Racheherbst | Andreas Gruber

Mittwoch, 30. September 2015 4 Kommentare

[Klappentext] Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust - an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord - und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden ...
[Cover und Text: Goldmann Verlag]

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[wb] Der Duft der Vergänglichkeit.
Wie im Erzählstereotyp vom Schüler, der den Meister übertrumpft, von der Kreatur, die sich über ihren Schöpfer erhebt, wird Andreas Gruber zum Opfer einer seiner Romanfiguren. Mit dem kiffenden, misanthropischen Verhaltensanalytiker Maarten S. Sneijder hat er sich einen Geist gerufen, den er nicht mehr loszuwerden imstande ist.

Rezension: Rosenwinkel | Luise Rist

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Eine Geschichte über Freundschaft, Grenzen, und Wege, sie zu überwinden

[Klappentext] Frida ist gerade mit der Schule fertig und weiß nicht, was sie jetzt mit sich anfangen soll. Bis sie Anita begegnet, mit der sie schnell eine besondere Freundschaft verbindet. Aber von einem Tag auf den anderen wird die neue Freundin mit ihrer Familie nach Bosnien, in die Heimat ihrer Mutter, abgeschoben. Auf der Suche nach ihr begibt sich Frida auf eine Reise in ein ihr unbekanntes Land, wo sie sich in einen jungen Bosnier verliebt und Anita schließlich mithilfe eines ehemaligen Kriegsreporters wiederfindet. Doch dann gibt es einen schrecklichen Anschlag …
[Text und Bild: ctb Verlag]
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[sg] Das Cover zeigt Freundschaft, Flucht, ein Lachen und eine angegriffene Stadt gleichzeitig. Alles auf blauem Hintergrund, der eine durchschimmernde Landkarte hat und Reisen verspricht. Bilder, die bewegen und ich hoffe die Zeilen in diesem Buch tun es auch.

Schon die ersten Seiten machen etwas mit mir. Plötzlich sind da die ganzen Vorurteile gegenüber Flüchtlingen oder Sozialhilfeempfängern. Das Buch trifft ein aktuelles Thema. Überall ist es in den Nachrichten, Zeitungen oder Plattformen. Doch all das in einem Buch einzufangen ist sicher nicht leicht, aber doch so wichtig. Luise Rist ist es gelungen durch zwei Protagonistinnen die Flüchtlingsproblematik anhand einer Abschiebung zu verdeutlichen. Frida und Anita heißen die beiden. Es sind zwei so lebensfrohe Mädchen, die Vorurteile erleben, hören, nicht alles verstehen, Fragen stellen und die auch gegen Vorurteile gern etwas sagen. Nur geht dies nicht immer. 

"Sind sie Deutsche?", sagt die Frau. "Es gibt keine Deutschen im Rosenwinkel, außer eben diesen vom Sozialamt."

Ein Satz, der hart ist und zeigt, wie leichtfertig Menschen solche Worte in den Mund nehmen als würden sie etwas ganz Leichtes sagen. Doch solche Sätze sind verachtend und unangemessen. So etwas muss aufhören und genau das vermittelt auch der Roman "Rosenwinkel". Die enge Freundschaft von Anita und Frida stärkt beide. Ihre Verbundenheit ist so schön beschrieben, dass ich selbst öfters an meine engsten Freunde denken muss.  Doch irgendwann ist Anita fort. Fort vom Rosenwinkel, den die anderen Menschen aus der Gegend nicht mögen, da dort die Ausländer und eben diese Sozialempfänger wohnen. Ich lese dies und denke, wie furchtbar und weiß, dass dies leider so häufig vorkommt. 

Es ist Nachmittag. Ich nehme das Buch in die Hand, denn die Sonne scheint und ich gehe in meinem Kiez etwas spazieren. Bunt ist es, bunt von Menschen, die aus so unterschiedlichen Ländern kommen. Ich liebe das. Kultur ist, wenn alle zusammenkommen. Etwas später lande ich in einem Café. Bei englischem Tee und türkischem Gebäck, lese ich weiter. 

Für mich ist erstaunlich, wie Frida mit so viel Mut ihre Freundin sucht und immer wieder sind da, die vielen Bewegungen mit anderen Menschen, die erzählen. Ich erfahre viel über Bosnien und Roma, spüre, dass ich doch noch Lücken habe, obwohl ich mich auch damit beschäftige. Lücken, die nun aufgefüllt werden. Es ist ein Road-Trip der ganz besonderen Art. Ich reise mit Frida und am Ende finden sich beide Freundinnen wieder. Bewegend. 

Das Buch zeigt, wie oft leichtfertig geurteilt und verurteilt wird. Oberflächlich wird über Menschen aus anderen Ländern gesprochen, die fliehen mussten und den Krieg sehen, ja erleben mussten, den wir nur aus Büchern oder Nachrichten kennen.  Ich sitze immer noch im Café, um mich herum sind Häuser. Alle sind ganz, nicht durch Bomben getroffen. Hier spricht Wohlstand, auch, wenn wir nicht alle reich sind. Mit diesem Buch, das hoffentlich viele lesen, wird mir noch bewusster als es so schon ist, wie wichtig es ist mich weiter gegen Hass, Rechtsextremismus, gegen Vorurteile und für Flüchtlinge einzusetzen.  Manche Bücher tragen dazu bei, zu verstehen. Hinter Türen zu schauen, die viele aus Angst nicht öffnen wollen. Flucht und Abschiebung trennen Menschen, die auch so schon ihr mühsam erbautes Leben in Trümmern vor sich haben. 

