Rezension: Afterworlds - Die Welten zwischen uns | Scott Westerfeld

Dienstag, 17. November 2015 0 Kommentare

Zwei Geschichten in einem Roman



[Klappentext] Lizzy überlebt den Terroranschlag auf dem überfüllten Flughafen von Dallas nur durch Zufall. Und begegnet in jenem heiklen Moment zwischen Leben und Sterben ihrem Seelenführer Yamaraj, der Lizzy in die Totenwelt ›Afterworlds‹ führt. Dass sie sich dabei unsterblich in den wunderschönen Mann mit der sanften Stimme und dem tiefen Blick verliebt, war so nicht vorgesehen vom Schicksal. Und Lizzy muss sich entscheiden: Für das Leben oder ein Dasein als Wandlerin zwischen den Welten …

Lizzys Geschichte ist ein Roman. Darcys Roman, den die 17-jährige mehr aus Spaß an die bekannteste Literaturagentur New Yorks schickt. Zu ihrer Überraschung bekommt Darcy direkt ein Zwei-Buch-Angebot und einen horrenden Vorschuss. Dieser Erfolg macht sie waghalsig: Statt ihr College-Studium anzutreten, zieht Darcy nach New York. Auf gut Glück und ohne rechten Plan. Aber mit dem festen Vorhaben, eine richtige Autorin zu werden. Und sich zu verlieben … [© Text und Bild: Fischer Sauerländer]

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[mk] Zwei Romane in einem Doppelband gab es schon öfter. Hier ist es anders: das Buch beginnt mit Darcys Geschichte und wechselt sich dann kapitelweise ab mit dem Roman, den sie schreibt.
Mit viel Optimismus wirft sie sich in die Verlags- und Autorenszene in New York. Dabei kann sie kaum fassen, dass sie wirklich dazugehören soll zu den bekannten und talentierten Jungschriftstellern. Mit ihrem Eifer und ihrer Frische, aber auch mit ihren Bedenken und Ängsten wird sie mir schnell sympathisch. Auch über die Entstehung bis zur Vermarktung eines Buchs wird viel Interessantes vermittelt. Wobei es sicherlich äußerst selten vorkommt, dass eine so junge Debütautorin einen so lukrativen Buchvertrag wie hier erhält.

Und so tauchen wir ein in Darcys Roman 'Afterworlds'. Deren Hauptcharakter Lizzy kommt bei einem Terroranschlag in Kontakt zur Totenwelt. Mit der Zeit lernt sie, wie sie bewusst in diese Parallelwelt wechseln und auch mit Geistern umgehen kann. So faszinierend und beklemmend diese Umgebung auch ist, so richtig schlüssig und konkret ist sie für mich nicht. Problematisch finde ich auch, dass durch den steten Wechsel zurück in Darcys reale Welt die Stimmung und Atmosphäre, die dort entsteht, wieder verloren geht. Dass Darcy und Lizzy praktisch im gleichen Alter sind, lässt eine Verwechslung leicht zu, so dass ich öfter überlegen muss, bei wem ich gerade bin. Hierbei ist das Konzept des Buchs eher ungünstig. Wer nicht zwei Bücher gleichzeitig lesen kann wird hier auch Schwierigkeiten bekommen.

Dabei gefallen mir die beiden Geschichten durchaus. Sie sind in einem flüssigen, erfrischenden Stil geschrieben. Einzeln wären sie also durchaus stimmig, lang genug wären ja auch beide für zwei Bücher (es sind zusammen über 700 Seiten). Ich habe es aber so empfunden, dass sie sich gegenseitig ausbremsen und sich so in die Länge ziehen. Für mich wäre es naheliegend gewesen, dass sie sich irgendwann mal überschneiden, dass die Fiktion die Realität trifft. Das würde dem Konzept einen plausiblen Grund geben. Das passiert aber leider nicht.

Empfohlen ist das Buch ab 14 Jahren. Trotz des düsteren Themas halte ich es für Jugendliche in diesem Alter für geeignet.

[Persönliches Fazit]


Eigentlich zwei gute Geschichten, flott und sympathisch erzählt. Von dem Konzept des Buchs habe ich mir allerdings mehr versprochen, eine Verknüpfung der fiktiven mit der realen Welt findet leider nicht statt. So nehmen sich die beiden Erzählungen gegenseitig etwas das Tempo, und ich werde immer wieder aus der Atmosphäre der Totenwelt rausgezogen.

© Rezension: 2015, Marcus Kufner



Aus dem Amerikanischen von Angela Stein
20. August 2015, Gebunden, 704 Seiten, ab 14 Jahren, ISBN: 9783737352222


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[marcus]

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