Frau Endlich geht | Matthias Keidtel

Mittwoch, 21. Oktober 2015 0 Kommentare

Frau Endlich geht - Matthias Keidtel
[Klappentext] Marten Endlich, Autor von Ratgebern über Haustiere, hat ein Problem: Er weiß plötzlich nicht mehr, ob seine Frau Silke ihn noch liebt, obwohl – oder weil? – sie seit gut zwanzig Jahre verheiratet sind. Was tun? Soll er versuchen, seine Frau eifersüchtig zu machen? Soll er eine Überraschungsparty planen und sie auf die Probe stellen? Marten entscheidet sich, aufs Ganze zu gehen. Er lässt sich mit Renate, einer Kollegin, ein, die ihn seit geraumer Zeit anhimmelt, doch dann geht alles auf grandiose Weise schief, denn seine Frau Silke hat ihre eigenen Pläne. [© Text und Bild: Rütten & Loening Verlag]

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[mk] Eine Kollegin hat einmal, nachdem ihr letztes Kind ausgezogen ist, die Frage gestellt: „Und was mache ich jetzt mit dem Kerl, der da bei mir noch wohnt?" Das ist auch das Hauptproblem des Ehepaars Endlich (welch raffiniertes Wortspiel im Titel!). Nachdem Sohn und Tochter den Haushalt verlassen haben, ist auch der zentrale Fokus der Eltern weg. Eins ist beiden grundsätzlich klar: sie wollen ihre Beziehung nicht aufgeben. Deshalb versucht Marten auf die Wünsche seiner Gattin einzugehen und ihr das zu bieten, was Frauen seiner Ansicht nach erwarten. Die wundert sich eher über seine seltsamen Eskapaden und reagiert dann auch nicht ganz so, wie er es erwartet.
 

Wie er bereits in seiner Holm-Trilogie den modernen Mann beschreibt, beobachtet Matthias Keidtel hier die Ehe der beiden knapp 50-jährigen mit feinsinniger Ironie und subtilem Humor. Die Diskrepanz zwischen dem, was er oder sie sagt und dem, was er oder sie denkt, amüsiert mich immer wieder. Das bringt mich mal zum Schmunzeln und mal zum Lachen. Der Vergleich mit dem Großmeister Loriot ist vielleicht etwas anmaßend, aber vom Stil her fallen mir schon Parallelen auf. Wer diese Art von Humor mag, ist hier genau richtig.

Können sich Frauen und Männer überhaupt verstehen? Wenn ich das nach dem Buch beurteile, ist das ziemlich aussichtslos. Es ist ja nicht so, dass die beiden nicht in einer zugegeben beschränkten Art und Weise miteinander kommunizieren würden. Was der eine versteht ist leider aber oft so gar nicht das, was der andere gemeint hat. Die Charaktere sind nur leicht überzeichnet, so dass man sich doch auch hin und wieder selbst findet. Wenn Marten über eine seiner Schwächen stolpert, bin ich froh, dass es nicht nur mir so geht.


„Frau Endlich geht" ist ein wunderbar komisches Buch mit einem feinsinnigen Humor direkt aus dem Leben gegriffen. Für mich war es ein kurzweiliges Lesevergnügen mit zwei Hauptdarstellern, die einfach nicht perfekt sind.

© Rezension: 2015, Marcus Kufner



21. September 2015, Klappenbroschur, 304 Seiten, ISBN: 9783352006753


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