Ein herzlicher Dank an den Cbt Verlag und eine riesige Empfehlung von mir dieses Buch zu lesen. Es ist nicht nur für Jugendliche, sondern für alle Menschen, jeden Alters. Es ist eine hinreißende Geschichte, die viel vermittelt.  Wir sollten alle den Sprung zu mehr Offenheit, Menschlichkeit und Achtsamkeit wagen. Dafür müssen wir nicht einmal von einer hohen Brücke, wie es Frida und Anita tun, springen.  Nein, nur die Oberflächlichkeit ablegen. Am Besten so weit weg, wie es geht.


Ein Buch, das im Thema ganz aktuell ist. Die Flüchtlingsproblematik ist ein so wichtiges Thema, das immer noch zu Wenige verstehen. Dieses Buch baut Brücken für mehr Verständnis für Flüchtlinge, wie es unfassbar ist. Sehr bewegend und eine absolute Bereicherung dies zu lesen. Möge es in so unzählig viele Hände, vor lesende Augen, wie nur möglich fallen und zu mehr Toleranz beitragen.

© Rezension, 2015 Sanni Gedankenlabyrintherin



ab ca. 13 Jahren
27. Juli 2015, Taschenbuch, ISBN:978-357031011

[Kolumne] Gänsehaut, wie sie im Buche steht [3/3]

Dienstag, 29. September 2015 0 Kommentare



AUFGELESEN #6

Liebe Leserin, lieber Leser, wer bist Du?


Bist Du tatsächlich Du selbst, und wenn ja, worauf begründet sich diese Sicherheit? Kannst Du den Erinnerungen, aus denen sich Dein gegenwärtiges Bewußtsein konstituiert, tatsächlich vertrauen? In der letzten Ausgabe der Kolumne Aufgelesen wurden einige Vertreter des deutschen Psychothrillers genannt, die lustvoll leichtfertig an jener Lunte zündeln, die zum Pulverfaß der Angst in unserem Inneren führt.
Solltest Du allerdings zu jenen gehören, die von solch abstrakt-akademischen Diskussionen nichts wissen wollen, darf ich Dir nun Handfesteres präsentieren.

Nachdem also - wie es bereits im antiken Rom hieß - der Mensch des Menschen Wolf ist, nach Macht und Unterwerfung anderer strebt, stets seinen Vorteil sucht und dabei jedoch von Maschinen übertölpelt wird und mit einem instabilen Fundament an Eigendefinition ausgestattet ist, können wir da wenigstens Mutter Natur vertrauen?

"Gewiß nicht, lieber Leser, fürchte dich vor den unbekannten Untiefen der Ozeane" flüstert es uns da aus den Seiten von Frank Schätzings Der Schwarm entgegen. Über Jahrhunderte hinweg hat unsere Spezies dem Meer wertvolles Land abgerungen und seinen Artenreichtum systematisch dezimiert. Nun jedoch schlägt es präzise, intelligent und zielgenau zurück, trägt den Kampf um den Planeten in die vermeintliche Sicherheit der Zivilisation, entschlossen, den Planeten zurückzuerobern. 

Um das Gegenteil - nämlich zu wenige Wasser - sorgt sich auch Jean Marc Ligny in seinem Thriller Aqua TM. In naher Zukunft, genauer im Jahr 2030 ist das globale Klima endgültig kollabiert, Tornados, Überschwemmungen und Dürreperioden sind keine Ausnahme mehr, demzufolge ist Trinkwasser zu einer wertvollen Handelsware geworden, um die ganze Kriege geführt werden. Jenes Szenario, vor dem heute bereits Jean Ziegler sehr eindringlich warnt, ist also eingetreten.

Weniger von den Urgewalten, als vielmehr von der erwähnten Wolfsnatur des Menschen handelt Die Flutwelle von Mikael Niemi. Als in Nordschweden ein Staudamm bricht, werden die Betroffenen auf den nackten Überlebensinstinkt reduziert und handelt befreit von allem anerzogenen zivilisatorischem Ornat. Da ist die auf Sinnsuche befindliche Malerin, die über sich selbst hinaus wächst, als sie einen Ertrinkenden rettet, da ist der Mitarbeiter des Kraftwerkskonzerns, der verzweifelt all jene, die ihn als Schuldigen identifizieren könnten, umbringt, da ist der Autonarr, der zu spät begreift, daß seine gepanzerte Limousine keinen Schutz mehr bietet. Der Autor arbeitet mit intensiven eindringlichen
Bildern und läßt, als die Flut wieder abklingt, wie einen abgebrochenen Ast die Frage vorbeitreiben, ob wir uns letztendlich nicht vor uns selbst ängstigen müssen.




