Von Zeit und Fluss | Thomas Wolfe

Samstag, 6. Juni 2015 0 Kommentare

Erste Neuübersetzung seit 75 Jahren

Eugene, lebenshungrig und unerfahren, ist auf der Suche nach sich selbst, nach seinem Bestimmungsort in der Welt. In Harvard und im New York der Zwanzigerjahre sammelt er erste Erfahrungen, lernt zu lieben, zu erkennen, zu denken, sich von falschen Vorbildern loszusagen und sich dabei selbst treu zu bleiben. Bloß keine Erstarrung in Routinen – alles in seiner reifenden Seele ist noch im Werden, in permanenter Umgestaltung. Der Held macht sich auf nach Paris, doch auch an diesem Sehnsuchtsort lässt ihn sein abenteuerliches Herz keine Ruhe finden. Was Eugene antreibt und was er sich über alle Wechselfälle des Lebens hinweg erhält, ist der Hunger nach Erkenntnis und sinnlichem Genuss. So folgen aus seiner Selbstsuche philosophisch und spirituell höchst anregende Reflexionen über das menschliche Dasein – über Sein und
Werden, Zeit und Fluss. (© Bild und Text: Manesse Verlag

[sg] 1200 Seiten - mehr Bücher müssten so viele Seiten haben. Doch was wird mich wohl erwarten. "Ein Epos" steht groß angekündigt im Klappentext.
Die Darmstädter Jury wählte die Neuübersetzung von Thomas Wolfes epochalem Roman «Von Zeit und Fluss» zum ‹Buch des Monats Dezember 2014›. Sie lobte damit auch die Übersetzerleistung von Irma Wehrli, die dafür bereits das Zuger Übersetzerstipendium erhalten hat.

"Wieder so ein Amerikaner Gigant, der einen die Brust schwellen lässt - vor Bewunderung und Neid." (Michael Köhlmeyer)

Also gehe schon sehr gespannt ans Lesen: Eugene Gant, der Protagonist des Romanes ist ein junger Mann, der in die Welt zieht und in einen Zug nach Harvard viele Erkenntnisse hat. Es scheint sich merklich mit der Fahrt etwas zu ändern. Er sucht den Sinn des Lebens und spürt, dass das alles seinen eigenen Fluss hat. Daher auch sicher dieser wundervolle Buchtitel.

Eugene hat viele Fragen, liest, lernt viel und doch gibt es immer weitere Fragen, Dinge, die leicht zu verstehen sind und sicher stellt er fest, dass auch in keinem Buch der Welt manche Antworten für all die Fragen stehen. Nein, es ist der Lebenshunger, der beantwortet und die Zeit langsam mit Antworten füllt.  Eugenes Vater stirbt und trotz eines gespannten Verhältnis zu ihm verfällt Eugene in eine innere Trauer.

Mich nimmt das Buch nach ca.100 Seiten positiv gefangen. Als Leser/in benötigt man etwas Geduld, da man sich ein wenig einlesen muss. Hierzu sei auch gesagt, dass Eugenes Kindheit und Jugend in dem Buch "Schau heimwärts, Engel" von Thomas Wolfe und Hans Schiebelhuth erzählt wurde und "Zeit und Fluss" eine Fortsetzung ist. Das Werk ist dennoch ganz gut ohne Vorkenntnisse lesbar.

Eugene ist erwachsen geworden und nun lese bzw erfahre ich all seine Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte, Zweifel, aber auch Trauer, Hoffnungen.
Immer wieder auch die Frage "Was ist Zeit?" Sie verfließt auch. Ich bin beeindruckt so viel über ein Leben zu lesen, aber auch geschichtlich in die 1920iger Jahre der USA zu reisen und politisch, gesellschaftlich, kulturell viel zu erfahren.


Das ist gute, außergewöhnliche Literatur und Leben  - auf vielen Seiten geschrieben, die aber alle äussert lesenswert sind und nach dem Schließen des Buchtitels doch einige Lebensfragen anders beleuchten und einige vielleicht sogar beantworten.

Die Neuübersetzung von Thomas Wolfes Roman «Von Zeit und Fluss» wurde von der Darmstädter Jury zum ‹Buch des Monats Dezember 2014› gewählt

© Rezension: 2015 Sanni Gedankenlabyrintherin




Mit Nachwort von Michael Köhlmeier
Originaltitel: Of Time and the River / Aus dem Amerikanischen von Irma Wehrli
2014 / Gebunden: 1200 Seiten, ISBN 978-3717523260



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