Rezension || Immer wenn es regnet | Juli Sand

Mittwoch, 10. Dezember 2014 0 Kommentare



Sollte man einen Mann verlassen, den man noch liebt? Ein Roman über innere Zerrissenheit und den Mut, seinen Instinkten zu folgen. 
Als Isa nach zehn Jahren die Beziehung zu Langzeitfreund Willi beendet, ändert sich ihr bisher so geregeltes Leben schlagartig. Plötzlich ist sie unabhängig und kann ihre neu gewonnene Freiheit nach Lust und Laune genießen. Voller Neugier auf das Leben beginnt die junge Frau noch einmal ganz von vorne – immer auf der Suche nach Abenteuern, Leidenschaft und neuen Männern.
Neben einer Vielzahl anregender Bekanntschaften versucht Isa aber zugleich, Studium und Job, Wohnungssuche, Abschlussarbeit und den Stress mit ihrer Familie unter einen Hut zu bringen. Mit ihrer besten Freundin Nuray kämpft sich Isa durch das Chaos in ihrem Leben – bis die Freundschaft der beiden Frauen ausgerechnet wegen eines Mannes zu zerbrechen droht. Isa weiß, sie muss die Baustellen in ihrem Leben anpacken, damit sie endlich wieder eine Chance hat, glücklich zu werden. Doch wo soll sie bloß anfangen? (© Text- & Bildmaterial: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)
Bisher hatte ich selten ein Buch in der Hand, bei dem Cover, Titel und Inhalt so perfekt miteinander harmonierten wie bei „Immer wenn es regnet" von Juli Sand. Die melancholische Grundstimmung, die die Protagonistin im Roman über lange Zeit durchlebt, widerfährt dem Leser bereits beim Betrachten des Covers. Dabei fiel mir besonders der rote Schirm ins Auge, der sich wiederum deutlich von der übrigen Farbgestaltung des Covers abhebt. Dieser Farbakzent machte mich von Beginn an auf das Buch neugierig.

Auch der Titel „Immer wenn es regnet" kommt nicht von ungefähr. Als ich ihn las, hatte ich sofort einen Ohrwurm, was natürlich durchaus so gewollt war und nicht zufällig ist. Dies wurde mir während des Lesens des Buches bewusst und ich wurde ihn dabei auch nicht los, ganz im Gegenteil – er schien sich festzusetzen und erst gegen Ende des Buches löste er sich allmählich auf bis er letztlich ganz verschwunden war. Dieses Gefühl stellt eine wundervolle Parallele zur Loslösung der Protagonistin Isa von ihrer langjährigen (großen) Liebe Willi und der damit verbundenen Sicherheit in ihrem Leben dar und spiegelt es auf eine beeindruckende Weise wider, die ich bisher noch niemals in einem Buch erlebt habe. Einfach fantastisch, was so eine einfache Textzeile aus einem bekannten Buch und ihre immer währende Wiederholung innerhalb der Handlung so alles im Leser auslösen kann. Für mich war dies eine wunderbare Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Der Schreibstil der Autorin gestaltete sich wunderbar locker und erfrischend. Dennoch hatte ich so einige Probleme damit und musste mich an ihn erst ein wenig gewöhnen. Gefühlt passte dieser Stil für mich nicht so recht zum Inhalt und dem chaotischen und sehr melancholisch geprägten Gefühlsleben der Protagonistin Isa. Doch nach einigen Seiten und mit der wachsenden Zuversicht Isas kam ich immer besser mit diesem leichten und schwungvollen Schreibstil zurecht, der mir aber insgesamt aufgrund der insgesamt positiven Entwicklung der Geschichte durchaus passend erscheint.

Geschildert wird die gesamte Handlung von Protagonistin Isa, die nicht so recht weiß, wie und vor allem mit wem es nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund Willi in ihrem Leben weitergehen soll. In ihrem Gefühlschaos gefangen, probiert sich Isa auf verschiedene Weise aus und erlebt dabei so einige Rückschläge. Die Welt, die ihr zuvor so viel Sicherheit gab, ist nun nicht mehr da und zunächst hadert Ida sehr mit ihrer Entscheidung diese Sicherheit freiwillig aufgegeben zu haben. Doch letztlich erkennt sie, dass es wichtig für sie war, diesen, wenn auch sehr schweren Schritt zu gehen. Es war eine sehr mutige Entscheidung von ihr diesen Weg zu gehen und es hat ihr letztlich geholfen auch ein Stück zu ihr selbst zu finden. Ich bewundere ihren Mut ins Ungewisse zu gehen und aus der gewohnten Sicherheit auszubrechen. Umso mehr habe ich mich letztlich gefreut als Isa am Ende ihr persönliches und auch berufliches Glück gefunden hat.

Ein Ende, dass ich so nicht erwartet hatte, mir aber die gesamt Geschichte über erhofft hatte. Während ich Isa am Anfang zunächst sehr ziellos und desorientiert fand, ist sie mir über die Handlung hinweg immer mehr ans Herz gewachsen und ich habe mit viel Freude ihren nicht ganz einfachen Weg zum Glück begleitet.
„Immer wenn es regnet" hat mich zwar erst nach einigen Seiten begeistert, doch dafür bis zum Ende und auch darüber hinaus nicht mehr losgelassen. Es ist ein gefühlsechter und warmherziger Roman über einen Neuanfang, der viel Mut braucht, aber letztlich für eine junge Frau das große Glück bedeutet. Für mich ganz klar ein Buch, das man gelesen haben muss, weil es so nah am Leben selbst ist, das man glaubt, man selbst wäre ein Teil der Geschichte. Einfach wundervoll!

© Rezension: 2014, Sandra 



Immer wenn es regnet - Juli Sand - Schwarzkopf & Schwarzkopf

01. September 2014/ Taschenbuch/ 320 Seiten
ISBN: 978-3-86265-396-6
Kaufen: eBook / Print

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