Liebe Leserin, lieber Leser, gewiß kann und soll ein solcher Streifzug durch die Welt beängstigender Geschichten, wie er in dieser und den beiden letzten Ausgaben der Kolumne "Aufgelesen" niemals auch nur ansatzweise vollständig sein. Vielmehr besteht die Absicht darin, die Lust am ungefährlichen Tanz über dem Abgrund zu wecken.

Angst ist ein ebenso nützliches wie potentiell schädliches Gefühl. Sie warnt uns vor Gefahren, kann im Extremfall jedoch auch das Leben drastisch einschränken. Zwischen zwei Buchdeckel gebannt, wird sie für uns greifbar, erlaubt es uns, sie dosiert wirken zu lassen, schult uns wie ein Simulator den verantwortungsvollen Umgang mit ihr.

Aber seien wir uns ehrlich, sich lustvoll dem Nervenkitzel hinzugeben, das ist doch das wahre Lesen, oder?

Freudiges Weiterlesen!

© Wolfgang Brandner




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Der Susan-Effekt | Peter Høeg

Montag, 28. September 2015 0 Kommentare

[Klappentext] Susan ist Experimentalphysikerin, hantiert gern mit dem Brecheisen und bäckt nachts um drei Croissants für ihre Familie. Und sie hat eine außergewöhnliche Gabe: Jeder, der mit ihr spricht, wird absolut aufrichtig. Jetzt soll sie einem hochrangigen Justizbeamten ein geheimes Protokoll beschaffen: Ein Gremium hochkarätiger Wissenschaftler erforscht die Gefahren der Zukunft. Doch plötzlich kommt ein Mitglied nach dem anderen auf grausame Weise um. Mit irrwitzigen Einfällen, technischem Know-How und ihrem einzigartigen Effekt kämpft Susan darum, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Ein phantastischer Pageturner mit einer unschlagbaren Heldin. [© Text und Bild: Carl Hanser Verlag]

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[mk] Susans Spezialfähigkeit ist keineswegs einmalig: ihr Mann Laban hat sie auch, und da sie offenbar vererbbar ist können auch ihre Kinder Harald und Thit darüber verfügen. Das hört sich wie eine Comicgeschichte mit einer Familie mit Superkräften an, diese mentale Fähigkeit spielt aber nur eine untergeordnete Rolle. Ohne sie könnten die vier allerdings die vor ihnen liegenden Aufgaben und Schwierigkeiten nicht lösen.

[MACHT MIT] Lesetipps zum Sonntag #17

Sonntag, 27. September 2015 3 Kommentare

Immer Sonntags möchten wir euch Bücher vorstellen bzw. empfehlen, die wir wirklich sehr gerne gelesen haben. Kurz und knapp erfahrt ihr hier zu einer kleinen Auswahl an Büchern, eBooks oder Hörbüchern unseren Eindruck bzw. unser Fazit. Das können Neuheiten auf dem Buchmarkt sein aber auch immer wieder Bücher, die schon etwas älter sind, uns aber sehr begeistern konnten.

Der deutsche Buchpreis | Longlist & Shortlist 2015

Dienstag, 22. September 2015 2 Kommentare


[sg] Seit 2005 zeichnet der Börsenverein des deutschen Buchhandels am Anfang der Frankfurter
Buchmesse im Oktober den besten deutschsprachigen Roman aus. Im Jahr 2014 feierte der Deutsche Buchpreis sein zehnjähriges Bestehen.

Knapp zwei Monate vorher  wird eine Longlist (19. August 2015) herausgegeben und dann 4 Shortlist (16. September 2015). Zuvor haben die Buchverlage die Möglichkeit, Bücher (maximal zwei Stück) aus dem vergangenen Jahr von Oktober ab und dem gegenwärtigen Jahr einzureichen, die sie selbst wählen.
Wochen später eine
Mitgliedsverlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten bis zum 27. März 2015 ihre Titel online einreichen. In diesem Jahr 2015 reichten übrigens 110 Verlage insgesamt 167 Bücher ein. 

Die Termine: 
Bekanntgabe der Longlist: 19. August
Bekanntgabe der Shortlist: 16. September
Die Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse: 12. Oktober

Um größtmögliche Unabhängigkeit und Transparenz bei der Preisvergabe zu sichern, hat der Vorstand des Börsenvereins die elfköpfige Akademie Deutscher Buchpreis berufen, der Vertreter der Buch- und Medienbranche angehören. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Wahl der jährlich wechselnden Jury, die den Preisträger in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Diese Juri bestimmt dann die Longlist, welche 20 Bücher enthält. Die dann folgende Shortlist besteht aus 5-6 Büchern und aus dieser geht dann der Sieger hervor. Die/der Siegerautor_innen erhalten ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Der Fuchs und Dr. Shimamura | Christine Wunnicke

