Das Manuskript | Chris Pavone

Dienstag, 30. Juni 2015 0 Kommentare

Kann man einen Menschen mit Worten töten?

[Klappentext] New York in den frühen Morgenstunden: Literaturagentin Isabel Reed beendet die Lektüre eines mysteriösen Manuskripts ohne Absender. Es enthält vernichtende Informationen über mächtige Leute, aber auch intime Details aus ihrer eigenen Vergangenheit. Unterdessen setzt in Kopenhagen Geheimagent Hayden Gray alles daran, die Veröffentlichung des Materials zu verhindern. Und in Zürich ist der Autor des Buchs auf der Flucht - denn wenn sein Bekenntnis ans Licht kommt, mit dem er sich von einer drückenden Schuld befreien will, schwebt nicht nur sein Leben in Gefahr ... [© Text und Bild: Piper Verlag]


[mk] Chris Pavone setzt die Handlung seines zweiten Buchs in die Literaturszene. Ich habe seine plastische und detaillierte Schreibweise genossen, sein Stil ist auffallend gut. Allerdings sind mir die Beschreibungen der Abläufe im Verlagswesen insgesamt etwas zu ausführlich geworden. Die Zusammenhänge sind durchaus interessant, bremsen die Story jedoch auch etwas.

Ähnlich sehe ich das bei den Protagonisten: sie werden gut und ausführlich charakterisiert, jedoch nimmt mich keiner so richtig emotional mit. Weder Sympathie noch Antipathie werden bei mir geweckt. Grundsätzlich finde ich es ja richtig, die Personen nicht nur schwarz und weiß zu zeichnen. Aber die Ecken und Kanten sind mir hier etwas zu rund.

Eine schöne Idee ist, dass man zwischendurch immer mal wieder Ausschnitte aus dem Manuskript, um das es ja geht, lesen kann. Diese Abschnitte sind in einer anderen Schriftart gedruckt und lassen uns Lesern immer wieder einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Den Plot finde ich sehr gut. Die Wendungen, die die Geschichte vor allem gegen Ende nimmt, sind einfallsreich und die Fäden, die dann zusammenlaufen, sind gut gesponnen. Für mich ist das wesentliche bei einem Thriller die Spannung. Die kommt für meinen Geschmack leider zu kurz. Wenn nach 300 Seiten noch keine Dramatik reinkommt, ist mir das zu wenig. Erst gegen Ende nimmt die Story Fahrt auf und macht dann richtig Spaß.


Ein gut geschriebener Thriller mit detailliertem Schreibstil. Allerdings fehlt es mir über lange Zeit an Spannung, erst als es auf den Schluss zugeht dreht die an für sich einfallsreiche Story richtig auf.

© Rezension: 2015, Marcus Kufner



Aus dem Amerikanischen von Andrea Brandl
2014 / Paperback / 496 Seiten / ISBN: 9783492060028
Buch kaufen: Paperback / eBook

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns, wenn ihr unsere Beiträge kommentiert, denn dadurch wird dieser Blog lebendig! Bitte habt Verständnis, dass Beiträge vorab geprüft werden, um Spam zu verhindern. Daher kann es einen Moment dauern, bis Kommentare sichtbar werden. Lieben Dank.