.
Wolf verabschiedet sich von seinem Rudel. Er zieht ins Moor, um dort zu sterben. Auf seiner letzten Wanderung erinnert er sich an das, was sein Leben reich und satt gemacht hat:
Freundschaft und Liebe.
Trauer und Hoffnung.
Macht und Sehnsucht.
Freude und Schmerz.

Am Abend erreicht er das Moor und erlebt eine Überraschung ...



Meine Gedanken zum Buch:

Ein Lebenskunst-Roman steht zusätzlich noch unter dem Titel. Ein in die Jahre, aber wundervoller Wolf ist auf dem Cover. Als ich das Buch sah, war allein dadurch mein Interesse geweckt. Wölfe haben schon immer eine Faszination auf mich.

Ich beginne zu lesen und es geht wirklich um einen Wolf namens Wolf. Er tritt seinen letzten Weg an. Verabschiedet sich von seinem Rudel, gibt den Kleineren und Nachfolgenden noch ein paar Weisheiten mit. Dann geht er los. Durch den Wald, am See vorbei und überall hat er Begegnungen mit anderen Tieren. Sogar eine kleine Maus, die genau wie die anderen Tiere Wolf Fragen stellt. Fragen, die das Leben mit sich trägt. Kluge Fragen über Angst, Verlust und Stärke.

Immer wieder tauchen Erinnerungen vor Wolfs Augen auf. Rückblickend denkt er daran, wie er klein war, mit seiner großen Liebe rumtollte und sie später schmerzlich verlor. Merklich bin ich gerührt, als er der Tochter seiner großen Liebe begegnet und sie am Weg stolz vor ihm steht. Doch auch diese Begegnung endet, den er muss weiter.

Sein letzter Weg ist ein wundervoller. Am Ende begegnet Wolf einer Schlange, die wohl die größte Weisheit in sich trägt. Sie begegnet Wolf als letzte. Jeder, der den Weg antritt und bei ihr ankommt, bekommt eine Legende erzählt. Eine Legende, die das Denken über den Tod und die Angst davor nimmt. Als Wolf wirklich geht, ist es traurig, aber dennoch es ist, wie es ist und irgendwie ist dabei ein absolut positiver Gedanke.

Mein persönliches Fazit:


Das Buch hat leider nur 113 Seiten, die schnell durchgelesen sind. Gern hätte ich noch mehr gelesen und Wolf noch eine ganze Weile auf seinem Gang begleitet. Der Tod, das Gehen am Lebensende ist manchmal ein Tabuthema aus vielen Gründen, aber das Buch trägt dazu bei viele Dinge im Leben und zum Thema Tod nicht mehr schwarz zu malen. Viel ist es daran im Leben genau hinzusehen, was wirklich wesentlich ist. Ein definitiv bereicherndes schönes Buch.

© Rezension: 2014, Sanny


Der Autor:


Oliver Bantle (1962) arbeitete als Reporter beim Südwestfunk, als Ressortleiter der Dresdner Neuesten Nachrichten und als Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Er gehörte zur Gründungsmannschaft von Süddeutsche.de und war Redaktionsleiter Politik/Nachrichten.
Sein Romandebüt "Yofi oder Die Kunst des Verzeihens" erscheint in fünf Sprachen. Oliver Bantle lebt als Autor in Freiburg im Breisgau.

Wolfs letzter Tag - Oliver Bandle – Tigerbaum Verlag
Gebundene Ausgabe, 116 Seiten,
ISBN: 978-3981517286

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch auch gelesen und fand es humorvoll und interessant. Eine Lesung von Giulia Enders stelle ich mir sehr unterhaltsam vor. Vielen Dank für den tollen Bericht und das Interview :)

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  2. Was für eine gelungene Vorstellung eines Buchs, das doch ein so ernstes Thema behandelt! Danke dafür! Das Buch kommt auf meine Wunschliste. Der Tod ist überall. Mir ist er schon viel zu oft begegnet. Vielleicht kann ich mit diesem Buch dem Tod wieder etwas freundlicher begegnen.

    Vielleicht kann ich mich revanchieren. Schau doch auch einmal auf meinem Blog vorbei. Dort habe ich ein Buch vorgestellt, das auch den Tod in sich trägt. Demnächst kommt noch eines dazu. Seltsam, wie sehr er uns alle (oder nur mich?) doch verfolgt.

    Grüße von Nanna Nyx' Universum

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