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[Klappentext] Vom Fuchs besessen, und das auch noch in Japan! Klarer Fall für Neurologen mit geschärftem Sinn für Menschen – vorzugsweise Frauen – neben der Spur. Dr. Shimamura (den es wirklich gab) reist in der Abendröte des 19. Jahrhunderts durch die Provinz, wo das burleske Krankheitsbild zur Folklore gehört. Ein liebestoller Student begleitet ihn, geht aber bald verloren, dafür fängt der Doktor sich selbst einen Fuchs ein (den es vielleicht auch gab). Da hilft nur noch Europa, und so flieht Shimamura auf Bildungsurlaub gen Westen, besteht neurologisch aufschlussreiche Abenteuer in Paris, Berlin und Wien. Allein, der Fuchs lässt ihn nicht los – auch nicht Jahrzehnte später zurück in Japan, wo sich dieses seltsame Leben, beäugt von allerhand weiblichem Familienanhang, seinem Ende zuneigt. Und so bleibt der Fuchs der unsichtbare Protagonist dieses fernöstlich getönten Gegenwartsromans. [Text und Bild: Berenberg Verlag]


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[sg] Der Deutsche Buchpreis bietet immer wieder diese wundervollen Neuentdeckungen. Genau, wie der Roman von Christine Wunnicke. Ich weiß nicht, warum er mir nicht vorher in die Hände fiel. Vielleicht verschwand er in Buchläden unter anderen Büchern und wurde unterschätzt.Es ist bekannt, dass die Bücher der Longlist des deutschen Buchpreise ein eher schlichtes Cover mit einer auffallend großen Schrift haben. Aber ich bin beeindruckt, weil es kunstvoll, etwas antik ist. Nicht hochmodern oder aufgesetzt.

Girl on the train | Paula Hawkins

Montag, 21. September 2015 2 Kommentare

Ein eindrucksvoller Roman, der den Leser schonungslos mit den tiefen Abgründen der menschlichen Psyche konfrontiert, dem es aber leider zu oft an Spannung fehlt.

[Klappentext] Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht. Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ... [© Text- & Bildmaterial: Blanvalet Verlag]

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[sk] Normalerweise bin ich ja niemand, der etwas von diesen Hypes rundum ein bestimmtes Buch hält. Doch bei diesem Roman war es irgendwie anders – ich konnte mich diesem Sog nicht entziehen und als ich dann auch noch den Klappentext las, war klar, ich muss es lesen…

[MACHT MIT!] Lesetipps zum Sonntag #16

Sonntag, 20. September 2015 6 Kommentare

Immer Sonntags möchten wir euch Bücher vorstellen bzw. empfehlen, die wir wirklich sehr gerne gelesen haben. Kurz und knapp erfahrt ihr hier zu einer kleinen Auswahl an Büchern, eBooks oder Hörbüchern unseren Eindruck bzw. unser Fazit. Das können Neuheiten auf dem Buchmarkt sein aber auch immer wieder Bücher, die schon etwas älter sind, uns aber sehr begeistern konnten.

[Kolumne] Gänsehaut, wie sie im Buche steht [2/3]

Dienstag, 15. September 2015 1 Kommentar


AUFGELESEN #5


Liebe Leserin, lieber Leser - hast Du schon Angst, ist es mir gelungen, Dich in der letzten Ausgabe der Kolumne "Aufgelesen" etwas zu verunsichern?

Noch nicht?

Nun, so laß' mich Dir in den folgenden Zeilen einige weitere Anlässe zum Fürchten präsentieren: Wer nach aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen sucht, die punktgenau außer Kontrolle geraten, ist beim amerikanischen Autorenduo Douglas Preston und Licoln Child bestens aufgehoben. 

Bereits in Mount Dragon (1996) wurde in einem unterirdischen Labor mit einem hoch infektiösen Virus experimentiert, das, wie kann es anders sein, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, seinen Weg aus dem Labor findet. 
Dessen Auswirkungen sind übrigens nichts im Vergleich zu jenen in Stephen Kings frühem Meisterwerk Das letzte Gefecht (1978), in dem ein mutiertes Grippevirus nahezu hundert Prozent der Weltbevölkerung dahinrafft. Was der Menschheit nützen, das Leben angenehmer gestalten sollte, verkehrt sich in ein perverses Gegenteil.

[MACHT MIT!] Unsere Lesetipps zum Sonntag #15

Sonntag, 13. September 2015 4 Kommentare

Immer Sonntags möchten wir euch Bücher vorstellen bzw. empfehlen, die wir wirklich sehr gerne gelesen haben. Kurz und knapp erfahrt ihr hier zu einer kleinen Auswahl an Büchern, eBooks oder Hörbüchern unseren Eindruck bzw. unser Fazit. Das können Neuheitenauf dem Buchmarkt sein aber auch immer wieder Bücher, die schon etwas älter sind, uns aber sehr begeistern konnten.


Rezension: Atemlos | Ashley Elston

Freitag, 11. September 2015 0 Kommentare

Rezension: Atemlos von Ashley Elston
[Klappentext] Hier ist sie, die Fortsetzung des Bestsellers Spurlos: Anna Boyd hat das Geheimnis hinter dem Zeugenschutzprogramm gelüftet und hofft auf ein unbeschwertes Leben mit ihrer Familie und ihrem Freund Ethan. Doch dann tauchen ihre Verfolger wieder auf und entführen sie, Ethan und ihre kleine Schwester. Schaffen sie es ein zweites Mal, zu entkommen? [Text und Cover: Mixtvision Verlag]

[Spoilerwarnung] "Atemlos" ist der Fortsetzungsband von dem 2014 erschienenen Band "Spurlos".
Da die Handlung übergreifend ist, können Spoiler nicht vermieden werden. Wer den ersten Band noch nicht gelesen hat, möchte ich lieber auf diesen BEITRAG verweisen.


