Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke | Karen Joy Fowler

Freitag, 14. August 2015 0 Kommentare

»Hattest du als Kind auch diesen Moment, in dem dir plötzlich klar wurde, dass deine Familie verrückt ist?«

[Klappentext] Es war einmal ein Haus mit einem Garten, in dem wohnten ein Apfelbaum, ein Bach und ein kleine Katze mit mondgelben Augen. Hier wachsen drei Kinder auf: Rosemary, ihre ungestüme Schwester Fern und ihr großer Bruder Lowell. Sie könnten eine ganz normale Familie sein. Wäre ihr Vater nicht Wissenschaftler, und wäre Fern nicht ein ganz besonderes kleines Mädchen, das Wachsmalstifte verspeist, den perfekten Rückwärtssalto beherrscht und lacht wie eine Säge.
Jahre nach Ferns Verschwinden erzählt Rosemary nun deren Geschichte. Denn erzählen war das Einzige, was Fern nie konnte. [© Tect + Cover: Manhattan Verlag]


[sg] Ein Buch, dass in letzter Zeit doch in aller Mund war und schon irgendwie ein Hype hat. Also freute ich mich nun besonders diese Geschichte zu lesen. Es mich macht es immer neugierig, ob ich sie auch so gut finden werde, ob es auch mich packt.

Im Vordergrund steht, wie der Titel schon sagt, Familie Cooke, die eigentlich eher normal wirkt. Die Mutter ist allerdings depressiv, der Vater ist Verhaltensforscher und hat sich nebenbei dem Alkohol verschrieben. Sicher ist das nicht normal, aber dennoch kommt es häufig vor.

Mich interessieren aber mehr die Schwestern und ihre Verbindung zueinander. Fern, die eine Schwester verschwindet spurlos. Rosmary redet stets viel, aber scheint daran zu zerbrechen als Fern verschwindet. Sie wird ganz still, verändert sich. Lowell, der Bruder, hält den Stress in der Familie nicht aus. Er haut ab und gerät auf die schiefe Bahn.
Etwas zerstörte das Gleichgewicht in der Familie und die Ich-Erzählerin Rosmary berichtet, wie es dazu kam. Die Rückblenden sind nicht so leicht zu lesen, da sie ständig hin und her springen. Man verliert dadurch leicht den roten Faden. Dennoch, vieles ist berührend, und oft bringen mich die Zeilen und beschriebenen Ereignisse zum Nachdenken. Irgendwann kann ich den roten Faden dann komplett halten und habe einen genauen Blick auf die Familie und fühle eine ganz besondere Bindung.

Ich bin fasziniert und gespannt zu gleich. Wie wird alles ausgehen? Werden sich Knoten lösen? Rosmarin redete zuvor sehr viel. Doch in der Familie wurde um vieles ein Schleier gelegt. Anfangen bei der völlig überforderten Mutter zum Vater bis hin zu einem Verlust mit Folgen.

Irgendwie gibt das Buch aber auch Hoffnung. Am Ende hat Verlust auch etwas Leichtigkeit, Erkenntnis und einen besonderen Reichtum.
Und egal ob Tier oder Menschen, wir müssen wir uns miteinander unterhalten, aber auch gegenseitig schützen. Denn wir sind in dieser Welt miteinander verbunden und vieles mehr.

Einziger Mängel ist, dass öfters Rechtschreib- und Ausdrucksfehler auftauchen. Dies auch schon auf der Inhaltsangabe der Rückseite. Kleine Fehler, die sicher bei einer neuen Auflage schnell behoben werden können. Das tut dem zauberhaften Roman aber kein Abbruch.

Manchmal reden wir viel. Vielleicht um zu verdecken. Und manchmal schauen wir zurück auf wundervolle Dinge, die unser Leben bereichern. Oft ist es eine ganz besondere Verbundenheit, die unser Leben bereichert, und so etwas hatten Fern und Rosmarin. 
Ihr Geheimnis werde ich nicht verraten. Es lohnt sich so sehr, das Buch zu lesen und ihr Geheimnis selbst herauszufinden.

Manche Geschichten verzaubern einen Menschen und ich finde diese tut es ganz besonders. Ein Buch voller Hoffnung, das man in diesem Jahr auch unbedingt lesen sollte. Ich werde noch lange an Familie Cooke denken. Herrlich lesenswert.

© Rezension, 2015 Sanni Gedankenlabyrintherin


Aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay
11. Mai 2015 / Hardcover / 352 Seiten / SBN: 978-3442547371


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