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[az] Spurlos musste Annas Boyds Leben verlaufen. Monatelang befand sie sich mit ihrer Familie im Zeugenschutzprogramm und musste ihre wahre Identität aufgeben, immer wieder in neue Städte ziehen, den Namen und ihr Aussehen ändern. Dies wirkte sich sehr zermürbend auf die ganze Familie aus und Anna setzte alles daran herauszufinden wer hinter ihnen her war und vor allem warum. Sie hatte es satt, noch einmal Hals über Kopf umzuziehen, zumal sie sich Ethan verliebt hatte und ihn nicht wieder verlieren wollte. Die Ereignisse überschlugen sich und Anna wurde tatsächlich mit der harten Wahrheit konfrontiert, die ihr beinahe die Füße wegzog. Doch so hart sie Wahrheit sie auch traf, letztlich hatte es auch etwas Gutes, denn das Zeugenschutzprogramm wurde tatsächlich aufgehoben. Endlich scheint Ruhe in die Familie zu kommen. Anna ist wieder Anna und sie kann endlich wieder befreit in die Schule gehen, Freundschaften aufbauen und die Lügengeschichten hinter sich lassen. Doch wieder trügt der Schein, denn Anna, ihre kleine Schwester Teeny und Ethan werden plötzlich entführt...

Atemlos geht es auch in diesem Band weiter. Und das mehr denn je. Die Geschichte nimmt wieder rasant Tempo auf, eine Eigenschaft, die schon "Spurlos" zu einem wahren Pageturner machten. Ehe ich mich versehe bin ich wieder knietief mit in den Ereignissen verstrickt, die sich geradezu überschlagen. Beinahe wirklich atemlos blättere ich durch die Seiten doch irgendwann muss ich Luft holen. Stoppen und alles sacken lassen. Weiter geht's.

Die Autorin versteht es wieder prächtig, Spannung aufzubauen. Dennoch beschleicht mich nach einiger Zeit das Gefühl, dass das Geschehen etwas aus dem Ruder läuft, die Dinge nun doch etwas zu weit hergeholt erscheinen. Wieder ist es die Ich-Erzählerin Anna (ehemals Meg) die mit mitnimmt auf den Road Trip, doch ich werde in diesem Band nicht mehr ganz so sehr warm mit ihr wie zuvor. Möglich dass es an der Entwicklung der Ereignisse liegt. Vielleicht erscheint sie mit auch plötzlich etwas zu tough, zu reif und erwachsen in Ihrem Entscheidungen. Dies mag jedoch eine sehr persönliche Empfindung sein.

Sehr gelungen wiederum erscheinen auch hier die Kapitelüberschriften. In Spurlos begann jedes Kapitel mit einer von Meg aufgestellten Regel für ihr neues Leben im Zeugenschutzprogramm. In Atemlos beginnen die Kapitel mit je einer durchgestrichenen alten Regel, die durch eine neue Regel ersetzt wird. So schafft die Autorin einen dauerhaften Bezug zum ersten Band.

Noch eine sehr positive Anmerkung: beiden Büchern liegt ein Lesezeichen bei, auf dem ein Code zu finden ist. Mit diesem Code kann man sich kostenfrei das dazugehörige eBook zum Buch laden. Ich nehme meine Printbücher nur noch selten mit außer Haus, da ich in meiner Handtasche immer einen eReader habe. Wenn ich das passende eBook zum Buch zur Verfügung habe, kann ich auch unterwegs am gleichen Buch weiter lesen.

Persönliches Fazit:

"Atemlos" als die Fortsetzung von "Spurlos" entwickelt sich sehr rasant zum tempo- und vor allem ereignisreichen Road Trip, der zwar an Spannung wahrlich nichts einbüßt, aber meiner Meinung nach etwa zu überladen wirkt. Dennoch sehr lesenswert. Meine Empfehlungen: Beide Bände direkt hintereinander lesen, so bleibt am direkt im temporeichen Geschehen gefangen.

Rezension, 2015 Alexandra Zylenas




Jugendroman, ab ca. 14 Jahren
gebunden, ca. 300 Seiten

Besprechung des ersten Bandes "Spurlos"

[alexandra]

Rezension: Spurlos | Ashley Elston

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[Klappentext] Zum sechsten Mal in acht Monaten wird Meg Jones mitten in der Nacht aus ihrem Leben gerissen. Ohne Vorwarnung, ohne Abschied, ohne Aussicht auf Rückkehr ...
Meg Jones ist nicht ihr richtiger Name. Seit die 17-Jährige mit ihrer Familie im Zeugenschutzprogramm lebt, hat sie ihre Identität verloren, ihre Freunde, ihre Heimat. In ständiger Angst vor ihren Verfolgern trägt sie immer eine Tasche bei sich mit den wichtigsten persönlichen Dingen. Und eigentlich hat sie sich vorgenommen, keine neuen Freundschaften zu schließen. Doch dann taucht Ethan auf ... [Text und Cover: Mixtvision Verlag]


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[az] Ashley Elston schreibt in Ihrem Jugendbuch-Thriller über eine Familie, die sich seit einiger Zeit im Zeugenschutzprogramm befindet. Dieses wahrlich nicht einfache Leben wird uns aus Sicht von Meg Jones aka Anna Boyd, der ältesten Tochter der Familie erzählt. Sechs Umzüge in acht Monaten hinterlassen ihre Spuren, nicht nur bei Meg selbst sondern bei jedem einzelnen Familienmitglied. Jeder leidet auf seine ganz eigene Art unter dem Identitätsverlust, unter der Heimatlosigkeit, ständige Namenswechsel, ständig neue Geschichten über ihre Herkunft, neue Schulen, neue Arbeitsplätze... Nichts hat Bestand, am wenigsten Freundschaften. Besonders hart trifft es Megs kleine Schwester, die sich immer mehr zurückzieht.

Meg macht es sehr zu schaffen, dass sie nicht weiß, warum und vor allem vor wem sie sich überhaupt verstecken müssen. Was ist damals passiert? Hatte ihr Vater womöglich krumme Geschäfte gemacht? Oder war er zur falschen Zeit am falschen Ort? Ihr Ziel ist es, dies endlich herauszufinden, denn keiner mag ihr etwas darüber erzählen. Ihre Eltern schweigen eisern und auch die "Anzüge", die ihr Programm überwachen und sie ständig über Nacht an neue Orte verfrachten, geben ihr keinerlei Auskunft.

Ihrem größten Vorsatz, ja keine neuen Freundschaften mehr zu schließen, kann sie allerdings nicht treu bleiben. Ethan aus ihrer Schule ist aber auch eisern und gibt nicht auf, mit ihr in Kontakt zu kommen. Wird sie sich ihm verwehren können? Sie kann und will doch niemandem mehr weh tun, einschließlich sich selbst. Dennoch scheint ein wenig Ruhe in ihre Situation zu kommen und Meg lässt sich sogar zu dem Besuch einer Party überreden. Aber diese Ruhe ist trügerisch....
Ashley Elston gelingt es hervorragend, die Stimmung der Familie widerzuspiegeln. Die Ich-Erzählerin Meg zieht uns direkt mit hinein ins Geschehen und man ertappt sich schon nach kurzer Zeit dabei, dass man mit ihr über das Warum und Weshalb rätselt.

Dieser Erzählstil bietet einen größtmöglichen Einblick in ihr inneres Gefühlschaos und ihren Gedanken über ihr chaotisches Leben und natürlich über Ethan. Dies sorgt dafür, dass man sich sehr schnell und leicht in ihre Lage hineinversetzen kann, gewährt jedoch auch nur indirekten Einblick in die Gesamtsituation der Familie. So erfährt man zum Beispiel vom Alkoholproblem der Mutter nur aus Megs Sicht. Der Fokus liegt daher sehr auf der Tochter und ihrem Part im Geschehen. Die Spannung baut sich immer mehr auf und es fällt immer schwerer, das Buch aus der Hand zu legen. Das Tempo der Geschichte überträgt sich und man verfällt der Versuchung, immer schneller zu lesen, jagt den Ereignissen hinterher.

Gelungen sind zudem die Kapitelüberschriften, denn jedes Kapitel beginnt erst einmal mit einer von Meg aufgestellten Regel für ihr neues Leben, quasi ihr ganz persönliches Schutzprogramm. Man spürt Megs Unsicherheit und ihre Rastlosigkeit und so manches Mal möchte man sie schütteln und sie zu anderen Entscheidungen bewegen. Aber gerade dies macht es so authentisch, denn sie ist mit den über die hereinstürzenden Ereignissen oft überfordert und handelt realistischerweise und auch ihrem Alter entsprechend oftmals mehr impulsiv als rational. Dies verleitet auch dazu, sich selbst Gedanken dazu zu machen. Wie würde man sich in solch einer Situation fühlen, wie würde man handeln?

Persönliches Fazit

Ein spannender und temporeicher Jugendthriller, der sich zu einem kleinen Road-Trip entwickelt. Die eingeflochtene Liebesgeschichte wirkt nicht überzogen, sondern genau richtig angepasst an die Alters-Zielgruppe. Ein originell ausgearbeitetes und sehr empfehlenswertes Debüt der Autorin.
In diesem Jahr ist schon der Folgeband "Atemlos"erschienen, zu dem in Kürze auch eine Besprechung folgt.

Rezension, 2015 Alexandra Zylenas



Jugendroman ab 14 Jahren
gebunden, 300 Seiten


[alexandra]

Interessengebiet | Martin Amis

Donnerstag, 10. September 2015 0 Kommentare


»Wer bist du? Du weißt es nicht. Dann kommst du ins Interessengebiet, und das sagt dir, wer du bist.«

[Klappentext] Es ist Liebe auf den ersten Blick, die Golo Thomsen wie ein Blitz trifft, als er Hannah Doll begegnet. Was wie eine oft erzählte Liebesgeschichte beginnt, nimmt einen ungewohnten Verlauf – denn Schauplatz ist Auschwitz, Thomsen arbeitet für die Buna-Werke, und Hannah ist die Frau des Lagerkommandanten. Martin Amis wirft in seinem grandiosen Roman ein grelles Licht auf das Tätermilieu. Die überraschenden Züge, die dadurch hervortreten, beschreiben ein Universum der Widersprüche, das auf Amis' moralischer Neugier für das menschliche Wesen fußt. Können wir uns noch in die Augen blicken, nachdem wir gesehen haben, wer wir wirklich sind? Ein beunruhigender, meisterhaft geschriebener und unendlich trauriger Roman. [© Text und Bild: Kein & Aber Verlag]

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[mk] Der Roman ist in einer Art Tagebuch aus der Sicht dreier Täter geschrieben. Zum einen geht es um Thomsen, der für ein Chemiewerk, das im Interessengebiet, also auf dem Gelände von KZ Auschwitz errichtet wurde, tätig ist und für die Zwangsarbeiter zuständig ist.

Telluria | Vladimir Sorokin

Mittwoch, 9. September 2015 0 Kommentare

[Klappentext] Nach dem von der Kritik gefeierten und preisgekrönten Roman »Der Schneesturm« setzt Vladimir Sorokin mit seinem neuesten Werk noch einen drauf: ein fulminanter literarischer Rundumschlag, der den Zustand der Welt und der Menschen darin um die Mitte des 21. Jahrhunderts zum Thema hat und auf den die aktuellen Weltereignisse bereits zu verweisen scheinen. Eurasien, Mitte des 21. Jahrhunderts: Die Welt ist nach verschiedenen Religionskriegen, Revolutionen und Aufständen in weitgehend voneinander isolierte Kleinstaaten zerfallen, in denen unterschiedlichste politische Machtstrukturen herrschen. Es gibt u.a. das kommunistisch-orthodoxe Moskowien, eine Sowjetische Sozialistische Stalinrepublik und ein feudalistisches Neukölln mit Konrad von Kreuzberg an der Spitze, der die Salafisten zurückgeschlagen hat. Köln ist eine Republik geworden, und dann ist da noch die kleine, feine Bergrepublik Telluria, aus der das kommt, was alle Menschen in diesem Meer der Barbarei haben wollen: das ultimative Mittel, das beständiges Glück erzeugt. Das Leben nach der Katastrophe ist durchaus nicht immer depressiv, man hat sich darin eingerichtet. [© Text und Bild: Verlag Kiepenheuer & Witsch]

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[mk] Vladimir Sorokin hat ein wahrlich ungewöhnliches Buch erschaffen. Es besteht aus 50 teils sehr kurzen Kapiteln, die erzählerisch nichts miteinander zu tun haben. Praktisch kommt keine seiner Figuren zweimal vor. Somit gibt es auch keinen Handlungsstrang, der sich durch das Buch ziehen würde. Statt dessen entwirft er eine Welt, die in nicht allzu ferner Zukunft existiert, und die sich langsam in meinem Kopf Kapitel für Kapitel wie ein Puzzle zusammenfügt. Das ist nicht ganz einfach, es verlangt von mir als Leser volle Aufmerksamkeit. Es ist ganz sicher kein Sommerbuch für zwischendurch.

Rezension: Die Welt ist kein Ozean | Alexa Hennig von Lange

Dienstag, 8. September 2015 0 Kommentare


Ein mitreißendes und sehr emotionales Jugendbuch, das mich sehr beeindruckt hat.



[Klappentext] Ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche will die 16-jährige Franzi ihr Schulpraktikum machen. Sie stellt sich das abenteuerlich und besonders vor – muss aber schnell erkennen, dass sie eine Welt betritt, in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist. Hier trifft sie auf den 18-jährigen Tucker – und Tucker trifft sie voll ins Herz. Nach einem traumatischen Erlebnis spricht er nicht mehr. Tief in sich zurückgezogen, dreht er im Schwimmbad seine Runden, am liebsten unter Wasser, wo ihn keiner erreichen kann. Behutsam versucht Franzi, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Als ihr das gelingt, steht sie vor einer schweren Entscheidung: Soll sie wie geplant für eine Zeit ins Ausland gehen? Oder dem Herzen folgen, das gerade erst wieder zu sprechen begonnen hat? [© Text & Cover: cbt Verlag
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[sk] Das war mal wieder ein totales Cover-Buch für mich. Schon als ich es zum ersten Mal sah war ich total ergriffen – die übersprudelnde Welle und dieses junge Mädchen mit den feuerroten Haaren hatten es mir einfach angetan. Ich musste einfach wissen, welche Geschichte sich wohl hinter diesen fantastischen Buchdeckeln verbirgt…

Als die Sonne im Meer verschwand | Susan Abulhawa

Montag, 7. September 2015 0 Kommentare

Ein Roman voller Poesie über eine Familie ohne Heimat, von Krieg, Frieden und Hoffnung.

[Klappentext] In Amerika aufgewachsen, kennt die Palästinenserin Nur die malerischen Dörfer ihrer Heimat bloß aus den Erzählungen ihres Großvaters. Doch dann trifft sie Jamal, der als Arzt in Gaza arbeitet und sie dorthin einlädt. Zum ersten Mal reist Nur zu ihrer Familie und erlebt, wie eng deren Geschichte mit der Israels und Palästinas verflochten ist. Sie ist überwältigt von den Eindrücken, erfährt aber auch eine bittere Wahrheit über Jamal. Stehen lediglich die strengen Regeln seiner Kultur zwischen ihnen? Nur muss herausfinden, wohin sie und ihre Liebe gehören. [Text & Cover: © Diana Verlag]
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[az] Eine bewegende Geschichte um die Familie Baraka, die in dem kleinen Dorf Beit Daras in Palästina lebt, bis dieses 1948 von israelischen Soldaten verwüstet und angezündet wird. Die Familie muss fliehen, wird zerrissen, nicht alle überleben diese Flucht ...

Unsere Lesetipps zum Sonntag #14

Sonntag, 6. September 2015 6 Kommentare

Ihr seid auf der Suche nach neuem Lesestoff? Immer Sonntags möchten wir euch Bücher vorstellen bzw. empfehlen, die wir wirklich sehr gerne gelesen haben. Kurz und knapp erfahrt ihr hier zu einer kleinen Auswahl an Büchern, eBooks oder Hörbüchern unseren Eindruck bzw. unser Fazit. Das können Neuheiten auf dem Buchmarkt sein aber auch immer wieder Bücher, die schon etwas älter sind, uns aber sehr begeistern konnten.

Wir sahen nur das Glück | Grégoire Delacourt

Freitag, 4. September 2015 4 Kommentare

Von einem Mann, der erst ganz unten ankommen muss, um zu verstehen, dass das Leben lebenswert und echtes Glück möglich ist.


[Klappentext] Wie viel ist ein Mensch wert? Das zu beurteilen ist Antoines Aufgabe als Gutachter einer Versicherung. Als die scheinbar heile Welt des Familienvaters zusammenbricht, seine Frau ihn verlässt, er seine Arbeit verliert und er für seine Kinder längst nicht mehr der große Held ist, muss er über den Wert seines eigenen Lebens nachdenken - und seine Bilanz ist vernichtend: Er hat es nicht geschafft, seinen Kindern ein besserer Vater zu sein, als sein eigener es ihm gewesen ist, hat genauso wenig wie sein Vater um die Liebe seines Lebens gekämpft … [© Text und Bild: Atlantik Verlag]

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[mk] So irreführend kann ein Buchcover sein: blauer Himmel, ein Mädchen spielt mit einem Ball und dann noch „Glück" im Titel. Wer jetzt einen Sommer – Sonne – Schöne Welt-Roman erwartet liegt gründlich falsch.

Im Augenblick des Todes | Vincent Kliesch

Donnerstag, 3. September 2015 4 Kommentare

Eine brutale Mordserie. Und ein Ermittler, der selbst zum Hauptverdächtigen wird ...


[Klappentext] Kommissar Severin Boesherz genießt gerade seinen Spaziergang am Schlachtensee, als ein mysteriöser Mann in einer Limousine vorfährt, sich als »Ismael« vorstellt und Boesherz zu einem Ausflug einlädt. Die Fahrt endet am Tatort eines bestialischen Mordes: Ein Arzt sitzt skalpiert und ausgeweidet in seiner eigenen Praxis. Bei dem Mord handelt es sich um die exakte Kopie des einzigen Verbrechens, das Boesherz nie aufklären konnte. O ffenbar will der Täter dem Kommissar gezielt eine Botschaft übermitteln - und es soll nicht die einzige bleiben. Boesherz weiß: Er muss das Rätsel lösen, bevor seine eigene Vergangenheit ihn einholt ... [© Text und Cover: Blanvalet Verlag]

[SPOILERWARNUNG]

Da im folgenden Text Bezug auf den Inhalt des Romans genommen wird, sei an dieser Stelle eine Warnung ausgesprochen: Wer sich die Spannung erhalten möchte, wird gebeten, auf diese Rezension erst nach Abschluß den Romans zurückzukommen.

[Kolumne] Gänsehaut, wie sie im Buche steht [1/3]

Dienstag, 1. September 2015 0 Kommentare


AUFGELESEN #4

Liebe Leserin, lieber Leser - hast Du schon Angst, fürchtest Du Dich schon?
Nein?
Solltest Du aber, die Welt steht nämlich unmittelbar vor dem Kollaps.

Wir werden nämlich von Terroristen entführt und erschossen, die - streng geheim natürlich - in Verbindung stehen mit offiziellen Organisationen, die all unsere Bewegungen überwachen, unsere Gewohnheiten kennen und unseren Gesundheitszustand auf Jahre voraus berechnen können. Aber keine Sorge, das alles passiert natürlich nur, wenn nicht zuvor das globale Klima kollabiert und wir entweder unter einer Dürreperiode verhungern oder aufgrund steigender Meeresspiegel von einer Riesenwelle verschlungen werden. Und selbst einer solchen Katastrophe könnten immer noch außerirdische Wesen zuvorkommen, die eine freundliche Kontaktaufnahme gründlich missverstehen und uns entweder versklaven oder zu Versuchszwecken auf ihren Lichtjahre entfernten Heimatplaneten entführen.

Aber beginnen wir ganz langsam.